vor gut eineinhalb jahren fuhren elmer und ich in den norden zu dem bekannten río celeste, das übersetzt "himmelblauer fluss" bedeutet. von blau war damals jedoch nichts zu sehen, der fluss war mehr eine braune brühe und das wasser war nicht nur im fluss, sondern kam auch in strömen vom himmel runter. wir hatten damals echt pech. doch nun hatten wir die gelegenheit, zeugen eines naturwunders zu werden.
meine eltern, elmer und ich machten uns auf den weg in den norden. durch besichtigung von diversen sehenswürdigkeiten auf der strecke, ziemlich schittrigen strassen und mehrmaligem verfahren, kamen wir ziemlich gerädert nach sechs stunden fahrt an und brauchten erst einmal schlaf. am tag darauf ging es ausgeruht auf die wandertour zum fluss. ich konnte meinen augen echt nicht trauen, als ich das himmelblaue wasser vor mir fliessen sah. dieses spektakel ist unglaublich und glaubt man nur, wenn man's vor seinen augen hat.
niemand weiss genau, warum es dort zu diesem naturwunder kommt. es gibt jedoch diverse theorien. darunter die eine, dass genau an diesem ort eine chemische reaktion stattfindet, verursacht durch das zusammenstossen von zwei flüssen (wobei der eine ein gut dreissig grad heisser vulkanfluss ist) und anderen mineralien, die vom boden ausgestossen werden. eine andere theorie besagt, dass das ganze nur eine optische täuschung durch irgendwelches einwirken von
vorhandenen materialien sei. eine nicht wissenschaftliche theorie erklärt sich das ganze schlicht und einfach damit, dass gott zur bemalung des himmels zu viel blaue farbe übrig hatte und somit den pinsel genau in diesen fluss tunkte. und deshalb ist dieser bis heute blau :-)
der fluss alleine ist jedoch nicht alles, was man an diesem ort besichtigen kann. auch heisse quellen sind vorzufinden, in denen wir uns stundenlang hätten aufhalten können. die kombination mit dem kalten wasser des flusses war eine richtige therapie. nach dieser entspannung liefen wir zu guter letzt noch zum vorhandenen wasserfall, wo das herunterströmende wasser ebenfalls in einem himmelblauen wasserbecken endet.
egal wie dieses blau zu stande kommt. es ist echt eindrücklich und die sechs stunden fahrt nach oben lohnen sich auf alle fälle dafür.
wir sind mitten in den ferien. und auch wenn ich täglich von der schulglocke erwache, konnte ich diese institution mit erfolg aus meinen gedanken verdrängen.
lange ist es zwar noch nicht her, doch scheint die letzte schulwoche schon wochen hinter uns zu liegen. da sich der montag vor den ferien noch zum wochenende gesellte, schienen die letzten stunden in der woche in minuten zu zerrinnen. gut so, denn meine ungeduld und das warten auf mein wiedersehen mit den eltern kratzten langsam aber sicher an meinen nerven. so war ich echt froh, als wir am freitag den ersehnten mittag erreichten und wussten, dass uns der osterhase endlich in die ferien entlässt. doch die ersten zwei tage spürte ich ehrlich gesagt nix von den ferien, denn die stunden für nach den ferien mussten vorbereitet werden. so verbracht ich mehrere stunden hinter büchern und computer. zum glück wurde dies auch mit erfolg erledigt, sodass ich mich nun mit gutem gewissen nach hinten lehnen und die ferien maximal geniessen kann.
am mittwoch gleich die ersten wahren ferienstunden. obwohl, der morgen verlief mehr im stress und im chaos als in erwarteter ruhe: elmers familie plante einen mehrtägigen auslug in die berge heredias. seine eltern mieteten eine kleine hütte in der höhe, um der hitze zu entkommen. jeder und alles wurde eingepackt, von den fünf hunden bis hin zu ihrem kanarienvogel. ich beobachtete das ganze spektakel und half mit, wo ich nur konnte. trotz allem dauerte es mehrere stunden, bis dann wirklich alles und alle eingepackt waren. einer über den anderen gestapelt konnten wir endlich in die höhe fahren.
doch meinen nerven war auch dann noch keine ruhe gegönnt. während dem abendessen bemerkte ich plötzlich, dass irgendetwas neben mir krabbelte. als ich den blick auf den boden warf, stellte ich fest, dass dieses etwas ein skorpion war. da liess ich schnell nen schrei ab, so dass mich alle mit einem blick "wo hat die denn die schraube locker?" anschauten bevor sie dann meiner blickrichtung folgten und auch im nullkommanichts auf den füssen standen. elmer reagierte schnell und zerquetschte es mit seinen schuhen. die nacht auf dem boden verbrachte ich dann mit gewissem misstrauen... und als ich endlich mein gewissen beruhigen konnte und eindöste, schreite sich bereits der erste hahn heiser. tja, so viel zur nacht. glücklicherweise konnte ich dann tagsüber den verpassten schlaf nachholen.
und nun geht es noch genau 24 stunden, bis mir die american airlines meine eltern nach costa rica liefert. nach fünfzehn (!) monaten nicht-sehens freue ich mich wie ein kind, wie ihr kind halt ;-)
die letzte komplette woche vor ferien: check! das ziel ist in sicht, die endstrecke kürzer denn je und die vorfreude nicht zu bremsen.
wieder ist nichts spezielles hervorzuheben, die tage vergingen ohne irgendwelchen grossen ereignissen. die kinder sind müde, wollen und können nicht mehr, auch die nerven von uns lehrern hangen an einem eher schwachen faden und laufen gefahr, zu reissen. um dies zu verhindern wende ich diverse strategien an, damit ich nicht auf die palme steige, sobald wieder einmal eine eher dumme frage der kinder kommt. so schlägt man sich also von tag zu tag durch (nicht wörtlich nehmen! ;-)) und freut sich mit jeder stunde, näher am wochenende zu sein.
das wochenende war dann jedoch ein spezielles wochenende, denn der montag war inklusive. sprich drei tage ohne nichts. das war auch mein plan: nichts machen. doch aus der passivität wurde höchste aktivität. am samstag ging ich endlich stoff kaufen und begann, unsere lounge zu hause noch gemütlicher zu gestalten. das ergebnis lässt sich auf alle fälle sehen!
der sonntag wurde ausgenutzt, um unser garten wieder einmal auf vordermann zu bringen. auch hier ist das ergebnis zufriedenstellend, nur unser körperlicher zuständ lässt zu wünschen übrig: die hände und füsse zerstochen und von muskeln geplagt, von denen ich nicht wusste, dass sie exisierten.
dann wurde der montag mit ausschlafen verbracht und mit allem sonst nicht erledigtem. und nun nehmen wir die vier letzten tage (!) in angriff.
eine von muskelkater gekenntzeichnete woche gesellte sich einmal mehr in affentempo der vergangenheit zu. viel zu erzählen gibt es nicht, die schüler dümpeln vor sich hin und auch wir lehrer schleppen uns täglich zur schule und zählen die stunden, um wieder den nach hause weg antreten zu können.
highlight dieser woche: eine nähmaschine. meine mitbewohnerin hat mir als ein bisschen verspätetes geburtstagsgeschenk tatsächlich eine nähmaschine geschenkt. hammer, jetzt kann ich meiner kreativität freien lauf lassen. mal schauen, was sich mit diesem ding zaubern lässt. leider hatte ich bisher keine zeit, um die maschine zu testen.
da elmer die ganze woche inklusive dem wochenende an einem sportereignis in el salvador verbrachte, nahmen mich gleich die mädels von der schule unter die fittiche und so gings am freitag gleich nach der schule richtung westen den wellen entgegen. entspannung und nichtstun war unser strickte plan, den wir in playa esterillos este in den angriff nahmen. der plan wurde auch sehr strickte durchgehalten, so haben wir echt nichts anderes gemacht als geschlafen, gelesen und abends gemütlich rum getrunken. die einzige ausnahme war der sonntagmorgen, wo ich in der früh beschloss, mir die beine zu vertreten und am strand entlang joggte. keine menschenseele war zu sehen, nur ich, das meer, die sonne und die wärme. später gesellten sich dann noch die blasen meinen füssen dazu, was weniger erwünscht war.
doch so entspannend war ein wochenende schon lange nicht mehr: von freitagnachmittag bis am sonntagnachmittag nützten wir die sonnenstrahlen aus. bis auch dieser traum zu ende ging und wir wieder zurück zur zivilisation gehen mussten. doch dieses mal nicht mit der gleichen frustration wie bisher: noch neun tage bis zu den ferien :-)