25 December 2011

ach ja, weihnachten!

irgendwie war's ein bisschen viel auf einmal: letzte schultage, tschüss-sagen hier, dort und überall, ferien und obendrauf gleich elmers geburtstag und weihnachten. dies alles in einem schwall und innerhalb von weniger als sieben tage. weder körper noch kopf noch seele waren so richtig darauf vorbereitet, sodass mein körper krank, mein kopf müde und meine seele melancholisch wurde. doch mittlerweile habe ich mich aufgerafft und das durcheinander in meinem gehirn geordnet.

bis mittwoch waren wir der schule mit weiterbildungen und nachprüfungen schreiben verpflichtet. eigentlich hätte ich gerne gesehen, wie meine schüler durch die erste prüfung durchfallen, damit sie in den ferien so richtig hätten lernen müssen, doch die mehrheit hat das examen bestanden, was immerhin zeigt, dass sie in den letzten tagen einige stunden mathe üben mussten.
nur eine schülerin ist durchgefallen und dank ihr darf ich im januar nochmals in die schule gehen. doch ich geb es ohne scham zu, ich freu mich darauf. erstens möchte ich wissen, wie's mit der schülerin ausgeht und zweitens habe ich so noch einen anker, an dem ich mich richten kann, bevor auch dieser aus dem boden gerissen wird und ich richtungslos auf dem weiten meer treiben werde...

nach der schlusskonferenz packte elmer und ich gleich unser währli und steuerten richtung termales del bosque, um die ferien so richtig entspannend beginnen zu können. dort haben wir uns verwöhnen lassen und die heissen bäder genossen. allem hinzu war am donnerstag elmers geburtstag, den wir jedoch genauso nichtstuend in den heissen quellen verbrachten, bis wir auf den abend wieder ins stadtleben stürzten und mit der familie essen gingen. meinem magen gefiel dies jedoch überhaupt nicht und beklagte sich noch tage danach bei mir.
zwei tage später befand ich mich gleich wieder im hause von elmers familie, da sie mich für das essen an heiligabend eingeladen hatten. extra für mich wurden fische zubereitet, damit ich nicht das hier als delikatesse geltende schweinefleisch essen musste. diese extrawürste immer... :-)

und jetzt sind weihnachten. stünde dies nicht im kalender, würd ich's gar nicht merken: blauer himmel, pralle sonne und alles andere als eine eisige kälte - so ist der momentane zustand bei uns. hätte ich flügel würde ich trotz sonnenschein und wärme in die schweiz fliegen, die brennenden kerzen am christbaum bestaunen, ein guetzli von meinem mami essen und mit meinen eltern einen kafi trinken. zum glück gehört dieses szenarium (bis auf den baum) schon bald zur realität...

da ich bald richtung strand steuere, um dort das neue jahr einklingeln zu lassen, wünsche ich euch schon jetzt einen guten rutsch ins neue jahr, in dem wir uns lesen und schon bald sehen (!) werden.

18 December 2011

war's das schon?!

erstmals ein herzliches dankeschön an die humboldt: ihr hättet mir den abschied nicht einfacher machen können!
die ersten drei tage der woche wurde ich so mit vertretungsstunden vollgestopft, sodass ich meine letzten nerven fast verl
oren hätte. zum glück war weder direktor noch sonst irgendjemand einflussreiches neben mir gestanden, als ich laut meinen frust raus liess. sonst hätt ich wohl die restlichen tage gar nicht mehr kommen müssen ;-)

bis mittwoch war also noch alltag angesagt, erst am donnerstag konnte man nicht wirklich sagen, dass wir noch schule hatten, da der ausflug statt fand. wir gingen nach tres rios in eine "residencia" (eine eingemauerte und überwachte siedlung), wo die kinder tennis- und fussballspielen, im a...kalten wasser schwimmen oder einfach auf einem spielplatz spielen konnten. die kinder scherten sich wenig um die kälte und den regen, wir lehrer waren eher diejenigen, die sich den rückweg herbeisehnten.

am abend wurden wir von der direktion noch an die jährliche weihnachtsfeier eingeladen. natürlich wurden wir einzeln aufgerufen, mussten nach vorne gehen und unsere verabschiedungsreden schwingen. meine vorhergehende kollegin brachte von lauter schluchzen fast nichts raus, sodass ich mich doppelt zusammennahm und ich mich, auch wenn kämpfend, mit trockenem gesicht nach dem reden setzte.
als dank erhielten wir ein geschenk, dessen gebrauch ich immer noch nicht herausgefunden habe: ein baumstück, das zu einer schüssel verarbeitet wurde und kein aschenbecher sein kann, da es im sockel ein loch besitzt. weder meinen namen, noch der name der schule ist drauf, einfach nichts, sodass ich beschlossen habe, dies beim nächsten lagerfeuer einzusetzen. :-)

auch hier also keine tränen. die wollte ich mir auf den letzten schultag aufbewahren, doch wie sich herausstellte, war auch dies nicht nötig. auch wenn ich nicht hätte anwesend sein müssen, wollte ich doch meine drittklässler ein letzten mal sehen und verbrachte den ganzen morgen mit ihnen und der klassenlehrerin im zimmer. immer wieder kamen kinder und umarmten mich herzlich und sagten mit trauriger stimme, dass sie mich vermissen werden. und da bin ich mir sicher, dass auch ich diese schüler nicht so schnell vergessen werde...

ferien haben wir lehrer trotz verabschiedungen und tschüsssagen noch nicht, denn bis nächsten mittwoch müssen wir noch in eine fortbildung gehen und auf die nachschreiber aufpassen.
das wochenende war dann so entspannend wie schon lange nicht mehr. jedesmal wenn ich an die schule gedacht und überlegt habe, was ich nächste woche mit den kindern machen möchte, kam mir in den sinn, dass das vorbereiten nun endgüldig für die nächsten monate tabu sein wird. ich kann mein glück noch nicht so richtig fassen :-)

am samstag war ich mit elmer noch in heredia und habe der weihnachts-parade zugeschaut. auch wenn ich in einem schal und dickem pullover eingehüllt war, war mir kalt. ich will ja nicht wissen, wie's mir frieren wird, wenn ich wieder in der schweiz bin :-)

11 December 2011

ya casi!

durch den abgang der sechsten klasse wurde mir eine ziemlich lockere woche vergönnt. in theorie hätte ich zwölf lektionen weniger unterrichten müssen. die realität war jedoch eine andere, durch abwesenheit gewisser lehrer durfte ich dann diese vertreten, womit die anzahl der stunden schlussendlich fast gleich wie immer war. zu allem hin kam der donnerstagnachmittag, an dem wir wieder einmal mehr, zum glück nun das letzte mal, die notenkonverenzen hatten und bis spät nachmittags in der schule sitzenbleiben durften.

trotz allem hatte diese woche die musse ihren verdienten platz, sodass wir am dienstagabend bei einer lehrerkollegin den samichlaus feierten. da die deutschen den grittibänz nicht kennen, backte ich ihnen gleich eine ladung, damit sie eine kleine idee von einem unserer kulinarischen höhepunkte im jahr haben :-) und wie schnell die weg gingen! wie frische brötchen, auch wenn einige von den grittibänzen durch meine unaufmerksamkeit schwarze füsse kriegten...

am wochenende durfte ich wieder in die schule antraben, da die sechsten klassen ihre abschlussfeier feierten. mit grossem tamtam wurden ihnen die zeugnisse und titel ausgeteilt, begleitet durch die weisen worten der direktoren und klassenlehrern.
für mich war dieser anlass ziemlich demotivierend. nach drei jahren unterricht an dieser klasse, zwei jahre davon als klassenlehrerin, war der dank ein warmer händedruck und ein knappes "tschüss" der schüler... wenn es so weiter geht, dann wird mir der abgang an dieser schule überhaupt nichts mehr ausmachen.

am sonntag begleitete ich dann elmer noch zu seinem softball-finale, das sie hochaus gewannen und sich nun lokale meister nennen können.
und nun noch sage und schreibe eine woche schule! auf gehts, so motiviert war ich wohl noch nie ;-)

04 December 2011

time to say goodbye

verrückter hätte die woche wohl nicht sein können. zwischen schulischen- und privaten anlässen hin und her gerannt, kam ich kaum zum atmen, weshalb die woche rasant vorbeiraste.

montags hatten die schüler frei und wir lehrer haben uns zu dem sogenannten pädagogischen tag versammelt. die idee dieses tages war, unser teamgeist zu stärken, was sich meiner meinung nach jedoch eher als einen schuss nach hinten herausstellte. kein wunder, meines erachtens sind solche forcierte aktionen meist für die katz. so war zum beispiel der daraufhin folgende anlass, das deutsche essen, eine weitaus natürlichere und effizientere art und weise,
um unsere lehrerschaft näher zueinander zu bringen.
das thema dieses essens, war, nebst all den deutschen spezialitäten, "wetten dass...". erstmals wurde ich angefragt, ob ich die spanische übersetzung übernehmen könnte, was ich natürlich gerne übernahm. hätte ich gewusst, dass diese frage dazu führt, dass ich schlussendlich als michelle hunziker neben "thomas gottschalk" vor den kollegen stehen musste, hätte ich mir die antwort wohl ein bisschen länger überlegt... doch schliesslich entpuppte sich der nachmittag zu einer unterhaltsamen zeit mit leckeren kulinarischen höhepunkten (wie zum beispiel das schweizer raclette mit echtem schweizer öfeli).

die darauf folgenden tage war schule wie üblich angesagt. nur am donnerstag durfte ich aufgrund des notenkonvenz der 6. klassen länger in der schule bleiben, wo ich ernüchternd feststellen musste, dass das examenschreiben für mich doch noch kein ende hat, da bei mir vier schüler in mathe nachschreiben müssen... doch was soll's, der reine fakt, dass die sechstklässler ab nächster woche nicht mehr präsent sein werden und ich zwölf stunden weniger unterrichten muss, stimmt mich fröhlich.
demnach auch schon die vergangene woche das erste "tschüss" für die 6. klässler, die ich nächsten samstag zur graduacion das letzte mal sehen werde.

am freitag dann der tag, wo ich endlich die nummer für meinen 2. halbmarathon abholen konnte. chaotischer hätte es nicht sein können: laut plan wollten sie um 12 uhr mit der austeilung beginnen. bis ein uhr war jedoch tote hose. dann, anstatt alles schön nach den nummern und den distanzen der strecken zu organisieren, wurden alle anwesenden auf einem haufen versammelt, wo die nummern im durcheinander verteilt wurden. zwei stunden später hatte ich dann endlich meine 1481.
am sonntag dann schliesslich der grosse tag. auch hier hat die organisation ihr verbesserungsbedarf, denn der lauf ging erst am nachmittag um eins, bei praller sonne, los. glücklicherweise war die wasserzufuhr echt gut organisiert, sodass ich stets was zu trinken hatte. aber eben, die sonne war trotzdem das problem, plus die topografie der strecke, die mich rund 10 minuten länger laufen liess. trotz allem, ich bin stolz, 1:55 war mein ziel, 1:55 hab ich gebraucht ;-)
und jetzt ist ausspannen und nichtsmachen angesagt!

27 November 2011

was ein brief alles auslösen kann...

schulisch gesehen war die woche eher ernüchternd: meine sechste klasse musste in mathe, wie in allen anderen fächern auch, die schlussprüfung schreiben. schon vor wochen hatte ich mich mit meinen kollegen getroffen und das examen zusammengestellt.
während dem lösen am montagmorgen stellten wir bereits fest, dass wir die schüler überforderten, da manch
e von ihnen auch nach 80 minuten immer noch nicht fertig waren. beim korrigieren dann das definitive zeichen, dass meine schüler überrumpelt wurden: mehr als die hälfte hatte eine ungenügende note. durch aufmotzen der prüfung konnte ich diese nummer von roten noten wenigstens auf fünf minimieren. was das ernüchternde dabei ist, ist der fakt, dass meine parallellehrer ein weitaus besseres resultat erreicht haben. da begann schliesslich mein komplex und der gedanke, dass ich versagt habe breitete sich immer mehr in meinem kopf aus. auch wenn mich meine lieben kollegen versucht haben, aufzupäppeln, weiss ich immer noch nicht so recht, was ich denken soll: habe ich die schüler schlecht vorbereitet oder ist es einfach eine schwache klasse?

egal, das wochenende konnte mir dann wenigstens über diesen komplex hinweghelfen.
dies aufgrund einer hochzeit, auf der ich eingeladen wurde.
doch da gehört eine vorgeschichte dazu:
da ich beschlossen habe, im februar nach mexiko zu gehen, bevor ich definitiv in die schweiz zurückkehre, kam meine oma auf eine super idee. ihr cousin, ernesto, wohnt in mexiko, deshalb liess sie mir die adresse zukommen, damit ich mit ihm in kontak treten konnte. ohne email-adresse musste ich auf das "altmodische" kommunikationsmittel, den brief, zurückgreifen und schrieb meinem grossonkel, oder wie man das auch immer nennen möchte. mit dem gedanken, "mal schauen, was passiert" schickte ich ihn ohne grössere hoffnungen ab. zwei wochen später war eine mail in meinem kasten: eine gewisse adriana, costaricanerin, hat mich angeschrieben, dass sie von meinem brief erfahren hätte. es kam raus, dass adriana die nichte von omas cousin war. und wie's der zufall so wollte, heiratete sie an diesem wochenende und hat mich, weil ich ja schliesslich zur familie gehöre, spontan zu ihrer hochzeit eingeladen, zu der, wie's der zufall nochmals wollte, auch der cousin ernesto aus mexiko kam, um dabei zu sein.

das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen! so ging ich am samstag zur zeremonie in der kirche und kam mir vorerst ziemlich dämlich vor, weil ich ja niemand kannte... auch nach der kirchlichen trauung stand ich irgendwie hilflos zwischen all den leuten. plötzlich kam jedoch eine frau auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich "die vom brief" sei. nach meiner zustimmung nahm sie mich gleich unter ihre fittiche, schob mich fast in den bus und nahm mich mit an die feier, die an einem anderen ort stattfand. auf der fahrt kriegte ich schliesslich mit, dass diese frau eine tochter von ernestos bruder ist (könnt ihr noch folgen? für mich war es schon ziemlich schwierig, es zu verstehen...). am fest lernte ich etliche cousinen, tanten, onkeln, weiss ich welchen grades, kennen. schliesslich verbrachte ich den ganzen abend mit ernesto junior (siehe bild), der sohn von brunilde, der überraschenderweise perfekt deutsch sprach. er versuchte mir dann während der ganzen zeit zu erklären, wer jetzt wer ist. es kamen so viele leute auf mich zu und wurden mir präsentiert, dass ich am ende nicht mehr wusste, wo mir der kopf steht. in den nächsten tagen muss ich mich mal hinsetzen und einen familienbaum aufzeichnen... :-)

verblüfft hat mich dann der moment, als jemand von mir wissen wollte, ob ich denn barbara aus der schweiz kenne, auch eine verwandte von meiner oma. ich habe noch nie was von dieser frau gehört (zumindest kann ich mich nicht an sie erinnern) und fühlte mich ein bisschen bekloppt. wie kann es sein, dass mexikaner verwandte der schweiz kennen, die eigentlich so nah von mir wohnten und ich keinen blassen schimmer von deren existenz habe?

bisher habe ich immer gedacht, dass unsere familie eher klein ist. keine verwandten im ausland, wie langweilig. gestern wurde ich eines anderen belehrt! es ist echt ein schönes gefühl zu wissen, dass ich auch auf dieser seite der erdkugel verwandte habe! breitwillig boten mir etliche ihr zu hause an und wollen mir ihr mexiko zeigen, sodass ich nun total motiviert bin und mich wie ein kleines kind auf den kommenden februar freue!

20 November 2011

heftige winde und lautlose stille

was für eine woche!
währenddem die erste hälfte ruhig und gewohnt verlief, so hatte es der zweite teil um so mehr in sich. am donnerstag war für mich nach den ersten zwei lektionen schluss, da ich um halb elf an mein mündliches spanischexamen antraben musste. auf dem weg verfluchte ich mich selbst und fragte mich, warum ich mir diesen stress überhaupt antue... zwanzig minuten
vor dem gespräch durfte ich zwischen zwei texten über "klimawandel" und "jugend in der politik" auswählen. da mir beide themen ziemlich gegen den strich gingen, entschied ich mich für die politik. was ich jedoch sekunden nach der entscheidung gleich bereute, denn was hab ich schon mit politik am hut?! schlussendlich stellte es sich um eine gute entscheidung heraus und die 20 minuten prüfungszeit verliefen schnell. rückblickend war es auch mehr ein lockeres gespräch mit der expertin, in dem wir sogar diverse male über gewissen kommentare lachen konnten.

der weitaus weniger lockere teil kam dann am freitag, die schriftliche prüfung. nach 90 minuten ununterbrochenem lesen und fragen beantworten, rauchte mir bereits den kopf und die konzentration schien nur noch bruchweise vorhanden zu sein. ohne pause ging es dann jedoch schleggelawegge weiter mit 50 minuten audio, wo wir zuhören und wieder fragen zu den konversationen beantworten mussten. während dieser zeit hatte ich phasen, in denen meine gedanken wegflogen und ich mich selbst wachrütteln musste...
nach diesem hören wurde uns dann wenigstens eine kleine pause vergönnt, bis es mit schreiben weiter ging. 80 minuten hatten wir zur verfügung, um zwei texte über ein gewisses thema zu verfassen. auch hier - der kopf kurz vor der explosion und die hand mit krämpfen geplagt - war die zeit knapp und liess uns keine sekunde, um nur einmal über ein wort nachzudenken oder eines anzuzweifeln.

nun wird unsere geduld auf die probe gestellt, denn wir müssen ganze 10 wochen warten, bis wir das resultat erhalten. im nachhinein bin ich froh, dass ich die persönliche herausforderung angenommen und das examen absolviert habe.

nach dieser mentalen anstrengung beschlossen nicole, anna und ich, uns eine kleine auszeit zu gönnen, sodass wir am samstagmorgen unser wärli packten und einen tagesausflug zum strand, nach herradura unternahmen. schlafen und uns sonnen war unsere aktivität dieses tages, bis die wolken aufzogen und uns am nachmittag der regen wegscheuchte.
doch zu hause ging es gleichermassen weiter mit viel schlafen, der sonne geniessen und die schule ignorieren.

13 November 2011

schritt für schritt

die schule war diese woche so unspektakulär, sodass ich gleich zum weitaus spannenderen wochenende springe:
11 personen und ich haben uns entschieden, die strecke von san josé
nach puntarenas zu fuss zu gehen. nicht, dass ihr denkt, dass dies unser hirngespinst war, denn das ganze war offiziell ein wettlauf, an dem über 200 teams mitmachten. wir bildeten das "humoldt club" team, zusammengewürfelt von lehrern, eltern und wärtern der schule. rund zwei wochen vor dem stattfinden, trafen wir uns und organisierten alles: von kleinbus, über motorrad bis hin zur verpflegung. schliesslich war diese herausforderung kein katzensprung - die gesamthaft 112 kilometern wollten wir in weniger als 11 stunden hinter uns bringen.

am freitag, nach meinen letzten (!) spanisch nachhilfestunden, legte ich mich gleich ins bett, um wenigstens ein paar stunden schlafen zu können, bevor es los ging. doch vor lauter emotionen konnte ich natürlich kein auge zu tun, sodass ich um zehn uhr in der nacht, ohne schlaf, mit den teammitglieder auf dem humboldt-parkplatz auf den bus wartete.
um halb elf ging es los, richtung start, mitten in san josé. um zwölf folgte dann der startschuss und das laufen begann. wieder versuchte ich vergebens, wenigstens ein paar minuten schlaf zu finden. vor aufregung und adrenalin brachte ich es nicht weiter als vor mich hin zu dösen.
die stimmung war super im bus, wir feuerten uns an und motivierten uns, bis unsere kehlen nichts mehr von sich gaben.
um halb fünf uhr morgens, war ich schon fast an der reihe und stieg auf das motorrad, das mich zu meinem startpunkt brachte. rund eine halbe stunde später kam auch schon elmer, der mir die staffette übergab. und dann ging es los. besser hätte es nicht sein können: das sonnenlicht wurde von schritt zu schritt intensiver, die sicht auf das meer liess ich nie aus meinem blickfeld und der fakt, dass alles bergab ging, brachte mich zur bestleistung. abwärts hatte ich einen 4-er schnitt auf den kilometer, was ich noch nie hin brachte. hinter mir immer die zwei radfahrer, die uns auf dem ganzen weg begleiteten. auf dem letzten kilometer musste ich jedoch auf die zähne beissen: pure steigung, was mich ziemlich ans limit brachte. doch auch diese brachte ich erfolgreich, auch wenn ein bisschen langsamer, hinter mich und konnte den schlussspurt ansetzen, um die staffette einer kollegin weiter zu geben.

die aufregung war vorbei, doch das adrenalin hielt mich weiterhin wach... zum schlafen war auch gar keine zeit. um neun mussten wir nämlich alle aus dem bus steigen, da die letzten 800 meter mit der kompletten mannschaft gerannt werden mussten.
von wegen 800 meter! schlussendlich, unter der brennenden und stechenden sonne, liefen wir weitere 2.5 kilometer, bis wir endlich, nach 9 stunden und 20 minuten, im ziel ankamen.
was für ein stolz! umarmungen, glückwünsche und erleichterung, alles zur gleichen zeit.

nach einem kräftenden frühstück wurde schon der nach hause weg angenommen, dieses mal jedoch im bus und nicht mehr auf unseren erschöpften füssen. und endlich, endlich, konnte ich den nötigen schlaf nachholen. zu hause angekommen ging es dann auch gleich so weiter: schlafen, essen und bis sonntagmorgen durchpennen.

heut morgen dann das rausschälen aus dem bett. ich kam echt fast nicht raus. nicht etwa, weil ich noch müde war, sondern aufgrund meines muskelkaters. noch nie fühlte ich jeden einzelnen muskel so intensiv wie jetzt. selbst beim lachen tun mir die muskeln weh! für dieses einmaliges erlebnis hat es sich jedoch gelohnt!

06 November 2011

paradoxien

währenddem wir in den läden mit weihnachtsliedern berieselt werden, brutzelt draussen in voller stärke die sonne und lässt sich von keiner wolke vertreiben. paradoxerweise scheint es sommer zu werden. ich werd mich wohl nie daran gewöhnen, dass an weihnachten die schokolade schmelzt und man für das backen der kekse den ofen nicht benötigt, da diese arbeit gleich die sonne übernimmt. wir verabschieden uns also von unserer käse-gleichenden haut und heissen die schöne bräune willkommen. zudem werden die dicken pullover durch die bikinis ersetzt, denn nun ist der sommer angesagt!

bis wir jedoch dieses wetter in vollen zügen geniessen können, müssen noch weitere sechs wochen geackert werden. vergehen diese jedoch so schnell wie letzte woche, hab ich keine bedenken. ein grund dieser geschwindigkeit verdankte ich dem fakt, dass ich den letzten dienstag bis auf zwei lektionen frei hatte. da meine parallellehrerin mit meinen kindern einen ausflug machte, konnte ich mich die ersten vier lektionen mehrmals im bett umdrehen. entspannt war ich dabei jedoch ehrlich gesagt nicht, denn immer wieder hatte ich das gefühl, dass bald das telefon klingeln wird, da ich eine vertretungsstunde halten sollte. doch das telefon blieb glücklicherweise stumm.

bis auf dieses highlight verlief die woche, sowie das wochenende sehr ruhig und entspannt. nebst dem geniessen der sonne, arbeitete ich im garten, bis die hände mit blasen überhäuft waren. es hat sich jedoch gelohnt, manchita, unsere katze, müssen wir jetzt zumindest nicht mehr zwischen den langen grashalmen suchen gehen. :-)

30 October 2011

alltagstrott

langsam aber sicher geht's dem ende zu. auch wenn noch ganze sieben wochen übrig bleiben, bis der ersehnte und definitive feierabend vor der tür steht, wird schon von weihnachtsanlässen gesprochen, die bald stattfinden werden. den sechstklässlern kann ich in fünf wochen schon tschüss sagen, da diese ihre abschlussexamen früher schreiben werden und aufgrund dessen auch früher ferien haben. so beschäftigte ich mich vergangene woche mit der zusammenstellung von übungsmaterial, die dann (hoffentlich) auch von den schülern gelöst werden. wenn nicht, so ist es nicht mehr mein problem, die möglichkeit zum üben hab ich ihnen dann wenigstens offeriert.

auch dieses mal war uns am samstag das gemütliche wochenende mit dem langen schlafen nicht vergönnt, da nicoles und meine drittklässler die erstkommunion feierten. schon vor wochen wurde wir mit einer netten karte zu diesem anlass eingeladen, was wir natürlich nicht verpassen durften. schlussendlich, nebst dem frühen aufstehen natürlich, war es auch ein schönes erlebnis: die mädchen in ihrem schönen weissen kleidchen und dazu die eleganten jungs in ihren anzügen. das ganze glich einer hochzeit in miniaturform.
nach der messe in der kirche ging es für einen umtrunk in die schule, wo uns unsere kleinen mit kitschigen krimskrams zum andenken ihres grossen tages eindeckten. nach etlichen fotos und nettem lächeln verdrückten wir uns wieder und holten unseren verdienten schlaf und ruhe nach.

23 October 2011

wie die grossen

wieder das gleiche alltägliche spiel: plätschern am morgen, tröpfeln am mittag und schiff am abend. erst am donnerstagmorgen wurde die existenz der sonne bestätigt, auch wenn nur für ein paar minuten.

doch was soll's, von dem schönen wetter hätten wir diese woche sowieso nicht besonders viel profitieren können, da wir mehr als die hälfte davon in der schule absitzen mussten. am dienstag wurden in den notenkonferenzen die problematischen kindern durchgekaut und analysiert, welche eltern für den elternnachmittag tags darauf eingeladen werden mussten. um halb sechs waren alle meine gruppen durch. mittwochs dann der bekannte vier stündige eltern-marathon, an dem wie gewohnt alle zehn minuten andere eltern kamen und wissen wollten, wie's um ihr kind steht. nicht wie in anderen jahren, ging ich ziemlich entspannt an die ganze sache ran, vielleicht aus dem grund, dass ich weiss, bald weg zu sein? problematische gespräche gab es glücklicherweise keine, insgesamt kamen auch eher wenige eltern. kein wunder bei diesem wetter, da wär auch ich lieber zu hause im bett geblieben...

trotz muskelkater ging mein trainingsplan nach dem halbmarathon hart weiter, da am samstag schon wieder ein rennen stattfand. dieses wurde von der schule humboldt organisiert, sodass man ja fast mitmachen musste. mein kopf war auch durchaus dazu bereit, doch meine beine wollten noch nicht so recht. trotz allem erreicht ich das ziel wieder einmal schneller als gewollt und kam, meiner nummer 4 gerecht werdend, auch als 4. frau im ziel an.
doch nicht nur gross, sondern auch klein lief so schnell sie konnten. das weitaust süsseste spektakel war das rennen der vier bis sechs jährigen: einige kleine staunten beim laufen über die menge der leute, die ihnen beifall schenkte, vergassen dabei das rennen ganz und blieben verwundert stehen. andere weinten und verfluchten ihre eltern, die sie zum mitmachen gezwungen haben. und zur dritten kategorie gehörten die kinder, die wie ein pfeil vom einen ende zum anderen rannten, weil es ihnen papi zu hause so beigebracht hatte.:-)

und nun wird der sonntag wieder einmal zum nichts machen ausgenützt, was meinem körper bestimmt gleich recht kommt.

17 October 2011

wenn sich das schwitzen auszahlt

sechs uhr morgens, der wecker klingelt, die pflicht ruft und der regen plätschert. zwölf uhr, unterricht in der schule mit konstanter begeitung des herunterfallenden wassers. neun uhr abends, die augen fallen automatisch zu, der tatendrang ist gestillt und, wie soll es auch anders sein, die tropfen fallen ununterborchen vom himmel nieder.
und das
soll costa rica sein? am ersten tagen hatte ich das gefühl, dass es sich nur um ein traum handle und ich mich nicht mehr in costa rica, sondern in der schweiz während den trübsten herbsttagen befinde. doch die anhaltende situation liess mir keine wahl und ich musste mich mit der trüben realität auseinander setzen.

die weitaus nässeste erfahrung sammelte ich am mittwoch, als ich im schiff in die spanisch-stunde fuhr. da diese von vier bis sechs dauerte, wollte ich nicht riskieren, mit einem bus irgendwo im stau stecken zu bleiben und zwei stunden später zu hause zu sein. so entschied ich mich für das nass-werden, meines erachtens das kleinere übel. beim hinweg, mit tüten beschützte schuhe und zwei regenschütze, wurde ich natürlich nass. der erste regenschutz liess schon nach fünf minuten das wasser durch, sodass mir der zweite regenschutz nicht zu viel trockenheit, aber doch immerhin zu noch weniger nässe verhalf. während den zwei stunden konnte ich mich dann wenigstens ein bisschen aufwärmen und trocknen. doch die heimfahrt machte all dies zunichte und so kam ich bis auf die unterhosen nass zu hause an. ich schwörte mir, so bald wie möglich eine richtige regenausrüstung zuzulegen. und bis dahin werd ich wohl mit dem bikini vorliebe nehmen.

trotz trüber stimmung, die sich mit der zeit von aussen in mein inneres kroch, ging die woche schnell vorbei. die meiste zeit wurde diese in einer dicken decke und mit klammen fingern verbracht, die verzweifelt nach der suche der wärme die teetasse umklammerten.

am sonntag dann der grosse tag, auf den ich über ein halbes jahr vier mal wöchentlich geschwitzt habe: mein erster halbmarathon. um 6:30 war der startschuss. ich fühlte mich unvorbereiteter und zwischen all den selbstsicheren läufern unerfahrener denn je. doch liess ich mich nicht einschüchtern und lief stets meinen rhythmus.
elmer verfolgte mich treu mit dem auto, spornte mich an und liess mir powerade zukommen, was bitter nötig war. als ich dann noch eine lehrerkollegin entdeckte, die mich mit einer schweizer kuhglocke animierte, konnte ich vor lachen fast nicht mehr weiterlaufen. alle kilometer hörte ich erneut die motivierenden zurufe, konnte elmers schweizer-tshirt in der menge vernehmen und hörte die unüberhörbare glocke. so vergingen die 21 kilometer schneller, als ich dachte!
die strecke war bis kilometer elf ziemlich happig, vor allem die letzten zwei davon, die einfach pure steigung waren. danach, als preis für die anstrengung, ging es die restlichen zehn kilometer bergab.
im ziel der erste blick auf die uhr: 1 stunde 45 minuten und 33 sekunden. mein ziel vor einem halben jahr bestand darin, eine zeit unter zwei stunden zu laufen. ich glaube, dies wurde erreicht und mein morgendliches aufstehen und schwitzen zahlten sich aus ;-)

und nun lagere ich die füsse hoch, geniesse den muskelkater, sowie den uns dank kolumbus vergönnte freie montag und freue mich weiter über das stolze gefühl, 21 kilometer am stück gelaufen zu sein.

09 October 2011

lust auf mehr/meer

kaum hat man sich an die ferien gewöhnt, wird man aus dem gemütlichen rhythmus gerissen und es geht schon wieder mit dem arbeitsalltag los. eine woche ist einfach zu wenig. der verzweifelte versuch, die "to do"- liste zu minimieren scheitert und man muss noch verzweifelter feststellen, dass sie sogar an länge dazugewonnen hat. dafür wurden für ein paar tage die beine hoch gelagert und das lange schlafen ausgenutzt.

aufgrund meiner spanischklassen und dem deutschkurs von elmer, konnten wir erst am mittwoch richtung strand fahren. die richtung war uns klar, doch das genaue ziel haben wir bei abfahrt noch nicht definiert, was uns weiter nicht störte, da wir in der humboldt landesweit die einzige schule mit herbstferien sind. am pazifik, in jacó angekommen, hatten wir das autofahren satt, sodass sich diese destination gleich in unser aufenthaltsort mutierte. die drei folgenden tage verbrachten wir dann am strand an der sonne, bis es jeweils am späten nachmittag zu regnen begann und wir uns gezwungenermassen zurückziehen mussten.


am freitag nahmen wir bereits wieder unsere rückfahrt in den angriff. wir wollten das wochenende in san josé verbringen, da noch ein geburtstagsfest von elmers freunden geplant war. das geburtstagsfest entwicklete sich jedoch ziemlich schnell in ein verlobungsfest und das paar kündete uns ihre hochzeit im nächsten jahr an. mich freute, als ich feststellen konnte, dass die hochzeit noch vor meiner rückkehr stattfinden wird. was mich weniger freut ist der fakt, dass ich wieder hinter einem neuen kleid herrennen muss... da wünschte ich mir manchmal, mann zu sein: neue gravatte und voilá, neuer look.

der letzte ferientag hat dann alle bisherigen feriengefühle zunichte getrampelt: den ganzen tag konnte ich vor lauter verstopfung in meiner nase nichts riechen, ass nichts anderes als suppe und seuchte nur vor mich hin. zu allem hin kam noch dazu, dass das internet für den ganzen tag ausser haus blieb. toll, die ferien so abzuschliessen!

02 October 2011

spannende entspannung

nun ist es endlich geschafft, wir haben unsere wohlverdienten ferien erreicht. und weil ferien bekanntlich eine schulfreie zone ist, möchte ich dieses mal auch gar keine weiteren worte über die schule verlieren. glücklicherweise gab es in der vergangenen woche genug ablenkung und ereignisse nebst der arbeit:

am montag ging ich endlich, nach über einem halben jahr vernachlässigung, zum friseur haare schneiden. schnell wurde geklärt, wie ich die haare geschnitten haben möchte und ebenso schnell war auch alles erledigt. nachdem er mir alle haare nach oben bürstete, ein einziges mal schnitt und dann vielle
icht noch eine minute mit den haaren unten alles ebnete, hätte ich das lachen fast nicht verkneifen können. das nächste mal drück ich meiner kollegin eine schere in die hände, die macht das bestimmt ebenso gut wie dieser, aus mir unbekannten gründen, ernannte "friseur". unglaublich, was man in diesem land teilweise erlebt.

der freitag stand schnell vor der tür, doch auch dieses mal musste ich noch, so hart wie es war, ins spanisch gehen. da momentan regenzeit herrscht, ist dies immer ein risiko und ich weiss nie, ob ich noch im trockenen mit meinem fahrrad ankommen werde oder nicht. dieses mal hatte ich bei der hinfahrt zwar keine probleme, doch auf der rückfahrt wurde ich bis fast auf die unterwäsche nass. ich muss mich jetzt echt mal um regenhosen und einem wasserdichten regenmantel kümmern...
am abend ging es dann gleich auf die geburtstagsfeier einer lehrerkollegin. gemütlich wurden so auf die ferien angestossen.

am wochenende war dann entspannung auf der liste, weshalb ich den ganzen samstag, nach dem traditionellen joggen und markt-gang, in der sonne verbrachte. bis es eben, wie soll's auch anders sein, zu schiffen anfing am nachmittag. der tag wurde dann am abend mit einem gemütlichen gang ins kino abgerundent.
am sonntag begleitete ich dann elmer das erste mal an ein softball-spiel. auf grund der vorstellung, dass ich dann sicher die zwei stunden eher gelangweilt am boden sitzend verbringen werde, war ich nicht wirklich motiviert. doch schon nach ein paar minuten stellte ich mich auf die beine, weil's total spannend wurde. hätte nie gedacht, dass in diesem spiel so viel logik steckt, ganz anders als im fussball, wo alle wie idioten einem ball hinterher rennen (so sieht's für mich jedenfalls aus). da lernte ich sogar noch beim schauen was dazu!

und nun beginnen morgen offiziell unsere ferien. unser ferienplan steht jedoch nach wie vor nicht auf den beinen, doch bestimmt werden wir bald richtung strand losfahren, welcher es sein wird, steht noch in den sternen.

25 September 2011

alltagssuppe

die woche fing gut an: schon der dienstagnachmittag, eigentlich einer meiner heiligen freien nachmittage, wurde mit einem elterngespräch verbaut. natürlich ist ein solches gespräch nichts aussergewöhnliches, doch mit diesen eingeladenen eltern wurde es zu einem ziemlich abnormalen ereignis.
drei lehrkräfte und ich mit den zwei geschiedenen eltern verbrachten über eineinhalb stunden diskutierend in einem raum. mit der zeit wusste ich nicht mehr, ob es sich nun über ein elterngespräch oder eine paartherapie handelte. jedes elternteil versuchte auf subtile art und weise mit fiesen und verletzenden kommentaren uns verstehen zu lassen, dass das andere elternteil zu nichts
taugt.
so was möchte ich nicht wieder erleben und frage mich, was wir schlussendlich erreicht haben. keiner der beiden wollte nämlich einen fehler eingestehen oder anstalten machen, ihr verhalten zu gunsten des kindes zu ändern.
das kind in meiner klasse raubt mir teilweise echt den letzten nerv. doch wenn ich dann sehe, welche eltern dahinter stecken, dann seh ich auch der grund seines verhaltens. schliesslich geht es so weit, dass ich mit dem kind verbarmen habe.

danach verlief die woche wieder ruhiger und unspektakulärer weiter. bis der ersehnte freitag vor der türe stand. doch auch dieses mal war uns das wochenende nicht vergönnt: einerseits wegen meiner spanischnachhilfe und andererseits wegen des am abend bevorstehenden oktoberfestes.
wie schon die jahre zuvor mussten wir auch dieses mal an das fest antraben und eine stunde arbeiten, indem wir bier (natürlich costaricanisch) ausschenken, würste (natürlich deutsche) oder kuchen verkaufen oder die leute an der kasse in empfang nehmen mussten.
elmer war vor wochen beim eintragen unserer namen in einer liste der schnellste, sodass wir eine schicht von neun bis zehn beim bierausschenken ergatterten. zu dieser zeit war noch nicht zu viel los, aber man musste sich auch nicht die beine in den bauch stehen und sich langweilen, weil niemand was bestellte.
schlussendlich lief unsere schicht auf "ein bier für dich, eines für mich" aus, sodass es trotz allen obligationen echt lustig wurde.

ansonsten war am wochenende nur joggen, ausruhen, spanischlernen, abschlussexamen schreiben und schlafen auf der to do-liste. und jetzt bin ich für die letzte woche vor ferien bereit und freu mich schon heute auf den moment, wenn ich am morgen erwache und mich ruhig und sorgenlos nochmals umdrehen und weiterschlafen kann.

18 September 2011

insel im alltag

die schulwoche kam kaum ins rollen, denn schon am mittwoch war mit der schule wieder vorbei. all dies dank den costaricanern, die dieses jahr ihre 190 jährige unabhängigkeit feierte und uns somit ein langes wochenende bescherten. so ist es auch übertrieben, wenn ich schreibe, dass wir montag bis mittwoch schule hatten. täglich fielen nämlich mehrere lektionen aufgrund von feierlichkeiten aus. so wurde am dienstag zum beispiel typisches essen von den schüler und schülerinnen verkauft und am mittwoch wurden wir lehrer noch von den einheimischen kollegen kulinarisch verwöhnt.

schnell suchte elmer und ich jedoch das weite und kaum war die pflichtzeit am mittwoch abgesessen, machten wir uns auf den weg in die karibik. nach langer zeit endlich wieder einmal!
die langwierige fahrt nach cahuita zehrte an unseren nerven, doch als wir tags darauf mit blauem himmel und meeresgeräusch erwachten, waren diese fünf stunden monoton fahren in vergessenheit geraten.
den ersten tag verschliefen wir jedoch fast, bis mittags chrösten wir so dahin und als wir in die sonne gehen wollte, war diese leider schon wieder weg. glücklicherweise blieb der sonst tägliche regen fern und so konnten wir, auch wenn mit bewölktem himmel, das badewannenwarme wasser für den rest des tages geniessen. am freitag machten wir's geschickter, standen früh auf, schlürften zum strand und schliefen weiter.
vergebens such ich die worte, die das wohlige gefühl beschreiben, das man fühlt, wenn man im halbschlaf am strand von der wärme wachgekitzelt wird, sich bewusst wird, wo man ist und sich unbekümmert und glücklich umdreht um weiter zu schlafen... ihr könnt's euch ja vorstellen :-)

am samstag half das noch frühere aufstehen leider nichts, da uns schon frühmorgens der regen heim suchte. so packten wir unser wärli und sagten schweren herzens tschüss. die pflicht in san josé rief uns zurück. doch nicht für lange zeit - in zwei wochen stehen bereits die herbstferien bevor ;-)

11 September 2011

gewichtige sekunden

diese woche hielt mich ziemlich auf trab: gäste gingen bei uns zu hause ein und aus, in der schule folgt aufgrund des costaricanischen nationalfeiertages eine aktivität nach der anderen und zu hause muss selbst ich mich neuerdings hinter die bücher klemmen. sodass die tage wie weiche butter dahinschmelzen und ich bald weihnachtsgeschenke einkaufen gehen werde, wenn das mit so einem rasenden tempo weitergeht.

am dienstag landete rea, eine gymi-kollegin, hier in costa rica. da sie für eine nacht in san josé eine unterkunft brauchte, bot ich ihr spontan unser haus an. nach fast zehn jahren (wir werden alt!) nicht sehen, war's lustig uns über die alten zeiten zu unterhalten. nun bin ich wieder auf dem laufenden und war über manche geschichten erstaunt. am nächsten morgen ging's bei ihr gleich weiter richtung pazifik zum surfen, währenddem ich aufstehen und in die schule gehen durfte :-/
am gleichen abend kam unser ex-schulkollege, der das colegio humboldt im letzten jahr vorzeitig verlassen musste, wieder zu uns nach hause. während drei wochen war er nun wieder in seiner zweiten heimat und immer wieder nistete er sich für ein paar nächte bei uns ein. doch am donnerstag war auch für ihn das definitive packen angesagt und nicole und ich hatten endlich unser haus wieder für uns ;-)

der freitag wurde in der schule und ganz costa rica den kindern gewidmet, schliesslich war es ihr tag, der gebürtig gefeiert werden musste. nebst einem theater konnten die schüler traditionelle costaricanische spiele ausprobieren, wobei der eine und andere motzte und sagte, dass es keinen spass mache. tragik pur, es scheint, dass wenn diese kinder keinen bildschirm vor der nase haben und sich ein bisschen anstrengen müssten, gleich streiken.
mein posten war beim seilspringen, was die costaricaner "la suiza" nennen. "la suiza" heisst gleichzeitig auch "die schweiz". ich war also am perfekten ort und schwang mit meiner schweizer chefin für eine stunde das seil, sodass am tag danach der muskelkater vorprogrammiert war.

leider war für mich freitags um zwölf noch nicht das ersehnte wochenende eingekehrt. ich durfte nämlich noch am nachmittag in die schule. neuerdings nehme ich wieder spanisch-stunde, damit ich die kommende prüfung im november bestehe. zuversichtlich bin ich jedoch nicht, nach gut drei stunden musste ich feststellen, dass mir trotz den jetzt schon fast vier jahren noch einiges fehlt. aber dazu hab ich ja jetzt gut zwei monate zeit, um die löcher noch zu stopfen.

das wochenende war also verdient, doch die verdiente ruhe gönnte ich meinem körper nicht. am sonntag stand der lauf carrera bursatil auf meinem trainingsplan. laut werbung sollte dieser lauf so ziemlich geradeaus gehen, doch kurz vor beginn wurde uns noch mitgeteilt, dass die route geändert wurde. so wurde aus dem geradeaus wieder einmal mehr eine hügelige strecke, doch nichts zu vergleichen mit dem vergangenen mal. mein ziel, unter 50 minuten zu sein, erreichte ich um 20 sekunden nicht. und genau diese verblödeten 20 sekunden stressen mich jetzt :-)
trotzdem, ich gönne mir jetzt die ruhe, mach nichts mehr und freue mich auf die letzten zweieinhalb wochen vor den ferien.

04 September 2011

zurück zur normalität

diesen blogeintrag widme ich meinem tapferen grossen zeh am linken fuss. der hatte diese vergangene woche nämlich einiges erlebt und durchstehen müssen.
trotz etlichen kamillen- und salzbäder schien die entzündung mitte woche immer noch nicht besser zu werden. donnerstags hielt ich's dann nicht mehr aus, der zeh war nach wie vor geschwollen, knallrot und zu allem hin gesellte sich unterirdischer eiter hinzu. so ging ich endlich zur apotheke und fragte verzweifelt nach, was ich denn noch machen könnte. diese nahm mich sogleich mit ins kämmerchen, sprach mir gut zu und fügte beim auspacken einer nadel nebenbei hinzu, dass ich nun tapfer sein müsse. nach gut fünf minuten war alles vorbei, die details lass ich hier lieber weg, damit ich euch für diesen tag den appetit nicht verderbe ;-) nach dieser schmerzfreien (!) aktion ging's mit meinem zeh endlich nur noch aufwärts.
doch trotz allen drohungen und hinweisen der apothekerin (pass nur auf, dass sich jetzt keinen pilz bildet, nimm antibiotikum und geh mindestens drei tage nicht laufen) stand ich am freitag schon im training und forderte meinen zeh heraus. doch alles verlief gut, nach dem laufen schmerzten nur, wie gewohnt, meine beine und der zeh war quietschvergnügt in meinem neuen, nun leider dreckigen, schuhen. es hat sich jedoch gelohnt und waschen kann ich meine rennschuhe ja immer wieder ;-)

so viel zur story von meinem zeh, der nun wieder in normalgrösse und auch wenn noch ein bisschen gerötet in meinen schuhen liegt.
viel mehr, zumindest schultechnisches, liegt nicht vor. es war eine unspektakuläre woche mit zwei nachmittagen, die wir wieder unnötig in der schule verbrachten.

am wochenende, nach langer pause, stand wieder einmal eine hochzeit auf dem programm. das gleiche wie gewohnt: kirche und danach die grosse feier in einem saal. 270 leute waren eingeladen, darunter familie, freunde und verwandte dritten und vierten grades. es war eine unglaubliche organisiation, bei der alles bis ins detail, schon fast zu perfekt, geplant war.
das highlight des abends war die anwesende band, luisga y los ajenos, die einen hit um den anderen spielte und so die gäste zum tanzen animierte. so wurde bis in die morgenstunden geschwitzt, mitgesungen und gefeiert.

28 August 2011

wenn der schuh drückt

vierte woche: check und somit schon fast die halbzeit bis zu den ferien erreicht. obwohl's noch ne weile dauert, fühlt es sich schon jetzt wie ferien an: stunden fallen aufgrund von ausflügen oder anderen gründen aus, was die woche noch kürzer als üblich macht. am donnerstag zum beispiel fiel der nachmittagsunterricht aufgrund einer weiterbildung aus. obwohl zwei schulstunden gegen vier stunden weiterbildung kein guter deal ist, freute es mich, da dies zwei stunden weniger vor- und nachbereiten hiess. was die weiterbilung anbelangte... viel mehr hab ich nicht dazugelernt, zumindest nicht vom thema. spanischwörter von den karteikärtchen meines kollegen hatte ich in dieser zeit etliche dazugelernt...

freitag dann noch ein kleiner schock für mich. morgens um halb sechs, wie gewohnt, ging ich mit meinen alten turnschuhen ins training. während dem joggen merkte ich, dass die schuhe drückten, doch beachtete ich dies weiter nicht. der tag verging und der schmerz in meinem grossen zeh wurde immer grösser, bis ich nachts im bett lag und vor lauter schmerz nicht schlafen konnten. ponstan sei dank, die tablette verhalf mir zu ein paar stunden schlaf. samstag das genau gleiche und ich bekam es mit der angst zu tun, irgendetwas gebrochen zu haben. tagsdurch, ohne schuhe, war alles ok, doch sobald ich einen schuh anzog kehrten die schmerzen zurück, sodass auch die nacht am samstag die hölle war. doch stellte ich fest, dass es nur der zehennagel ist, der mir diese schmerzen bereitet und nichts gebrochen ist. hatte schon schiss, das training einstellen zu müssen, so kurz vor dem ziel... aber nichts da, es geht weiter, auch wenn mit einem ein bisschen röteren und grösseren zeh ;-)

ansonsten verlief das wochenende ruhig. nach dem traditionellen gang zur feria musste ich leider ein paar stunden in das verfassen der kommenden examen investieren. war dies jedoch erledigt, widmete ich mich der musse. auch sonntags war musse mit der familie von elmer angesagt. seine mutter hatte geburtstag, weshalb wieder einmal der grill angefeuert und gefeiert wurde, bis der regen uns zum abbrechen zwang.

21 August 2011

anders als gewohnt

aufgrund des freien montags verging wieder eine woche, die wir kaum zu spüren bekamen.
schultechnisch war nicht viel los, alles lief wie gewohnt. ein lacher war mit dabei, als mir nach muttertag ein kind ein geschenk in die hände drückte und mir zu diesem tag alles gute wünschte. merkwürdig genug, dass er mir was sc
henkt, obwohl ich keine mutter bin. trotzdem nahm ich das geschenk natürlich dankend an und konnte mir das lachen nicht verkneifen, als ich unterwäsche von victoria's secret auspackte. so ein geschenk hab ich ja noch nie von eltern bekommen und wird mir bestimmt lange in erinnerung bleiben :-)

auch wenn der montag schulfrei war, so durften wir dafür am mittwochnachmittag länger in der schule bleiben, da die primariakonferenz statt fand. termine und aktivitäten wurden angesprochen, die mich gar nicht mehr zu interessieren brauchen und ich konnte feststellen, dass ich die schule nun mit dem kommenden ende einiges relaxter angehen kann.
es gab nur ein moment , in dem ich wieder dachte: typisch humboldt, als ich meinen namen vergeblich auf einer liste für eine schon lang vereinbarte fortbildung suchte. meine chefin erklärte mir das mit den einfachen worten, dass ich ja schliesslich im dezember gehe, sodass es sich nicht lohne, mich an diese fortbildung zu schicken... dankeschön, liebe humboldt, dass ihr mir nicht einmal mehr eine persönliche weiterbildung gönnt! aber eben, ich ärgerte mich gut fünf minuten, dann war es vorbei.

am samstag wurde elmer und ich bei einem lehrerkollegen eingeladen, wo wir fotos von unseren vergangenen europareisen austauschten und stundenlang von dem schönen europa schwärmten. motiviert von diesem austausch versuchten wir dann am montagmorgen ein schweizer frühstück zu immitieren. dieser versuch ging jedoch ziemlich in die hose (siehe bild): obwohl das schweizer nutella vorhanden war, so schmeckte das mini-gipfeli nicht annähernd so wie zu hause... zu all dem hin der kaffee, der einfach kein nespresso-kaffee war... doch entmutigen liessen wir uns nicht und genossen den sonntag noch mit nichtstun in der sonne, bis der schiff kam und dem ein ende erteilte.

15 August 2011

durchgeknallt und durchgeschwitzt

die erste reguläre schulwoche haben wir erst mal hinter uns gebracht. glücklicherweise war diese keine grosse anstrengung und ging gut über die runden. auch schon die ersten nachmittage durften wir aufgrund von konventen in der schule verbringen. wir sind also wieder voll im alltagstrott drin und die ferien scheinen schon monaten hinter uns zu liegen.
schulisch kann ich nichts hervorheben, nur den freitag, als der muttertag gefeiert wurde. die kinder konnten schon um elf fast nicht mehr ruhig auf den stühlen sitzen, da sie wussten, dass bald ihre mütter in die schule kamen und sie ihnen stolz das selbstgemachte geschenk überreichen durften.

ausserschulisch lief ein bisschen mehr: freitags in der nacht war ich allein im haus, da nicole an den strand fuhr und elmer von der schule aus ein wochenende mit den schülern verbringen "durfte". als ich in dieser nacht durch ein geräusch aus dem schlaf geweckt wurde und zu nicole ins zimmer ging, fand ich eine durchgeknallte manchita vor, die aufgeregt und stolz um eine halbtote maus tänzelte. natürlich konnte sie nicht verstehen, dass ich mit ihr schimpfte, schliesslich war es doch ein nett gemeintes geschenk an nicole. ich fands gar nicht toll und schmiss die maus samt katze nach draussen und schloss die türen. guten appetit!

am montag war also muttertag, weshalb wir auch schulfrei hatten. da war ja klar, dass alle an den strand fahren, doch wie gesagt, der elmer durfte arbeiten bis am samstag und ich löli hatte einen lauf auf meiner liste. so verbauten wir uns ziemlich alles.
ich bereue jedoch nichts.
vor gut einem jahr bin ich einen lauf mitgerannt, der "reto powerade" hiess. nach dem lauf schwor ich mir, diesen nie mehr mitzulaufen, da die zwei steigung in der strecke alles andere als spassig waren. so beschloss ich, als alternative den lauf von colypro mitzumachen. doch da hab ich echt am schissigriff gezogen! anstatt zwei, waren hier vier steigungen, die es noch mehr in sich hatten als im lauf des vergangenen jahres...
ein zweites mal zog ich am schissigriff, als mir mein kollege am freitagabend noch mitteilte, dass der lauf nun doch schon um acht und nicht erst um neun beginnen würde. tapfer, an einem samstagmorgen, stand ich um sechs auf und machte mich auf den weg. pünktlich um sieben war ich am start, nur war ich die einzige weit und breit: der lauf begann doch erst um neun! zum glück gesellte sich bald der kollege dazu und so ging die zeit einigermassen schnell vorbei, bis es um neun endlich so weit war und ich endlich mit den rund 200 läufern losstürmen konnte.
die ersten minuten liefen gut, bis ich vor der ersten steigung stand und das gefühl hatte, direkt vor dem hanfroosenweg in wermatswil zu stehen! am liebsten wäre ich hingesessen und hätte gestreikt. doch schliesslich bin ich nicht so, hab mich versucht, selber zu beruhigen und ging schritt für schritt dem hügel hoch, mit dem ziel, nicht anzuhalten. es klappte! doch leider konnte ich so schlussendlich meine vorgesehenen 50 minuten nicht einhalten, es wurden 52 daraus. was solls, beim zieleinlauf wurde mir dann erfreulicherweise mitgeteilt, dass ich als dritte frau das ziel erreicht habe(!). meine freude dauerte jedoch keine sekunde, da ich wusste, dass ich mit der nummer von elmer lief und deshalb nicht als frau zählte... tja, ein drittes mal am schissigriff gezogen...

der sonntag und montag dienten dann dazu, mich vom muskelkater zu erholen.

07 August 2011

kleine freuden machen glücklich

zu beginn der woche fragte ich mich, ob ich überhaupt noch zu unterrichten fähig bin. nun, mit der ersten schulwoche im rücken, weiss ich, dass ich es noch kann und frag mich bereits, wann die nächsten ferien vor den türen stehen... :-)

montag und dienstag konnten wir dank feiertage noch zu hause verbringen. doch schon da begann es mit der schule, alles musste aufgeräumt und vorbereitet werden. erst mittwochs gings richtig los, bei mir leider gleich mit dem intensivsten tag der woche. die schüler waren erstaunlich motiviert, sodass mir der anfang ziemlich leicht viel. bis auf das frühe aufstehen natürlich, das geht wohl noch ne weile, bis ich mich daran gewöhnt habe.

gleich zu beginn hatte ich schon ein paar freudige erlebnisse: mein stundenplan enthält zum beispiel zwei lektionen weniger, was bedeutet, dass ich einen nachmittag mehr frei habe. zudem stellten wir fest, dass in nur acht wochen schon wieder ferien vor der tür stehen und bis dahin etliche feiertage dazwischen liegen. mein allererfreulichstes erlebnis war jedoch, als ich dem direktor meine absage einer verlänger in die hände gedruckt habe. erst dachte ich, dass ich losheulen werde, weil dies bedeutet, dass alles ein ende nimmt. doch das gegenteil war der fall, ich war erleichtert! so kann ich nun das letzte halbe jahr noch mit voller energie zu ende bringen und brauch mich nicht mehr zu nerven, wenn etwas nicht so läuft, wie's sollte.
und auch wenn ich den schisser in der hose hab, weil ich nicht weiss, wie's mir in der schweiz ergehen wird, freue ich mich auf die kommende zeit und bin gespannt, was mir die zukunft bringt!

nun aber wieder den fokus nach costa rica.
der freitag und demnach das wochenende traf diese woche also erstaunlich schnell ein. die schule wurde wieder einmal mehr auf die seite geschoben und das "sich erholen" stand im mittelpunkt.
nebst dem erholen wurden wir am samstag auf eine geburtstagsfeier eingeladen, an der wir endlich wieder einmal unsere freunde trafen, rum tranken und die zeit mit reden und tanzen verbrachten.

energie wurde getankt und mit motivation starten wir morgen in die erste komplette schulwoche dieses semesters.

31 July 2011

auf die seele wartend

jetzt sitze ich wieder in costa rica vor meinem computer, schaue aus dem fenster dem grauen himmel entgegen, wissend, dass es gleich vom himmel schütten wird, was das zeug hält. alles ist wie immer. zumindest von aussen. nicht jedoch in mir drin: etliche erinnerungen der vergangenen ferien schwirren mir im kopf herum und bringen mich zum lächeln.

vor gut einem monat konnte ich mit elmer die lang ersehnten ferien in europa in angriff nehmen. endlich, nach eineinhalb jahren nicht sehens meiner familie und freunde, war es so weit.
die ersten tage verbrachten wir alles
amt in wermatswil bei meinen eltern. täglich wurden wir von morgens bis abends kulinarisch verwöhnt und umsorgt. auch wenn wir in meinem alten zu hause waren, so lernte ich ein neues zu hause kennen.
tagsüber versuchte ich elmer so viel wie möglich von "meiner welt" zu zeigen, nahm ihn an verschiedene orte mit, damit er sich ein bild von meiner vergangenheit machen konnte. rundgänge in wermatswil, uster und zürich gehörten dazu, sowie das kennenlernen meiner grosseltern und freunden. an einem tag gingen wir sogar noch mit chrigi aufs land, wo wir wie die affen auf die bäume kletterten, um die noch übrigen kirsche
n zu gewinnen. passend dazu stets der blaue himmel und die strahlende sonne.

nach der ersten woche schweiz mussten wir schon das erste mal tschüss sagen, zum glück nur für ein paar tage, da es auf europareise ging. unsere ziele waren münchen, paris, rom und venedig.

in münchen wurden wir von elmers freund gleich in empfang genommen und während zwei tagen in der stadt herumgeführt: nymphenburg, der marienplatz mit dem glockenspiel und der englische garten stehen unter vielen anderen orten auf meiner top liste. dazu durfte das geniessen vom deutschen bier im biergarten natürlich nicht fehlen.
währenddem wir am ersten tag von morgens bis mitternacht auf den füssen standen, gingen wir es den zweiten tag etwas ruhiger an und genossen die sonne im englischen garten, bis die reise dann am abend richtung paris weiter ging.

paris nahm uns eher in einem traurigen zustand in empfang: der himmel war grau in grau und liess von zeit zu zeit tropfen fallen. trotz allem besuchten wir samt gepäck den louvre und bestaunten zum ersten mal eine massenansammlung von touristen, die in einer fast kilometerlangen schlange standen, um die mona lisa bestaunen zu können. uns war das zu blöd und wünschten uns, noch mitgenommen von der langen reise mit eher wenig schlaf, nichts sehnlicher, als uns irgendwo im warmen hinlegen zu können. um fünf uhr war es dann so weit und wir konnten unsere freunde in evry, einer vorstadt von paris, treffen. alex und mike nahmen uns während den vier tagen paris bei sich auf und kümmerten sich um uns. wie der zufall es so wollte, kamen wir einen tag vor dem nationaltag in paris an, sodass sie ferien hatten und sich die ganze zeit uns widmen konnten.
zu fuss, mit dem auto und auf dem fahrrad klapperten wir eine sehenswürdigkeit nach der anderen ab. teilweise kamen wir aus dem staunen nicht raus
und konnten die vielen eindrücke nicht gleich verarbeiten. auf meiner top liste steht die kirche sacre coeur mit dem blick auf ganz paris, der eiffelturm swoie die endlose champs elysee.
tagelang waren wir über mehrere stunden auf den füssen und lernten paris durch die tipps unserer freunden auf eine art und weise kennen, zu der nicht jeder tourist zugang hat. und auch hier wieder das glück mit dem wetter, da uns jeder tag die sonne entgegen schien. bis auf den tag vor weiterreise nach rom. es schüttete in bindfäden vom himmel runter. doch dies hielt uns nicht auf, noch ein letztes mal den eiffelturm zu besichtigen. ich bereute es jedoch ziemlich schnell, denn t
rotz schirm wurde ich bis auf die unterhose nass und konnte sogar meine socken auswinden... was man nicht alles macht...

die reise nach rom war eine kleine odysee. der direktzug dahin war schon seit wochen ausgebucht, so mussten wir einen kleinen umweg fahren. glücklicherweise führen ja alle wege nach rom: von paris nach mulhouse, über basel bis bern, dann weiter nach milano und schliesslich rom. ein ganzer tag ging drauf, doch das ziel haben wir schliesslich erreicht.

drei tage verbrachten wir in dieser von kultur fast überladene stadt. bis zu 12 stunden waren wir jeweils auf den beinen und liefen uns die füsse wund. nach jeder ecke konnte man eine neue kirche, ein neues monument oder sonst altes gebäude vorfinden. man kam aus dem staunen nicht heraus. ich kam sogar an einen punkt, an dem mir alles zu viel wurde und ich nichts mehr sehen wollte.
das colosseum, das monument von vittorio emanuele II, sowie der brunnen fontana di trevi waren für mich die eindrücklichsten sehenswürdigeiten.

eigentlich stand auf unserer reise noch venedig bevor. doch ich hatte das sehen von sehenswürdigkeiten so satt, dass wir entschieden, die reise hier zu beenden und gleich wieder nach hause, nach zürich zu fahren. so einfach fiel dies jedoch nicht aus. in milan angekommen wurde unser zug in die schweiz gestrichen, sodass wir mit grosser verspätung und morgens um eins in zürich ankamen. dort standen wir wie bestellt und nicht abgeholt. die sbb liess uns jedoch nicht im stich! mit einem taxi wurden wir umsonst bis vor die haustür gefahren... das ist noch ein service!

so konnten wir schliesslich noch fast eine ganze woche in wermatswil verbringen. wieder sah ich viele meiner freunde und genoss meine eltern in vollen zügen. kleinere ausflüge, wie etwa an den rheinfall und schaffhausen wurden unternommen, sowie (leider erfolglos) im glatt geschoppt und noch die letzten anschaffungen für die rückreise eingekauft.
die zeit verging leider viel zu schnell.

wieder in costa rica, die tropfen fallen mittlerweile nieder, warte ich nun auf meine seele. währenddessen leb ich so in den tag hinein, nicht so recht wissend, was ich denken oder tun soll. das geht so weit, dass ich sogar froh bin, dass die schule am mittwoch beginnen wird und eine ablenkung vor der tür steht ;-)

03 July 2011

startklar

eine ereignisreiche, letzte woche ging soeben zu ende. und tatsächlich, wir haben das erste semester abgeschlossen und haben nun offiziell ferien. glauben tu ich's jedoch noch nicht. erst am montagmorgen, wenn wir früh aufstehen müssen, jedoch nicht für die schule, sondern für den flug.

die woche war intensiv. am montag war ich bis um halb sechs in der schule, da wir am nachmittag noch notenkonvente hatten. mein pech ist, dass ich in der dritten bis in die sechste klasse unterrichte und dadurch die stunden diskutierend über dinge, die während dem semester hätten diskutiert werden sollen, verbrachte.

am dienstag kam ich dann auch erst um acht uhr abends nach hause, jedoch aus rein ausserschulischen anlässen. wieder einmal mehr musste ich zum zahnarzt zur kontrolle. der war zufrieden und hat die behandlung offiziell als abgeschlossen deklariert. gleich gings weiter in die stadtmitte von san josé zu einem friseurtermin. bestimmt war ich schon über einem jahr nicht mehr in dieser stadt und hätte dies auch noch länger gemieden, wäre da eben nicht der termin gewesen. schlussendlich war es jedoch wieder einmal schön, in der hauptstadt costa ricas die zeit zu vertrödeln.

am mittwoch dann spezialprogramm in der schule: die deutsch-olympiade stand vor der tür. während drei stunden gaben die kinder auf spielerische weise ihre deutschkenntnisse zum besten. tags darauf ging's gleich weiter mit einem ausflug unweit von san josé, wo die schüler den ganzen vormittag planschen und spielen konnten. wir lehrer sassen vergnügt miteinander schwatzend zusammen in einer ecke im schatten und vergassen beinah, dass wir ja eigentlich die schüler beaufsichtigen sollten.
freitag dann der definitiv aller letzte tag. zwei stunden früher als sonst, da ich keine eigene klasse habe, konnte ich mich aus dem staub machen. obwohl's auch ein bisschen deprimierend war: so ohne klasse hat man gar keinen richtigen abschluss. und so fühlte ich mich schliesslich auch noch den ganzen tag, anstatt mich zu freuen, ferien zu haben.
schuld am ganzen, dass wir noch nicht ganz abschalten konnten war dann auch noch die feier des 60. geburtstag unseres chefes am freitagabend. natürlich trafen wir all unsere kollegen wieder an, es wurde über die schule geredet doch zum glück auch mehrheitlich über die wohlverdienten ferien. mit schrecken musste elmer und ich jedoch feststellen, dass wir von der humboldt nicht verschont werden: am montag wird wahrscheinlich die hälfte der passagiere unseres fluges aus eltern und kinder der schule bestehen :-( werde mich wohl die ganze zeit schlafend stellen :-)

in weniger als 24 stunden ist es also so weit. der koffer liegt schon fast gepackt neben mir, doch mein hirn will es noch nicht ganz fassen, dass ich bald wieder auf schweizer boden stehen werde. ich freu mich auf euch. bis bald!!!

26 June 2011

eine glimpfliche woche

endspurt in der schule: letzte quize wurden geschrieben, noten ausgerechnet und ins system eingetragen, zimmer aufgeräumt und arbeiten mit nach hause geschickt. mit halbem fuss bin ich bereits in den ferien und auf dem weg in die schweiz. es geht jedoch nicht nur mir so. auch die kinder sind ferienreif, was sich tagtäglich zeigt, wenn irgendwo wieder gestritten wird und wegen kleinigkeiten fast die köpfe eingeschlagen werden. glücklicherweise gehts jetzt tatsächlich nur noch eine woche bis zu den ferien. in der bevorstehende woche ist auch nichts anderes als ausklingen angesagt. von theater über konzerte bis hin zu deutsch olympiaden und ausflüge haben wir alles im repertoire.

die woche lief glimplich ab, bis auch den dienstag: um fünf uhr morgens schäle ich mich aus dem bett und geh raus trainieren. um sechs freu ich mich, schon aktiv gewesen zu sein und freu mich noch mehr auf mein frühstücks-joghurt in der schule. doch oh weh! ich öffne den kühlschrank in der schule und entdecke eine gähnende leere, wo eigentlich mein joghurt hätte stehen sollen. tatsächlich hat das irgend jemand gegessen! ich muss wohl in zukunft wie zu wg-zeiten meinen namen drauf schreiben und hoffen, dass es dann nicht weggefuttert wird.

am wochenende wurde endlich wieder einmal getanzt. letzte woche waren drei sportstudenten bei uns an der humboldt, um unseren sportlehrern einen kurs zu geben und wollten das nachtleben costa ricas kennenlernen. so nahmen wir sie mit in eine bar und gingen dann weiter ins pueblo, einem kleinen "dorf" mit einer bar nach der anderen. eigentlich ein ort, den ich auf grund der vielen gringos meide. doch an diesem abend wurde eine ausnahme gemacht. wir begaben uns in die disco fiesta latina und tanzten bis frühmorgens.
mein körper reagierte auf die eher ungewohnten bewegungen, sodass ich das ganze wochenende bei jeder bewegung meine muskeln spürte.

und nun geht es definitiv in die endrunde: die letzte woche vor den ferien. ich kann nicht fassen, dass es nun schon fast so weit ist!

19 June 2011

irgendwie passt's nicht

eine eher unspektakuläre schulwoche ging wieder an uns vorbei. das einzige highlight in der schule dieser woche war die deffekte klingel. das freute uns lehrer sowie schüler, denn die stunden begannen gut fünf minuten später und wurden einige minuten vor offiziellem schluss beendet. der stimmung zu urteilen hätte man glauben können, dass wir kommende woche bereits ferien hätten. doch leider nein, es bleiben uns noch zwei, auch wenn kurze, wochen.
weiteres highlight war der schweizerclub. während dem gummitwisteln kamen etliche schöne erinnerungen meiner primariazeit auf. ich konnte mich plötzlich wieder an alle schritte und tricks erinnern, so als ob ich erst gestern im schulhaus in uster mit meinen freundinnen gehüpft wäre. dabei liegt dies nun schon fast zwanzig jahre zurück! man wird nicht jünger ;-)

nebst den schulischen highlights gab's glücklicherweise noch weitere ausserschulische momente: die herausgabe der rangliste des vergangenen laufes war das erste highlight und liess mich gleich nochmals einen leisen schrei loslassen. mein name steht stolz an 14. stelle! und das von 220 frauen im alter von 20 bis 39 jahren. und das hab ich nach nur neun wochen training erreicht. bin ja gespannt, wie viel schneller ich noch werden kann.

am mittwoch dann das zweite highlight: elmer und ich wurden höchst persönlich von dem deutschen botschafter an einen empfang eingeladen, da ein sportler geehrt wurde. schnell stellte sich jedoch heraus, dass ich für diese schiggi-miggi anlässe überhaupt nicht geschaffen bin. der smalltalk und das liebe lächeln hielten wir tapfer für ein paar stunden aufrecht, währenddem sie uns diverse häppchen (darunter jumbo-shirmps und roastbeef...) servierten und ihre reden schwangen. das durchschnittsalter wurde von elmer, seinen sportkollegen und mir deutlich nach unten gedrückt, sodass wir uns junge küken zusammen in eine ecke drückten. irgendwie hab ich mir das anders vorgestellt und war froh, als das ganze oberflächliche getue zu ende war.

das wochenende stand schnell vor der tür, doch bestand dieses mehrheitlich aus noten schreiben und sonstigem schulkram. am sonntag dann die ausnahme, da hier in costa rica der día del papá gefeiert wurde. so war die familie von elmer bei uns zu hause und es wurde bis in den abend hinein gegrillt und gelabert. und jetzt gehts definitiv in die endrunde: noch zwei wochen!

12 June 2011

was geht da denn ab?

diese frage stellte ich mir bereits am ersten tag der neuen woche. montagmorgen, mein kopf brummt, meine nase gibt merkwürdige pfeifgeräusche von sich und die energie scheint im wochenende festgesteckt geblieben zu sein. es ging mir echt nicht gut, doch trotz allem schleppte ich mich in die schule. mehrmals musste ich schlagartig den klassenraum verlassen, da ich keine taschentücher auf mir trug und mir meine nase davonlief. nachdem mich sogar die kinder noch fragten, was mit mir los sei, entschloss ich, dass es genug war und ging um zwölf nach hause. das gummitwisteln mit meinen schweizerkindern musste also verschoben werden. ich legte mich ins bett, aus dem ich mich bis zum nächsten morgen auch nicht mehr rührte.
ab dann gings, zumindest gesundheitlich, wieder aufwärts. ich konnte sogar am dienstagnachmittag schon wieder raus gehen und hab mich gesund gelaufen.
auch unterrichtstechnisch war diese woche endlich wieder einmal ein highlight: selbst die sechstklässler rechneten fleissig mit. einem kind musste ich sogar die aufgabe aus den händen entnehmen, da er nicht mit rechnen aufhören wollte. hät nicht gedacht, dass dies bei dieser klasse eines tages vorkommen wird.

ansonsten bin ich einfach müde von der schule. es passieren dinge, mit denen ich mich überhaupt nicht mehr identifizieren kann und ich mich frage, was denn da ab geht.
meine chefin möchte zum beispiel, dass ich den schweizerclub im nächsten semester weiter führe. ist ja klar, sonst müsste sie diesen übernehmen. doch als ich ihr versucht habe klarzumachen, dass ich nicht ein weiteres semester mit so vielen stunden haben möchte und mich eigentlich auf das neue semester mit weniger lektionen gefreut habe, war ihre reaktion lediglich, dass ich ja auch ein kleines lager organisieren könnte, das ich in den ferien (!) durchführen könnte... "wir würden dich auch dafür bezahlen"... das ist mir wurst. mehr freizeit ist meines erachtens unbezahlbar. mal schauen, wie lang sie noch kämpft, bis sie mein nein akzeptiert wird.
aber das war was kleines. mehr schokierte mich diese woche, was in unserem kollegium abgeht. angestellte versus vorgesetzte. im kollegium wird gelästert und man beklagt sich über diverse dinge. sobald dann das team mit dem chef konfrontiert wird, um den standpunkt klar zu machen, herrscht das schweigen. einer spricht und steht dann als idiot da, weil ihm die anderen keinen rückhalt geben.

zum glück ist nicht alles nur schule hier drüben.
das wochenende kam schnell und die entspannung gleich mit ihm. freitag eine gemütliche party bei lehrerkollegen, samstag kino und dann am sonntag der grosse tag, wieder ein lauf über 8km. mein ziel war 40 minuten, doch ich rechnete mit 42. während des ganzen laufes habe ich nicht einmal auf die uhr geschaut. erst im ziel - und ich liess gleich einen schrei los: 37 einhalb minuten. ich konnte es und kann es noch nicht glauben! dieses mal ging ich voll ab! :-)
nun, voller energie und stolz gehts in die kommende, schon fast letzte, woche.

05 June 2011

man dümpelt so dahin

schon wieder? war nicht erst gerade montag?
es gab wieder einmal mehr viel zu tun in der schule, keine verschnaufpausen zwischen den examen, die ich dann sogar noch ins wochenende hinein korrigierte. selbst der samstagnachmittag ging mit examen sch
reiben drauf, da bald die letzten deutsch-examen im semester anstehen. unspektakulärer könnte also mein leben momentan nicht sein: den nachmittag verbringen wir in dicken pullovers gewickelt im haus, da es von dem himmel schüttet, was das zeug hält. fast täglich nütze ich deshalb die morgenfrühe, gehe raus und trainiere immer noch schön brav meine einheiten. langsam aber sicher werden diese jedoch so lang, dass ich mittlerweile schon um fünf aus dem haus gehen muss, damit ich in keinen stress komme. aber das mach ich gern, paradoxerweise gibt mir dieser energieverbrauch einen energieschub für den ganzen tag.

ein highlight dieser woche war wieder einmal mehr mein schweizerclub. am montag haben wir zusammen rüeblitürtli gebacken. die erste reaktion der kinder war eher abstossend, da sie sich nicht vorstellen konnten, dass rüebli in einen kuchen passen. doch nach dem backen waren sie überzeugt, dass es lecker ist. während dem warten spielten sie das bekannte fadenspiel, das ich als kind viel in den schulpausen gespielt habe. es scheint, dass ich meine begeisterung dafür gleich weiter geben konnte. schön, so "alte traditionen" wieder zum leben zu erwecken! am kommenden montag geht's dann ans gummitwisteln, mal schauen, ob ich das noch drauf hab ;-)

meine gedanken schweifen seit einigen tagen immer öfters in die schweiz. als ich mir zu alle dem gestern noch eine vanille-"creme quick" von der migros anrührte, hätte ich mich am liebsten gleich ins flugzeug gesetzt :-)
es geht ja auch nur noch einen monat, bis ich endlich wieder schweizer boden unter den füssen habe! dieser gedanken treibt mich momentan vorwärts! noch vier wochen!

29 May 2011

wenn die schule meine träume raubt

der blog geht weiter, nur ein bisschen privater. nachdem mich ein arbeitskollege gefragt hat, ob das wahr sei, dass ich einen blog hätte, in dem ich mich jeweils über die schule beklage, dachte ich mir, dass es an der zeit wäre, alles ein bisschen zu privatisieren. schliesslich möchte ich nicht wegen eines bloges ohne job da stehen. aber über die schule möchte ich mich auch weiterhin beklagen können, das lass ich mir auch nicht verbieten.

in den vergangenen woche hat mich die situation mit meiner sechsten klasse immer mehr bedrückt, bis mich eines nachts sogar einen albtraum heimsuchte: verzweifelt versuchte ich, die aufmerksamkeit der klasse zu gewinnen, um ein arbeitsauftrag zu verkünden, doch keine sau hörte mir zu. als ich am mittwoch vor der klasse stand, hörten sie mir zwar zu, aber es war ein geschnurr. so erzählte ich ihnen von meinem traum und meiner vermutung, dass es in wirklichkeit auch bald so weit kommen wird, dass mir niemand mehr zuhört. bestimmt eine viertelstunde haben wir dann darüber diskutiert, was sie und was ich verbessern könnten, damit es wieder so klappt wie früher.
was sie mir vorwarfen: bei ihnen spielen wir nie. ha, da konnte ich das lachen nicht verkneifen und hab sie gefragt, wie sie sich dann die kommende sekundarschule vorstellen... schlussendlich versprach ich ihnen, mehr gruppenarbeit durchzuführen und sie gaben mir ihr wort, auch in der gruppe zu arbeiten und nicht immer einen allein arbeiten zu lassen. mal sehen, ob das klappt oder ob das nur leere worte waren...

der freitag stand schnell vor der tür, obwohl dieser noch nicht ganz wochenende bedeutete, da wir am samstag wieder einmal an einem ach so tollen anlass von der schule arbeiten mussten. diese gelegenheit, dass sich alle kollegen in san josé befinden werden am wochenende, nützten wir und schmissen seit langem wieder eine party bei uns zu hause. doch mehr pech hätten wir nicht haben können: am nachmittag begann es aus dem himmel zu schütteln, was das zeug hielt. flüsse und wasserfälle bildeten sich vor und hinter und sogar im haus. unglaublich, seit oktober haben wir so was nicht mehr erlebt. dazu blitz und donner, bis wir fast schwerhörig wurden. und plötzlich, um fünf, ging der regen und gleich damit das licht. und dieses kam nicht wieder bis um elf uhr in der nacht. und wir hatten unsere party, bei kerzenschein und stille ;-) trotz allem kamen viele leute und der abend wurde gemütlich.

am samstag dann eben das sogenannte humboldt-festival, an dem wir aufgefordert/verpflichtet wurden, eine stunde würste zu verkaufen. als ich die liste vor wochen im lehrerzimmer neu hängen sah, schrieb ich mich auch gleich ein und ergatterte eine schicht von zehn bis elf. nicht zu früh und nicht zu nah an der mittagszeit, wo jedermann hunger verspürt. so war's dann auch: viel zu viele lehrer waren anwesend, weshalb dann meine arbeit darin bestand, das brötchen zu entzweien, damit meine kollegin die wurst reinstecken konnte. punkt elf gab ich mein wichtiges amt ab und flüchtete auf direktem weg aus der schule, möglichst allen eltern ausweichend... und dann, endlich wochenende!