26 March 2012

und tschüss...

der koffer, sowie der rucksack stehen bepackt in der ecke des zimmers. alles ist soweit. bis auf mich. ich frag mich, ob dies nun wirklich die realität ist und ich morgen um diese zeit schon in miami sitze, oder ob ich doch nur träume. glauben und merken werd ich es erst, wenn ich in der luft sein werde.

die zeit verging viel zu schnell, was ja zu erwarten war. jeden tag habe ich jemanden zum letzten mal gesehen, mir tausend mal gesagt, dass ich dies und das nun das letzte mal machen oder sehen werde und alles administrative so geregelt, damit ich jetzt ruhigen gewissens abfliegen kann.
ich habe sogar die letzte chance genutzt und mich am freitag frühmorgens aus dem bett geschält, damit ich noch am letzten training teilnehmen konnte. danach ging es gleich das letzte mal an die schule, wo ich gegen die tränen ankämpfen musste.
der bisher weitaus traurigste abschied war, als ich der manchita, unserer katze, tschüss sagen musste. anfangs habe ich sogar gedacht, dass sie mich nicht mehr erkannt hat. doch als ich sie lieb kraulte, merkte sie dann, wer ich war und folgte mir wieder schritt auf tritt. am liebsten würde ich sie einpacken und mitnehmen...

am wochenende war dann einiges los mit meinem abschiedsfest der freunden und abschiedsessen mit elmers familie.

glücklicherweise werde ich ja schon im oktober wieder costa rica besuchen, was das tschüss-sagen einiges erleichtert. trotzdem kann ich den stich in meinem herzli nicht ignorieren, sobald ich ans weggehen denke...

sodass mir jetzt noch das letzte fehlt, nämlich das tschüss zu diesem blog. es war schön, in diesen fast vier jahren wöchentlich meine erlebnisse, hochs und tiefs mit euch zu teilen. vielen lieben dank für eure treue und bis bald in der schweiz!

19 March 2012

das ende naht

zwischen den tränen der trauer und tränen der freude, zwischen zweifel und überzeugung, zwischen heulen und lachen... stündlich, nicht wenn sogar im minutenrhythmus verändert sich mein gemüt und mittlerweile weiss ich gar nicht mehr, wie ich zu dem fakt, dass ich mich bald nicht mehr in costa rica befinden werde, stehe. zwischen zwei welten, die mich von beiden seiten her an meinen armen ziehen und mir klar machen wollen, dass ihre wahl die bessere wäre.
bald werde ich meinen kopf abschrauben und zur seite legen, es wird mir zu viel!

trotz allem, ich versuche die noch verbleibende zeit zu geniessen und nicht mit den gedanken zu vermasseln. schwieriger als ich gedacht hätte!
trotzdem konnte ich einige momente in der vergangenen woche erleben, die mich ablenken konnten. am dienstag besuchte ich die schule, da ich noch einige dinge erledigen musste. als meine ehemaligen drittklässler auf mich zugestürzt kamen, musste ich mich regelrecht freikämpfen, damit sie mich los liessen. das noch schönere highlight war dann jedoch, als die ehemaligen sechstklässler, jetzige oberstufler, mit lautem geschrei auf mich zuströmten und umarmten. sogar die jungs! das ging wirklich unter die haut und mir wurde das erste mal bewusst, wie gern die mich haben müssen. und wi
e gerne ich sie habe...

am donnerstag luden wir elmers familie zum abendessen in unsere wohnung ein. die wohnung verfügt über einen kleinen patio, was eine etwa zwei auf zwei meter grosse fläche ohne dach ist, die man meist zum aufhängen der kleider benutzt. wir dachten, dass es eine gute idee sei, dort den grill aufzustellen, um zu grillen. wäre da nicht der rauch gewesen wäre dies auch eine hervorragende idee gewesen! aber eben, nach dieser aktion roch bzw. stank so ziemlich die ganze wohnung nach rauch und noch tage danach zeugte der duft vom grillen. was solls, ansonsten war der abend wenigstens friedlich verlaufen.

am wochenende zog es elmer und mich dann, zum letzten mal, an den strand. da wir erst am samstagmorgen losfahren konnten, suchten wir uns den nah gelegende playa esterillos aus. die zwei tage vergingen viel zu schnell und wir kamen nicht zu mehr als zum lesen, schlafen und faulenzen. was ja eigentlich genügt. das tschüss-sagen zum meer war nicht einfach, doch bin ich überzeugt, dass meine füsse nicht zum letzten mal in meinem leben den costaricanischen strand fühlen konnten... ;-)

und jetzt läuft der countdown weiter. in einer woche werden die koffer vollgepackt in der ecke stehen. glücklicherweise erst in einer woche, es bleiben mir also noch einige wenige tage. was bedeutet, dass der blog bald auch das definitive ende finden wird, geniesst diese letzten einträge also noch!

11 March 2012

ich und hausfrau?!

so schön ferien sind - irgendwie freu ich mich jetzt schon darauf, wieder eine aufgabe zu haben, sobald ich in der schweiz sein und arbeiten werde. nicht, dass es mir langweilig wäre, doch fehlt mir das gefühl, das man nach einem gelungenen tag in der schule mit nach hause tragen kann...

erstaundlich schnell habe ich mich in dieser woche auch daran gewöhnt, nun mit elmer zusammen zu wohnen, es scheint gut zu klappen. aber genauso erstaundlich schnell habe ich gemerkt, dass ich nie im leben full-time-hausfrau sein werde... :-)

die woche verging also schnell, auch zum dank eines super spannenden buches, sodass das wochenende im handumdrehen vor der tür stand. dies wurde an verschiedenen festen verbracht, wie das eine, das von meinen ex-lehrerkollegen organisiert wurde. nebst mir bekannten gesichtern lernte ich auch die neu dazugekommenen lehrern kennen, die sich genauso gefreut haben mich zu sehen, wie die alten. anscheinend wurde ich an der humboldt doch noch nicht vergessen! lehrer und vor allem schüler, erwähnen mich immer wieder und bringen die neuen lehrer zum verzweifeln, weil sie immer wieder hören, dass "wir dies aber nicht so gemacht haben bei frau moor". das freut mich natürlich, obwohl ich ja dies bei ankunft genauso erlebt habe und weiss, wie mühsam dies ist :-)

am samstag feierten wir dann die hochzeit eines freundes von elmer. scheint so, dass dies bis auf weiteres die letzte hochzeit war, denn nun sind seine freunde alle verheiratet oder laufen noch single durch die gegend.
wie immer wurde bis ins morgengrauen viel gefeiert, getanzt, gegessen und getrunken, sodass wir dann den sonntag ruhig angingen und uns von allem erholten.

04 March 2012

en la choza

mexiko gehört mittlerweile zur vergangenheit, mein aktueller wohnort ist also wieder das schön übersichtlich kleine costa rica. jedoch nicht mehr für lange zeit, denn schon in dreieinhalb wochen steht der grosse abschied vor der tür und meine rückkehr in die schweiz wird zur realität. doch bevor ich melancholisch werde, nütze ich die verbleibende zeit bis zur letzten minute aus und geniesse jeden tag die sonne und wärme costa ricas.

das wiederankommen in costa rica verlief anfangs zwar ein bisschen unerwünscht, doch hat sich in dieser woche alles wieder so eingerenkt, dass ich in den nächten wieder unbesorgt und ruhig schlafen kann.
vor abreise nach mexiko erkundigte ich mich am alten wohnort in heredia, ob die früher von mir bewohnte wohnung noch frei sei. damals wurde mir dies bestätigt und die vermieter versprachen mir sogar, auch wenn diese besetzt sein sollte, wenn ich von mexiko zurück komme, ganz bestimmt eine wohnung für mich frei haben werden. gesagt, geglaubt. doch natürlich haben sie mich in dem monat vergessen und natürlich war keine wohnung mehr frei, als ich zurück kam. da hab ich mich echt genervt und war ziemlich verzweifelt, da ich ja nun keine bleibe mehr hatte.
elmers familie nahm mich dann mit offenen armen auf und bot mir an, dass ich für den verbleibenden monat gleich bei ihnen bleibe. doch wer mich kennt weiss, dass ich nicht auf meine unabhängigkeit und freiheit verzichten kann und deshalb ging ich trotz angebot auf wohnungssuche. schnell hatte ich erfolg und fand eine schöne wohnung nördlich vom heredia zentrum. zwar waren keine möbel vorhanden, doch konnten diese schnell, von freunden geborgt und verschenkt, zusammengekratzt werden. sodass es jetzt richtig gemütlich wurde und vom elmer, der gleich miteingezogen ist, mit leben gefüllt wurde.

die woche verlief also schnell durch das suchen und einrichten von der wohnung, mit der sonne und heredia geniessen und damit, von der reise runter zu kommen.
am wochenende wurde dann gefeiert, denn seit langem wieder einmal fand eine despedida de soltera, eine junggesellinnenabschiedsfeier einer freundin statt. nächste woche wird geheiratet und deshalb hauten wir noch das letzte mal allesamt auf die pauke. am sonntag verlief es dann etwas ruhiger, ich begleitete den elmer noch an ein fussballspiel, an dem sich seine mannschaft mit einer niederlage zufrieden geben musste.

01 March 2012

auf suche meiner wurzeln in mexiko

nach drei kulturüberhäuften wochen in mexiko und einer halben emotionsüberhäuften woche zurück in costa rica, melde ich mich endlich wieder aus einem neuen zu hause in weiter ferne.

vergebens versuche ich nun schon seit einer weile meine mexikoreise in worte zu fassen. die eindrücke, die dieses fassettenreiche und enorm grosse land hinterlassen hat, lassen mich noch jetzt über ihre realität zweifeln und veranlassten mich damals dazu, dass es mir immer wieder die sprache verschlug. die drei wochen verstrichen, jeden tag wurden mir neue sehenswürdigkeiten vor die augen geführt und rückblickend muss ich ernüchternd feststellen, dass ich von mexiko erst einen kleinen bruchteil zu gesicht bekommen habe.
priorität meines tripps war nebst dem kennenlernen von mexiko, das auffinden meiner wurzeln meiner familie. der bruder des vaters meiner oma reiste v
or vielen jahren nach mexiko aus, liess sich dort nieder und gründete seine eigene familie. sodass nun in jeder ecke von mexiko menschen mit dem namen "bächtold" hausen, die ich der reihe nach besuchte und gleich damit das land erkunden konnte.

begonnen hat das abenteuer mit ernesto, meinem cousin, dritten oder vierten grades, dessen ururgrossvater der gleiche ist wie meiner. ernesto lebt inmitten von mexiko city, sodass ich also meinen eigenen tourguide hatte, der mich per moto in der stadt herumführte. die ersten tage war ich erschlagen von der grösse der stadt und fühlte mich wie eine kleine ameise unter all den leuten. mit der zeit gewöhnte ich mich daran und genoss wieder einmal, unabhängig mit dem gut erschlossenen bussystem und der metro in der gegend herumzudüsen. mit dem touribus konnte ich schliesslich alle bekannten sehenswürdigkeiten abklappern, welche mit dem besuch des bekannten museo de antropología vervollständigt werden konnte.
mexiko hat jedoch auch um die hauptstadt selbst viel zu bieten: valle de brava, wo wir die schmetterlinge "monarca" besichtigen gingen, die zu tausenden um uns herumflogen. taxco, die stadt des silbers mit silberschmuck, soweit das auge reichte, sowie mit ihren tausenden vw-käfer, die in den engen gassen herumdüsten. und schliesslich teotihuacán, wo sich die drittgrösste pyramide der welt befindet.

ich hielt mich jedoch nicht nur in und um mexiko city herum auf, sondern begab mich zudem in die welt der mayas im südosten von mexiko. in der ersten woche nahm ich mit ernesto den flug in die stadt mérida, yucatán. von dort aus ging es weiter, per moto. wir waren insgesamt vier tage unterwegs, legten rund 3700 kilometer hinter uns und sahen diverse mayastätten, den türkisblauen atlantik, den eher tümpelähnliche golf von mexiko, unterirdische grotten mit transparentem wasser und bestiegen dazu unzählige pyramiden, bis wir vor muskelkater kaum mehr gehen konnten.

der nächste ausflug ging dann richtung nordwesten von mexiko stadt. aus reiner neugier erkundigte ich mich vor abflug nach mexiko im internet über die internationalen halbmarathone, wobei mir der halbmarathon in guadalajara, mexiko ins auge sprang. wie der zufall es wollte, fand dieser genau während meinem aufenthalt statt. so ging ich wieder von ernesto begleitet nach guadalajara, wo widerum bekannte von ernesto wohnten. dieser lauf war echt ein einmaliges erlebnis, obwohl die anstrengung nicht weniger intensiv war wie sonstige halbmarathone, war dieses mal das sightseeing gleich inklusive.
später ging es über querétaro wieder richtung mexiko stadt zurück, wo ich jedoch noch einen tag bei meiner tante und onkel verbrachte. auch hier also hatte ich meine persönlichen reiseführer und lernte die stadt mit ihrem kolonialen zentrum kennen.

vor der rückreise nach costa rica hielt ich mich noch einige tage in mexiko stadt auf, bis ich zu meinem onkel und meiner tante nach cuernavaca ging. von dort aus besuchten wir dann noch tepoztlan, eine kleine stadt ("nur" 40 000 einwohner), aus der man die pyramiden in den bergen besichtigen konnte der letzte ausflug ging nach puebla, eine stadt, die mir mit ihren von den spaniern beeinflussten häusern und gebäude den atem verschlug.

die drei wochen vergingen unglaublich schnell und ich könnte noch x zeilen weiter schwärmen. jede ecke mexikos enthält eine geschichte, wird durch einen spezifisch kulinarischen duft umhüllt und lässt mich von erstaunen verstummen.