28 April 2008

mi trabajo

nicht, dass ihr denkt, dass ich hier nur auf der faulen haut liege: auch ich muss mir das wochenende zuerst verdienen!

in den ersten vier wochen besuchte ich ja die sprachschule. nebst täglichen vier stunden power-spanisch, gings weiter mit tanzstunden (was auch "arbeiten" war, jedoch mehr körperlich :-) ) und schliesslich gings nach hause, die hausaufgaben mussten nämlich erledigt werden.
diese wochen sind nun vorbei...

letzte woche war es dann soweit: das erlernte konnte endlich angewendet werden!

ich konnte es kaum erwarten, mit dem unterrichten zu beginnen und war von den schülern auch sogleich begeistert: schnüsige sechsjährige kinder (siehe bild)! nach dem "jöh-effekt" war meine begeisterung jedoch schnell verflogen. meine aufgabe bestand lediglich darin, den kindern zuzuschauen, wie sie spielen und essen (was so ziemlich jede stunde der fall war), die tische zu reinigen, nachdem sie gegessen haben und sie in den arm zu nehmen, wenn sie weinten.

wirklich herzig, aber ich konnte mir diese arbeit nicht für ein halbes jahr vorstellen.


so ging ich auf die suche nach einem job, der mir besser gefällt. und, ich glaube, ihn gefunden zu haben: eine andere schule mit achtjährigen kindern in meiner klasse. halt nicht mehr so schnüsig, dafür kann ich hier meine lehrer-begabung (?!) einsetzen. ich helfe den schwachen schülern in mathematik, geografie, spanisch (!), etc. dabei kann auch ich noch vieles dazu lernen! :-)
mein spanisch zu verbessern und gleichzeitig unterrichten zu können, das war das ziel. und ich denke, dass mir das hier in der schule auch gelingen wird.

ich werde euch auf dem laufenden halten. ¡vamos a ver que va a pasar en el futuro!

27 April 2008

nächte im freien und irrfahrten: meine abenteuer in puerto viejo

an diesem vergangenen wochenende musste der strand daher!
freitagmorgen war es auch soweit, um zehn uhr verliess der bus san josé und fuhr richtung puerto viejo, ein ort im osten von costa rica, also am karibischen meer.
dieses mal fuhr der bus sogar mit mir los! bisher verlief also alles nach plan.

um drei uhr, nach einer langen und nicht sehr spannenden fahrt (obwohl, ich weiss jetzt immerhin, wo die bananen wachsen), erreichte ich puerto viejo.
kulturschock aufs erste: ausser schwarze menschen sieht man nur turisten. man könnte meinen, man sei in jamaica angekommen: bob marley hört man in jedem noch so kleinen restaurant und das frühstrück kann man gleich mit einem joint zusammen bestellen. paradise ;-)

ich machte mich gleich auf den weg ins hotel "rocking j's", denn schon immer wollte ich eine nacht unter freiem himmel verbringen. dort wurde es mir, mehr oder weniger, ermöglicht. mein "bett" war eine hängematte. und hey, niemals hätte ich gedacht, so gut in einer hängematte schlafen zu können!


doch um acht uhr war am samstagmorgen das träumen zu ende. die sonne war zu hell und so schälte ich mich aus meiner hängematte heraus und ging meinen träumen am strand weiter ;-)
später traf ich mich mit meinem kollegen philip (der schweizer) und wir suchten den schönsten strand in der nähe auf. dort gings weiter mit nichts tun, schafen und "sünnele".

bisher konnten wir uns glücklich schätzen, nicht einen tropfen regen war gefallen. doch am sonntagmorgen lernten wir den nachteil der karibikküste kennen: regen, regen, regen, der nicht mehr aufhören wollte. so verliessen wir puerto viejo um acht uhr in der früh, mit der idee, dass wir dann um gut ein uhr zu hause sein werden.

aber, wo bleibt denn das richtige und unvorhergesehene abenteuer? keine angst, das kommt erst jetzt! :-)
auf dem highway, dieses mal mit dem firma-auto von philip, fuhren wir gemütlich dahin, bis uns die polizei hinaus zitierte. 117 km/h stand auf dem geschwindigkeitsgerät, laut polizei... laut polizei war jedoch nur 60 km/h erlaubt... laut polizei sollten wir 100 dollar bezahlen. philip hatte jedoch keine 100 dollar, nur 70 dollar. laut polizei "no problema" und das geld verschwand sogleich unter der eigenen mütze.
da lernt man schnell, was "korruption" und "erpressung" bedeutet...
gratis dazu gab's von der polizei einen netten rat: die strasse sei bis um drei uhr vor san josé gesperrt, wir sollten also den anderen highway nehmen.
danke und weiter gings. wir nahmen dann jedoch einen anderen weg, der laut karte schneller zu sein scheint. leider stand auf der mappe nicht, was für ein weg das war: teer war ein fremdwort. nach gut einer stunde fahrt auf diesem "weg", schmerzten meine finger, die ich gekreuzt hielt: bitte, bitte, kein autoschaden!!!
aber, alles ging gut. und das positive am ganzen: wir haben den urwald durchkreuzt. überall wars grün, so viel grün an einem ort habe ich bisher selten gesehen!

um drei uhr, also gut zwei stunden später als erhofft, kam ich dann schliesslich zu hause an. somit ging ein weiteres erlebnis und abenteuer in costa rica zu ende. ich bin schon gespannt, was das nächste sein wird, das dieses toppen könnte! :-)

22 April 2008

mein weekend: ein versuch war's wert...

samstag: festival imperial

der samstag fing mit einem gemütlichen gang zu meiner geliebten “la feria” an. nicht zu unrecht trage ich den namen “chica del mango”, auch dieses mal wurde wieder rege mangos und sonstiges grünzeug eingekauft.

danach gings nach alajuela, wo wir (die geschwister aus deutschland und ich) tickets für das “festival imperial” zu ergattern erhofften. “smashing pumpkins” stand nebst anderen grossartigen artisten auf dem programm. hätten wir schon vor einem monat reagiert, so hätten wir für ein ticket 20 dollar bezahlt. doch bis wir erfahren hatten, was an diesem wochenende los sein wird, war es bereits zu spät, alles war ausverkauft.
nun,
in alajuela angekommen, fragten wir, zuversichtlich und optimistisch wie wir waren, nach tickets. und ja, es gab noch tickets! 140 dollar! ach ja? drei tickets für 140 dollar?! neee, natürlich nicht! jedes 140 dollar!!! tja, nun weiss ich, was nächstes mal zu tun ist, um ein paar dollar dazu zu verdienen...
so gings halt wieder zurück... immerhin bleibt uns dieses bild als erinnerung unserer gefühle...


sonntag:
festival de las artes


gleiches festival wie am sonntag zuvor, nur die artisten waren dieses mal anders.
nicht schlecht staunten wir, als eine dreiköpfige band, die zusammen mindestens 240 jahre auf dem buckel tragten, das publikum mit ihrem karibischen-sound verzauberte und auf die füsse lockte. hie und da sorgten sie für einen lacher, wenn sie wieder mit ihren eher alten hüften die jugendlichen schwünge versuchten zu immitieren (was ihnen auch gelang!).

das highlight war dann schliesslich die letzte aufführung: tango! um sieben uhr begann das spektakel und – wups, nach 20 minuten war's bereits vorüber. drei tänze und das wars. kein feuerwerk, nichts. schade... ein bisschen enttäuschend für das “hightlight” eines festivals, das zwei wochen gedauert hatte...


und schon wieder ist ein wochenende vorbei und hey, ich bin schon seit einem monat hier! die zeit vergeht wie im flug.
nun freue ich mich auf die kommenden tage – endlich darf ich zu den kindern in die schule! :-) wie ich mich dort "herumschlagen" werde, erfahrt ihr bestimmt bald...

14 April 2008

horizonterweiterung, vitaminbombe und ohrenschmaus - mein vergangenes wochenende

freitag: día de juan santamaría

vor gut 150 jahren stand costa rica vor der gefahr, von den amerikanern (von wem denn sonst?!) erobert zu werden. ein tapferer junger costaricaner stellte sich freiwillig zur verfügung, dies zu
verhindern, indem er den feind in flammen setzte. sein leben musste er dafür auch hergeben. dafür wird ihm nun jährlich dieser tag gewidmet.
auch wenn er nichts mehr davon hat, ich konnte damit ein bisschen costaricanische kultur miterleben.

dafür besuchte ich eine stadt namens “alajuela”, in der juan santamaría geboren wurde. nebst diversen tänzen, die mit gewöhnungsbedürftigen lauten untermauert wurden (stellt euch elche in der brunst-zeit vor), wurde auch ein umzug abgehalten, der sich gut mit unserem “sächsilüten” vergleichen lässt. nur 20 grad dazu gerechnet und einen halben meter stoff an den uniformen abgeschnitten. und voilà (siehe bild).



samstag: la feria


seit drei wochen bin ich nun schon da und ich habe erst vor wenigen tagen erfahren, dass in heredia jeden samstag ein grosser frucht- und gemüsemarkt, eben die “la feria”, stattfindet. ich als frucht- und gemüsefreak (wundert euch nicht, wenn ich als mango zurückkehre) musste natürlich dort hin!
die überwältigung war gross, niemals habe ich so viel grün auf einem haufen gesehen (und das heisst etwas, wenn ich das sage)! eingekauft wurde natürlich rege, wo sonst bekommt man drei kilo mangos für einen dollar, die einem beim verzehr vor süsse beinahe umwerfen?! :-)


¡mi paradiso!


sonntag: el festival de las artes

heute ging's schliesslich mit philipp an's “festival de las artes”. stände säumten den weg (ähnlich wie beim “uschtermärt”. nur 30 grad wärmer und kein regen :-) ) und tausende von leute waren vorhanden. costaricanische bands gaben ihre songs zusätzlich auf einer bühne zum besten, was selbst ältere menschen (hätte mein grosspapi sein können) auf die beine lockten und ihren noch jung gebliebenen hüftschwung präsentierten (siehe bild rechts)



ein gelungenes und friedliches wochenende. warum verreisen, wenn die post vor der eigenen tür ab geht? trotzdem – ich freue mich wieder auf das ach so blaue und türkise meer... mal schauen, wenns wieder so weit ist. ihr werdet davon erfahren ;-)

08 April 2008

es ist nicht alles gold, was glänzt

auch costa rica hat schwachstellen, welchen ich langsam aber sicher auf die schliche komme.

seien es nur die kleinen freunde (siehe bild), die das land zu tausenden beherbergt (glücklicherweise bisher noch nicht in meinem zimmer) oder der regenschauer, der nun nachmittags täglich vom himmel fällt.

nichts ist perfekt, auch costa rica nicht... wäre ja auch langweilig ;-)

06 April 2008

volcán poás

nebst strand und meer wird costa rica auch wegen den vielen vulkanen gerne bereist und von geologen bestimmt auch geliebt. nur wenige vulkane sind noch aktiv, einen davon habe ich jedoch gestern gesehen. verbrennungen habe ich deswegen jedoch keine ;-)

dass während dem reisen alles schief gehen würde, wusste ich ja bereits. deshalb hat es mich auch nicht erstaunt, dass auch dieser ausflug einige abenteuer mit sich brachte.

zu dritt nahmen wir den bus nach alajela, von dort aus sollte uns ein weiterer bus direkt auf den volcán poás mitnehmen. dieser bus mussten wir umbedingt erwischen, denn dieser fuhr nur einmal am tag auf den vulkan!
naja, den rest könnt ihr euch ja denken... denn ja, wir haben ihn verpasst! aber: wir sind unschuldig! wie konnten wir wissen, dass es in costa rica auch vorkommen konnte, dass mal etwas zu früh als angekündigt passierte?
währenddem wir nämlich noch gemütlich am kaffee-schlürfen waren, fuhr dieser eine bus fü
nf minuten zu früh ohne uns los.
tja, pech gehabt. ans aufgeben haben wir jedoch nicht einmal gedacht! nein, wir wollten diesen vulkan sehen! so gelang es uns schliesslich, nach diversem herum-fragen und -suchen, mit einem bus in ein nahe gelegenes dorf zu kommen. dort nahmen wir schliesslich ein taxi und, welch ein wunder, wir haben's geschafft.

das bangen hatte jedoch kein ende, denn wir wussten, je später wir ankamen, desto kleiner war die chance,
dass wir den vulkan zu sehen bekamen. es war halb zwölf, wir rechneten also mit keinem wunder und hatten uns damit abgefunden, dass uns die wolken die sicht auf den vulkan verhindern
würden.
doch, petrus hatte erbarmen mit uns: die freie sicht war uns gewährleistet. zwei stunden
später und wir hätten nichts mehr gesehen. das glück konnten wir kaum fassen (deshalb auch das schöne foto rechts mit dem "nichts" zwei stunden nach ankunft ;-) )

die zeit verging und laut plan sollte der bus ins tal hinunter um 2:30 uhr schliesslich abfahren. da wir von unseren reise-künsten inzwischen genug wussten, gingen wir ein bisschen früher an die haltestelle - genau rechtzeitig für die abfahrt um 2:25 uhr...

es gibt hier in costa rica noch viel zu lernen, soviel ist sicher :-)

03 April 2008

san josé

gestern war es so weit, endlich bekam ich die hauptstadt von costa rica bei tageslicht zu gesicht!
entsprechend meinen grossen erwartungen, war dann schliesslich auch die enttäuschung gross - obwohl viel leben vorhanden war, fehlte es mir an ambiente und reizen. eine grossstadt, wie alle anderen.

nur die "cow parade", oder wie man doch hier sagen sollte "la parada de vacas", konnte wirklich mein interesse wecken. laut reiseführer sind in der stadt 150 "vacas" vorhanden, wir bekamen jedoch nur einen kleinen bruchteil zu gesicht. zudem sind die meisten von einem gitter umgeben, weil die costaricaner scheinbar "nichts von kunst verstehen und ihren spass daran haben, die vacas zu verunstalten" (was ja durchaus auch "kunst" sein kann).


den ursprung dieser originellen idee ("cow-painting",
"pintura de vacas", "kuh-malerei") muss ich ja nicht erwähnen. nur waren die costaricaner meiner meinung nach ein bisschen experimentierfreudiger als wir (siehe bilder)...


das highlight war dann schliesslich noch der museumsbesuch (im "museo nacional"), indem nebst kulturellen erläuterungen auch ein terrarium für schmetterlinge vohanden war. die schmetterlinge musste man jedoch suchen. nachdem ich eine halbe stunde im terrarium verbracht habe und gut vier schmetterlinge sah, verliess mich meine geduld und ich den raum.

fazit: ich war in der hauptstadt von costa rica! das ist doch das essentielle, das zählt...