30 January 2011

die liste ohne ende

sind wir doch ehrlich, uns geht es allen gleich: die grossen ferien stehen vor der tür. beduselt von der euphorie, setzt man sich guten mutes hin und macht sich, ob mental oder schriftlich, eine liste mit all den dingen, die man in den ferien erledigen möchte. motiviert und voller tatendrang beginnt man dennoch mit ruhe, schliesslich hat man ja ferien. tage vergehen und man redet sich gut zu und sagt sich, dass man ja noch genügend zeit hätte um produktiv zu sein. so weit, bis man an den letzten ferientage erwacht und feststellen muss, dass die liste noch genauso lang ist wie vor den ferien.

mir erging es jedenfalls so. meine liste war nicht lang und doch habe ich nicht einmal die hälfte geschafft. am montagmorgen erwachte ich und stellte meine vergangene passivität fest. an die arbeit, hiess ab dann mein motto und ich ging gut gelaunt in die stadt farbe einkaufen. mein langweillig blaues badezimmer wollte ich mit ein bisschen froheren farben auffrischen. gerüstet mit pinsel und farbe ging's ans werk, so schwierig kanns ja nicht sein. doch nach dem ersten strich wusste ich, warum maler gelernt sein will. das blau war nach wie vor zu sehen und so strich ich ungeduldig nach wenigen stunden schon das zweite mal übers holz. im nachhinein weiss ich's besser, ich hätte länger warten müssen... frustriert und an der verzweiflung nah, machte ich mich mit pinselreiniger und schleifpapier an die arbeit. die motivation von morgens ist verschwunden und machte der frustration und dem sonnenbrand platz.
am dienstag dann aber doch noch der beweis, dass nicht alles umsonst war: das schön abgeschliffene holz wurde dieses mal nicht bemalt, sondern besprayt. und nun, der frust vom stolz vertrieben, glänzt mein bad in den schönsten farben.

am mittwoch dann das nächste projekt: reparatur des fahrrades. aus vergangener maler-erfahrung hab ich jedoch gelernt und so versuchte ich es erst gar nicht selbst, sondern lieferte das velo einem fachmann ab. stunden später kriegte ich dieses im topzustand wieder zurück und nun kann ich ohne geholper und mit allen 21 gängen glücklich in der gegend herumfahren. zweiter punkt: check!

der donnerstagmorgen wurde mir nicht gegönnt, denn da musste ich in die schule gehen. ein kind blieb letztes jahr in mathematik sitzen und musste deshalb ein examen schreiben, welches ich korrigieren "durfte". um elf war jedoch auch dies abgehakt, das kind kam knapp durch und ich war glücklich, die schule für weitere vier tage nicht sehen zu müssen.

nach diesen drei haken in meiner liste musste die musse jedoch wieder her! etliche stunden verbrachte ich im garten an der sonne und tankte energie.
die liste wurde verdrängt...
am sonntagmorgen standen wir auf und fragten uns dann doch, wo denn die ferien hin sind. meine aufgeladenen batterien zeugen jedoch davon, dass wir genügend zeit für die musse hatten und so bin ich, auch wenn nicht überzeugt und voller emotionen, bereit, die schule morgen wieder in den angriff zu nehmen.

und die liste? bald kommen ja wieder ferien...

23 January 2011

wenn der alkohol aus der quelle entspringt

dass ferien auch stress bedeuten kann, konnte ich die vergangene woche an eigenem leibe erleben.

montag und dienstag, das haus und die katze hütend in san josé, verliefen ruhig und ich verbrachte die meiste zeit mit lesen und mich bräunen im garten.
schliesslich erwartete ich den mittwoch ungeduldig, da wir uns nach elmers arbeit endlich auf den weg richtung strand, nach santa teresa machten. unser freund dan, der uns vor
kurzem noch im kalten new york unterkunft zur verfügung stellte, erwartete uns samt freundin an diesem ort in guanacaste. den donnerstag und freitag verbrachten wir dann zusammen in der sonne. wieder einmal mehr kam ich in den genuss der ruhe und wärme. das meer rauschte vor sich hin, die sonne prasselte mit voller kraft auf mich herunter und wärmte meine haut und seele.

das wochenende war dann jedoch alles andere als die ruhe selbst. am samstagmorgen begann der stress: um sieben mussten wir uns wieder auf den nach hause weg machen, da wir am nachmittag an einer heirat von freunden in san josé sein mussten. wir fuhren pünktlich ab und konnten unser glück nicht fassen, als wir um elf nur noch wenige kilometer von zu hause entfernt waren. doch wie es murphy wieder einmal mehr wollte, lief natürlich nicht alles nach plan, wie es hätte sein sollen. mitten auf dem weg liess ich ein auge auf die temperaturnadel im auto werfen (aus vergangener erfahrung, als wir mit überhitztem motor abgeschleppt werden mussten, habe ich doch was gelernt). wieder befand sich diese auf abnormaler höhe. dieses mal warteten wir jedoch nicht lange und stoppten so bald wir konnten am rande der strasse. glücklicherweise war das nötige wasser im motor vorhanden, so dass wir nur einige minuten warten mussten, damit sich das auto abkühlen konnte. mit halber stunde verspätung kamen wir um halb zwei in meinem zu hause an. dann ging's schlegelawegge: duschen, kleider bügeln, sich hübsch machen, etwas essen, um nicht beim ersten wein unter dem tisch zu liegen und weiter ging's ab in die kirche, wo wir fünf minuten vor der braut ankamen. es war also geschafft!
und so erlebte ich meine erste heirat hier in costa rica. ich war echt gespannt, welche traditionen die ticos pflegen. der erste und ja eigentlich wichtigste teil, war die zeremonie in der kirche. ich war von der unpersönlichkeit dieser eher trockenen und emotionslosen zeremonie ziemlich erstaunt. vielleicht lag dieser eindruck auch an dem fakt, dass ich den pfarrer praktisch nicht verstehen konnte. doch später stellte sich heraus, dass dies nicht an meinen unzureichenden sprachkenntnissen lag, sondern am pfarrer selbst, der von den ticos nicht einmal verstanden wurde :-)
nach der kirche dann die hochzeitsfeier. für uns jungen anwesenden ehrlich gesagt der viel spannendere teil. die kurze zusammenfassung dieser feier: ununterbrochen fliessender likor. unglaublich die menge an alkohol, die an diesem abend konsumiert wurde. kurz nach ankunft im festsaal, wurde uns wein und ein kleiner apperetiv angeboten. darauf folgte champaner, schliesslich musste auf das neue paar angestossen werden. danach folg
te das abendessen, drei gänge, begleitet von rum, whisky, tequila oder was das herz auch immer begehrte. die gute laune verbreitete sich unter den leuten, bis die stimmung schliesslich beim eintreffen einer cimarrona das maximum erreichte. mit masken und karnevalmusik erhitzten sie den tanzsaal und jedermann befand sich auf den beinen. als dann noch eine minibar mitten im tanzsaal aufgestellt wurde, wo auschliesslich tequila-shots ausgeschenkt wurden, schien die situation zu eskalieren. manche wussten am schluss nicht mehr, ob sie nun neun oder zehn shots im blut hatten, das einzige was sie wussten war, dass sie sich nicht mehr so gut fühlten und alles doppelt sehen konnten. andere verfluchten sich und sahen den kommenden kater schon vor sich. zum glück konnte ich durch meinen abnormal grossen konsum an wasser diesen trotz einem glas wein und champaner, rum und einigen tequila-shots verhindern.

am samstag nach der feier wurde uns das auschlafen jedoch nicht gegönnt: am morgen ging's gleich in die badi, wo wir den geburtstag von elmers papa mit grillieren feierten. so verbrachten wir vermehrt einen tag an der sonne, konnten den vergangenen stress vergessen und uns auf's schlafen konzentrieren.

16 January 2011

die schwindende zeit

sinnlos presse ich meine hände zusammen, in der hoffnung, dass mir die zeit nicht so schnell durch die finger rinnt. bekannt ist dieses phänomen, dem wir immer wieder ausgeliefert sind und trotz jeglicher massnahme ohnmächtig zusehen müssen, wie die tage in den ferien in windeseile an uns vorbei sausen.

von wärme umhüllt verbrachte ich so ziemlich jeden tag an der sonne und liess mich im garten bräunen. die vergangene eiskalte woche in new york gleicht einem schleier, skeptisch, ob diese überhaupt existierte oder nur ein hirngespinst von mir ist.
schnell konnte ich mich jedoch wieder an die hitze adaptieren, die hosen wurden kürzer, die pullover machten ärmellosen t-shirts den platz frei und die wärmende mütze wurde durch eine sonnenbrille ersetzt. von der atmosphäre motiviert, organsierte meine mitbewohnerin und ich gleich ein bbq in unserem zu hause, schürten trächtig das feuer und zelebrierten den fakt, dass wir wieder hier sind.

da ein freund elmers bald heiraten wird, verbrachten wir das wochenende getrennt an den junggesellenparties. ich mit den weibern, elmer mit den männern. das ziel war jedoch das gleiche: bechern, bis die braut, bzw. bräutigam, unter dem tisch liegt - bis um elf hat's die braut durchgehalten. der bräutigam jedoch musste um neun von seinem bruder nach hause getragen werden. wir feierten jedoch trotz deren ausenz weiter.
am samstag dann die traditionelle serenata. der bräutigam stellt sich samt einem gitaristen als musikalisch unterstützung vor das haus der braut und gibt seiner stimme klang. so lange, bis die braut erwacht, das fenster öffnet und ihn mit offenen armen in empfang nimmt.
was so romantisch klingt, wurde bei diesem brautpaar ein bisschen modernisiert. aus welchen gründen auch immer sang nicht der bräutigam, sondern ein bezahltes trio, das die braut besang. und wir, die freunde und familie des brautpaares, wurden für dieses spektakel eingeladen. nebst gesang gab's grilliertes und so konnte ich eine echt romantische tradition erleben und bedauerte, dass dies nicht auch in europa praktiziert wird :-)

die woche in sich war also entspannend. bis auf den montag und dienstag, wo sich unsere katze manchita nicht blicken liess. die schlimmsten gedanken gingen durch unsere köpfe und ich rechnete während dem rennen draussen stets damit, ein von blut getränktes fell am strassenrand entdecken zu müssen. merkwürdigerweise war das futter am dienstagmorgen verschwunden, sodass wir erleichtert feststellen konnten, dass sie noch lebte. am dienstag in der nacht kam sie dann zerstreut, jedoch quietschvergnügt und gesund zurück, so, als ob nichts passiert wäre. und wir konnten wieder eine ohne alpträume unterbrochene nacht verbringen.

und nun bleiben uns noch mikrige zwei wochen. beklagen werde ich mich nicht, schliesslich geht's nun definitiv an den strand!

07 January 2011

eingeschneit und eingefroren

verschneite strassen, farbig blinkende lichter an überdimensional grossen bäumen, mit eiszapfen geschmückte dächer, bis in den himmel reichende gebäude, dick eingepackte und gestresste menschen und im hintergrund stets leise klingende weihnachtslieder, die an die vergangene besinnliche zeit erinnern: new york. eine stechende kälte, die einem hände und füsse einfrieren lassen, doch diese gerät in vergessenheit, währenddem man in dieser millionenstadt herumläuft und aus dem staunen nicht mehr heraus kommt. eine stadt mit tausend verschiedenen facetten, die einer kiste voller überraschungen gleicht, in der man immer wieder neues entdecken kann.

am 28. dezember ging elmers und meine reise in den norden los. während elmer und ich am morgen noch bei gut 25 grad unseren kaffee getrunken haben, so standen wir einige stunden später im flughafen in new york und wurden mit der unerbitterlichen kälte konfrontiert.
wir hatten glück, einige stunden zuvor war der flughafen wegen schneestürmen und schneefall geschlossen. mehr oder weniger pünktlich kamen wir an meinem geburtstag an, den ich schon dank meinem freund im flugzeug feiern konnte.
um fünf uhr befanden wir uns im
hause unseres freundes in queens und fielen gleich, von temperatur-, sowie kulturschock gerädert, ins bett. doch nur drei stunden später standen wir schon wieder relativ fit auf den füssen (dank an die rem-phasen!), wir wollten schliesslich meinen geburi in vollen zügen ausnützen. so ging's richtung manhatten, wo wir einfach nur in der stadt herum liefen und staunten: rockerfeller center mit dem inmensen baum voller kleiner lichter, time square, überladen mit plakaten und werbungen, central park vom schnee überdeckt und grand central station, die im kontrast zu den modernen wolkenkratzer mitten in der stadt steht. abgerundet wurde das ganze mit einem kaffee in meinem geliebten starbucks und das nachtessen in chipotle. wer schon dort war weiss, wovon ich spreche :-)

die tage vergingen wie im flug, wir versuchten, das maximum heraus zu holen und waren bis zu 12 stunden auf der strasse unterwegs. von chinatown, little italy, brookyn bridge, ground zero, freiheitsstatue, wallstreet bis in den norden mit unionsquare, 5th avenue, broadway und central park haben wir so ziemlich alles gesehen, was wir uns vorgenommen haben. wir liefen, bis unsere füsse nicht mehr konnten und schoppten, bis wir die tüten nicht mehr halten konnten. jeden tag rasselten tausend impressionen auf uns herunter und immer wieder konnten wir neue dinge entdecken. ich bin begeistert vom leben dort und auch wenn wir konstant von einer kälte umhüllt waren, so konnte ich diese durch den vorhandenen schnee und sehenswürdigkeiten vergessen.

unser plan für den silvester war eigentlich das erleben der menschenmenge am time square. doch nachdem uns fast jede person davon abgeraten hat, beschlossen wir, an eine kleine party mitten in manhatten zu gehen. so wurde im kleinen rahmen und mit italienischem essen das neue jahr eingeläutet.

und nun bin ich wieder in costa rica. wieder in der wärme bei 27 grad celsius, das was wir noch vor einem tag in new york in fahrenheit hatten. nächstes ziel ist der strand costa ricas, wo wir uns nach der erlebten kälte aufwärmen werden.