24 June 2008

el opuesto en el mismo continente

meine befürchtung bezüglich kulturschock wurde am wochenende zur realität.
der anfänglich harmlose schock verwandelte sich während dem wochenende schliesslich
zu einer nicht so ganz harmlosen abneigung gegenüber dem "land der unbegrenzten möglichkeiten".

aus rücksicht vieler kollegen und kolleginnen (und familienangehörige), von denen ich weiss, dass sie sich momentan mit begeisterung in der usa aufenthalten oder sich auf einen zukünftigen aufenthalt freuen, werde ich mich vor dem erzählen hüten... :-)

das wochenende hat schliesslich zur folge, dass ich costa rica noch mehr schätze. trotz früher dunkelheit und regen ;-)

entonces, voy a disfrutar los meses que me quedan aquí!

16 June 2008

la mitad de mi estancia

kaum zu glauben - die hälfte meines aufenthaltes ist bereits verstrichen. oder, um alles ein bisschen optimistischer erklingen zu lassen: juhee, ich habe noch eine ganze hälfte vor mir! :-)
ich muss mich selber ein bisschen aufbauen, denn die tage fliegen hier nur so dahin und ich sehe mich schon jetzt, wie ich schweren herzens dieses land in schon nur drei monaten verlassen muss.
aber eben, genug schwarzmalerei!
lieber erzähle ich von den kleinen episoden, welche meine letzte woche versüsst haben.

die sonne lebt: in den letzten tagen meinte es petrus gut mit uns - die sonne scheint nun mehrere stunden am tag. es gibt sie also noch! als beweis dient das nebenstehende bild. nicht, dass ihr nach all meinen blog-einträgen denkt, dass wir nur regen haben... :-)
die tauben ("palomas") sind hier übrigens eine echte last. nirgends ist man sicher vor ihnen, sie stecken in jeder ecke und gackern (und kackern) vergnügt vor sich hin.
selbst in unserem klassenzimmer sind sie anzutreffen!

da fällt mir ein: schon einmal eine taube beobachtet, wenn sie läuft? ein echtes vergnügen bei genauem hinsehen! zum krummlachen! ;-)

die spinne springt: kaum habe ich mich von der cucaracha-atacke erholt, kam der nächste schock: wie jeden abend freute ich mich auf mein kuscheliges bett, doch eine dicke, grosse spinne an meiner zimmerwand verunmöglichte mir dieses vergnügen für ein paar minuten.
naja, theoretisch hätte ich natürlich schlafen gehen können doch jeder vernünftige mensch hätte bei diesem anblick und dem anwesenheits-wissen der spinne in der nacht kein einziges auge zugetan. ich übertreibe nicht! aber (inklusive beine natürlich) war diese spinne etwa der grösse meiner handfläche. und dann nicht dünn! sondern dick, so, wie in einem grässlichen horrorfilm. oder so ähnlich...
naja, nach dem bekannten schock habe ich mich fassen können und schmiss sie worwörtlich aus dem haus.
möchte nicht wissen, wo sie jetzt steckt. wünsche euch aber eine ruhige und gute nacht ;-)

die nadja ruft aus (in spanisch!): eine grosse herausforderung sag ich euch! besonders wenn die kinder vor deinen augen spinnen und nicht das tun, was sie sollten und dir die worte in spanisch einfach nicht einfallen, um sie zurechtzuweisen... bisher war dies immer so und ich musste mich im stillen ärgern.
neuerdings, was mich selber in erstaunen versetzt hat, kommen mir die worte jedoch aus dem mund! und zwar in spanisch! kaum zu glauben, aber ich konnte die kinder echt "zusammenscheissen", auf alle fälle war die ganze klasse am schluss ruhig und hat mir zugehört.
und ich musste mich echt zusammenreissen, um nicht loszulachen! ach, ich hätte mich gerne selber aufgenommen um euch diese szene vorzuzeigen. musste sich echt ulkig angehört und angesehen haben. nachher hat mich nämlich noch ein kind gefragt, warum ich so rot sei in meinem gesicht ;-)

ich bin auf alle fälle stolz, denn dem kind, dem der zusammenschiss galt, verging das lachen... ziel also erreicht ;-)

die lehrerin mutiert: bisher war mir ja bekannt, dass eine lehrerin nicht nur dafür da ist, um die kinder auf die grosse, weite welt vorzubereiten. nebst seelsorgerin, krankenschwester, streit-schlichterin und erzieherin fungieren wir auch als polizistin oder mutter-ersatz (sorry für die ausschliesslich weibliche ausführung der berufe, doch die mehrheit gewinnt nun mal...). neu für mich ist jedoch der beruf "zahnärztin":
denn heute hat sich doch glatt eine schülerin vor die lehrerin gestellt und den mund geöffnet. die lehrerin hantierte für gut 10 sekunden im mund herum und hält letzten endes etwas weisses in den händen. und ich?! ich stand mit offenem mund für 10 sekunden da, während meine augen auf die doppelte grösse wuchsen. ich konnte dies nicht fassen, sie hat tatsächlich einen zahn gezogen!
voller stolz hat mir danach die lehrerin noch von all den kindern erzählt, welchen sie bereits einen, oder mehrere zähne gezogen hat...

ticos erstaunen mich tagtäglich von neuem mit ihren gewohnheiten...

doch genau dies fasziniert mich hier so enorm. es sind kleine dinge, kleine gewohnheiten der einheimischen, welche mich immer wieder in erstaunen und verblüffen versetzen. bereichert mit der exotischen sprache, dem warmen klima (trotz regen!) und den warmen und offenen menschen, ergibt sich eine welt, in der ich noch einiges länger bleiben könnte..........

da ich mich jedoch schon für drei monate hier in costa rica befinde, muss ich nun das land für 72 stunden verlassen, damit ich ein neues visum beantragen kann. meine reise führt mich nach los angeles, usa. nicht nur ein anderes land - auch eine andere welt. mal schauen, wie gross der kultur-schock sein wird... :-)
ich halte euch auf dem laufenden. bis dahin: que tengan una semana magnífica!

09 June 2008

la vida en la escuela (achtung, nur für schul-interessierte)

vielleicht habt ihr euch schon gefragt, wie denn die schule so ist im fernen costa rica.
eines steht fest, es ist anders als in der schweiz: organisation, pünktlichkeit und pflichten stehen hier nicht so sehr im vordergrund. wichtiger ist hier, den kindern eine abwechslung zu ihrem sonst doch eher harten leben zu bieten.
das äussert sich darin, dass wir mindestens an einem tag in der woche ein spezielles programm haben. so wie der “día del agrigultura”, wo viel getanzt und gegessen wurde, oder so wie der “día de desafío”, an dem die schüler spielen konnten. gelegenheiten, wo sich die kinder amüsieren und austoben können, was sie sonst zu hause selten tun. ausser fernsehen und playstation spielen steht meist nichts auf dem freizeit-plan, da ihre eltern, wenn noch zusammen, am arbeiten sind und sie alleine zu hause sind. und nach draussen spielen gehen geht schlecht, denn es regnet hier ziemlich oft ;-)

zur schule: stundenpläne existieren hier zwar, doch hält sich niemand so recht daran. die lektionen dauern eineinhalb stunden am stück, wobei jedoch das fach in den lektionen nach lust und laune gewechselt wird.
pausen gibt es demnach am morgen drei, etwa je 10 minuten lang. während der zweiten lektion ist zudem essen im “comidor” angesagt. dort erhalten die schüler meist reis und bohnen und zu guter letzt eine gesunde frucht (vorbildlich und feeeein :-) ). es gibt kinder, die auf dieses "morgenessen" angewiesen sind, da sie sonst zu hause nichts bekommen.
die fächer bestehen aus mathematik, spanisch, englisch und mensch und umwelt (realien). sport, musik und computer (!) ebenfalls, welche von fachlehrkräften unterrichtet werden. dabei ist frontalunterricht angesagt, alles andere ist mit diesen lehrmitteln nicht möglich. die kinder kennen jedoch auch nichts anderes. selber zu denken ist doch eh zu anstrengend, oder?! deshalb warten sie lieber, bis die lehrerin die antworten liefert. und sie liefert diese auch immer.
die lehrerin hält anfangs der stunde also einen monolog, eine etwa 15 minütige einführung und anschliessend lässt sie die kinder abschreiben, was sie während dem erklären an die tafel geschrieben hat. sind die einen fertig, ist zeichnen angesagt. sowieso besteht die hälfte der stunde aus zeichnen und ausmalen. dass dies die kinder mitmachen erstaunt mich immer wieder...

und ich "stehe ihr bei", helfe beim korrigieren, schreibe an die tafel, erkläre das erklärte nochmals (in gebrochenem spanisch, aber so langsam, dass sie's dann schnallen ;-) ) und achte besonders auf einen jungen, dessen schwachpunkt die konzentration ist, dass er schön am platz sitzen bleibt (tönt einfach, aber glaubt mir, ist es nicht!).

der unterrichts-stil, wie er hier gepflegt wird, geht mir gegen den strich. "freiheit" scheint hier ein fremdwort zu sein und wenn ein kind eine sache nicht verstanden hat, dann liegt es an der mangelnden konzentration des kindes und nicht etwa an der nicht ganz verständlichen erklärungen der lehrerin.
doch so wird es hier nun einmal gehandhabt und ich schwatze nicht drein. mein wirken liegt im kleinen. ich versuche, den schwachen kindern zu helfen, die vielleicht ohne meine hilfe auf der strecke bleiben würden... hier liegt meine motivation, die ich in den zwei monaten die ich nun schon hier bin, aufrecht erhalten und intensivieren konnte.


und sonst? regen macht schön, nicht wahr?! ach, ihr werdet mich als eine pure schönheit wieder zu hause erwarten können ;-)
doch eben, regen ist zum glück nicht das ganze leben hier. meine arbeit in der schule erfüllt mein herz mit genügend sonnenschein, sodass ich auch noch im regen davon zehren kann (ach, wie poetisch :-) )...

01 June 2008

attacke!

regen-attacke: der plan für das vergangene wochenende war schön ausgeschmiedet, wir waren alle bereit, endlich wieder einmal den strand zu sehen. tja, der liebe petrus hat uns jedoch einen strich durch die rechnung gemacht: ganze zwei tage hat es geregnet (und das natürlich am wochenende, unter der woche wär's ja langweilig). wenn ihr jetzt denkt: regen? na und? was ist denn daran so schlimm? dann erkläre ich euch jetzt mal, was hier "regnen" bedeuetet: bindfäden! puuuure bindfäden und sonst nichts! zentimeterhohe wasseransammlungen, sodass man nicht mehr über die strassen gehen kann! neu entstehende flüsse! wären fische darin, hätte ich vor meinem haus mein nachtessen fangen können...
hätte ich das gewusst, hätte ich meine gummistiefel von zu hause mitgenommen... und meine regenhosen. denn es ist unmöglich in diesem regen vorwärts zu kommen, ohne dabei nass zu werden.

dem nicht genug: ich habe dazu noch meinen schirm im taxi liegen lassen... aber! jetzt habe ich einen neuen: gelb mit winnie the pooh. der macht den regen ein bisschen erträglicher ;-)

heredia blieb zum glück verschont, doch dort wo wir hin wollten ("samara") gab es mächtige überschwemmungen. deshalb war unsere entscheidung zu bleiben, wirklich nur das beste. und der strand muss nun halt warten. was er ja auch bestimmt wird...

cucaracha-attacke: als ob es nicht schon genügt, dass diese hässlichen cucarachas (
lat: blatta orientalis, der schöne name trügt!) überall in den Strassen herumkriechen, jetzt müssen sie mich auch noch attackieren!
stellt euch vor: ich, gemütlich auf dem sofa liegend und nichts ahnend, geniesse die unterhaltung im fernsehen, als doch plötzlich eine cucaracha aus dem nichts auf meinen arm springt. wow! im nachhinein unglaublich, wie schnell mein hirn reagierte und das, obwohl es so viele dinge auf einmal zu entscheiden hatte: erstmals das fokusieren "was ist das?", dann die erkenntnis "cucaracha!", dann die innerliche reaktion "iiiiik! das isch nöd guet!" und die physische reaktion mit dem schrei und dem wegjagen. und das innert wenigen sekunden! ein hoch auf das hirn! ;-)


bakterien-attacke: wie schon im letzten blog-eintrag erwähnt, haben wir noch kleinere, und ekligere dinger, die sich momentan in der residenz befinden. diese dinger treiben uns dazu, dass wir herumsäuchen, krank sind und husten, bis wir keine luft mehr haben. auch kein wunder, bei diesem feuchten und warmen wetter fühlen sich die kleinen bakterien richtig wohl. und das ist ja der fall hier, denn, habe ich schon erwähnt?, es regnet hier ziemlich oft :-)

nebst all den attacken geht's mir prächtig!
das unterrichten in der schule macht immer mehr spass, kein wunder, denn nun kann ich auch mehr als nur "sí" und "no" sagen, wenn mich die kinder etwas fragen. und sie sind sooo schnüger! (siehe bild)

das spanisch geht also vorwärts. besonders nach einem wochenende wie diesem, wo ich mit ticos (so werden die einheimischen hier genannt) in den ausgang ging. da kam ich nicht drumrum, spanisch zu sprechen, was mir geglückt ist. mit bier gehts auch viel einfacher, die zunge löst sich, was für das ausprechen von spanisch wichtig ist ;-)



trotzdem, es gibt momente, wo ich die schweiz wirklich vermisse. besonders, wenn es draussen bindfäden regnet wünschte ich mich in die schweiz, wo es jetzt ja, so wie ich hörte, sommer ist.
und bitte: wenn ihr das nächste mal ein stück brot, mit feeeiner kruste esst: denkt an mich... tortillas können die costaricaner wirklich machen, aber brot, das kriegen sie einfach nicht so gut hin... ;-)

und hey, ratet mal.... es regnet!!! ;-)