schon wieder eine woche weiter! und was für eine! es lief alles wie am schnürchen und dies trotz elterngespräche und zahnarztbesuch.
kopfstände machte ich jedoch, als ich die mathe-examen meiner viertklässlern korrigieren musste. die kamen teils auf lösungen, die so was von unlogisch waren, dass ich die welt nicht mehr verstehen konnte und mich fragte, wie zur hölle so was ausgedacht werden konnte. aber es ist logisch (zumindest für mich): die kinder hier lernen alles auswendig, um dies wort für wort wieder zu geben. sobald sie jedoch ein bisschen überlegen und zusammenhänge erstellen müssen, haben sie schwierigkeiten und gehen so weit, dass sie deswegen heulkrämpfe kriegen und ihren müttern anrufen, weil sie im examen nichts verstanden und machen konnten.
so kommt man dann aber auch gleich selber ins zweifeln: hab ich ihnen in diesen vergangenen monaten denn nichts beigebracht?! aber eben, was kann ich gegen elf jahre anders-denken in nur wenigen monaten schon unternehmen?
am mittwoch dann der tag, dem ich jeden monat mit gemischten gefühlen entgegen schaue: zahnarztbesuch. nun kann ich vor lauter drähten meine zähne kaum mehr sehen. die schmerzen waren höllisch, ich verfluchte meine entscheidung und versuchte mir gleichzeitig mut zuzusprechen: wenn's weh macht, tut sich wenigstens auch was...
wieder waren am donnerstag zwei elterngespräche angesagt in meiner sprechstunde, die jedoch super liefen. als sich die eine mutter erkundigte, warum denn die endnote ihres sohnes so viel tiefer sei, als der schriftliche durchschnitt, erklärte ich ihr, wie ich die mündliche note zusammenbastle und was für mich eine gute note ist und was nicht. ihre reaktion war so positiv, dass ich meinen ohren erstmals nicht glaubte: "lieber strenge noten als fantasienoten" war ihre devise und damit war das thema gegessen. wenn alle so wären!
freitag war dann auch schnell vorbei und ich freute mich auf ein gemütliches wochenende mit viel schlaf und zeit für mich.
am samstagabend war jedoch zuerst bewegung angesagt. ich ging mit einem lehrerkollegen in's jazz café in escazú und hörte dort den son de tikizia, einer salsa-band zu. die füsse konnten wir nicht ruhig halten und so begaben wir uns auch auf die überfüllte tanzfläche. ich hatte glück, denn das deutsche blut meines kollegen ist mit rhythmus-gefühl bereichert, sodass wir einen netten abend verbrachten.
sonntagvormittag war wieder meine geliebte hängematte angesagt und ich liess mich von der sonne benieseln, bevor die wolken aufzogen und die schönen strahlen verdeckten.
30 August 2009
23 August 2009
charged...
wäre ja zu langweilig, normal in eine neue woche zu starten. so habe ich mir überlegt, dass ich gleich am montag mein power-programm durchstiere, damit ich dann dafür während der woche wieder ruhe habe. so ging ich nach der schule um halb vier bis halb sechs in die spanisch-stunden, die letzten fehler vor der grossen prüfung schleifen. doch vor den stunden hatte ich noch zeit, um einen kaffee zu trinken und ein bisschen herum zu schlendern. gedankenversunken ging ich schliesslich aus einem laden und war überzeugt, in die richtige richtung zu laufen. nach einer weile stellte sich heraus, dass ich keine ahnung hatte, wo ich war. selbst der hilfsbereite mann konnte mir nicht weiterhelfen, sodass ich schliesslich ein taxi rief. der konnte mir helfen und ich kam sicher, sogar fünf minuten zu früh, an. ich staune jeweils selbst über mich, ich schaffe es immer wieder...als ich nach hause kam (trotz stosszeit nur eine halbe stunde gebraucht!) war ich echt gerädert und befand mich deshalb bereits um halb neun (!) im bett. wenn's so weiter geht, werde ich in ein paar wochen schon am nachmittag schlafen gehen.
am donnerstag dann der grosse tag: mündliches examen! wie immer war ich viel zu früh dort. die sache ging jedoch kurz und schmerzlos über die runden. keine ahnung, wie's mir lief, alles was ich dazu sagen kann: ich habe nonstop geredet, egal, was oder wie's raus kam... ob's ihnen gefallen hat, weiss ich nicht und ist mir momentan auch egal.
die schriftliche prüfung am freitag lief mir dann nicht mehr so toll. besonders der teil, wo wir zuhören und fragen zum gehörten beantworten mussten, war für mich eher ein rätselspiel als etwas anderes. ich hoffe jetzt halt einfach, dass es genügt hat. in zehn wochen werde ich bescheid wissen und bis dorthin möchte ich nicht mehr daran erinnert werden, danke.
nach der prüfung ging's gleich mit vier lehrerkolleginnen los ins grüne. das ziel war turrialba, eine kleine stadt mitten in costa rica. dort übernachteten wir bei der schwester der kollegin.
am freitagabend, mein kopf rauchte noch von der prüfung, gingen wir an eine party hoch oben auf den bergen. der blick reichte über die ganze stadt, leider war es nacht und da waren nur die lichter zu sehen. es wurde viel getanzt und gelacht, was mein hirn von allem, examen und schule, wegtrug...
am samstag verbrachten wir dann, nach langem schlaf, einen herrlichen tag in einem hotel, das den eltern von einer schülern gehört. einen tag mit pool, sonnenschein, grün
und einfach stille... nur weil wir uns "lehrer an der schule humboldt" nennen können, wurden wir einen ganzen tag verwöhnt, was von welcome-drinks bis hin zu früchte überfluteten tellern ging.hab ich schon erwähnt, dass ich gerne an der humboldt-schule bin? :-D
das schönste erlebnis war dann noch, als ich zwischen den kaffeeplantagen rennen ging und die sicht über das ganze tal hatte. herrlich, meine batterien wurden wieder geladen!
das erste mal sah ich auch, warum man behauptet, dass costa rica wie die schweiz sei. überzeugt euch selbst und schaut das foto rechts an...
am sonntag regnete es leider von früh morgens, was uns jedoch nicht hinderte, einen zwischenhalt in cartago einzulegen, um nochmals die schöne kirche anzuschauen. ich kann mich nicht satt sehen von dieser architektonischen schönheit!die sonne kam dann schliesslich doch noch hervor und rundete unser entspanntes wochenende noch ab.
nun sitze ich hier und versuch mich gerade selbst zu überzeugen, dass ich keine ferien habe, sondern morgen zur schule gehen muss...
so sehr konnte ich abschalten an diesem wochenende! und das mit nächster woche... irgendwie gehts ja dann immer...
16 August 2009
bis man (und frau) stigelisinnig wird
wieder liess mich die woche kaum atmen. es ging so schnell, dass ich nicht nur physisch, sondern auch psychisch am rennen war, damit ich mitkam!
am mittwoch war der tag, auf den sich alle lehrer freuten: gesamtlehrerkonvent! wie wir das doch alle lieben! von zwei bis fast sechs uhr sassen wir im auditorium und diskutierten dinge, die meiner meinung nach nicht so detailliert hätten besprochen werden müssen. aber eben, dieser meinung waren leider nicht alle, deshalb gab es ja auch diese elendslangen diskussionen, wo manche noch um sechs uhr ihren ach so interessanten senf dazugeben wollten. am schluss, wieder einmal mehr, wusste ich nicht mehr, wie ich sitzen sollte, ohne dass mir der a... weh tat. auch nervlich war ich ziemlich am ende und versuchte mich mit spanisch-vokabeln abzulenken, um wenigstens doch noch was sinnvolles zu machen (kam mir selber wie in der schule während einer langweiligen stunde vor). ich war jedoch nicht die einzige, so ziemlich jeder hatte im saal seine ablenk-taktik, die von prüfungen korrigieren, über am handy herumdrücken bis nach rausgehen und rauchen ging.
einen aufsteller gab es jedoch noch an diesem tag: auf dem nach hause weg fuhr der zug an uns vorbei! sie habens also geschafft, mit einem halben jahr verspätung geht jetzt zwischen san josé und heredia der zug. als ich dieser jedoch sah und feststellen musste, dass nur zwei waggons vorhanden waren, fragte ich meinen kollegen, wo denn der rest sei. das sei alles, war dann die antwort, was mich zum schmunzeln brachte. ich hielt jedoch meine klappe. er, so wie alle anderen ticos, sind schliesslich stolz darauf und das ist auch gut so ;-)
am donnerstag war wieder einmal mehr ein elterngespräch angesagt, wieder mit dem gleichen vater, der mit der note seines kindes nicht einverstanden war. und das letzte gespräch lag erst zwei wochen zurück. leicht nervös also ging ich an die sache heran, konnte aber erleichtert aufatmen, als sich herausstellte, dass er nur rat suchte und keine anzeige erstattete :-) mein tag war also gerettet (obwohl er schlimm anfing: kein kaffee war vorhanden und die morgendliche banane blieb auch aus, da der verkäufer keine mehr hatte...) und ich konnte wieder den unterricht mit den kindern geniessen.
freitag dann ein emotionsvollen tag. angefangen schon am morgen um sechs, als der bus, "mein" bus, ein unfall lieferte. ich konnte weder was hören, noch was sehen, nachdem wir ausgestiegen sind. aber wie's hier halt so ist, mit weiterfahren war nichts, wir standen mitten in der strasse und mussten auf den nächsten bus warten, den wir, welch wunder!, ohne ein weiteres mal zu bezahlen benutzen konnten. so kam ich halt einige minuten später als gewollt in die schule, aber immer noch schön pünktlich, wie's sich gehört.
um zwölf war dann der grosse moment in der schule: alle mütter standen in der lobby, auf ihr kind wartend, denn wir feierten muttertag, der am samstag in ganz costa rica gefeiert wurde (nebst weihnachten das grösste fest hier). herzschmerz pur, als den müttern die tränen runterkullerten, als sie ihr kind in empfang nehmen konnten. mein gemüt war dann ziemlich im keller, ich hätte auch gerne mein mami geknuddelt...
das wochenende war dann so richtig gemütlich, sodass ich nach langem wieder einmal sagen konnte: costa rica hat auch seine vorteile und ist schön. den sonntagmorgen verbrachte ich schliesslich draussen, in der hängematte liegend, musik hörend und vor mich hin dösend. die erholung pur plus den schönen nebeneffekt des braun werdens (geht auch ohne strand!) :-)
nun kann ich mit viel energie in die nächste woche starten. die werde ich auch brauchen. obwohl's eine kurze schulwoche wird (nur bis mittwoch schule) werde ich am donnerstag und freitag meine spanisch-prüfung ablegen. wünscht mir glück!
am mittwoch war der tag, auf den sich alle lehrer freuten: gesamtlehrerkonvent! wie wir das doch alle lieben! von zwei bis fast sechs uhr sassen wir im auditorium und diskutierten dinge, die meiner meinung nach nicht so detailliert hätten besprochen werden müssen. aber eben, dieser meinung waren leider nicht alle, deshalb gab es ja auch diese elendslangen diskussionen, wo manche noch um sechs uhr ihren ach so interessanten senf dazugeben wollten. am schluss, wieder einmal mehr, wusste ich nicht mehr, wie ich sitzen sollte, ohne dass mir der a... weh tat. auch nervlich war ich ziemlich am ende und versuchte mich mit spanisch-vokabeln abzulenken, um wenigstens doch noch was sinnvolles zu machen (kam mir selber wie in der schule während einer langweiligen stunde vor). ich war jedoch nicht die einzige, so ziemlich jeder hatte im saal seine ablenk-taktik, die von prüfungen korrigieren, über am handy herumdrücken bis nach rausgehen und rauchen ging.einen aufsteller gab es jedoch noch an diesem tag: auf dem nach hause weg fuhr der zug an uns vorbei! sie habens also geschafft, mit einem halben jahr verspätung geht jetzt zwischen san josé und heredia der zug. als ich dieser jedoch sah und feststellen musste, dass nur zwei waggons vorhanden waren, fragte ich meinen kollegen, wo denn der rest sei. das sei alles, war dann die antwort, was mich zum schmunzeln brachte. ich hielt jedoch meine klappe. er, so wie alle anderen ticos, sind schliesslich stolz darauf und das ist auch gut so ;-)
am donnerstag war wieder einmal mehr ein elterngespräch angesagt, wieder mit dem gleichen vater, der mit der note seines kindes nicht einverstanden war. und das letzte gespräch lag erst zwei wochen zurück. leicht nervös also ging ich an die sache heran, konnte aber erleichtert aufatmen, als sich herausstellte, dass er nur rat suchte und keine anzeige erstattete :-) mein tag war also gerettet (obwohl er schlimm anfing: kein kaffee war vorhanden und die morgendliche banane blieb auch aus, da der verkäufer keine mehr hatte...) und ich konnte wieder den unterricht mit den kindern geniessen.
freitag dann ein emotionsvollen tag. angefangen schon am morgen um sechs, als der bus, "mein" bus, ein unfall lieferte. ich konnte weder was hören, noch was sehen, nachdem wir ausgestiegen sind. aber wie's hier halt so ist, mit weiterfahren war nichts, wir standen mitten in der strasse und mussten auf den nächsten bus warten, den wir, welch wunder!, ohne ein weiteres mal zu bezahlen benutzen konnten. so kam ich halt einige minuten später als gewollt in die schule, aber immer noch schön pünktlich, wie's sich gehört.
um zwölf war dann der grosse moment in der schule: alle mütter standen in der lobby, auf ihr kind wartend, denn wir feierten muttertag, der am samstag in ganz costa rica gefeiert wurde (nebst weihnachten das grösste fest hier). herzschmerz pur, als den müttern die tränen runterkullerten, als sie ihr kind in empfang nehmen konnten. mein gemüt war dann ziemlich im keller, ich hätte auch gerne mein mami geknuddelt...
das wochenende war dann so richtig gemütlich, sodass ich nach langem wieder einmal sagen konnte: costa rica hat auch seine vorteile und ist schön. den sonntagmorgen verbrachte ich schliesslich draussen, in der hängematte liegend, musik hörend und vor mich hin dösend. die erholung pur plus den schönen nebeneffekt des braun werdens (geht auch ohne strand!) :-)
nun kann ich mit viel energie in die nächste woche starten. die werde ich auch brauchen. obwohl's eine kurze schulwoche wird (nur bis mittwoch schule) werde ich am donnerstag und freitag meine spanisch-prüfung ablegen. wünscht mir glück!
09 August 2009
kiesweg unter den füssen
mal stockts, mal läufts... aber es geht vorwärts und das ist das entscheidende...
dank pädagogischem tag durften wir am montag ohne irgendwelche vorbereitungen in die schule gehen, denn die schüler blieben an diesem tag zu hause und wir hatten eine sogenannte "weiterbildung". ich muss jedoch zugeben, dass ich nun nicht viel weiter bin. trotzdem habe ich auch an diesem tag wieder viel gelernt, jedoch mehr im zwischenmenschlichen bereich als im pädagogischen. wir wurden in gruppen eingeteilt und mussten zusammen eine aufgabe erarbeiten. ich, mit zwei costaricanerinnen eingeteilt (die die welt ein bisschen anders sehen als ich), machte fast kopfstände. wir kamen bis zum schluss nicht wirklich auf den gleichen punkt. im gegenteil, wir lagen uns am ende fast in den haaren.
am dienstagmorgen dann die ernüchterne meldung meines bruders: reanimierung meiner hd ist nicht geglückt. ausser vereinzeltem knacken lässt sie nichts mehr von sich geben. selbst die lieben worte meines bruders animierten sie nicht, etwas rauszuspucken. mein fazit: verflucht sei die technik! hoch lebe der bleistift und das papier!
donnerstag waren wieder mal elterngespräche angesagt. das erste mal, dass ich nicht mit geknicktem ego den eltern tschüss sagen musste! doch während dem gespräch stellte sich auch heraus, dass ich bei den zeugnissen einen fatalen fehler begangen habe: jedem kind hätte ich eine "verhaltensnote" geben sollen (in der schweiz gibt es keine note, sondern nur ein gut-genügend-ungenügend). ich wusste dies nicht, habe also sozusagen die kinder nicht beurteilt. ich bin also gegen das reglement verstossen! uuups... mal schauen, was ich jetzt machen muss. ob ich bestraft werde? ein jahr länger an der humboldt schule geben?!?!:-)
am freitag nach der schule gings für mich weiter mit schule. zwei stunden intensiv spanisch waren angesagt. schliesslich werde ich in zwei wochen die prüfung ablegen müssen. meine lehrerin ist zuversichtlich, ich seh's jedoch noch nicht so ganz. ich freu mich auf alle fälle schon jetzt, wenn's vorbei ist. schule geben, selber haben und büffeln braucht ziemlich viel energie.
das wochenende verlief dann richtig ruhig und gemütlich: nach erledigtem obligatorium (einkaufen, putzen, vorbereiten) hatte ich wieder einmal zeit für mich, konnte mails beantworten, lesen und einfach "sein".
am samstagabend organisierte dann ein lehrerkollege ein fest, welches ich natürlich nicht verpassen wollte. doch vor dem fest ging ich noch kurz in die schule, um verschiedene dinge für montag zu erledigen. es war richtig komisch: keine seele war anwesend, alles ruhig, stressfrei... ich genoss es mal richtig, die schule auch so kennenzulernen...
den restlichen abend verbrachten wir mit reden, tanzen, essen und trinken. am schluss (obwohl ich nur ein bier hatte!) kamen die worte halb schweizerdeutsch, spanisch, englisch und hochdeutsch raus. ich verlerne hier echt noch alle sprachen.
am sonntag wurde wieder mal schön ausgeschlafen, nachher durfte ich fast den ganzen tag den tropfen zusehen, die dem grauen himmel zur erde herunter entflohen.
und ich... ich sitze nun hier und freue mich auf morgen. es geht vorwärts...
dank pädagogischem tag durften wir am montag ohne irgendwelche vorbereitungen in die schule gehen, denn die schüler blieben an diesem tag zu hause und wir hatten eine sogenannte "weiterbildung". ich muss jedoch zugeben, dass ich nun nicht viel weiter bin. trotzdem habe ich auch an diesem tag wieder viel gelernt, jedoch mehr im zwischenmenschlichen bereich als im pädagogischen. wir wurden in gruppen eingeteilt und mussten zusammen eine aufgabe erarbeiten. ich, mit zwei costaricanerinnen eingeteilt (die die welt ein bisschen anders sehen als ich), machte fast kopfstände. wir kamen bis zum schluss nicht wirklich auf den gleichen punkt. im gegenteil, wir lagen uns am ende fast in den haaren.
am dienstagmorgen dann die ernüchterne meldung meines bruders: reanimierung meiner hd ist nicht geglückt. ausser vereinzeltem knacken lässt sie nichts mehr von sich geben. selbst die lieben worte meines bruders animierten sie nicht, etwas rauszuspucken. mein fazit: verflucht sei die technik! hoch lebe der bleistift und das papier!
donnerstag waren wieder mal elterngespräche angesagt. das erste mal, dass ich nicht mit geknicktem ego den eltern tschüss sagen musste! doch während dem gespräch stellte sich auch heraus, dass ich bei den zeugnissen einen fatalen fehler begangen habe: jedem kind hätte ich eine "verhaltensnote" geben sollen (in der schweiz gibt es keine note, sondern nur ein gut-genügend-ungenügend). ich wusste dies nicht, habe also sozusagen die kinder nicht beurteilt. ich bin also gegen das reglement verstossen! uuups... mal schauen, was ich jetzt machen muss. ob ich bestraft werde? ein jahr länger an der humboldt schule geben?!?!:-)
am freitag nach der schule gings für mich weiter mit schule. zwei stunden intensiv spanisch waren angesagt. schliesslich werde ich in zwei wochen die prüfung ablegen müssen. meine lehrerin ist zuversichtlich, ich seh's jedoch noch nicht so ganz. ich freu mich auf alle fälle schon jetzt, wenn's vorbei ist. schule geben, selber haben und büffeln braucht ziemlich viel energie.
das wochenende verlief dann richtig ruhig und gemütlich: nach erledigtem obligatorium (einkaufen, putzen, vorbereiten) hatte ich wieder einmal zeit für mich, konnte mails beantworten, lesen und einfach "sein".
am samstagabend organisierte dann ein lehrerkollege ein fest, welches ich natürlich nicht verpassen wollte. doch vor dem fest ging ich noch kurz in die schule, um verschiedene dinge für montag zu erledigen. es war richtig komisch: keine seele war anwesend, alles ruhig, stressfrei... ich genoss es mal richtig, die schule auch so kennenzulernen...
den restlichen abend verbrachten wir mit reden, tanzen, essen und trinken. am schluss (obwohl ich nur ein bier hatte!) kamen die worte halb schweizerdeutsch, spanisch, englisch und hochdeutsch raus. ich verlerne hier echt noch alle sprachen.
am sonntag wurde wieder mal schön ausgeschlafen, nachher durfte ich fast den ganzen tag den tropfen zusehen, die dem grauen himmel zur erde herunter entflohen.
und ich... ich sitze nun hier und freue mich auf morgen. es geht vorwärts...
02 August 2009
rutschen unter beschuss
so, meine fahrt hat begonnen. nach nur ein paar meter kam jedoch schon der erste schuss. wenigstens waren diese wenigen meter zuvor schön ;-)
montagmorgen: allen im lehrerzimmer erging es gleich: krampfhaft lächelnd versuchte man den anderen weis zu machen, dass es einem gut gehe. dafür sind noch alle gedanken, wenn nicht gleich herz und seele in den ferien. manche von ihnen waren selbst körperlich erst seit ein paar stunden wieder in costa rica...
auch meine gefühle waren gemischt: endlich hat es angefangen. oder eben, es hat wieder angefangen... doch als ich vor den schülern stand, war all dies wieder vergessen. ihnen ging es nicht viel besser wie uns lehrern, aber trotzdem hatten wir einen super start zusammen. als ich bemerkte, dass sie nicht einmal alles vergessen haben über die ferien, war ich sogar noch mehr motiviert.
aber eben, wäre ja langweilig, wenn alles so gut starten würde, oder?! so hörte ich schon am dienstag von eltern, die sich über die noten ihrer kindern beklagten. nach einem gespräch wurde mir auch sehr schnell klar, dass wieder aufgrund der verschiedenen kulturen kein einverständnis erlangt werden kann. während für mich eine 80 (notensystem ist hier von 40 bis 100, eine 80 entspricht nicht ganz einer fünf) immer noch gut ist, sehen das die eltern hier als mittelmässig, tendenz schlecht.
tja, was will man da machen? jetzt bin ich wohl einfach die böse lehrerin, die den kindern so strenge noten gibt.
aber wisst ihr was? seit dem moment als ich die verlängerung meines vertrages dankend abgelehnt habe, kann ich mir sagen: das ist mir wurscht. so bin ich halt für ein halbes jahr noch eine hexe.
die woche mit den kindern war dafür perfekt. sogar die hausaufgaben wurden von allen gemacht, was eine absolute neuheit war. mal schauen, wie lange diese motivierte phase noch andauern wird...
ich bin nach dieser woche auf alle fälle schon wieder recht müde und hätte nichts gegen ein paar tage ferien ;-)
doch das wochenende half mir bereits, ein bisschen zu entspannen. am samstagabend war eine party bei einem lehrerkollegen angesagt. jeder der mich sah, machte grosse augen, war schliesslich das erste mal, dass ich bei einem solchen anlass auch auftauchte. anfangs war ich skeptisch und wusste nicht recht, wie sie reagieren würden, wenn ich jetzt plötzlich, nach einem halben jahr, "angekrochen" komme. doch diese skepsis war umsonst. die arme waren offen und sätze wie "endlich bist du auch mit dabei" verstärkten das gefühl, dass ich bei ihnen willkommen bin.
es tat gut, die lehrer mal anders kennen zu lernen. ich fand das gespräch mit solchen, denen ich in der schule sonst immer aus dem wege ging und musste feststellen, dass der äussere schein trügte und einen falschen eindruck hinterliess. nun freue ich mich sogar auf montag, die leute wieder zu sehen. das hatte ich bis jetzt noch nie!
doch erstmals muss heute der kampf gegen die auswirkungen von gestern abend ausgetragen werden. so sehr ich das imperial liebe, so sehr hasse ich es für seine unerbitterlichen nebenwirkungen... :-)
montagmorgen: allen im lehrerzimmer erging es gleich: krampfhaft lächelnd versuchte man den anderen weis zu machen, dass es einem gut gehe. dafür sind noch alle gedanken, wenn nicht gleich herz und seele in den ferien. manche von ihnen waren selbst körperlich erst seit ein paar stunden wieder in costa rica...
auch meine gefühle waren gemischt: endlich hat es angefangen. oder eben, es hat wieder angefangen... doch als ich vor den schülern stand, war all dies wieder vergessen. ihnen ging es nicht viel besser wie uns lehrern, aber trotzdem hatten wir einen super start zusammen. als ich bemerkte, dass sie nicht einmal alles vergessen haben über die ferien, war ich sogar noch mehr motiviert.
aber eben, wäre ja langweilig, wenn alles so gut starten würde, oder?! so hörte ich schon am dienstag von eltern, die sich über die noten ihrer kindern beklagten. nach einem gespräch wurde mir auch sehr schnell klar, dass wieder aufgrund der verschiedenen kulturen kein einverständnis erlangt werden kann. während für mich eine 80 (notensystem ist hier von 40 bis 100, eine 80 entspricht nicht ganz einer fünf) immer noch gut ist, sehen das die eltern hier als mittelmässig, tendenz schlecht.
tja, was will man da machen? jetzt bin ich wohl einfach die böse lehrerin, die den kindern so strenge noten gibt.
aber wisst ihr was? seit dem moment als ich die verlängerung meines vertrages dankend abgelehnt habe, kann ich mir sagen: das ist mir wurscht. so bin ich halt für ein halbes jahr noch eine hexe.
die woche mit den kindern war dafür perfekt. sogar die hausaufgaben wurden von allen gemacht, was eine absolute neuheit war. mal schauen, wie lange diese motivierte phase noch andauern wird...
ich bin nach dieser woche auf alle fälle schon wieder recht müde und hätte nichts gegen ein paar tage ferien ;-)
doch das wochenende half mir bereits, ein bisschen zu entspannen. am samstagabend war eine party bei einem lehrerkollegen angesagt. jeder der mich sah, machte grosse augen, war schliesslich das erste mal, dass ich bei einem solchen anlass auch auftauchte. anfangs war ich skeptisch und wusste nicht recht, wie sie reagieren würden, wenn ich jetzt plötzlich, nach einem halben jahr, "angekrochen" komme. doch diese skepsis war umsonst. die arme waren offen und sätze wie "endlich bist du auch mit dabei" verstärkten das gefühl, dass ich bei ihnen willkommen bin.
es tat gut, die lehrer mal anders kennen zu lernen. ich fand das gespräch mit solchen, denen ich in der schule sonst immer aus dem wege ging und musste feststellen, dass der äussere schein trügte und einen falschen eindruck hinterliess. nun freue ich mich sogar auf montag, die leute wieder zu sehen. das hatte ich bis jetzt noch nie!
doch erstmals muss heute der kampf gegen die auswirkungen von gestern abend ausgetragen werden. so sehr ich das imperial liebe, so sehr hasse ich es für seine unerbitterlichen nebenwirkungen... :-)
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