26 June 2011

eine glimpfliche woche

endspurt in der schule: letzte quize wurden geschrieben, noten ausgerechnet und ins system eingetragen, zimmer aufgeräumt und arbeiten mit nach hause geschickt. mit halbem fuss bin ich bereits in den ferien und auf dem weg in die schweiz. es geht jedoch nicht nur mir so. auch die kinder sind ferienreif, was sich tagtäglich zeigt, wenn irgendwo wieder gestritten wird und wegen kleinigkeiten fast die köpfe eingeschlagen werden. glücklicherweise gehts jetzt tatsächlich nur noch eine woche bis zu den ferien. in der bevorstehende woche ist auch nichts anderes als ausklingen angesagt. von theater über konzerte bis hin zu deutsch olympiaden und ausflüge haben wir alles im repertoire.

die woche lief glimplich ab, bis auch den dienstag: um fünf uhr morgens schäle ich mich aus dem bett und geh raus trainieren. um sechs freu ich mich, schon aktiv gewesen zu sein und freu mich noch mehr auf mein frühstücks-joghurt in der schule. doch oh weh! ich öffne den kühlschrank in der schule und entdecke eine gähnende leere, wo eigentlich mein joghurt hätte stehen sollen. tatsächlich hat das irgend jemand gegessen! ich muss wohl in zukunft wie zu wg-zeiten meinen namen drauf schreiben und hoffen, dass es dann nicht weggefuttert wird.

am wochenende wurde endlich wieder einmal getanzt. letzte woche waren drei sportstudenten bei uns an der humboldt, um unseren sportlehrern einen kurs zu geben und wollten das nachtleben costa ricas kennenlernen. so nahmen wir sie mit in eine bar und gingen dann weiter ins pueblo, einem kleinen "dorf" mit einer bar nach der anderen. eigentlich ein ort, den ich auf grund der vielen gringos meide. doch an diesem abend wurde eine ausnahme gemacht. wir begaben uns in die disco fiesta latina und tanzten bis frühmorgens.
mein körper reagierte auf die eher ungewohnten bewegungen, sodass ich das ganze wochenende bei jeder bewegung meine muskeln spürte.

und nun geht es definitiv in die endrunde: die letzte woche vor den ferien. ich kann nicht fassen, dass es nun schon fast so weit ist!

19 June 2011

irgendwie passt's nicht

eine eher unspektakuläre schulwoche ging wieder an uns vorbei. das einzige highlight in der schule dieser woche war die deffekte klingel. das freute uns lehrer sowie schüler, denn die stunden begannen gut fünf minuten später und wurden einige minuten vor offiziellem schluss beendet. der stimmung zu urteilen hätte man glauben können, dass wir kommende woche bereits ferien hätten. doch leider nein, es bleiben uns noch zwei, auch wenn kurze, wochen.
weiteres highlight war der schweizerclub. während dem gummitwisteln kamen etliche schöne erinnerungen meiner primariazeit auf. ich konnte mich plötzlich wieder an alle schritte und tricks erinnern, so als ob ich erst gestern im schulhaus in uster mit meinen freundinnen gehüpft wäre. dabei liegt dies nun schon fast zwanzig jahre zurück! man wird nicht jünger ;-)

nebst den schulischen highlights gab's glücklicherweise noch weitere ausserschulische momente: die herausgabe der rangliste des vergangenen laufes war das erste highlight und liess mich gleich nochmals einen leisen schrei loslassen. mein name steht stolz an 14. stelle! und das von 220 frauen im alter von 20 bis 39 jahren. und das hab ich nach nur neun wochen training erreicht. bin ja gespannt, wie viel schneller ich noch werden kann.

am mittwoch dann das zweite highlight: elmer und ich wurden höchst persönlich von dem deutschen botschafter an einen empfang eingeladen, da ein sportler geehrt wurde. schnell stellte sich jedoch heraus, dass ich für diese schiggi-miggi anlässe überhaupt nicht geschaffen bin. der smalltalk und das liebe lächeln hielten wir tapfer für ein paar stunden aufrecht, währenddem sie uns diverse häppchen (darunter jumbo-shirmps und roastbeef...) servierten und ihre reden schwangen. das durchschnittsalter wurde von elmer, seinen sportkollegen und mir deutlich nach unten gedrückt, sodass wir uns junge küken zusammen in eine ecke drückten. irgendwie hab ich mir das anders vorgestellt und war froh, als das ganze oberflächliche getue zu ende war.

das wochenende stand schnell vor der tür, doch bestand dieses mehrheitlich aus noten schreiben und sonstigem schulkram. am sonntag dann die ausnahme, da hier in costa rica der día del papá gefeiert wurde. so war die familie von elmer bei uns zu hause und es wurde bis in den abend hinein gegrillt und gelabert. und jetzt gehts definitiv in die endrunde: noch zwei wochen!

12 June 2011

was geht da denn ab?

diese frage stellte ich mir bereits am ersten tag der neuen woche. montagmorgen, mein kopf brummt, meine nase gibt merkwürdige pfeifgeräusche von sich und die energie scheint im wochenende festgesteckt geblieben zu sein. es ging mir echt nicht gut, doch trotz allem schleppte ich mich in die schule. mehrmals musste ich schlagartig den klassenraum verlassen, da ich keine taschentücher auf mir trug und mir meine nase davonlief. nachdem mich sogar die kinder noch fragten, was mit mir los sei, entschloss ich, dass es genug war und ging um zwölf nach hause. das gummitwisteln mit meinen schweizerkindern musste also verschoben werden. ich legte mich ins bett, aus dem ich mich bis zum nächsten morgen auch nicht mehr rührte.
ab dann gings, zumindest gesundheitlich, wieder aufwärts. ich konnte sogar am dienstagnachmittag schon wieder raus gehen und hab mich gesund gelaufen.
auch unterrichtstechnisch war diese woche endlich wieder einmal ein highlight: selbst die sechstklässler rechneten fleissig mit. einem kind musste ich sogar die aufgabe aus den händen entnehmen, da er nicht mit rechnen aufhören wollte. hät nicht gedacht, dass dies bei dieser klasse eines tages vorkommen wird.

ansonsten bin ich einfach müde von der schule. es passieren dinge, mit denen ich mich überhaupt nicht mehr identifizieren kann und ich mich frage, was denn da ab geht.
meine chefin möchte zum beispiel, dass ich den schweizerclub im nächsten semester weiter führe. ist ja klar, sonst müsste sie diesen übernehmen. doch als ich ihr versucht habe klarzumachen, dass ich nicht ein weiteres semester mit so vielen stunden haben möchte und mich eigentlich auf das neue semester mit weniger lektionen gefreut habe, war ihre reaktion lediglich, dass ich ja auch ein kleines lager organisieren könnte, das ich in den ferien (!) durchführen könnte... "wir würden dich auch dafür bezahlen"... das ist mir wurst. mehr freizeit ist meines erachtens unbezahlbar. mal schauen, wie lang sie noch kämpft, bis sie mein nein akzeptiert wird.
aber das war was kleines. mehr schokierte mich diese woche, was in unserem kollegium abgeht. angestellte versus vorgesetzte. im kollegium wird gelästert und man beklagt sich über diverse dinge. sobald dann das team mit dem chef konfrontiert wird, um den standpunkt klar zu machen, herrscht das schweigen. einer spricht und steht dann als idiot da, weil ihm die anderen keinen rückhalt geben.

zum glück ist nicht alles nur schule hier drüben.
das wochenende kam schnell und die entspannung gleich mit ihm. freitag eine gemütliche party bei lehrerkollegen, samstag kino und dann am sonntag der grosse tag, wieder ein lauf über 8km. mein ziel war 40 minuten, doch ich rechnete mit 42. während des ganzen laufes habe ich nicht einmal auf die uhr geschaut. erst im ziel - und ich liess gleich einen schrei los: 37 einhalb minuten. ich konnte es und kann es noch nicht glauben! dieses mal ging ich voll ab! :-)
nun, voller energie und stolz gehts in die kommende, schon fast letzte, woche.

05 June 2011

man dümpelt so dahin

schon wieder? war nicht erst gerade montag?
es gab wieder einmal mehr viel zu tun in der schule, keine verschnaufpausen zwischen den examen, die ich dann sogar noch ins wochenende hinein korrigierte. selbst der samstagnachmittag ging mit examen sch
reiben drauf, da bald die letzten deutsch-examen im semester anstehen. unspektakulärer könnte also mein leben momentan nicht sein: den nachmittag verbringen wir in dicken pullovers gewickelt im haus, da es von dem himmel schüttet, was das zeug hält. fast täglich nütze ich deshalb die morgenfrühe, gehe raus und trainiere immer noch schön brav meine einheiten. langsam aber sicher werden diese jedoch so lang, dass ich mittlerweile schon um fünf aus dem haus gehen muss, damit ich in keinen stress komme. aber das mach ich gern, paradoxerweise gibt mir dieser energieverbrauch einen energieschub für den ganzen tag.

ein highlight dieser woche war wieder einmal mehr mein schweizerclub. am montag haben wir zusammen rüeblitürtli gebacken. die erste reaktion der kinder war eher abstossend, da sie sich nicht vorstellen konnten, dass rüebli in einen kuchen passen. doch nach dem backen waren sie überzeugt, dass es lecker ist. während dem warten spielten sie das bekannte fadenspiel, das ich als kind viel in den schulpausen gespielt habe. es scheint, dass ich meine begeisterung dafür gleich weiter geben konnte. schön, so "alte traditionen" wieder zum leben zu erwecken! am kommenden montag geht's dann ans gummitwisteln, mal schauen, ob ich das noch drauf hab ;-)

meine gedanken schweifen seit einigen tagen immer öfters in die schweiz. als ich mir zu alle dem gestern noch eine vanille-"creme quick" von der migros anrührte, hätte ich mich am liebsten gleich ins flugzeug gesetzt :-)
es geht ja auch nur noch einen monat, bis ich endlich wieder schweizer boden unter den füssen habe! dieser gedanken treibt mich momentan vorwärts! noch vier wochen!