die letzte woche vor den ferien hatte es jetzt echt noch in sich: am montag nach der schule war eine sitzung angesagt. wieder eine disziplinarsitzung, welche eigentlich schon vor mehreren tagen hätte stattfinden sollen. ganze geschlagene vier stunden (von vier bis abends um acht) sassen wir versammelt in einer aula und diskutierten, bis die köpfe rot anliefen. schlussendlich wurde abgestimmt und wir verliessen erleichtert den schauplatz. als enspannung lud uns danach ein lehrerkollege ein, wo wir noch gemeinsam bei chilli con carne über die bevorstehenden ferien redeten. erfolgreich liessen wir das thema schule auf der seite.
ansonsten verlief alles nach plan, bis auf spezialanlässe in der schule, weil ja ostern vor der türe steht. so sahen wir theater, durften mit den kindern eier suchen und osterhasen basteln.
doch in meiner klasse, anstatt über den osterhasen zu reden, redeten wir über die bevorstehende anschaffung unseres klassenmaskotchens: wir kriegen nun nach den ferien definitiv fische. ich hörte die meiste zeit einfach nur zu und war verblüfft, was die kinder alles über fische wussten! die ganze stunde meldete ich mich nicht zu wort und sie organisierten alles untereinander. ich war echt stolz auf "meine" kinder!
leider überschattet die ganze sache ein wenig der fakt, dass in letzter zeit in der klasse immer wieder dinge (bleistifte, bücher, hefte, ect.) verschwinden, wochen später wieder erscheinen, oder ganz weg bleiben. echt mühsam. da wir nicht wissen, ob diesen "spass" kinder unserer klasse begehen, oder auswärtige sind, haben wir uns nun organisiert: in jeder pause ist ein kind dafür verantwortlich, dass es die türe schliesst und zusätzlich werden jeweils zwei kinder vor der tür wache halten. bescheuert eigentlich, aber wir hoffen echt, so dem ganzen auf die spur zu kommen.
ich war echt froh, als freitag dann vor der tür stand. ensprechend der müdigkeit, rissen wir am wochenende auch keine bäume aus. am freitag gingen wir in die sabana, ans festival de las artes, wo wie schon vor zwei jahren, verschiedene theater und konzerte statt fanden. echt merkwürdig, eine jeweils jedes zweite jahr stattfindende veranstaltung nochmals mitzuerleben. aber nun sind es wirklich schon fast zwei jahre, seit ich hier in costa rica bin!
die ferien hätten dann besser nicht starten können: gilberto santa rosa, der king des salsas, bot am sonntag eine spektakuläre aufführung auf einer büne im wasser im sabanapark. das ganze war gratis und demzufolge wollte kein tico missen, zeuge dieses konzertes zu werden. drei stunden vor beginn gehörte der freie platz der zuschauer schon zur vergangenheit. es wurde gemostet, geschupst, geflucht und selbst geprügelt. aber wir hatten glück und landeten in eine gruppe von leuten, mit denen wir am schluss echt spass hatten.
ich konnte meinen augen und ohren nicht trauen, als gilberto schlussendlich vor meinen augen sang. ein traum ging für mich in erfüllung. mein ziel war schon immer, gilberto eines tages in costa rica zu sehen.
und nun haben wir ferien. kaum zu glauben, aber ein viertel des jahres wurde schon geschafft. und wie! der weg, den ich nun hinter mich gebracht habe, war schön geteert und sogar mit bäumen gesäumt. im vergleich zum letzten jahr, wo nach jedem meter ein schlagloch lag und dazu hässlich kalter regen fiel...
mit auto, zelt und grill machen wir, elmer und ich, uns auf den weg richtung süden costa ricas um dort unsere wohlverdienten ferien zu verbringen. noch keine ahnung, wo wir landen werden, aber mit voller euphorie packe ich nun meinen rucksack und lass mich überraschen.
die woche war lang, aber gehört nun zum glück zur vergangenheit. nächste woche scheint gleich auszusehen mit dem einzigen vorteil (und grossen vorteil), dass danach unsere wohlverdienten ferien vor der hütte stehen werden.
die woche war voll mit examen, examen korrigieren, sitzungen für projekte, die wir bald in angriff nehmen werden und extra-arbeiten, wie einen neuen lehrplan schreiben für die viertklässler. alles kostete seine zeit, doch trotzdem nahm ich mir zeit für meine interessen, so wie rennen, harry potter zu ende lesen und die kätzchen beobachten.
am freitagabend war ein highlight angesagt und zwar lud uns unser chef persönlich an eine party bei sich zu hause ein. welch ein wunder, das haus war pampenvoll mit leuten. man bekam lehrer zu sehen, die normalerweise nicht einmal den gedanken daran verlieren, an eine party eines lehrerkollegen zu gehen. merkwürdig, merkwürdig ;-) das peinliche des ganzen war, dass das essen, das sie bestellt haben, nach drei stunden verspätung immer noch nicht eintraf. so wurden die pläne geändert und der pizza-service bestellt. muss wohl noch ein bisschen geübt werden. doch diesen verpatzer können wir ja verzeihen, schliesslich war es das erste mal für den chef.
für mich war nach freitag leider noch kein wochenende angesagt, da alle fünftklässler des schulhauses am samstag ein treffen hatten, samt kindern, eltern und wir klassenlehrern. da ich extra früh erschien und den eltern noch beim aufbauen half, konnte ich mich auch guten gewissens schon um zwölf uhr verdrücken. nach wie vor kann ich die situation nicht leiden, so viele eltern auf einem haufen zu sehen, die dann noch das gefühl haben, an so einem tag über die probleme ihrer kinder zu reden...
ein weiteres highlight am wochenende ereignete sich am samstagmorgen, als die kleinen katzen ihre augen öffneten. echt ein emotionaler moment! als sie dann noch versuchten, einige schritte auf ihren vier pfötchen zu gehen, hätte man meinen können, sie haben zu viel alkohol getrunken: schankend und immer wieder hinplumsend ist das echt ein zeitvertreib, den kleinen zuzusehen. ausserdem werden sie immer schnüsiger. (aber nein, trotzdem müssen sie weg!)
das dritte highlight dann am samstagabend, wo elmer und ich wieder einmal nach langem, einen ganzen fisch auf den grill warfen. wie immer einfach lecker. in den kommenden ferien wird das bestimmt nicht zu kurz kommen, da bin ich mir sicher.
aber jetzt erstmals auf zur endrunde. kaum zu glauben! schon fast ein viertel des ganzen schuljahres hinter uns. so gefällts mir :-)
eine verrückte woche. momentan sehe ich nur noch schule, examen und pflichten. wird zeit, dass die ferien kommen!
montag-nachmittag war mit schule, bzw. hätte mit schule verplant sein sollen. wir hatten, bzw. hätten eine disziplinsitzung geplant, in der wir diskutieren hätten sollen, ob wir ein kind von der schule schicken oder nicht. da dieser junge mit eltern und samt rechtsanwalt antrabte, wurde alles in den wind geschossen und die sitzung musste vertagt werden. doch ne stunde ging damit drauf, mit warten und nicht wissen was los ist. so macht's spass eine neue woche zu beginnen, wir haben ja schliesslich nichts anderes zu tun.
bis mittwoch war normalität angesagt, zumindest in der schule. da ging's dafür bei uns zu hause drunter und drüber. die katze, manchita, war bis vor ein paar tagen noch schwanger, was wir lange zeit bestritten, aber uns nach einer weile zugestehen mussten, da sie täglich dicker wurde. als ich am mittwochmorgen ungewöhnliches geschreie hörte, ging ich nachschauen, traf eine super schlanke manchita an und vier kleine und purlimuntere manchititas. die sind echt süss. blind, haben überhaupt keine koordinationsfähigkeit und plumsen nur so vor sich hin. den ganzen tag saugen sie milch, schlafen und jammern mit ihren leisen stimmchen. aber echt süss, sag ich euch! trotzdem, meine füsse bleiben am boden, die kleinen müssen weg, sobald es geht. sonst gehe ich dann weg...
am donnerstag, sowie am freitag waren in der schule achtstünder angesagt. das bedeutet anstatt meinen normalerweise sechs unterrichtsstunden, hatte ich dank vertretung acht stunden. am freitag, zwei stunden vor schulschluss von halb eins bis zwei, unterrichtete ich noch mathe in einer 6. klasse. weder sie noch ich hatten bock und so war ich echt gerädert und heilfroh, als ich nach hause gehen konnte. kein wunder also, dass an diesem abend nichts grosses angesagt war. zudem musste ja auch früh ins bett gegangen werden, da wir am samstag in der schule la fiesta acuática hatten. ein fest zu ehren des wassers. mir wurde netterweise einen tag vorher mitgeteilt, dass ich mitzuhelfen habe. wusste weder wann, wie, noch was. schlussendlich war ich in einer gruppe eingeteilt und musste denen helfen, zu gewinnen. nebst wasserspiele (wo ich mich wehement geweigert habe, mitzumachen) mussten wir auch rätsel beantworten, wo selbst wir als lehrer ins schwitzen kamen ("si me alimentan vivo, si me dan agua, muero"). nach zwei stunden sagte ich allen tschüss, meine arbeit wurde getan, einen haken dahinter gesetzt. und endlich, wochenende!
am abend ging ich nach heredia, wo elmer und ich nach langem wieder einmal unsere lieblings-cevicheria besuchten. aber auch diese nacht war frühes bett-gehen angesagt, denn am sonntagmorgen ging's schon früh in eine badi. dort gibt es so genannte "ranchas", mit wasser versorgte orte, samt bänken, tischen und grill. natürlich möchten alle leute eine solche rancha haben, damit sie dort gemütlich ihren tag verbringen können. wir, elmer und ich, rannten deshalb wie irre morgens um neun zur letzten, noch freien rancha. nach und nach kamen dann die familienmitglieder eingetrudelt, es wurde gegrillt, relaxt, geschwommen (ich lerne endlich richtig schwimmen!) und gedöst. richtig gemütlich.
noch immer schwebe ich mit den gedanken irgendwo und habe das gefühl, ferien zu haben. lange gehts nun ja wirklich nicht mehr. und mit dieser energie, die ich das wochenende gewinnen konnte, gehts bestimmt noch schneller. auf gehts, zur zweitletzten runde!
diese woche war kürzer als jede bisherige. aus zwei gründen. erstens wurde der donnerstag dazu genützt, um wieder einmal zu klippern und zweitens wurde der freitag als lehrerausflug-tag deklariert, den schülern frei gegeben und die lehrer zu einem tag im haus der chefin verknurrt. beklagen möchte ich mich jedoch nicht. obwohl, momentan weiss ich wieder einmal mehr nicht, wo mir der kopf steht.bis mittwoch wurde uns jedoch das atmen nicht erlaubt, da kam die eine sitzung nach der anderen, was sich auch nächste woche nicht ändern wird.
am donnerstag beim klippern, wurden die schüler auf gruppenarbeit gedrillt und sollten jetzt, nach sechs stunden dauer-teamwork fähig sein, miteinander etwas zu erarbeiten. als die schüler sich jedoch zehn minuten vor schluss bei einer gemeinsamen aufgabe noch fast die köpfe einschlugen, fragte ich mich, ob sie überhaupt etwas gelernt haben an diesem morgen...
ich war auf alle fälle nudelfertig nach diesen stunden. auch die schüler meinten am nachmittag noch zu mir "sie sind ja ganz durch den wind, frau moor". so wusste ich, dass das wochenende genau richtig kommt. doch vorher forderte ich bei einem badminton-spiel meinen körper heraus. der muskelkater natürlich inklusive.
am freitag war unser lehrerausflug. wieder, so wie letztes jahr, gingen wir ins haus der chefin und liessen es uns gut gehen für einen tag. erstaundlicherweise und nicht wie letztes jahr, war die stimmung sehr entspannt, es wurde getanzt, bis den lehrern der schweiss herunterfloss, im pool geplanscht, gegessen und getrunken.
elmer und ich verabschiedeten uns jedoch so früh es ging, damit wir die nähe zum meer auch ausnutzen konnten. so kamen wir schon am späten nachmittag in playa bejuco an. ein meterlanger, breiter, verlassener und wunderschöner strand am pazifik. die hitze war an den zwei tagen zwar fast unerträglich (beim nichts-machen schien es uns, wie ein eis an der sonne zu schmelzen), doch halfen die stündlichen abkühlungen im meer einiges. die bräune, die wir in den letzten wochen verloren haben, wurde schnell wieder zurückgewonnen, sodass wir jetzt aussehen, als ob wir für mindestens eine woche am meer waren. so fühlt es sich schliesslich auch an. so als ob wir ferien gehabt hätten an diesem wochenende. dabei geht's noch drei wochen, bis es so weit ist. aber diese, mit aufgeladenen batterien, werden wir ohne weiters über die runde bringen.