24 December 2009

weihnachten mal anders

ich bin mit meinen gedanken schon so in die ferien vertieft, dass ich schon fast vergass, dass ich letzte woche doch noch tatsächlich schule hatte und mein jahr an der schule humboldt noch erfolgreich beenden konnte. ich habe also ein ganzes jahr in der schule humboldt in costa rica "hinter mich gebracht". nach diversen kopfschütteln, ich-kanns-nicht-glauben und schulterklopfen, waren am mittwochmittag nach dem letzten konvent endlich, endlich ferien angesagt. eingeklungen mit einem netten abend samt kino und ceviche-essen.
doch wie's den lehrern halt so geht, ich hütete am draufkommenden tag das bett mit fieber, halsschmerzen, husten und kopfschmerzen... so wusste also auch mein körper, dass ferien waren und er krank werden darf.

doch ich liess nicht locker, pflegte und hegte mich und war am freitag auch schon wieder auf den beinen.
nach einem openair am abend und abschieds-party, ging's am samstag endlich, endlich los richtung norden von costa rica. dieses mal wirklich in den norden costa ricas. bis fast an die grenze von nicaragua, an einen unbekannten strand namens playa rojada.

wir, elmer und ich machten uns auf den rund sechs-stündigen weg in diese richtung, wo wir unsere kollegen am zelten auffindig machten und uns auch mit unserem zelt nieder liessen.
menschenleere, sonnenschein, wolkenloser himmel, glänzendes meer, sternenüberströmter himmel in den nächten, stille, naturgeräusche, rauschen des meeres, all dies und noch vieles mehr konnten wir während sechs tagen in vollen zügen geniessen. es wurde gelesen, viel geschlafen (unter dem sternenhimmel), auf feuer gekocht, gegrillt, getrunken, gespasst, geschwommen, gesonnt, geträumt, gefischt, getaucht, gestarrt, geredet...
es war ein frieden, den ich nicht in worten fassen kann. genau das richtige nach einem solchen jahr. ich fühlte mich schon nach wenigen stunden einfach frei und sorgenlos.
ein höhepunkt des aufenhaltes war das grillieren eines ganzen fisches, den ich dann essen durfte. hätte mir das mal jemand in der schweiz gesagt, dass ich dies machen werde, hätte ich nur laut gelacht. aber so ist es. glücklicherwei
se konnten wir diesen ausgenommen einkaufen. schwanz und kopf hackte dann auch elmer für mich ab, das hätte ich nicht hin gekriegt. aber essen, das war dann meine aufgabe. und ich muss sagen: das letzte mal wird's nicht gewesen sein!

am donnerstag, dem 24. dezember, wurde ich von meiner kollegin mit den worten "fröhliche weihnachten" am morgen empfangen. nach einigen sekunden wurde mir's dann auch bewusst, stimmt, es ist weihnachten! weihnachten am strand, bei 30 grad, mit sand eingedeckt und bis zum himmel stinkend von rauch und schweiss!
mir gefällts!

und euch wünsche ich noch ganz schöne festtage und einen guten rutsch ins 2010. bei mir gehts in wenigen tagen schon wieder richtung strand...
machts gut und bis im nächsten jahr!

13 December 2009

achterbahn der gefühle

von "ach wie schön, bald ist weihnachten"-gefühle bis zu "zur hölle mit humboldt"-gedanken habe ich diese vergangene woche alles durchgemacht.

da dies die letzte woche vor den ersehnten ferien war, fanden fast jeden tag spezielle anlässe statt.
am montag war jedoch noch normal schule angesagt, alles war also noch in butter. dann, am dienstagmorgen, ein szenario wie in einem horrorfilm. nur wurden keine köpfe abgeschl
agen, sondern das recht, ein jahr länger in humboldt arbeiten zu dürfen, ersäuft. gratis dazu wurde einem das herz aus der brust gezerrt, trächtig darauf getreten, bis es ganz flach war und am schluss rücksichtslos liegen gelassen. tut mir leid für die detaillierte schilderung, aber die art und weise, wie hier menschen behandelt werden kommt diesem wirklich sehr nah.
drei lehrerkollegen mussten so die schule verlassen. die eine nach ganzen 24 treuen dienstjah
ren. ich, wie alle anderen, können es nicht fassen. und wenn ich frage, warum dies so grausam gehandhabt wird hier, ist die antwort "das war schon immer so". ich komme mir vor wie ein kleines würmchen, ohnmächtig und ohne verteidigung. da kam mir echt die galle fast hoch.

am mittwoch war dann das ganze "vergessen" (pura vida!).
wir konnten mit den kindern an diesem tag div
erse theater, tänze und sonstige musikalische vorstellungen geniessen.
am donnerstag war dann der höhepunkt mit einem ausflug, dem paseo. wir, das heisst die lehrer der 4. klasse und die kinder, gingen in einen park, wo sich die kleinen am morgen austoben kon
nten.

freitag dann noch der abschluss mit auszeichnungen und den zeugnissen verteilen. ich durfte mich auch von den zweitklässlern verabschieden und tschüss sagen, denn ich habe sie
das nächste jahr nicht mehr!!! ich freue mich total. zwar habe ich nicht meine traum-konstellation im nächsten jahr, aber immerhin kann ich ein paar klassen wieder geben, die ich dieses jahr so intensiv vorbereitet habe. ich werde wieder eine zweite, eine dritte, eine vierte und neu meine fünfte unterrichten. nur in mathe und deutsch, ich werde hier noch zu einer fachidiotin ;-)

der abschied war super. kinder kamen zu mir, umarmten mich, einige sagten noch, dass sie mich vermissen werden (ganze zwei monate werden wir uns nicht sehen!) und andere drückten mir ein geschenk in die hände. echt süss. und doch, ich war froh, als die schule um zwölf uhr fertig war. ich habs tatsächlich geschafft! das unmögliche möglich gemacht. hätte mir jemand vor einem jahr gesagt, dass ich mal sein werde, wo ich jetzt bin, hätte ich ihm nicht geglaubt. ich weiss, eigenlob stinkt, aber ist mir egal, wenn ich bis zum himmel stinke, ich hab's verdient!

das wochenende war dementsprechend entspannend. keine gedanken wie "ui, was muss ich noch alles vorbereiten?!". einfach eine ruhe in mir, es ist so schön.

am freitagabend suchten wir nach einem wohltuenden ceviche in heredia weihnachtsstimmung und fuhren an einen ort, der für eine strasse bekannt ist während dem dezember, da alles schön weihnachtlich geschmückt ist. ich kam mir fast wie in amerika vor: kitschige lichter und figuren, die aussen am hauseingang hingen, die palme und sträucher schmückten und der fakt, dass kein schnee vorhanden ist, vergessen lassen. alles blinkte und glitzerte.
es war so kitschig, dass es mir schlussendlich wieder gefiel.

am samstag ging ich mit elmer zum festival de la luz. das ist ein umzug in san josé, der einem umzug in einem disney-world gleicht: wagen mit lichtern und figuren aus sagen und märchen fahren an tausenden von menschen vorbei. schon morgens um sechs wird für diesen anlass der stuhl an den gewünschten ort gestellt und bis um sechs uhr abends gewartet. wir waren natürlich nicht so verbissen und gingen erst um fünf hin. es war echt schön. dazu orchester, die spielten und cheerleaders die ihre show zum besten gaben.
nach dem festival ging es gleich weiter zu der abschlussparty unserer zwei lehrerkollegen, die bald wieder zurück nach deutschland fliegen werden.

am sonntag war dann lang schlafen angesagt. verdient lang schlafen. ohne-schlechtes-gewissen-lang-schlafen. ach, wie schön sind doch ferien ;-) am nachmittag gings auf wohnungs-haus-suche in pavas. entweder zu teuer, keinen garten oder sonst was, das nicht so war, wie wir es uns vorstellen. aber immer noch positiv. irgendwas wird uns zufliegen, ich spür's.

so ging ein ruhiges und wieder sehr entspannendes wochenende zu ende. morgen bis mittwoch gehts zwar wieder in die schule, aber wie gesagt, die kinder werden nicht bei uns sein, wir haben unsere ruhe und dürfen selber die schulbank drücken. und dann. ja dann ist endlich, endlich, endlich schluss!!!

06 December 2009

wild durcheinander

alles hat ein ende. zum glück! ist auch nötig momentan. weder kinder noch ich wollen so richtig funktionieren. aber noch sind wir ja nicht so weit. aber fast... noch eine woche ist durchzuhalten, bis die kinder in die wüste geschickt werden. dann gibt es für uns lehrer noch drei tage extra-schule, wo wir die schulbank drücken dürfen und listo! überstanden! fertig! ein jahr durch! das unmögliche möglich gemacht!

die vergangene woche war ein bisschen mühsam: eltern, die noch auf den letzten drücker was von mir wollen und das gefühl haben, in den letzten sekunden noch einen einfluss auf die note zu haben, sitzungen, anlässe, die mich bis um neun in der nacht in der schule aufhalten liessen und examen schreiben (obwohl ich ja gehofft habe, dass es durch ist).
aber es gab natürlich auch schöne momente: all die deutsch-stunden, in denen die kleinen das erste mal ein buch lesen durften/mussten. und zwar lese ich mit ihnen "oh wie schön ist panama". sie sind vom tiger und dem bären total begeistert und freuen sich, dass sie deutsch lesen können und sogar auch was davon verstehen! und auch wenn die geschichte erst-klass-niveau hat, haben die viertklässler eine liebevolle zuneigung zum tigerentchen entwickelt. :-)

am donnerstagabend war ball des sports angesagt. ein anlass, wo die sportlichsten kinder der schule ausgezeichnet wurden. auch hier wieder schön, "meine" kinder auf der bühne zu sehen. auch wenn sie schlussendlich nicht gewonnen haben, waren sie doch zumindest nominiert.
vor diesem anlass jedoch, ging die kollegin und ich auf heimat-suche. leider wird es mit dem haus, das wir als wg gerne gehabt hätten, nicht klappen. der besitzer muss es aus finanziellen gründen verkaufen und so wissen wir nicht, ob dann der neue besitzer ebenfalls vermieten möchte, oder nicht. deshalb sind wir jetzt auf haus-suche. es war richtig lustig: wir liefen einfach los, haben die nummern auf den "zu vermieten"schildern notiert, angerufen und besichtigt. bis jetzt war noch nichts dabei. entweder zu teuer oder keinen garten, was für uns das wichtigste ist. das gute ist, dass wir ja zeit haben zu suchen und mit der hilfe einer marklerin, wird das bestimmt klappen. ich bin auf alle fälle gespannt, was wir kriegen werden!

am freitag war dann noch notenkonverenz. eine kurze und schmerzlose sache. zumindest für mich. schlussendlich müssen zwei kinder von mir in deutsch eine nachprüfung schreiben und eines in mathematik. bestehen sie dieses examen nicht, haben sie im januar noch die aller letzte chance, im allerletzten examen. wenn sie dieses nicht bestehen, gehts in eine ehrenrunde und die vierte muss wiederholt werden. bei einem kind in meiner klasse, vier fächer hat es nicht bestanden, steht schon fest, dass die fünfte klasse noch ein jahr auf sich warten muss. diese erfreuliche nachricht durfte ich dann auch am freitagabend den eltern überreichen. tolle neuigkeiten vor einem wochenende!

dann kam das wochenende, an dem ich wieder an eine geburi-party eingeladen war. dieses mal war es eine geburtstags-cocktail-party. wir waren gut 30 leute. immer zu zweit wurde ein cocktail mitgebracht und diese zum degustieren verteilt. sprich 15 verschiedene cocktails, die ich an diesem abend probiert habe. von cocktails mit bacardi, über rum, nach anis-likör, bis vodka und baileys... ihr könnt euch ja vorstellen, wie ich mich danach gefühlt habe. und so hat mein ganzer sonntag dann auch ausgesehen: schlafen, ausruhen, nichts-tun.

und jetzt... noch fünf tägli. ich kanns immer noch nicht fassen :-)

29 November 2009

wenn sich osterhase und christkind mit handschlag ablösen

etwas vom schönsten im leben ist für mich der moment, in dem man von alt bekannt-geglaubten personen oder gewohnheiten überrascht wird. diese vergangene woche war bereichert von solchen momenten.
an
gefangen mit meinen "geliebten" zweitklässlern: am mittwoch durften sie ihren fleissig geübten rap den anderen klassen vorstellen. eine ganze stunde waren wir auf einer kleinen tournee und sie haben ihr erlerntes zum besten gegeben. ich konnte fast nicht vor lachen und stolz und den kindern ging es genau so. aber die gute frau moor hat wieder einmal mehr die kamera vergessen und so konnte ich leider keine aufnahmen machen.

während der ganzen woche war das sogenannte pokalturnier am laufen: jeder tag war eine andere sportart dran, in der sich die kinder unserer schule gegen kinder anderer schulen behaupten mussten. ich half an diesem anlass mit und sah das erste mal die schüler meiner klasse in accion. nebst grosser enttäuschung einzelner im alleinkampf von leichtathletik, war umso grösser der stolz, als unsere schule die goldmedaille in fussball und basketball verteidigen konnte. mein stolz wuchs ebenso, waren doch einige meiner kinder in den mannschaften dabei. und eben, überrascht war ich genauso, da ich nicht gedacht hätte, dass meine kinder so sportlich wären.

die woche flog also wieder einmal vorbei, kein wunder bei so vielen anlässen, schlussexamen und endspurt vorbereitung. ich habe echt das gefühl, dass es erst noch april war und wir eier versteckten, dann mal august mit den langen ferien und plötzlich stehen wir schon vor dem weihnachtsbaum im dezember. naja, zumindest fast.
mein weihnachtsgefühl liegt mittlerweile zum glück nicht mehr auf null, ich bringe schon fast ne zwei hin (von zehn). liegt daran, dass ich einen adventskranz geschenkt bekam, damit ich wenigstens ein bisschen weihnachten zu hause habe. ich kaufte mir dazu noch eine schöne lichterkette (die leider so blöd blinkt, was ich erst zu spät merkte). trotzdem hängt diese nun stolz an meinem fenster und wärmt mich mit ihrem licht.
wenn's so weiter geht, kann ich's vielleicht noch auf eine fünf schaffen. zeit habe ich ja noch... :-)

mein wochenende war wieder mit nichts-tun vollgestopft. das bedeutet viel schlafen, lesen, basteln (für weihnachten, deshalb die zwei von zehn) endlich, endlich wieder einmal putzen, kino und natürlich fisch-essen, was nicht fehlen darf.
die batterien sind geladen und ich bin bereit, die zweitletzte woche (!) in angriff zu nehmen.

22 November 2009

schrumpflige finger

schon wieder bin ich am blog schreiben und ich kann schon wieder nicht fassen, dass schon wieder eine woche vorbei ist und schon wieder das wochenende zur vergangenheit gehört.

zwischen examen schreiben, examen korrigieren, noten machen und unterrichten, hatte ich doch noch zeit für anderes, nicht-schulisches. ein eher unangenehmer termin war mein zahnarzt. so gross meine freude war, als er mir vier "döggeli" entfernte, so gross war auch die enttäuschung, als er wieder zwei neue anklebte. aber was solls, auch der schmerz nehm ich hin, so weiss ich nämlich wenigstens, dass sich auch was tut.
am donnerstagabend ging ich an das abi-theater von unserer schule. ganze drei stunden sassen wir im auditorium und sahen den abiturlern zu, wie sie (alles auf deutsch!) ein selbst erfundenes und geschriebenes theater zum besten gaben. teilweise hatte ich jedoch mühe, zu verstehen, was sie sagten. die deutschen sprachen so schnell, dass man sie nicht verstand und die ticos sprachen zum teil mit einem so extremen akzent, dass man nur durch erraten wusste, was die person sagte. aber trotzdem, chapeau für die leistung.
freitag war dann im gegensatz zu den eher unspektatkulären tagen zuvor, ein highlight, als in der schule plötzlich der alarm los ging. doch der alarm war ein anderer wie normalerweise, also hab ich die schüler beruhigt und gesagt, dass sie im zimmer bleiben sollen. eine halbe minute später hörten wir stimmen und entschieden, doch nach draussen zu gehen. und siehe da, es war ein erdbeben! nur spürte es praktisch niemand. so ist der alarm auch nicht wirklich hilfreich und bei meiner reaktions-fähigkeit wären wir bei einem grösseren erdbeben schon längst unter der decke begraben gewesen...

dass die tage nur so dahinrasten war mir nichts als recht, denn ich konnte das wochenende fast nicht erwarten. es ging auf zu den termales del bosque. vor gut vier monaten war ich schon mit meinen freunden aus der schweiz dort in den termalbädern. es hat mir so gut gefallen, dass ich unbedingt nochmals hin gehen wollte. und ich werde bestimmt nicht das letzte mal dort gewesen sein! :-) pure erholung in den termalbädern und im jaccuzzy, umgeben von der natur und der ruhe, sodass ich ganz vergessen konnte, dass ich eigentlich keine ferien habe. um so härter dann die rückkehr in die realität...
aber was solls: noch drei!

15 November 2009

rüttelnde und feuerlodernde wände

schneller kanns wohl kaum mehr gehen. unspektakulärer wohl auch kaum. obwohl mir's so gefällt: vollbepackte tage mit viel arbeit (schlussexamen werden geschrieben) und mehr oder weniger motivierten schülern.
besonders in der zweiten klasse konnte ich am freitag mit einem riesigen grinsen das schulzimmer verlassen. wir sangen einen rap zusammen. ihnen hat das so viel spass gemacht, dass ich das ergebnis am liebsten mit video aufgenommen hätte. die einen kamen wir echt wie klein coolio vor.

am freitagnachmittag, nichtsahnend am tisch sitzend, rüttelte plötzlich der ganze boden samt wänden. ich wusste wieder nicht, was ich machen sollte. unentschlossen lief ich zur tür, wartete, doch wollte und wollte es mit dem schütteln nicht aufhören. ein erdbeben also, für mindestens fünf sekunden (so fühlte sich es zumindest an). glücklicherweise war das epizentrum tief in der erde, sodass es keine schaden anrichtete. trotzdem unangenehm, wenn alles rüttelt und man nicht weiss, wo man hingehen soll.

das wochenende war dann nach diesem schock wieder eine riesige energiezufuhr. erstmals gingen wir das tanzbein schwingen bis wieder pünktlich um zwei uhr morgens die musik abgestellt wurde. ich werde dies wohl nie verstehen können...
am samstag gings dann ins tirol von costa rica. ein ort in den "bergen" von heredia, wo wir schon vor zwei wochen waren. wieder einmal mehr fühlte ich mich wie in der schweiz: es war kalt, der himmel bewölkt und grau und der regen kullerte fast ununterbrochen nach unten. da das zimmer in dem wir übernachteten, jedoch ein cheminee hatte, störte dies überhaupt nicht. im gegenteil, ich konnte mich noch mehr wie in der schweiz fühlen (nachdem wir gut eine halbe stunde mühsam versuchten, ein feuer hin zu bekommen). nur die marshmellows, die wir im feuer schmolzen, sagten mir, dass ich doch nicht in wermatswil vor dem cheminee sitze.

leider wurde ich am sonntag wieder brüsk in die realität zurückgeholt, als wir von den bergen wieder ins stadtleben katapultiert wurden. aber egal, ich bin bereit für die nächste woche und schön entspannt. zudem sind es nur noch vier wochen! :-)

08 November 2009

limonengetränkte proteinbomben

die tage fliegen nur so dahin. ausgefüllt mit schule geben, examen korrigieren, schlafen und essen. diese vergangene woche war wieder intensiv. aber eine intensive, die mir gefällt.
was mir nicht gefallen hatte, war, dass sich meine angeschlagenheit von vorletzter woche in eine fast-grippe verwandelte. montag und dienstag ging's mir echt nicht gut, doch nach diversen tabletten und alka-c's kann ich jetzt sagen, dass ich wieder auf dem aufwärtssteigenden ast sitze und mich nur noch über eine verstopfte nase beklagen kann. me
in ziel, den winter ohne grippe zu überstehen, konnte ich also leider nicht erreichen. und das kurz vor dem ende des winters, es geht nämlich nicht mehr lange und der sommer wird wieder beginnen. doch bis dorthin werden uns noch einige durchnässte nachmittage begleiten.

spektakuläres stand dieses mal also nichts an. es lief erstaundlich ruhig, nur die zweitklässler hätte ich wieder am liebsten aus dem fenster geworfen. aber naja. ich hoffe mal, dass ich sie nächstes jahr nicht in der dritten wieder haben werde und dieser gedanke treibt mich voran. es sind schliesslich nur noch fünf wochen.

das wochenende war wieder super entspannend. am freitag ging ich an eine ausstellung eines malers, wo ich mich sofort in das eine bild verliebt habe. man kann sich denken warum... bei solchen farben kann ich einfach nicht widerstehen. doch der preis animierte mich dann dazu, doch nur ein foto zu machen, anstatt das bild mit nach hause zu nehmen ;-)
am samstag habe ich dann von elmer gelernt, wie man ceviche zubereitet. Ein gericht aus fisch, der in limone "gekocht" wird. was vielleicht nicht wirklich überzeugend tönt und auch nicht wirklich appetitlich aussieht - verurteilt nichts, was ihr vorher nicht probiert habt - kann ich euch garantieren, dass es super lecker ist! und das sage ich als frühere fisch-nein-danke-überzeugte.

meine batterien sind also wieder geladen für die folgende woche und mein körper mit protein vollgestopft für den nächsten monat. auf gehts!

01 November 2009

ein stück heimat

die woche verging wieder im affentempo. kaum stehe ich am montagmorgen auf, gehe ich am freitag in der nacht wieder ins bett. so fühlt es sich an. und dazwischen wird ein bisschen schule gemacht. obwohl, diese woche lief das "bisschen schule" nicht so wie sonst. ich war die ganze zeit schlapp und meine nerven waren ziemlich angekratzt, was die kinder (tut mir leid!) zu spüren bekamen. woran's lag, kann ich nur vermuten: zu viel nass (regen und fast keine sonne), zu wenig schlaf, zu viel sport und zu viel schule.
anstatt am freitag um zwölf nach hause zu gehen, blieben wir lehrer alle noch in der schule, da dieses mal wir deutschen (schlimm, zähle mich jetzt auch schon zu ihnen) die ticos kulinarisch verwöhnen durften. zudem präsentierten wir eine kleine karaoke-show mit liedern aus den 80ern, wo ich die nena mit den 99 luftballons zum besten geben durfte. den ticos hat's gefallen und waren ganz erstaunt, dass die deutschen einen solchen humor haben, über sich selber lachen können und mal nicht so seriös sind.

das wochenende war dann dafür eine einzig grosse energiespritze. ich konnte mich entspannen, geniessen und energie tanken, wie schon lange nicht mehr.
angefangen am freitagabend mit der nachricht, dass ich die spanisch-prüfung DELE bestanden habe. mir kamen fast die tränen, habe ich doch echt nicht gerechnet zu bestehen, nachdem mir einen teil so in die hose ging. und der ging mir wirklich in die hose! wäre es nur nach dem benotet worden, hätte ich nicht bestanden. aber da ich im mündlichen von 30 punkten 29 absackte (!), konnte ich das ganze kompensieren. klar könnt ihr mich jetzt fragen: "und was hast du jetzt davon?". einen mächtigen stolz auf mich selber und den beweis, dass ich spanisch sprechen kann. mir genügt das.

am samstag, nach einer langen geburtstagsfeier-nacht, schlief ich wieder einmal bis tief in den nachmittag hinein (verpennte sogar die feria!) und am abend wurde mein erfolg mit einem abendessen (verwundere mich nicht, wenn mir jetzt dann flossen wachsen) und kino gefeiert.
da die feria am samstag verpennt wurde, kaufte ich meinen gemüse- und früchtevorrat am sonntagmorgen an der feria de san rafael ein. ein bisschen kleiner das ganze, dafür unterhaltsamer, da gleichzeitig eine kleine chilbi statt fand. danach fuhren wir noch in die hügeln von heredia, einen "berg", der monte de la cruz heisst. von dort aus hat man die sicht auf das ganze tal von heredia und san josé. wir hatten glück mit dem wetter, selbst die sonne schien, sodass die sicht herrlich war. manchmal zweifelte
ich jedoch daran, in costa rica zu sein: es sah genau so wie in der schweiz aus. leider vergassen wir unsere kamera. einen grund mehr also, nochmals dort hin zu gehen.

das wochenende verging also viel zu schnell. obwohl ich in dem sinn nicht weg (=strand) war, habe ich wieder neue seiten von costa rica entdeckt und konnte mich erholen, sodass ich jetzt für die nächste woche gerüstet bin.

25 October 2009

wenn enttäuschung und freude hand in hand gehen

noch nie waren enttäuschung und freude so nah beieinander, wie bei mir in dieser vergangenen woche.
in gesprächen mit meinen liebsten in der schweiz konnte ich die enttäuschung raus hören. und verstehen. kaum teilte ich jedoch mein längerbleiben hier in costa rica mit, wurden freudesprünge und umarmungen ausgeteilt. und ich stand dazwischen. konnte mich weder so richtig freuen, noch so richtig trauern. eine schwierige situation, die mir nicht erlaubte, klar zu denken.
doch schlussendlich muss ich in mich selbst hinein schauen und dort befindet sich eine ruhe mit dem klaren zeichen, dass diese entscheidung die richtige war. ich freue mich total auf da
s nächste jahr und geniesse jetzt jeden einzelnen tag mit kindern, kollegen und schule mit so viel energie, wie schon lange nicht mehr.

die stunden in der woche rasen nur so an mir vorbei, was wohl daran liegt, weil es mir einfach momentan so was von spass macht. ich habe durch meine motivation wohl die kinder angesteckt, die mich mit ihrer motivation nun noch mehr motivieren. und so stapeln wir uns in die höhe ;-)
selbst der gesamtkonfent am donnerstag konnte meinen höhenflug nicht stoppen. wir waren sogar in rekordschnelle fertig, nach nur zwei stunden war das ganze grauen schon vorüber.

dann am freitag nach der schule wurden schnell nägel mit köpfen gemacht, die sachen gepackt und es ging mit elena, elmer und stefan richtig río celeste in den norden costa ricas.

es goss während der ganzen fahrt wie aus kübeln. wir verloren jedoch nicht die hoffnung und siehe da, je näher wir dem zielort kamen, desto schöner wurde es. zumindest hörte der regen auf, der himmel blieb jedoch grau in grau. dafür gab es auf der letzten steigung hoch zur cabina reichlich probleme. trotz 4x4 hatten wir mühe den hügel zu meistern und sahen uns schon rückwärts in den fluss kullern. doch es wurde geschafft und so kamen wir am freitag in der nacht um elf uhr schön müde und geschafft an.
am nächsten morgen gingen wir guten mutes mit einem guide in den nationalpark, den río celeste betrachten. im hinterkopf hatte ich die schönen bilder, vom wirklich himmelblauen wasser im fluss (bild links, soll-stand). doch eben, petrus meinte es nicht gut und kaum waren wir eine vierte stunde unterwegs, begann wieder der regen. und hörte nicht auf. wir waren bis auf die unterhosen pflotschnass, doch stapften wir tapfer weiter. enttäuschend war dann jedoch, als wir den fluss sahen, der anstatt das schöne himmelblau eine eher tümpel-braune farbe hatte (bild rechts, ist-stand)... die heisse quelle konnte dies jedoch wieder wett machen, wo wir uns ein bisschen aufwärmen, bzw. fast verbrennen konnten. weiter gings in die nassen kleider und schuhe und unter strömenden regen richtung cabinas zurück.
am sonntag dann das gleiche, so dass wir schon um elf uhr morgens den weg richtung san josé auf uns na
hmen. alles lief gut, bis plötzlich bemerkt wurde, dass der tank schon fast leer war... und der nächste ort mit tankstelle reichlich weit entfernt... wacker lief das auto jedoch weiter, bis es gut zehn kilometer vor erlösung ganz streikte. mit autostopp musste elmer und ich dann in die stadt fahren, benzin kaufen gehen und wieder per anhalter zurück, wo die zwei anderen wache standen. trotz diesem vorfall kamen wir pünktlich um fünf uhr in san josé an, um das auto unversehrt zurückgeben zu können.

ein wochenende, in dem wir also mehr wasser als sonst irgendwas zu sehen und spüren bekamen. doch konnte ich manches daraus lernen. in zukunft werde ich bestimmt öfters ein auge auf die tankanzeige werfen und meinen regenmantel mitnehmen, auch wenn mir die sonne am himmel entgegen lacht. man weiss nämlich nie...

18 October 2009

seilziehen mit meinem herzen

eine kurze woche geht wieder zu neige. ich bewegte mich in diesen tagen wie in einem traum und war, glaube ich, nie ganz bei der sache.

montags hatten wir dank columbus frei. día de la cultura war angesagt, angeblich hatte vor einigen jahren genau an diesem datum columbus amerika entdeckt. das wurde gefeiert mit nicht-arbeiten. sonst war aber nichts los und ich verbrachte den tag unspektakulär mit putzen und vorbereiten für die spezielle woche. dienstag gings dann wieder los und wie gesagt, war speziell, dass während vier tage vier leute aus mexiko in unserer schule herum liefen, uns im unterricht besuchten und die ganze schule unter die lupen nahmen.
mir war das so ziemlich egal, führte unterricht wie eh und je durch und hatte zusätzlich noch das glück, dass sie mich nicht sehen wollten :-)

meine beneblung hing jedoch nicht mit diesen leuten zusammen. sondern aufgrund dem fakt, dass ich die letzte gelegenheit hatte, um mich noch umzuentscheiden, um doch noch länger in costa rica zu bleiben. die frage "ein jahr länger costa rica oder die schweiz?" spukte mir pausenlos im kopf herum. stündlich wechselten meine gefühle, je nachdem mit wem ich redete, schwankte meine tendenz. die ganze zeit kam ich mir vor, als ob mein herz zwischen zwei seilen gespannt wäre, an welchen costa rica sowie die schweiz zieht. schlussendlich war mir klar, dass ich die entscheidung alleine nehmen und auf mich und niemanden sonst hören muss. nun ist die entscheidung gefallen, ich werde trotz all meinen negativen erfahrungen, meinen flüchen und schwuren, kein weiteres jahr mehr zu machen, nochmals ein jahr hier bleiben (wie logisch).
ich weiss, dass ich viele menschen mit dieser entscheidung enttäusche. doch ich habe mir alles gründlich überlegt. eine liste gemacht. mit allen mir lieben menschen gesprochen und rat geholt. bedingungen gestellt (und erhalten). zurückerinnert und "was ist wenn..."-situationen ausgedacht.
auch jetzt bin ich nicht sicher, ob ich mich richtig entschieden habe. doch im moment ist es für mich "das richtige" und ich bin optimistisch, freue mich sogar, weil ich weiss, dass sich nochmals vieles zum noch besseren wenden wird nächstes jahr: ich werde mit meiner kollegin eine wg gründen, in einem haus, das sich fünf minuten von der schule entfernt befindet. ich werde meine klasse beibehalten können und zwei neue klassen übernehmen, in denen ich den bisher erarbeiteten stoff wieder verwenden kann. ich werde einen park in der nähe haben und dort joggen gehen können. ich werde am morgen länger schlafen können. ich werde auf dem nach hause weg wegen dem verkehr keine nerven mehr verlieren. ich werde einen garten haben. ich werde mich spontan mit meinen kollegen treffen können. ich werde auch an einen gemüse- und früchtemarkt gehen können (wichtig! :-)). ich werde eine eigene hängematte kaufen und lernen, mehr zu hängen und zu geniessen.
ich habe viel vor. meine energie und ideen sprudeln nur so aus mir heraus. und doch... ich weiss, dass ich am boden bleiben muss, denn es wird bestimmt nicht alles nur toll und einfacher werden. aber ich bin gewappnet, meine haut ist schliesslich dicker.

11 October 2009

und wie recht hat janosch!

freitag um mitternacht ging die reise richtung panama endlich los. 18 stunden fahrt stand uns (elena, stefan und mir) bevor. alles lief super, bis auf den fakt, dass wir uns wie sardinen im tiefkühler vorkamen und bis wir morgens um halb sechs an der grenze zu panama standen. erst um sechs wurde das büro geöffnet. doch dank systemfehler (wieder einmal mehr ein hoch auf die technik) durften wir uns ganze fünf stunden die beine in den bauch stehen und warten, bis wir den stempel im pass hatten.
wenigstens gings dann ohne komplikationen weiter bis nach panama city, wo wir abends um sechs ankamen. voll gerädert von der reise feierten wir trotzdem mit weiteren zwei lehrerkollegen den fakt, dass wir endlich ferien haben.


wenn man in panama ist, steht der kanal miraflores auf der pflicht-liste. so gingen wir auch am samstag den kanal betrachten. schlussendlich unterschied sich dieser nicht wirklich von einem kanal am rhein. die schiffe waren zwar ein bisschen grösser, was auch beeindruckend war. grosse emotionen blieben jedoch aus, doch konnten wir einen haken hinter unsere to-see-liste machen.
da leider mit den schiffen auch der regen kam, flüchteten wir später in ein einkaufszentrum und shoppten ein bisschen. aber auch hier ein wenig enttäuschend, schliesslich unterschied sich eine mall in panama zu einer in costa rica kaum.

montag verbrachten wir dann morgens in der altstadt von panama. mich beeindruckten die gegensätze der stadt sehr: einerseits ruinen, teilweise nur fasaden von häusern und unweit davon ein schönes, renoviertes und gepflegtes haus. als wir dann noch in den modernen stadtteil panamas gingen, fühlte ich mich wieder wie in einer anderen welt. wie in einem klein-new-york. die hochhäuser würden in new york zwar nicht einmal die hälfte der höhe der gebäude von dort erreichen, doch nur schon mit dieser höhe fühlte ich mich ziemlich klein. abschluss unserer entdeckungs tour war der fischmarkt, wo wir ein herrliches ceviche verspeisten. ich werde hier echt noch zu einem fisch-fan.


am montagabend um acht ging dann schon unser bus richtung bocas del toro los. schon morgens um sechs befanden wir uns dann bei sonnenaufgang auf einem boot, das uns zur insel bastimento mitnahm. nach ein paar stunden schlaf-nachholen begaben wir uns mit grossen erwartungen auf den weg zu dem playa wizard. nach halbstündiger wanderung durch sumpf und moor standen wir schliesslich vor einem strand, den uns alles andere als überzeugte: abfall lag herum und das wasser hatte alle anderen farben, nur nicht das türkis, das wir von den postkarten her kannten und erwarteten. ziemlich enttäuscht machten wir uns eine stunde später schon wieder auf den rückweg und wären eigentlich am liebsten wieder nach costa rica zurückgekehrt.
am nachmittag trafen wir noch elmer, ein lehrerkollege von uns, mit dem wir dann am abend die hauptstadt unsicher machten.

am mittwochmorgen entschieden wir uns auf die hauptinsel, insel colon selber übernachten zu gehen. wie sich später herausstellte, war diese entscheidung auch die richtige. auch wenn keine strände direkt bei diesem dörfchen zu finden waren, war doch ein bisschen mehr leben vorhanden.
nach langem feilschen und verhandeln, konnten wir dann n
och am gleichen tag mit einem boot den atemberaubenden strand playa estrella besuchen, wo wir schliesslich das türkis farbene wasser endlich antreffen konnten.

leider hatten wir tags darauf kein glück, es regnete den ganzen tag. doch uns kam das gerade recht, da eine nacht zuvor ziemlich gefeiert wurde. so wurde ein gemütlicher kater-auskur-tag daraus, den wir mit lesen, spielen und reden verbrachten.

am freitag meinte es petrus wieder gut mit uns und wir konnten unsere vorgesehene tour durchführen. erster halt war für eine delfinbesichtigung. das gefühl ist unbeschreibbar, das ich hatte, als ich den ersten delfin in purer freiheit zu sehen bekam. es war unglaublich.
nachher gings weiter an den playa zapatilla. auch hier war der strand zu finden, den man sich im paradies vorstellt.


am samstag nahmen dann die traum-ferien ein ende. frühmorgens um acht gings richtung costa rica los. dieses mal mit viel weniger komplikationen, selbt der grenzübergang verlief wie butter. neun stunden später standen wir bereits in heredia. mit flipflops im regen... wie ein schlag ins gesicht wurde uns bewusst, dass nun der alltag wieder eingekehrt ist.

nun gehts mit viel energie in die endrunde. und ob ihr's mir glaubt oder nicht, ich freue mich auf die kinder in der nächsten woche! :-)

02 October 2009

wenn früchte wachsen und die haut dicker wird

eine intensive woche geht zu ende. ich bin total ferien-reif (was ich momentan ja sein darf), aber auch total glücklich!
es schaut danach aus, dass mein kleiner baum früchte zu tragen scheint.
nicht zusammenschisse, nein, sondern lobe wurden mir erteilt. eltern, die mir sagten, wie schade es sei, dass ich schon gehe. und plötzlich fühlte ich das selber auch... nicht umsonst sagen meine kollegen die ganze zeit, dass ich länger bleiben soll als nur ein jahr, denn das erste sei schliesslich das härteste.

die woche begann mit sitzungen bis in den abend hinein, zog sich weiter mit examen-korrigierende-"freie"-nachmittage, bis hin zum elternabend am mittwoch von vier bis acht uhr abends. es kamen viele eltern, doch konnte ich diese meistens sehr schnell "abfertigen".
zur grossen überraschung musste ich feststellen, dass meine haut einige millimeter dicker zu sein scheint als noch vor einem halben jahr. ich fühlte mich viel sicherer als beim letzten mal, nahm kein blatt vor den mund und sagte geradeaus, was die einzelnen kindern tun, oder eben nicht. schliesslich ist es nicht mein fehler, sondern der fehler des kindes (und der eltern), wenn sich dieses in meinem unterricht nicht benimmt! mit dieser einstellung fällt einem alles einfacher und die eltern sind plötzlich ruhig und haben keine argumente mehr zum kontern...

am donnerstag und freitag genoss ich die letzten stunden mit den kindern. um zwölf konnte ich es irgendwie nicht so richtig glauben, dass wir nun ferien haben. doch mit nach hinten lehnen und geniessen hatten die ersten stunden meiner ferien überhaupt nichts zu tun. wortwörtlich rannte ich dem busticket hinterher, im grössten schiff natürlich, damit ich auch diese nacht um elf mit meinen kollegen richtung panama fahren kann. ziel ist panama city (eine 18 stündige fahrt!) für zwei tage und dann gehts weiter zu bocas del toro, eine inselgruppe an der grenze zu costa rica, wo wir vier tage verbringen mit nichts-tun. scheinbar soll dieser ort den malediven gleichen... :-D

ich melde mich ab, trete in die fussstapfen von janosch und gehe auf die entdeckung des schönen panamas. bis bald!

27 September 2009

stille wasser sind tief

ich kann es immer noch nicht fassen. die vergangene woche verlief so was von harmonisch, fast unheimlich... die schüler, selbst die zweitklässler, waren zum knuddeln und arbeiteten super mit und in meiner sprechstunde kamen nicht einmal eltern, was sonst eigentlich immer der fall war.
frag mich gerade, ob dies wohl die ruhe vor dem sturm ist... nächste woche wird sich's am elternabend rausstellen, was sich noch alles in der tiefe des wassers befindet. entweder rennen sie mir die türe ein, oder sonst werde ich in ruhe gelassen. momentan möchte ich jedoch nicht an diesen erfreulichen anlass denken und geniesse noch die letzen stunden wochenende.

nebst der schule wurde ich auch auf trab gehalten. am mittwochabend, um auch mal unter der woche dem alltagstrott zu entgehen, ging ich noch ganz spontan ins kino und nahm mir während dem film "la cruda verdad" ein paar notizen. :-) das aufstehen am darauffolgenden tag fiel mir ein bisschen schwerer als sonst, doch es hat sich schliesslich gelohnt.

am freitag dann der tag, auf den alle (zumindest die deutschen) so lange gewartet haben. das oktoberfest fand statt, von der schule organisiert. bis auf den namen hatte dieses jedoch fast nichts mit den originalen oktoberfesten in deutschland gemeinsam: latino-musik statt schaukel-musik, costaricanisches bier statt deutsches, plastikbecher statt mass. dafür gab's weisswürste und brezel, die beim verzehr die deutschen mit einem stück heimatgefühl beglückten.
das lokal war pampenvoll mit schülern, lehrern, eltern und humboldt-unabhängige menschen. der ort selber war riesengross, ein ganzes parkaus-abteil in einem einkaufszentrum in der nähe, wo ich wohne. ich war echt überrascht und habe nicht so eine menschenmasse erwartet. es wurde getrunken, getanzt, gegessen und für einen moment das lehrer-schüler-eltern-verhältnis auf die seite geschoben.
eine stunde hatte ich noch schicht und durfte/musste bier ausschenken. nicht viel später, um punkt zwölf, wurde die musik jedoch brutal abgestellt und das licht angemacht. sekunden später waren die leute schon am aufräumen. schade, aber das scheint hier normal zu sein. als wir dann noch nicht nach hause gehen wollten, gingen wir in heredia noch etwas trinken (zur abwechslung mal ein bier). doch auch dort: um punkt zwei uhr morgens wurden um uns herum die stühle auf die tische gestellt und irgendwann, so um zehn nach wurden wir freundlich-auffordernd darauf aufmerksam gemacht, dass wir jetzt doch gehen sollten. so ging ein lustiger abend ziemlich aprupt zu ende...

am samstag musste ich die konsequenzen von dem fest tragen und verbrachte den tag mit kopfweh und fluchen. wieder einmal mehr nahm ich mir vor, die finger vom bier zu lassen...
am abend wurde ich an ein geburtstagsfest eingeladen und blieb meinem vorsatz sogar treu! es war richtig gemütlich und ich genoss es, mich wieder einmal nur spanisch berieseln zu lassen.
der sonntag verbrachte ich dann mit obligationen: schule, wäsche und putzen, aber konnte doch noch ein paar sonnenstrahlen in der geliebten hängematte geniessen, bevor die wolken die sonne gnadenlos verdeckten.
und jetzt bin ich lista para la última semana antes de las vacaciones! auch wenn voll mit schule, ich seh darüber hinweg und träume jetzt schon vom sand, den ich bald wieder unter den füssen spüren werde...

20 September 2009

wenn europäer den ticos das tanzen beibringen

kaum hat die schule diese woche (am mittwoch erst) begonnen, konnte ich den kindern auch schon wieder ein schönes wochenende wünschen. die minuten in den lektionen rannten nur so an uns vorbei, selbst die kinder mussten am ende der stunde jeweils sagen: "was? schon vorbei?".
eltern und kinder waren ungewöhnlich ruhig, richtig unspektakulär also. bis auf die zweitklässler. es fehlte echt nicht viel und ich hätte der nasa angerufen um zu fragen, ob sie noch ne rakete haben um die kinder mit auf den mond zu nehmen. ganz speziell gewisse kinder in dieser klasse, wo ich machen kann, was ich will und sie einfach nicht spuren wollen. das braucht echt viel energie... die ich jedoch zum glück bei den viertklässer wieder gewinnen konnte.

das wochenende war gefüllt mit vorbereiten und noten machen. denn in einer woche steht uns der schöne elternabend bevor, wo wir von vier bis acht uhr abends die eltern im zehn-minuten-takt in empfang nehmen dürfen/müssen/sollten, um über die leistung ihrer kinder zu informieren. freu mich jetzt schon. der letzte solche abend liegt mir ja immer noch schön in erinnerung...

glücklicherweise stand nicht nur die schule im mittelpunkt. am samstagabend ging ich mit dem sportlehrer der schule und seinen geschwistern und kollegen tanzen. endlich wieder einmal! fast vier stunden am stück bewegten wir uns auf der tanzfläche und liessen kein lied aus.
als cumbia erklang (costaricanischer swing), wollte elmer (eben der lehrer) sich von der tanzfläche drücken mit der ausrede, dass er es nicht könne. so habe ich ihm schliesslich den grundschritt beigebracht. europäerin bringt einem tico den einheimischen, costaricanischen tanz bei... irgendwas stimmt da doch nicht :-)
meine muskeln bestätigten mir dann am sonntag, dass ich wieder öfters tanzen gehen sollte... jeder einzelne scheint zu schmerzen. doch beklagen möchte ich mich überhaupt nicht! wieder einmal mehr muss ich feststellen, wie viel energie ich durch's tanzen aufnehmen kann.
nun sprudle ich vor energie und freue mich, die letzten zwei wochen vor den ferien in den angriff zu nehmen!

15 September 2009

man nehme eine prise kultur und eine handvoll strand...

schüttle kräftig, geniesse es und staune über die gewonnene energie...

die vergangene schulwoche stand unter dem namen semana civica. eine woche lang wurde der heutige dienstag, der 15. september, eingeläutet, an dem die costaricaner ihr nationaltag feiern. in der schule wurden jeden tag diverse spezialanlässe zu ehren dieses tages durchgeführt. es wurde zum beispiel ein theater vorgespielt oder typische lieder vorgesungen, um uns ausländern die costaricanische kultur zu demonstrieren.
am donnerstag in den letzten zwei stunden brachten dann die tico kinder den deutschen die costaricanischen köstlich
keiten ein bisschen näher. der schulhof war voll mit schülern, eltern und essen, das von jedermann mit mehr oder weniger begeisterung vertilgt wurde. freitags kamen dann wir lehrer an die reihe. wir wurden von unseren ticos-kollegen kulinarisch verwöhnt und durften nachmittags statt schule geben, verdauen.

die woche verging so schnell, dass ich es kaum fassen konnte, dass schon wieder freitag war. doch von der müdigkeit her hatte ich das gefühl, zwei wochen dauer-schule hinter mir zu haben. all diese stundenausfälle und spezialanlässe brauchen jeweils mehr energie als herkömmlicher unterricht.
um uns von dieser woche erholen zu können, kriegten wir ja zum glück, durch den nationaltag bedingt, ein langes wochenende.

so machten wir (klaus, nicole und ich) uns samstagmorgen auf den weg richtung karibik. da zur zeit regenzeit herrscht, ist diese seite von costarica, was das wetter bedingt, besser gestellt. ich wollte eigentlich nach manzanillo gehen, alleine. doch während der fahrt wurde ich von den anderen zwei überredet, mit ihnen zelten zu gehen und zwar in cahuita (bisschen nördlicher als manzanillo). doch als wir in cahuita ankamen überzeugte uns der strand nicht wirklich. als wir dann noch lesen mussten, dass das campieren dort wo wir wollten (mitten im nationalpark) verboten war, entschlossen wir uns gleich nach punta uva zu fahren. die entscheidung war die richtige, wie sich nach diesen tagen herausstellte.
bisher war ich von der karibik-küste überhaupt nicht überzeugt. letztes jahr besuchte ich puerto viejo und war von den kiffenden raggie-anhängern eher enttäuscht, was der vorhandene strand auch nicht wieder wett machen konnte. doch nach diesen drei tagen muss ich sagen, habe ich einen neuen lieblings-ort gefunden: türkisblaues und badewanne-warmes wasser mit sicht auf den boden, kilometerlanger weisser strand, einsame orte ohne irgendwelche menschen und mit palmen und viel grün bekleidete buchten...

die tage verbrachten wir mit uns "baumeln" lassen, sprich wir machten nichts und genossen es in vollen zügen, nichts zu machen. und trotzdem wurden sachen gemacht! so ging ich jeden morgen (musste nur aufstehen, zwanzig schritte gehen und konnte im meer baden) am strand spazieren oder joggen, ging ins meer schwimmen, habe mich gesonnt, dem meer zugehört und die sonne absorbiert, bis meine batterien wieder voll aufgeladen waren.

nichts gibt es jedoch gratis und so bezahlte ich meinen aufenthalt mit mindestens fünzig moskitostichen. mindestens die hälfte davon befindet sich auf meinen füssen, verteilt auf den drei kleinsten zehen... diese moskitos wissen, wo sie hinstechen müssen um so ziemlich den wahn aus den menschen zu treiben!
gratis gab es dafür für mich wieder einmal ein souvenir. nicole und ich sassen am strand und versuchten ihre gitarre zu stimmen. wir schraubten und schraubten, so dass sich der ton verstellte, bis wir einen lauten knall hörten. mir tat komischerweise fast im gleichen augenblick mein bein satanisch weh. wir brauchten lange, bis wir kapierten, was passiert ist: die saite ist aus der halterung rausgespickt, schön auf mein bein zu. wir konnten nicht mehr vor lachen und nun kann ich mich immer an die schöne zeit erinnern, wenn ich das kunstwerk an meinem bein betrachte.

leider verging die zeit viel zu schnell. kein wunder, mir gelang es einmal mehr, meine gedanken vollkommen von der schule zu lösen und wieder in vollen zügen zu geniessen, dass ich hier in costa rica bin.
wer hat schon das glück, nach nur fünf stunden fahrt das zelt aufspannen, den sternenhimmel betrachten, mit wellengeräusch schlafen und den sand unter sich spüren zu können?!
naja... ich bestimmt in drei wochen nochmals. dann ist eine woche ferien angesagt (habens die lehrer nicht schön?!)... aber jetzt erstmals wieder schule geben... :-)

06 September 2009

wenn rosinen helfen, krisen zu überstehen

kaum denkt man, auf dem richtigen weg zu gehen, verbietet einem ein grosser felsbrocken das weitergehen, springt aus der hecke nebenan ein hungriger löwe und greift von oben herab ein kampflustiger adler an.
echt, ich hatte diese woche diverse krisen. fragt mich nicht, die wievielten, aber ich bin bestimmt schon über zwanzig. wobei ich mit mindestens der hälfte davon das vergnügen in dieser woche hatte.

am dienstag nervten die zweitklässler so sehr, dass ich sie am liebsten auf den mond geschossen hätte. doch nichts übertraf den donnerstag, der die spitze dieser woche krönte: vier elterngespräche. davon zwei in meiner offiziellen sprechstunde, eines, wo ich die kinder alleine arbeiten lassen musste und das vierte direkt nach der schule. ich hatte schliesslich das gefühl, dass meine klassen ein einziger problemhaufen ist. von unkontrollierbaren (selbst die eltern sind überfordert), über unterschrift-fälschende bis hin zu deprimierte kinder könnt ihr alles vorfinden. wobei ich mir vorkomme, als ob ich mitten dieses riesigen tornados voller probleme stehen würde. kann mich weder nach vorne, noch nach hinten bewegen und wenn ich's riskiere, werde ich von allem mitgerissen und eingesogen.
der gipfel kam dann noch zu hause, als ich wieder einmal ein liebes mail einer aufmerksamen mutter erhielt, in dem mir gesagt wurde, dass ich die kinder überfordere. dieselbe mutter war vor einem halben jahr bei mir und hat mir gesagt, dass ich die kinder unterfordere... was soll das eigentlich?

aber wie gesagt, donnerstag war der gipfel, freitag war der strum bereits nur noch ein gut spürbarer wind und heute sonntag sag ich mir: ihr könnt mich alle mal.

am wochenende war einiges los. freitag nach der schule traf ich mich mit meiner schweizer-bekanntschaft und wir verbrachten einen gemütlichen nachmittag. am samstag war ich bei der familie eines schülers von mir zum bbq eingeladen. eine merkwürdige situation für mich, sowie für den schüler. glücklicherweise waren noch weitere leute dabei und so wurde auch gleich aus dem mittagessen das abendessen. das ganze fand in santa ana statt, ein grüner, ruhiger ort südlich von san josé. wieder einmal mehr wurde ich neidisch, als ich den garten mit pool sah, die vögel zwitschern hörte und das gebrumme der autos nicht hören konnte.

sonntagmorgen erwachte ich mit difusem kopf: ich hatte einen traum, in dem ich wieder in der schweiz erwachte. ich sah alle, von grosseltern, eltern bis freunde. doch irgendwann fand ich heraus, dass etwas nicht stimmen konnte. ich konnte mich nicht an den flug erinnern. ich schloss (im traum) wieder meine augen und es wurde mir gesagt, ich solle doch die augen öffnen und mich selbst überzeugen, wieder in der schweiz zu sein. es klappte, ich öffnete die augen und wieder war ich im zimmer in wermatswil. doch wieder konnte ich mich nicht an den flug erinnern. so wachte ich schliesslich in der realen welt auf und musste feststellen, dass ich noch immer in costa rica bin.
fast hätte mich mein unterbewusstsein überlistet... doch dieses, sowie das überich und ich müssen noch vier monate warten, um diesen traum leben und nicht mehr träumen zu müssen. war auch schon länger ;-)

erstmals geniesse ich jedoch noch die zeit hier. momentan haben wir den schlimmsten regenmonat, mit dem kleinen detail, dass der regen bis jetzt fast völlig ausgeblieben ist. für die natur sicher nicht gut, ich beklage mich jedoch nicht, liege in der hängematte und sehe mich von dem blauen himmel satt.
nächstes wochenende ist zudem ein langes wochenende, da die costaricaner am dienstag ihren nationaltag feiern. das bedeutet für mich: ab an den strand! ;-) wie ihr seht, ich kitzle das positive aus meiner situation heraus und esse die rosinen ohne wenn und aber.

30 August 2009

logik? kann man das essen?

schon wieder eine woche weiter! und was für eine! es lief alles wie am schnürchen und dies trotz elterngespräche und zahnarztbesuch.

kopfstände machte ich jedoch, als ich die mathe-examen meiner viertklässlern korrigieren musste. die kamen teils auf lösungen, die so was von unlogisch waren, dass ich die welt nicht mehr verstehen konnte und mich fragte, wie zur hölle so was ausgedacht werden konnte. aber es ist logisch (zumindest für mich): die kinder hier lernen alles auswendig, um dies wort für wort wieder zu geben. sobald sie jedoch ein bisschen überlegen und zusammenhänge erstellen müssen, haben sie schwierigkeiten und gehen so weit, dass sie deswegen heulkrämpfe kriegen und ihren müttern anrufen, weil sie im examen nichts verstanden und machen konnten.
so kommt man dann aber auch gleich selber ins zweifeln: hab ich ihnen in diesen vergangenen monaten denn nichts beigebracht?! aber eben, was kann ich gegen elf jahre anders-denken in nur wenigen monaten schon unternehmen?

am mittwoch dann der tag, dem ich jeden monat mit gemischten gefühlen entgegen schaue: zahnarztbesuch. nun kann ich vor lauter drähten meine zähne kaum mehr sehen. die schmerzen waren höllisch, ich verfluchte meine entscheidung und versuchte mir gleichzeitig mut zuzusprechen: wenn's weh macht, tut sich wenigstens auch was...

wieder waren am donnerstag zwei elterngespräche angesagt in meiner sprechstunde, die jedoch super liefen. als sich die eine mutter erkundigte, warum denn die endnote ihres sohnes so viel tiefer sei, als der schriftliche durchschnitt, erklärte ich ihr, wie ich die mündliche note zusammenbastle und was für mich eine gute note ist und was nicht. ihre reaktion war so positiv, dass ich meinen ohren erstmals nicht glaubte: "lieber strenge noten als fantasienoten" war ihre devise und damit war das thema gegessen. wenn alle so wären!

freitag war dann auch schnell vorbei und ich freute mich auf ein gemütliches wochenende mit viel schlaf und zeit für mich.
am samstagabend war jedoch zuerst bewegung angesagt. ich ging mit einem lehrerkollegen in's jazz café in escazú und hörte dort den
son de tikizia, einer salsa-band zu. die füsse konnten wir nicht ruhig halten und so begaben wir uns auch auf die überfüllte tanzfläche. ich hatte glück, denn das deutsche blut meines kollegen ist mit rhythmus-gefühl bereichert, sodass wir einen netten abend verbrachten.
sonntagvormittag war wieder meine geliebte hängematte angesagt und ich liess mich von der sonne benieseln, bevor die wolken aufzogen und die schönen strahlen verdeckten.

23 August 2009

charged...

wäre ja zu langweilig, normal in eine neue woche zu starten. so habe ich mir überlegt, dass ich gleich am montag mein power-programm durchstiere, damit ich dann dafür während der woche wieder ruhe habe. so ging ich nach der schule um halb vier bis halb sechs in die spanisch-stunden, die letzten fehler vor der grossen prüfung schleifen. doch vor den stunden hatte ich noch zeit, um einen kaffee zu trinken und ein bisschen herum zu schlendern. gedankenversunken ging ich schliesslich aus einem laden und war überzeugt, in die richtige richtung zu laufen. nach einer weile stellte sich heraus, dass ich keine ahnung hatte, wo ich war. selbst der hilfsbereite mann konnte mir nicht weiterhelfen, sodass ich schliesslich ein taxi rief. der konnte mir helfen und ich kam sicher, sogar fünf minuten zu früh, an. ich staune jeweils selbst über mich, ich schaffe es immer wieder...
als ich nach hause kam (trotz stosszeit nur eine halbe stunde gebraucht!) war ich echt gerädert und befand mich deshalb bereits um halb neun (!) im bett. wenn's so weiter geht, werde ich in ein paar wochen schon am nachmittag schlafen
gehen.

am donnerstag dann der grosse tag: mündliches examen! wie im
mer war ich viel zu früh dort. die sache ging jedoch kurz und schmerzlos über die runden. keine ahnung, wie's mir lief, alles was ich dazu sagen kann: ich habe nonstop geredet, egal, was oder wie's raus kam... ob's ihnen gefallen hat, weiss ich nicht und ist mir momentan auch egal.
die schriftliche prüfung am freitag lief mir dann nicht mehr so toll. besonders der teil, wo wir zuhören
und fragen zum gehörten beantworten mussten, war für mich eher ein rätselspiel als etwas anderes. ich hoffe jetzt halt einfach, dass es genügt hat. in zehn wochen werde ich bescheid wissen und bis dorthin möchte ich nicht mehr daran erinnert werden, danke.

nach der prüfung ging's gleich mit vier lehrerkolleginnen los ins grüne. das ziel war turrialba, eine kleine stadt mitten in costa rica. dort übernachteten wir bei der schwester der kollegin.
am freitagabend, mein kopf rauchte noch von der prüfung, gingen wir an eine party hoch oben auf den bergen. der blick reichte über die ganze stadt, leider war es nacht und da waren nur die lichter zu sehen. es wurde viel getanzt und gelacht, was mein hirn von allem, examen und schule, wegtrug...

am samstag verbrachten wir dann, nach langem schlaf, einen herrlichen tag in einem hotel, das den eltern von einer schülern gehört. einen tag mit pool, sonnenschein, grün
und einfach stille... nur weil wir uns "lehrer an der schule humboldt" nennen können, wurden wir einen ganzen tag verwöhnt, was von welcome-drinks bis hin zu früchte überfluteten tellern ging.
hab ich schon er
wähnt, dass ich gerne an der humboldt-schule bin? :-D
das schönste erlebnis war dann noch, als ich zwischen den kaffeeplantagen rennen ging und die sicht über das ganze tal hatte. herrlich, meine batterien wurden wieder geladen!
das erste mal sah ich auch, warum man behauptet, dass costa rica wie die schweiz sei. überzeugt euch selbst
und schaut das foto rechts an...

am sonntag regnete es leider von früh morgens, was uns jedoch nicht hinderte, einen zwischenhalt in cartago einzulegen, um nochmals die schöne kirche anzuschauen. ich kann mich nicht satt sehen von dieser architektonischen schönheit!
die sonne kam dann schliesslich doch noch hervor und rundete unser entspanntes wochenende noch ab.

nun sitze ich hier und versuch mich gerade selbst zu überzeugen, dass ich keine ferien habe, sondern morgen zur schule gehen muss...
so sehr konnte ich abschalten an diesem wochenende! und das mit nächster woche... irgendwie gehts ja dann immer...

16 August 2009

bis man (und frau) stigelisinnig wird

wieder liess mich die woche kaum atmen. es ging so schnell, dass ich nicht nur physisch, sondern auch psychisch am rennen war, damit ich mitkam!

am mittwoch war der tag, auf den sich alle lehrer freuten: gesamtlehrerkonvent! wie wir das doch alle lieben! von zwei bis fast sechs uhr sassen wir im auditorium und diskutierten dinge, die meiner meinung nach nicht so detailliert hätten besprochen werden müssen. aber eben, dieser meinung waren leider nicht alle, deshalb gab es ja auch diese elendslangen diskussionen, wo manche noch um sechs uhr ihren ach so interessanten senf dazugeben wollten. am schluss, wieder einmal mehr, wusste ich nicht mehr, wie ich sitzen sollte, ohne dass mir der a... weh tat. auch nervlich war ich ziemlich am ende und versuchte mich mit spanisch-vokabeln abzulenken, um wenigstens doch noch was sinnvolles zu machen (kam mir selber wie in der schule während einer langweiligen stunde vor). ich war jedoch nicht die einzige, so ziemlich jeder hatte im saal seine ablenk-taktik, die von prüfungen korrigieren, über am handy herumdrücken bis nach rausgehen und rauchen ging.
einen aufsteller gab es jedoch noch an diesem tag: auf dem nach hause weg fuhr der zug an uns vorbei! sie habens also geschafft, mit einem halben jahr verspätung geht jetzt zwischen san josé und heredia der zug. als ich dieser jedoch sah und feststellen musste, dass nur zwei waggons vorhanden waren, fragte ich meinen kollegen, wo denn der rest sei. das sei alles, war dann die antwort, was mich zum schmunzeln brachte. ich hielt jedoch meine klappe. er, so wie alle anderen ticos, sind schliesslich stolz darauf und das ist auch gut so ;-)

am donnerstag war wieder einmal mehr ein elterngespräch angesagt, wieder mit dem gleichen vater, der mit der note seines kindes nicht einverstanden war. und das letzte gespräch lag erst zwei wochen zurück. leicht nervös also ging ich an die sache heran, konnte aber erleichtert aufatmen, als sich herausstellte, dass er nur rat suchte und keine anzeige erstattete :-) mein tag war also gerettet (obwohl er schlimm anfing: kein kaffee war vorhanden und die morgendliche banane blieb auch aus, da der verkäufer keine mehr hatte...) und ich konnte wieder den unterricht mit den kindern geniessen.

freitag dann ein emotionsvollen tag. angefangen schon am morgen um sechs, als der bus, "mein" bus, ein unfall lieferte. ich konnte weder was hören, noch was sehen, nachdem wir ausgestiegen sind. aber wie's hier halt so ist, mit weiterfahren war nichts, wir standen mitten in der strasse und mussten auf den nächsten bus warten, den wir, welch wunder!, ohne ein weiteres mal zu bezahlen benutzen konnten. so kam ich halt einige minuten später als gewollt in die schule, aber immer noch schön pünktlich, wie's sich gehört.
um zwölf war dann der grosse moment in der schule: alle mütter standen in der lobby, auf ihr kind wartend, denn wir feierten muttertag, der am samstag in ganz costa rica gefeiert wurde (nebst weihnachten das grösste fest hier). herzschmerz pur, als den müttern die tränen runterkullerten, als sie ihr kind in empfang nehmen konnten. mein gemüt war dann ziemlich im keller, ich hätte auch gerne mein mami geknuddelt...

das wochenende war dann so richtig gemütlich, sodass ich nach langem wieder einmal sagen konnte: costa rica hat auch seine vorteile und ist schön. den sonntagmorgen verbrachte ich schliesslich draussen, in der hängematte liegend, musik hörend und vor mich hin dösend. die erholung pur plus den schönen nebeneffekt des braun werdens (geht auch ohne strand!) :-)

nun kann ich mit viel energie in die nächste woche starten. die werde ich auch brauchen. obwohl's eine kurze schulwoche wird (nur bis mittwoch schule) werde ich am donnerstag und freitag meine spanisch-prüfung ablegen. wünscht mir glück!

09 August 2009

kiesweg unter den füssen

mal stockts, mal läufts... aber es geht vorwärts und das ist das entscheidende...

dank pädagogischem tag durften wir am montag ohne irgendwelche vorbereitungen in die schule gehen, denn die schüler blieben an diesem tag zu hause und wir hatten eine sogenannte "weiterbildung". ich muss jedoch zugeben, dass ich nun nicht viel weiter bin. trotzdem habe ich auch an diesem tag wieder viel gelernt, jedoch mehr im zwischenmenschlichen bereich als im pädagogischen. wir wurden in gruppen eingeteilt und mussten zusammen eine aufgabe erarbeiten. ich, mit zwei costaricanerinnen eingeteilt (die die welt ein bisschen anders sehen als ich), machte fast kopfstände. wir kamen bis zum schluss nicht wirklich auf den gleichen punkt. im gegenteil, wir lagen uns am ende fast in den haaren.

am dienstagmorgen dann die ernüchterne meldung meines bruders: reanimierung meiner hd ist nicht geglückt. ausser vereinzeltem knacken lässt sie nichts mehr von sich geben. selbst die lieben worte meines bruders animierten sie nicht, etwas rauszuspucken. mein fazit: verflucht sei die technik! hoch lebe der bleistift und das papier!

donnerstag waren wieder mal elterngespräche angesagt. das erste mal, dass ich nicht mit geknicktem ego den eltern tschüss sagen musste! doch während dem gespräch stellte sich auch heraus, dass ich bei den zeugnissen einen fatalen fehler begangen habe: jedem kind hätte ich eine "verhaltensnote" geben sollen (in der schweiz gibt es keine note, sondern nur ein gut-genügend-ungenügend). ich wusste dies nicht, habe also sozusagen die kinder nicht beurteilt. ich bin also gegen das reglement verstossen! uuups... mal schauen, was ich jetzt machen muss. ob ich bestraft werde? ein jahr länger an der humboldt schule geben?!?!:-)

am freitag nach der schule gings für mich weiter mit schule. zwei stunden intensiv spanisch waren angesagt. schliesslich werde ich in zwei wochen die prüfung ablegen müssen. meine lehrerin ist zuversichtlich, ich seh's jedoch noch nicht so ganz. ich freu mich auf alle fälle schon jetzt, wenn's vorbei ist. schule geben, selber haben und büffeln braucht ziemlich viel energie.

das wochenende verlief dann richtig ruhig und gemütlich: nach erledigtem obligatorium (einkaufen, putzen, vorbereiten) hatte ich wieder einmal zeit für mich, konnte mails beantworten, lesen und einfach "sein".
am samstagabend organisierte dann ein lehrerkollege ein fest, welches ich natürlich nicht verpassen wollte. doch vor dem fest ging ich noch kurz in die schule, um verschiedene dinge für montag zu erledigen. es war richtig komisch: keine seele war anwesend, alles ruhig, stressfrei... ich genoss es mal richtig, die schule auch so kennenzulernen...
den restlichen abend verbrachten wir mit reden, tanzen, essen und trinken. am schluss (obwohl ich nur ein bier hatte!) kamen die worte halb schweizerdeutsch, spanisch, englisch und hochdeutsch raus. ich verlerne hier echt noch alle sprachen.
am sonntag wurde wieder mal schön ausgeschlafen, nachher durfte ich fast den ganzen tag den tropfen zusehen, die dem grauen himmel zur erde herunter entflohen.

und ich... ich sitze nun hier und freue mich auf morgen. es geht vorwärts...

02 August 2009

rutschen unter beschuss

so, meine fahrt hat begonnen. nach nur ein paar meter kam jedoch schon der erste schuss. wenigstens waren diese wenigen meter zuvor schön ;-)

montagmorgen: allen im lehrerzimmer erging es gleich: krampfhaft lächelnd versuchte man den anderen weis zu machen, dass es einem gut gehe. dafür sind noch alle gedanken, wenn nicht gleich herz und seele in den ferien. manche von ihnen waren selbst körperlich erst seit ein paar stunden wieder in costa rica...
auch meine gefühle waren gemischt: endlich hat es angefangen. oder eben, es hat wieder angefangen... doch als ich vor den schülern stand, war all dies wieder vergessen. ihnen ging es nicht viel besser wie uns lehrern, aber trotzdem hatten wir einen super start zusammen. als ich bemerkte, dass sie nicht einmal alles vergessen haben über die ferien, war ich sogar noch mehr motiviert.

aber eben, wäre ja langweilig, wenn alles so gut starten würde, oder?! so hörte ich schon am dienstag von eltern, die sich über die noten ihrer kindern beklagten. nach einem gespräch wurde mir auch sehr schnell klar, dass wieder aufgrund der verschiedenen kulturen kein einverständnis erlangt werden kann. während für mich eine 80 (notensystem ist hier von 40 bis 100, eine 80 entspricht nicht ganz einer fünf) immer noch gut ist, sehen das die eltern hier als mittelmässig, tendenz schlecht.
tja, was will man da machen? jetzt bin ich wohl einfach die böse lehrerin, die den kindern so strenge noten gibt.
aber wisst ihr was? seit dem moment als ich die verlängerung meines vertrages dankend abgelehnt habe, kann ich mir sagen: das ist mir wurscht. so bin ich halt für ein halbes jahr noch eine hexe.

die woche mit den kindern war dafür perfekt. sogar die hausaufgaben wurden von allen gemacht, was eine absolute neuheit war. mal schauen, wie lange diese motivierte phase noch andauern wird...
ich bin nach dieser woche auf alle fälle schon wieder recht müde und hätte nichts gegen ein paar tage ferien ;-)
doch das wochenende half mir bereits, ein bisschen zu entspannen. am samstagabend war eine party bei einem lehrerkollegen angesagt. jeder der mich sah, machte grosse augen, war schliesslich das erste mal, dass ich bei einem solchen anlass auch auftauchte. anfangs war ich skeptisch und wusste nicht recht, wie sie reagieren würden, wenn ich jetzt plötzlich, nach einem halben jahr, "angekrochen" komme. doch diese skepsis war umsonst. die arme waren offen und
sätze wie "endlich bist du auch mit dabei" verstärkten das gefühl, dass ich bei ihnen willkommen bin.
es tat gut, die lehrer mal anders kennen zu lernen. ich fand das gespräch mit solchen, denen ich in der schule sonst immer aus dem wege ging und musste feststellen, dass der äussere schein trügte und einen falschen eindruck hinterliess. nun freue ich mich sogar auf montag, die leute wieder zu sehen. das hatte ich bis jetzt noch nie!
doch erstmals muss heute der kampf gegen die auswirkungen von gestern abend ausgetragen werden. so sehr ich das imperial liebe, so sehr hasse ich es für seine unerbitterlichen nebenwirkungen... :-)

26 July 2009

irgendwie neben dem schuh

das war vielleicht eine woche. wie in einem traum, oder halbschlaf, verbrachte ich die zeit in diesen vergangenen tagen.
schon früher hatte ich immer mühe, mich an den alltag zu gewöhnen, nachdem ich von einem cevi-lager nach hause kam. die stille war ungewöhnlich und das fehlen von vielen menschen und ereignissen, liess mich das gefühl haben, alleine zu sein. auch mit dem alter scheint sich dies nicht ausgewachsen zu haben :-) diese zwei ferienwochen waren einfach zu genial und halten mich momentan noch mehr in der vergangenheit als im jetzt.
deshalb bin ich (hätte vor ein paar wochen niemals gedacht, das zu sagen) froh, dass die schule morgen beginnen wird.
mal schauen, was ich dann morgen abend sagen werde...

viel gemacht habe ich diese woche nicht, nur verändert habe ich viel.
dass der computer ein neues hirn hat, wisst ihr ja bereits (obwol dies alles andere als beabsichtigt war)... ich kann übrigens nicht genug betonen, wie froh ich bin, so viele informatiker-kollegen und einen informatiker-bruder zu haben. ohne sie wäre ich immer noch am verzweifeln. danke also, ihr seit die besten!
zudem riss ich alle bilder von den wänden und tapezierte sie mit neuen. ich putze wie eine wilde, selbst auf dem kühlschrank (obwohl ich zu klein bin um dort hin zu sehen) ist es jetzt sauber. die neuen rennschuhe (danke chrigi, dass du mich überredet hast!) wurden montiert und trugen mich schon über mehrere kilometer um heredia herum. der kleiderschrank wurde entrümpelt, altes raus, neues rein.
so ganz im motto: alles macht neu der juli... war schon immer ein spätzünder...

am samstagabend war dann ladie's night angesagt. ich ging zu riana (gringa-kollegin), wo wir sushi bestellten (gringo-stile halt, lieber bestellen als selber machen) und assen gemütlich (selbstgemachte schmecken eben doch besser!).
nachher gings noch mit drei weiteren costaricanischen kolleginnen in eine bar. war für mich noch spannend, das erste mal ausgang mit costaricanerinnen. die themen waren auch ein bisschen anders, als ich es mir gewohnt bin: krach mit dem ehemann, probleme mit freund, weil er schon heiraten möchte... und alle in meinem alter oder sogar jünger. als ich meine meinung zur heirat deklarierte, wurden die augen der anderen immer grösser und mir wurde wieder einmal mehr bewusst, wie die kulturen verschieden sein können.

den sonntag genoss ich draussen an der sonne und versuchte mich gedanklich von morgen abzulenken. aber eigentlich bin ich ja startklar.
fühl mich momentan einfach so, als ob ich in einem vergnügungspark an einer struben bahn anstehen würde. nervös, weil ich nicht weiss, was kommen wird, ob es lustig, gefährlich oder angsterfüllend sein wird. bittend, dass die wartezeit endlich vorbei ist, damit es beginnen kann und gleichzeitig mir wünschend, dass ich es schon hinter mir hätte... aber solange ich nicht aus der bahn geworfen werde, ist mir alles recht ;-)

22 July 2009

zwei tage zum vergessen

jaa, ihr seht richtig! es ist nicht montag und doch steht hier ein neuer blog-eintrag. ich hab schon früh gelernt, mir die sorgen "von der seele zu schreiben", das ist jetzt gerade nötig.

gestern und heute (also dienstag und mittwoch) sind zwei tage, die ich am liebsten aus meinem leben streichen würde.
mein computer hat sich wohl gedacht, dass er sich meinem neuen leben anpassen und auch ein "neues" leben beginnen sollte. er hat sich entschlossen, den geist aufzugeben. anfangs war ich noch zuversichtlich, diese masche (plötzlich nicht mehr arbeiten und reagieren) zog er nämlich schon vorher durch. aber bis jetzt konnte ich ihn immer ausschalten, er beruhigte sich und arbeitete nachher wieder eifrig weiter. dieses mal jedoch nicht. nichts passierte, als ich ihn wieder benutzen wollte. ich wurde ungeduldig. mein lieber bruder reagierte gleich und antwortete mit einem anruf auf mein verzweifeltes sms. er konnte mich zumindest ein bisschen beruhigen, sodass ich doch noch in der nacht die augen schliessen konnte.

mittwoch dann der horror-tag: angefangen frühmorgens, als ich um halb neun in der mall stand, zusammen mit dem compi, damit er zum doktor gehen konnte. alles war jedoch geschlossen. als ich fragte, sagte mir der wächter, dass die läden erst um halb elf aufmachen würden. toll!
zum glück hatte ich was dabei und ich konnte während des wartens an meinen spanischkenntnissen arbeiten.
um halb elf stand ich dann vor dem laden. er war offen. doch dunkel wie in einer kuh. kein licht, kein strom, ergo:"wir können ihnen jetzt nicht helfen, kommen sie doch bitte um zwölf nochmals vorbei". mit leicht angeschlagenen nerven verbrachte ich die zeit einmal mehr mit spanisch-studieren und hoffen.
um zwölf dann endlich! die hard disk wurde entfernt und in ein weiteres gerät eingefügt, mit den worten "wenn jetzt nichts auf dem bildschirm erscheint, sind die daten weg". stunde, bzw. sekunde der wahrheit. und nein, meine glückssträhne von den vergangenen zwei wochen war aufgebraucht. nichts kam. trotz fünf minuten warten. nichts.
meine nerven waren fast bei null, doch ich konnte mich noch beherrschen und sah tapfer zu, wie mein compi ein "neues hirn" bekam. einen vorteil kann ich aus dieser ganzen sache ziehen: nun hat er mehr speicherplatz (obwohl ich ja momentan nichts mehr zu speichern habe :-p), ist schneller und hat ein neues system. aber da hört der vorteil schon auf und ich würde alles dafür geben, diese vorteile ins "alte hirn" meines compis zu tauschen.
das "alte hirn", die hd also, wurde mir netterweise übergeben. ich erpichte auch darauf, man weiss ja nie, was man noch damit machen kann. auch wenn ich sie mir nur an die wand hängen kann, hauptsache irgend eine erinnerung... aber ich hirni hatte mein hirni nicht dabei (auch kein wunder) und lief ohne die hd nach hause! erst nach einer gewissen zeit, als mich mein bruder danach fragte, fiel mir auf, dass ich sie gar nicht hatte! also schnell ein telefonat in den laden, um sicher zu gehen, dass sich die hd noch dort befand. ein bisschen glück schien doch noch vorhanden gewesen zu sein, denn sie hatten diese noch und ich konnte sie schnell abholen.

die hd steht nun gut verpackt auf dem tisch und ist parat, morgen in die staaten zu meinem bruder und leni verschickt zu werden. die computer-doktoren, meine letzte hoffnung... drückt den jungs die daumen!!! und dem pöstler auch!!!

so war dieser tag ein hin und her geseckle. die emotionen hatte ich auch nicht wirklich unter kontrolle, meine sprache noch weniger (ich fluchte noch nie so viel in der öffentlichkeit wie heute) und die nerven sind nun definitiv aufgebraucht.
aber: schlimmer kann es nicht mehr werden! das treibt mich nun an. und gelernt habe ich verdammt viel in nur einem tag: backups sind doch heilig und keine unnötigen "ach das brauch ich ja sowieso niemals"-abspeicherungen! merkt euch das, ich spreche aus erfahrung ;-)