27 March 2011

erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

welch durcheinander, diese woche! nicht aufgrund der schule, welch ein wunder, sondern rein privat: das grosse ereignis am sonntag, der marathon, nahte täglich und mit jeder stunde. eigentlich war ja mein originaler plan, den 8km-lauf alleine zu rennen. doch nachdem ich zu langsam war und die einschreibung vertrödelt habe, entschloss ich mich dazu, den marathon mit zwei weiteren personen zu rennen. als ich meine arbeitskollegin und den bruder von elmer fragte, ob sie mitrennen wollten, sagten beide mit begeisterung zu. ich war glücklich, wusste, dass ich rennen konnte und auch ein tolles team zusammen hatte.
doch gleich zwei stunden später die erste enttäuschung: meine lehrerkollegin wurde schon im team von ihrem mann, ohne es zu wissen, eingeschrieben. tja, so sprang nun eine mir unbekannte kollegin meiner kollegin für sie ein. na gut, immerhin war mir der bruder von elmer ja bekannt... doch vergangener sonntag dann die zweite flaute: nach einem motorunfall brach sich dieser die hand. also musste wieder eine vertretung her! glücklicherweise wurde ich schnell fündig und unser team war dann bereit, den grossen tag angehen zu lassen.

die nervosität besuchte mich schon früh morgens, obwohl ich erst um zwei uhr losrennen konnte. doch unser team hat sich eine stunde vorher getroffen, damit wir überhaupt wussten, wen wir am ziel suchen mussten, die für uns weiter rannte.
um zwei gings dann los. doch das chaos hätte nicht grösser sein können: erstmals wurden alle stafetten-marathon-läufer und halbmarathon-läufer aufgerufen. dann plötzlich durften nur die stafetten-läufer los laufen. und dann doch wieder anders. am schluss wusste gar niemand mehr, wann wer antreten musste. irgendwie war ich dann auf alle fälle auf der strecke, die ich die ersten fünf minuten laufend verbrachte, da's nicht vorwärts ging.
die strecke war anstrengend, einige hügel, die mir das ganze erschwerten. doch schliesslich kam ich nach gut einer stunde fünfzehn wieder im ziel an. doch nichts mit nach hause gehen und sich duschen! warten war angesagt, bis die letzte von uns dreien ankam. so standen wir halb verfroren (naja, costaricanische verhältnisse von "kalt") und warteten, bis wir alle zu dritt den marathon im nationalstadion zu ende bringen konnte. es war ein echt athemberaubender moment, als wir dort die letzte runde liefen!

und jetzt hoffe ich nur, dass ich mich morgen nicht krank schreiben muss, da ich keinen meter mehr gehen kann ;-)

20 March 2011

unspektakuläres affentempo

die woche verging schnell und eintöniger denn je: schlafen, aufstehen, zur schule gehen, examen schreiben lassen, nach hause radeln, examen korrigieren und erneut schlafen. dies fasst so ziemlich das ganze geschehen letzter woche zusammen.
selbst das wochenende war eher eine enttäuschung, zumindest der freitag: elmer wurde von einem hotel angerufen und mit freuden wurde ihm verkündet, dass er soeben zwei nächte und drei tage umsonst im hotel gewonnen hätte. wir wussten, dass daran was faul sein musste, doch wollten wir auf nummer sicher gehen und uns erkunden. so gingen wir am freitagabend vorbei und bestätigten einmal mehr die regel, dass es im leben nichts umsonst gibt: eine kommission ist zu bezahlen und zu allem hin ist nur eine nacht inbegriffen, ohne irgendwelchen sonstigen plus. zusätzlich wollte uns der nette herr überreden, ihrem club beizutreten. ich hörte dem blablabla zu und amüsierte mich innerlich über die vergebens investierte zeit dieses mannes. so zogen wir uns mit einem netten "nein, danke" zurück und schwörten uns, in zukunft solchen offerten keine aufmerksamkeit mehr zu schenken.
den film, den wir uns anschauen wollten, verpassten wir schliesslich durch diese aktion und als wir in die videothek einen film ausleihen wollten, hatte diese geschlossen. tja, so viel von unserem ersten wochenendtag.
am samstag hatten wir dann mehr glück.
den sonntag verbrachten wir zusammen mit der familie elmers in einer badi. und jetzt, selbst wie eine wurst stinkend und gebraten, sitze ich vor dem computer und frag mich, wo denn die zeit hin ging. aber eben, beklagen möchte ich mich nicht. noch vier wochen zu den ferien. noch fünf wochen und meine eltern sind hier. es geht voran.

13 March 2011

flucht aus dem alltag

ne woche mehr, nen haken mehr und die hälfte der schulzeit bis zu den ferien vorbei. tönt gut, ist gut und soll auch so gut bleiben. meinem unterbewusstsein scheint jedoch die zeit nicht genug schnell vorbei zu gehen: nächtlich träume ich von der schweiz und von meinen eltern, die hier in costa rica sind. dabei gehts noch eineinhalb monate, bis dies realität werden wird. aber das was zählt ist, dass es vorwärts geht.
wie auch diese woche. unspektakulär bis auf den montag, als wir in der schule den karneval feierten. schreiende und tanzende kinder, die teilweise fast unerkennlich in irgendwelchen kostümen herumrannten, laute musik, spiele und die traditionellen berliner, die vor dem verzehr von den kindern mit den worten "was, so klein?! ist das alles?!" trächtig kritisiert wurden. anstatt ein simples "danke" zu formulieren, kamen solch undankbare worte aus ihren mündern. wo bleibt da die erziehung?
nach den zwei stunden tumult dann wieder die normale schule, mein schweizerclub, den ich doch ach so liebe. dieses mal genoss ich es jedoch wirklich, ich brachte den drei kleinen das häkeln bei. noch nie haben sie davon gehört und da es für uns schweizer nun mal üblich ist, den begriff, sowie die tätigkeit zu kennen, hab ich mir gedacht, ihnen dies beizubringen. es kam echt gut an! zwei stunden waren die ununterbrochen am häkeln und haben ein armband nach dem anderen produziert. vielleicht mutiert dieser club doch noch zu stunden, auf die ich mich freue?!


dann endlich, endlich, was ich täglich ersehne: das wochenende! ab an den strand! unsere destination hiess jaco - zugegeben, ich war sehr skeptisch über diese wahl. hört man hier doch eher negatives, sowie nuttenstrand oder ähnliches. fakt ist, dass sich dort sehr viele einheimische leute herumtreiben am wochenende, da es der nächste strand ist. dies macht sich auch bemerklich, die stadt wurde dem tourismus sehr angepasst, so reihen sich nebst burgerking, quisnos jeglich sonst erdenkliche fastfoodketten an.
ich wurde jedoch positiv überrascht, die atmosphäre war alles andere als nuttig. den abend verbrachten wir gemütlich in einer bar, bis uns der regen vertrieb und wir in unser "zu hause" schlenderten. die nächte verbrachten wir bei einem freund von elmer, bei dem nebst dem kostenlosen zimmer auch das schwimmbad umsonst inklusive war. ein glück haben wir :-)
am samstag verbrachten wir den tag in esterillo, ein strand unweit von jaco. wir machten es uns unter palmen gemütlich und konnten den ganzen tag die bisher nur im zoo gesehenen papageien beobachten, die über unseren köpfen die früchte eines baumes verzehrten. ein unglaubliches spektakel.
und nebst dem beobachten natürlich das übliche: lesen, sich sonnen, baden und sich entspannen.
am sonntag vor der rückreise besuchten wir noch für ein paar stunden den strand in jaco selbst. ich würde nicht behaupten, dass es der schönste strand costa ricas sei, aber ich war doch erstaunt, wie sauber er war.

so geht nun ein viel zu kurzes wochenende zu ende. doch es gibt nichts zu beklagen. erholt und glücklich gehts morgen weiter. und um das geht's schliessich: vorwärts, den ferien entgegen!

06 March 2011

unfassbares kopfschütteln

verrückt, diese welt hier drüben. ob dies an der welt hier drüben liegt, oder an der welt ganz allgemein? vielleicht liegt's schlussendlich doch nur an mir selbst, die die verrückten ereignisse anzieht, oder gar einfach selbst der verrücktheit verfallen ist. egal, ich bin sowieso der meinung, dass wir alle einen kleinen knacks haben, was auch gut so ist.

unter der woche selbst und während der schule verlief noch alles wie bisher. der stress begann jeweils nach schulschluss. montag rannte ich zum arzt, um mich endlich mal von oben bis unter untersuchen zu lassen. das blut wurde genommen und der untersuch auf mittwoch verschoben, da wir auf die ergebnisse warten mussten. am dienstag ein weiterer termin beim zahnarzt, wobei ich mir die schönen zähne auf dem nachhauseweg fast wieder ausbiss. die autos stauten sich, der bus bewegte sich im schneckentempo. das erste kopfschütteln mit dem nicht verstehen, wie die ticos diese blechbücksenschlangen tagtäglich aushalten können.
mittwoch, wieder den arzt, der mir mit freuden verkündete, dass ich kerngesund sei. meine ich-bin-so-schlapp-einstellung hat also keinen körperlichen ursprung. muss also nun schauen, dass ich in meinem hirn wieder ins reine komme...

am donnerstag konnten wir dann schon das wochenende einklingen lassen, denn der tag darauf war der ach so schöne lehrerausflug angesagt. klingt nach vergnügen, nicht wahr? für alle war dieser tag jedoch ein muss und auch ich persönlich hätte den tag lieber im bett verbracht. nur schon bis das programm zu stande kam wurden einige haare und nerven ausgerissen. schlussendlich wurde von der mehrheit entschieden, wir gingen nach carara, einem nationalpark, tiere anschauen und danach an den strand in punta leona.
klingt nach vergnügen, nicht wahr?
doch der ausflug wurde zum stress pur: rein in den bus um morgens um sieben. raus aus dem bus und ab in den nationalpark, um eine stunde herumzulaufen und zu merken, dass sich die tiere, vor der mittagshitze schützend, im innersten vom wald im schatten der bäume verkrochen hatten. doch konnte ich zu meiner freude endlich die sicht eines kleinen, giftigen frosches ergattern!
gleich, ohne mir eine pinkelpause zu gönnen weiter in den bus richtung stran
d, in ein hotel um mittag zu essen. unser bus war der letzte und als wir ankamen haben die einen bereits einen teller voll leckereien verspeist. so war die zeit knapp, essen rein und weiter in den bus an den strand. raus mit uns, an den strand und zwei stunden später, nach hause! welch ein vergnügen, nicht wahr?
das ziel des ausfluges: die stärkung unseres kollegiums. von wegen! wie gewohnt waren die leute wie immer mit ihren gleichen leuten unterwegst, von gegenseitigem kennenlernen und stärkung des teamgeistes keine spur. das tollste ist ja, dass uns die kosten des ach so tollen ausfluges vom lohn abgezogen wird... am abend war mir vom vielen kopfschütteln schlecht.

samstag, eine weitere heirat von freunden. braut, bräutigam, kirche, alles war perfekt durchgeplant, von blumen, über das wunderschöne kleid bis hin zu der gravatte des mannes. doch der haken kommt noch: der pfarrer. ein 92 jähriger mann, der schon die geschwister vom bräutigam verheiratete und nun, auf drängen der mutter, wieder am altar stand. peinlicher hätte die zeremonie nicht werden können: bestimmt zehn mal musste der pfarrer nach dem namen der braut fragen. der faden verlor er alle zehn minuten und er wusste nicht mehr, in welchem von seinen drei büchern er nun vorlesen musste. der kuss der frisch vermählten wurde vergessen und der chor konnte seine eingeplanten lieder nicht vorsingen, da der pfarrer die texte der lieder vorlas und sie so vorwegnahm. die leute in der kirche tauschten blicke aus, die eine mischung von amüsierung, mitleid und dem nicht-fassen-können bestand. ich hatte mit dem brautpaar mitleid und bewunderte, dass dieses nicht aufstand und das cabaret verliess.
am abend dann ein fest zu ehren des brautpaares, an dem sie selbst jedoch nicht teilnahmen. sonntag dann ein weiteres fest, mit anwesenheit des frisch vermählten paares, jedoch mit abwesenheit von mir. ich konnte nicht mehr, mein kopf lief gefahr, zu explodieren.