26 December 2010

bis im nächsten jahr, lieber grinch!

die ferien wurden vergangene woche so ausgenutzt, wie ferien ausgenutzt werden sollten: schlafen, viel, viel schlafen, lesen, aufräumen, sich's gut gehen lassen und feiern. zum feiern gab es diverse anlässe, wie der offizielle beginn der ferien, den geburi von elmer und gleich darauf die alljährlichen weihnachten.

elmers geburtstag feierten wir bei uns zu hause mit kollegen und familie. letzte woche schon schufteten wir für diesen tag, damit der garten auch in voller pracht glänzen konnte. zudem wurden die seit jahren montierten lichterketten eingeschalten, sodass man sogar ein kleiner hauch von weihnachten fühlen konnte. wieder nutzten wir aus, dass unser nachbar nicht zu hause war und schürten ein lagerfeuer, brieten unsere würste und liessen uns wärmen. später dann der unschlagbare geburtstagskuchen, begleitet von spanischen und deutschen gesang.

am 24. dann die grosse weihnachtsfeier bei den eltern von elmer. das typische weihnachtsessen hier unten besteht aus einem intakten bein eines schweines, im ofen gebraten, kartoffelstock und salat. mir wurde eine extrawurst zubereitet, anstatt ein bein vom schwein erhielt ich ne brust von einem huhn (wie makaber das doch klingt).
der (künstliche) christbaum funkelte während dem essen mit unzähligen fa
rbigen lämpchen vor sich hin und im hintergrund war leise salsa in der weihnachtsausgabe zu hören. zwei unvezichtbare komponenten, denn ohne die hätte ich kaum gemerkt, dass wir weihnachten haben.
hier in costa rica ist die tradition, dass neben oder unter jedem christbaum ein sogenanntes "portal" steht. die grösse davon variiert, doch obligatorisch sind joseph und maria mit krippe. um punkt zwölf uhr
wird dann jesus in die leere krippe rein gelegt und an seine geburt gedacht.
doch dieses denken an jesus war bei uns eher kurz, durch die distraktion der schönen päckchen unter dem baum wurde die aufmerksamkeit schnell von dem wirklichen sinn der weihnachten weggeleitet und man widmete sich den geschenken zu. wie auch in meiner familie wurde erstmals diskutiert, wer denn nun die geschenke verteilen musste. war dies geklärt, konnte die auspack-schlacht beginnen. zu meiner grossen überraschung und freude ging ich nicht leer aus und konnte mit auspacken :-)

an weihnachten selber, also am 25. dezember, lief hier nichts besonderes. es ist eher ein tag, an dem sich jeder von den strapazen des kampfessens des vorherigen tages im hause er
holt. andere gehen weiter feiern und weichen dem kater aus, indem sie den alkohol lückenlos fliessen lassen und so den rausch-status beibehalten.
elmer und ich gingen ins kino, eine tradition, die elmer seit jahren aufrecht erhält. nachdem wir jedoch gulliver's travels gesehen haben, hinterfragten wir uns ein bisschen ob es das nächste mal nicht besser wär, die tradition zu brechen als ein eher sinnloser film anschauen zu gehen...


so gingen die diesjährigen weihnachten auch schon wieder vorbei. die lichterketten werden nun desmontiert, die kerzen entfernt und der alltag kehrt wieder ein. mein kleiner grinch hat nun wieder ein jahr ruhe ;-)

und nun geht's ans packen! in zwei tagen werden wir richtung norden fliegen. silvester in new york, ein traum wird wahr! euch allen einen guten rutsch und bis bald im 2011!

19 December 2010

freiheit pur

frei von schülern, schule, arbeiten und das wichtigste, frei von stress.
bis mitte woche war zwar all dies noch angesagt, bis auf die schüler, denn wir lehrer hatten eine weiterbildung. gleichzeitig mussten drei meiner schüler nachprüfungen in mathematik schreiben, wobei eine durchfiel. die eltern rannte
n mir fast die türe ein und beschuldigten mich, dass ich nichts zu den schlechten leistungen ihres kindes gesagt hätte. ich hörte nur stumm zu, wusste, dass die eltern frustriert waren und deshalb irgendein sündenbock suchten. mein gewissen war jedoch rein, da ich wusste, dass ich oftmals mit ihnen gesprochen und sie vorgewarnt habe. aber da waren sie bis jetzt blind und taub und wollten bis zum letzten moment nicht einsehen, dass ihr kind nicht in die humboldt gehört. tja, so werden's nach den ferien nur noch 21 kinder in der klasse sein.

am mittwoch um halb zwölf dann endlich das lang ersehnte verabschieden von den kollegen, endlich, endlich sind ferien! ausschlafen, nichts tun und sich wieder einmal den sachen widmen, die man nun fast ein jahr vernachlässigt hat, dies steht jetzt auf meiner to-do-liste.
der erste ferientag wurde auch gleich ausgenützt und erstmals bis um halb zwei geschlafen. es war eindrücklich, so als ob mein körper nun auch realisiert hätte, dass die schule vorüber war, denn meistens erwachte ich für ein paar sekunden und konnte danach gleich wieder die augen schliessen und im tiefschlaf zwei stunden weiter schlafen. und eben so bis in den nachmittag hinein, als ich aufstehen musste, denn der zahnarztbesuch war wieder einmal angesagt. doch dies ging ruckzuck, denn der zahni ist zufrieden mit meinen zähnen, die sich nun nicht mehr bewegen und schön die stellung halten.

am freitag dann ein bisschen ein trauriger tag, da nicole, meine mitbewohnerin, nach deutschland verreiste für die ferien. mich stimmte dies ein bisschen nostalgisch, da ich merke, dass auch ich gerne für ein paar tage in die schweiz reisen würde um familie und freunde zu sehen... muss wohl noch ein bisschen warten.
am abend nützte elmer und ich gleich aus, dass unser nachbar auch auf reisen ist: im garten scheuerten wir ein riesiges feuer und verbrannten endlich unsere lang angesammelten, vertrockneten palmblätter. an den nächsten zwei tagen ging es mit der gartenarbeit gleich weiter und es wurde geschuftet, bis unsere hände voller blasen und krätze waren. das ergebnis lässt sich sehen! und wieder einmal wurde bestätigt: gartenarbeit ist sport! ;-)

12 December 2010

ein dicker, fetter schlussstrich

das wunder ist vollbracht, es ist geschafft und es wird wieder gelacht.
glauben kann ich's noch nicht, dass ich nun für fast zwei monaten die kinder nicht mehr sehen muss. ich bin ehrlich, ich hab echt kein bock mehr auf die probleme d
er kinder und noch weniger auf die eltern, die sowieso alles besser zu wissen glauben.
d
ie abschliessende, vergangene woche war mehr ein ausklingen lassen, als irgendetwas anderes. zumindest für die kinder. wir lehrer mussten nochmals vollgas geben, so vertrieb ich mir meine "freizeit" täglich in der schule bis um vier uhr, examen schreibend und weiterbildung absitzend. am donnerstag haben wir jedoch das gröbste überstanden und gingen mit den kindern auf einen kleinen ausflug in den bergen heredias, wo wir traditionelles brot backen und sehen konnten, wie die ticos vor rund hundert jahren lebten. interessant war's, aber da die kinder echt müde waren vom lernen, hatten diese auch keine lust mehr zuzuhören. so wurde es ziemlich anstrengend für uns lehrer, doch auch die leute vom museum waren mit unseren 60 kindern überfordert. das schlimmste passierte gleich, als wir ankamen: da die kinder backen durften, mussten sie die hände waschen gehen. es gab nur eine toilette. währenddem sich die mädchen brav in eine reihe stellten, hatten die jungs die glorreiche idee, sich alle miteinander und zeitgleich in die toilette zu stopfen. nach ein paar sekunden kamen alle kreischend raus, gefolgt von einer wasserflut am boden. jetzt haben die's doch tatsächlich geschafft, das abwasserrohr beim lavabo zu entzweien. da wurde eine frau moor aber wütend, stellte sich vor alle kinder hin und sagte, dass wir bei der nächsten dummheit gleich in den bus steigen und zurückkehren werden. ab dann hat's einigermassen geklappt... :-) trotzdem musste ich mich x-mal aufregen und hinterfragte wieder einmal mehr die erziehung dieser kinder: es wurde gegessen, getrunken, dann gespielt. und die sauerei? die blieb natürlich auf den tischen, zu hause haben sie ja schliesslich die angestellte, die ihnen hinterherputzt. aber so nicht bei uns! doch wenn man den einen sagt, sie sollen helfen, war die antwort wie immer: "das war nicht ich!"

am freitag dann der letzte tag mit den schülern, an welchem wir die zeugnisse abgaben, die besten durchschnitte gringo-mässig verkündeten und aufräumten. ich war echt froh, den schülern um halb zwölf tschüss sagen zu können, die genauso erleichtert wie ich aus dem klassenzimmer strömten.
das wochenende wurde dann gleich so ausgenützt, wie ein erstes fast-ferienwochenende sein muss: essen gehen, reichlich
schlafen, lesen (das buch habe ich bestimmt zwei monate nicht mehr aufgemacht seit dem letzten mal), die sonne geniessen und nichts-tun.
am samstagabend gingen wir doch noch auf de strassen, das festival de la luz wurde in der stadtmitte von san josé durchgeführt. eine wie im disney land durchgeführte parade in der nacht, wo wagen mit lichtern beleuchtet an den menschenmassen vorbeihottern. gepfeffert wird das ganze mit marschmusik und cheerleaders, die auf den beton-strassen ihre waghalsigen sprünge preis gaben.

und nun auf in die letzte runde! drei tage weiterbildung absitzen und fertig!!!

05 December 2010

nervlicher engpass

und wieder fühle ich mich wie eine ausgepresste zitrone, an der sonne liegend und wartend, bis auch noch der kleinste wasseranteil von der hitze aufgesogen wird. ich bin nervlich total labil und brauche nicht viel, um bei der kleinsten kleinstigkeit die geduld zu verlieren oder eben auch die nerven. aber ich bin nicht die einzige. allen geht es so, funktionieren wie eine maschine, automatisch, ohne nachzudenken, denn sonst wäre man schon längst weggerannt. es wird nach wie vor viel von uns erwartet, in die letzten tage reingedrückt und uns noch mehr aufgaben aufgebrummt. man denkt, es sei das ende des jahres, also ausleihern lassen und nichts grosses mehr vorbereiten. doch da ich zum beispiel drei schüler habe, die nachsitzen müssen, muss ich noch in den nächsten drei tage schnell vier examen aus den fingern saugen. in der woche sassen wir einen nachmittag nach dem anderen in der schule, konvente und sonstige weihnachtsanlässe abhockend. nächste woche sieht's nicht anders aus.
am freitag war dann mein absolutes tief und ich dachte echt noch, einen nervenzusammenbruch zu haben. um vier war ich zu hause und wollte nichts mehr von der schule wissen. mit meiner mitbewohnerin richteten wir uns wieder gemütlich in der garage ein und malten, bis unsere nerven wieder zueinander fanden. genauso gings weiter am samstag, frühmorgens an die fería und danach widmeten wir uns endlich, endlich unserem garten. es wurde gejättet, ausgerissen und neu eingepflanzt. nun hoffen wir auf schöne blümchen in ein paar wochen...

am samstagabend war noch die abschiedsfeier unseres kollegen, der uns ende des jahres verlassen wird. bis in die frühe wurde gefeiert, weshalb dann der sonntag mit schlafen und auskurieren ausgefüllt war. für die schule wurde praktisch nichts gemacht. diese insel war einfach nötig, sonst würde ich wohl noch durchdrehen. und nun, ab in die letzte woche!

28 November 2010

dem gefunkel ausgeliefert

die luft ist draussen. weder kinder noch wir haben die nötige energie, um frühmorgens aufzustehen und was zu lernen, bzw. zu lehren. irgendwie schaffen wir's dann doch immer, angetrieben von dem gedanken, dass ein hinter uns gebrachter tag uns näher an die ferien bringt. und genau so fliegen die tage an uns vorbei, unspektakulär und mit allerhand zu tun: noten machen, noten eintragen, weihnachtsdekoration vorbereiten, weihnachtsaktivitäten organisieren, an die verabschiedung einzelner schüler denken... die liste ist lang, doch kann ich von tag zu tag haken setzen. überall spricht man von weihnachten, die läden platzen mit ihren dekorationen fast aus den nähten, die leute werden nervös und rennen verzweifelt hinter den geschenken her. nur ich komme irgendwie nicht so richtig in die weihnachtsstimmung. kein wunder! bei dreissig grad, sonnenschein und stechend blauem himmel kommt einem auch erstmals den strand und das meer in den sinn als weihnachten mit schnee und besinnlichkeit.
nur durch die mir gesandten bildern aus der verschneiten schweiz mit meinem mami in der küche, liebevoll die mailänderli zubereitend, lassen mich vermuten, dass weihnachten schon bald vor der tür steht. mein herzchen sticht kurz auf, wünschend, mich schnell in die schweiz beamen lassen zu können, um den feinen geruch einzuatmen, um backen zu helfen, um die kälte von draussen zu fühlen und um sich danach vor dem cheminee aufwärmen zu lassen...

zurück nach costa rica: die woche verging ohne grosse ereignisse, nur am freitag wurden uns zwei stunden geschenkt, da die kinder flohmarkt hatten.
gleich nach der schule ging es wieder einmal in meine lieblingsstadt, heredia. da elmers auto nach wie vor bei den mechanikern verweilt, um wieder aufgepäppelt zu werden, sind wir momentan nicht so flexibel wie bisher. so verbrachte ich den samstag schoppend und staunend über all die glitzernden dinge für weihnachten...
auch der sonntag ging genauso gemütlich weiter, wir schliefen wieder einmal so lange, wie es unsere körper, seele und geist brauchten - bis ein uhr nachmittags :-) der energiestand konnte ich also für die nächste woche füllen. tatenfreudig pflanzte ich endlich diverse pflanzen um und neu ein, improvisierte einen adventskranz und kam beim anzünden des ersten kerzchens zum ersten mal ein bisschen in weihnachtsstimmung.

21 November 2010

erfolglose abkühlung

gesagt - getan. mittwoch war der grosse tag, an dem die kinder ihre kleinen fingerchen im dreck schmutzig machen mussten. es war echt herrlich zu beobachten, wie einzelne kinder mit nur drei fingerchen vorsichtig die erde in ihr töpfchen füllten, von weitem erkennbar, dass eine solche erfahrung zu den ersten überhaupt zählte. andere, vertrauter mit dieser arbeit, holten die erde mit grossem selbstvertrauen aus der tüte. schlussendlich hatten alle ihre drei sämchen in der erde und nun wird gewartet und gepflegt, bis schöne blumen wachsen. mal schauen, wie viele es schaffen, doch nur schon der fakt, dass am freitag alle ihr töpfchen mit nach hause nahmen, ohne dass ich sie daran erinnerte zeigte, dass sie schnallten, um was es mir geht.

freitag um zwölf blieb der allgemeine "juhuuui-wochenende"-schrei aus, denn es war ein pädagogischer tag angesagt. was normalerweise auch einen tag dauern würde, wurde aufgrund von fehlenden sprechanlässen auf einen halben tag reduziert. natürlich auf einen nachmittag, sonst würde ja noch die schule ausfallen... aber was soll's. hochmotiviert (klar an einem freitagnachmittag, an dem alle nichts lieber machen, als länger als sonst in der schule zu sitzen) sassen wir die extra stunden ab und fragten uns am schluss, was das ganze eigentlich sollte.

doch irgendwann wurden wir nach hause entlassen. elmer und ich zogen gleich richtung heredia los. die première von harry potter wartete auf uns. beeindruckende szenen, jedoch von "kinderfilm" nichts mehr zu erkennen. im gegenteil, szenen, in denen ich fast in die hose machte und zuckungen von unvorhergesehenen situationen kriegte.
gleich darauf, am samstag morgen, packten wir unser währli und zogen richtung norden, dem arenal. ziel war ein hotel in la fortuna, welches nicht nur ein hotel, sondern ein ganzes resort mit heissen thermalen war. herrlich, während wir im heissen wasser unsere finger aufweichen liessen, beobachteten wir die wolken um den arenal, geduldig, bis sich der vulkan in ganzer schönheit zu erkennen gab.
am sonntag dann das erwachen bei regen, was den effekt des heissen wassers noch mehr verschönerte.

weniger glück hatten wir dann auf der reise nach hause. kurz vor dem flughafen hörten wir ein merkwürdiges geräusch, das eine lautstärke eines alamierenden geräusches annahm. mit einem blick auf den temperaturindikator, wussten wir, was sache war: das wasser im motor ist weg. trotz wartens und auffüllens des wassers, wobei das auto erstmals protestierte und es mit vielem getose und dampf wieder ausspuckte, wollte und wollte das auto nicht mehr anspringen. der abschleppwagen musste kommen und uns nach hause fugen. hässliches ende für ein anfangs so entspannendes wochenende...

trotzdem wurde genügend energie gesammelt, um die nächste, drittletzte (!) woche in den angriff zu nehmen.

14 November 2010

verlorene werte

wieder sitze ich in einem schnellzug, die landschaft zieht an mir vorbei und ich, in meinem halbschlaf versunken, krieg nur die hälfte mit. bis der zug plötzlich ruckartig anhält...

... und mir bewusst wird, wie hässlich die landschaft gerade ausschaut:
unsere wunderschönen fische im klassenzimmer waren seit wochen nicht mehr zu sehen, da das wasser im aquarium eine urin-ähnliche farbe angenommen hatte. jedes mal, wenn ich die kinder sah, erinnerte ich sie daran, dass sie putzen mussten, doch niemand scheint interesse zu haben, den lebensraum der kleinen tierchen ein bisschen schöner zu gestalten. so gab ich ihnen schliesslich am mittwoch während der klassenstunde zeit, da ich wusste, dass sie es sonst womöglich bis zu den ferien herausschieben und die armen fiecher dabei noch drauf gehen würden. so putzten sie schön, bis ein kind auf die glorreiche idee kam, die fische nun direkt in das neue, eiskalte wasser plumsen zu lassen. so konnten die schüler dann bei den drauf folgenden stunde zusehen, wie die kleinen, einer nach dem andern, vor sich hin starb.
dessen nicht genug, die kinder liessen die tiere über einen tag tot im aquarium, fischten sie nicht heraus, war ihnen egal. wieder musste ich sie zusammenscheissen, bis einige von ihnen es schafften, die tiere aus dem wasser zu entfernen, um ein gebürtiges begräbnis zu vollziehen. doch kaum drehe ich ihnen den rücken zu, schmeissen sie die toten dinger um sich. ist ja nur ein fisch.
ich konnte nicht mehr vor wut. es ist einfach nur tragisch, dass kinder in diesem alter nicht den geringsten bezug zu lebewesen haben. echt traurig. doch dies lass ich natürlich nicht auf mir sitzen! so nicht in meiner klasse! deshalb rufe ich nun ein neues projekt ins schulleben: die kinder müssen sich bis zu den ferien um eine kleine blume kümmern. sie setzen die samen, müssen wasser geben und sind dazu zuständig, dass ihr kleiner sprössling überlebt, sodass wir diesen vor den ferien in den garten der schule pflanzen können. so hoffe ich, dass sie mir doch noch demonstrieren können, dass sie verantwortungsbewusst sind! und wenn nicht, so muss ich mir wenigstens keinen vorwuft machen, probiert hab ich's.

am wochenende wurde ich am samstag auf einen té de despedida einer freundin von elmer eingeladen. ein traditioneller anlass zu ehren von victoria, die sich im kommenden januar vermählt. ich ging mit der illusion an diesen anlass, dass dies eine art polterabend für frauen ist. als ich von meiner kollegin abgeholt wurde, wurden meine füsse jedoch schnell wieder auf den boden der tatsachen gestellt. laut ihr sind diese anlässe die hölle und nimmt nur daran teil, damit sich die zukünftige braut nicht alleine mit ihrer verwandtschaft zu langweilen braucht. und so war es dann auch: das durchschnittsalter lag bestimmt um die sechzig. als ich auf den tischen champaner-gläser sah, war ich ein bisschen erleichtert: immerhin können wir's so ein bisschen auflockern. aber auch diese illusion wurde schnell zerschlagen, als diese mit fruchtsaft gefüllt wurden. schlimmer wurde es schliesslich noch, als plötzlich ein animateur vor uns stand und uns fast dazu zwang, an peinlichen spielen teilzunehmen. und mich traf es echt am schlimmsten! immerhin gab es für die anstrengung ein nützliches geschenk, was die schande wieder vergessen liess.
danach gab's, wie der name es schon sagte, tee, kaffee und sonstige happen zum essen. um sieben war die tortur vorbei und unser tisch konnte sogar noch ein geschenk mit nach hause nehmen, da wir der "lauteste und motivierteste tisch" waren. hatten wir also doch was von dem ganzen anlass ;-)
gleich ging's weiter in die bar, wo wir unsere männliche freunde trafen, mal das heirats-geblable beiseite legen und endlich alkohol trinken konnten. so ist's mir doch wohler!

und nun... noch vier wochen. auf geht's, das licht am ende des tunnels ist ersichtlich!

07 November 2010

gnadenlos

auch die natur hat ihre stimmungsschwankungen und launen und lässt ihnen freien lauf. nur, dass ihre launen verheerende folgen mit sich tragen können, wie vergangene woche bei uns in costa rica der fall war:
am dienstag begann ein seichter regen, wurde intensiver und ging so weit, dass es bis freitag wie aus eimern kübelte. selbst morgens wu
rden wir nicht wie üblich von der sonne aus dem bett geweckt. die wolken hingen tief und der nebel verdeckte die ganze stadt unter ihrer grauen schicht.
am donnerstag in der schule wurde bekannt gegeben, dass im land der n
otstand ausgesprochen wurde. alle schulen waren zu und die strassen schienen so verlassen wie noch nie. unweit von uns entfernt, in einem vorort san josé's, rutschte die hälfte eines berges auf das darunterliegende dorf runter, welches in dreck und schlamm eingedeckt wurde. mehrere tote wurden gefunden, andere werden immer noch vermisst. der regen jedoch war ohne gnade, es schiffte weiter vom himmel runter, flüsse traten über die ufer, brücken hielten dem wasser nicht stand und brachen ein, strassen wurden mit fallenden bäumen und erdklumpen bedeckt und schlammlawinen suchten rücksichtslos ihre wege durch die dörfer.
alles war zu. alles, ausser die humboldt. die humboldt muss schule haben. die humboldt darf keinen tag versäumen, auch wenn das ganze land unter schock steht, den notstand ausspricht und um die verstorbenen trauert. ich schämte mich für die humboldt. sie dachten wohl, dass es genüge, wenn sie die flagge auf halben mast hängen und wir mit den kleinen eine schweigeminute einlegen.

und heute, a
m sonntag, strahlte und lächelte uns die sonne entgegen, so als ob nichts geschehen wäre. unglaublich, wie wir dieser macht ausgeliefert sind.

am wochenende stand eine einweihungsparty eines neuen kollegen auf dem pla
n. ich würde lügen, wenn ich schreiben würde, dass wir uns super amüsiert haben. ich bin es satt, nur immer über die schule zu reden, sich als eine person zu geben, die man nicht ist und lieb zu lächeln, wenn sie mich fragen, wie's mir geht. als ich dann noch eltern und sogar kinder (!) von meiner klasse antraf wusste ich, dass diese party eine der letzten war, an der ich hin ging...

vor lauter sorge konnten wir den sonntag nach der party leider nicht für's ausschlafen ausnützen, da ich mir den kopf zerbrach, wo sich mein portemonnee (oder portemonnaie? oder vielleicht portmone?) aufhalten könnte. seit samstagnachmittag schien sich dieses in luft aufgelöst zu haben. mein zimmer, das ganze haus stellte ich auf den kopf und konnte nichts finden. schon gab ich die hoffnung auf und fragte mich, wo ich hingehen müsste, um eine neue id zu kriegen und wo ich die karte zu stornieren hätte. nahe der verzweiflung schaute elmer und ich doch nochmals in seinem auto nach und kaum öffnete ich die autotür liess ich einen von erleichterung erfüllter schrei los. da lag es, unschuldig zwischen sitz und tür auf mich wartend :-)

auch wenn mein umfeld momentan grau und kalt zu sein scheint - ich fühle mich wie ein glühendes aufsteh-männchen, das die füsse nicht still halten kann. motivert fokusiere ich das nahende ende des schuljahres und renne weiter auf mein ziel zu. ich geniesse kleine dinge, wie die vielen stunden, die ich letzte wochen mit malen verbracht habe, wo man ebenfalls merkt, dass ich in mir drin wieder eine balance herstellen konnte und dass meine augen und seele nach farben, sonne und entspannen schreien. bald ist's so weit!

31 October 2010

vergebliche friedensstiftung

jede woche gehe ich zur schule, zücke ein neues, weisses blatt papier hervor und nehme mir vor, ohne irgendwelche vorurteile zur arbeit zu gehen und die vergangenen turbulenten zeiten zu vergessen. meist dauert dieser zustand bis mitte woche, bis mir wieder etwas neues reingedrückt wird und ich wieder die nase gestrichen voll habe von dem laden.

auch vergangene woche war es nicht anders: am mittwoch komm ich zur schule, frohen herzens, da ich weiss, dass ich meinen kurzen tag vor mir habe. bis zehn uhr läuft auch alles gut. doch dann steht plötzlich, wie schon letzte woche, die unheil-verkündende sekretärin vor meiner tür. ohne ein wort zu sagen wusste ich, dass mir zwei vertretungsstunden blühten. so war's auch, ich durfte den religionslehrer vertreten. netterweise hat mir dieser material hinterlassen: eine auf A5 gedruckte taube, die die kinder in 80 minuten anmalen und ausschneiden mussten. knapp wurden wir fertig. nein, natürlich nicht! natürlich schrien schon nach zehn minuten die einen, dass sie fertig seien! und ich, mit meiner lieblings-klasse noch vom letzten jahr zusammen im klassenraum, lief gefahr, durchzudrehen. da bot ich den kleinen teufeln einen kleinen deal an: wenn sie die taube ruhig und ohne sich zu zanken anmalen konnten, gingen wir in der zweiten hälfte der doppelstunde nach draussen. und tatsächlich, sie haben's geschafft. ich behielt meine nerven und die kleinen kriegten den nötigen auslauf. trotz gutem verlauf, verzichte ich jedoch gerne auf diese vertretungsstunden. leider scheint es so, als ob sich diese zwei extra-stunden fix in meinem stundenplan einnisten. und eben, das k... mich echt an.

so dauerte der frieden zwischen mir und der schule nicht sehr lange, wieder ging ich auf kriegspfad. sonstige probleme kamen auf mit schülern, die sich nicht so verhalten haben, wie sie sollten und sitzungen, die sich am schluss als sinnlos entpuppten. aber ich seh's positiv: noch sechs wochen und dann gibt's frieden für fast zwei monate ;-)

das wochenende war dafür nur so von energie gefüllt. am freitag ging's auf die piste mit elmer, in ein kleines pub mit life-musik und himmlischen daiquiries. den samstag verbrachten wir mit langem schlafen und schoppen. auch wenn wir nichts brauchten durchstöberten wir alle arten von läden. dann am abend gingen wir gleich nochmals auf die piste, in ein lokal mit der life-band son de tikizia. unmöglich, bei dieser musik ruhig zu sitzen, schwangen wir auf engstem raum unser tanzbein. die konsequenzen davon spürten wir beide am sonntag. arme, beine, alles schmerzte vom tanzen. inklusive meine füsse, die von blasen eingedeckt wurden. auch wenn wir merken, dass wir immer älter werden - es hat sich echt gelohnt. :-)

24 October 2010

seele auf papier

der vergangene montag bestätigte einmal mehr, dass das aufstehen am ersten tag nach den ferien immer ein grosser kampf mit dem inneren schweinehund ist.
irgendwie hab ich's doch geschafft und bin pünktlich in der schule erschi
enen. halb verschlafen sah ich in die halb verschlafenen gesichter der kinder und hätte am liebsten vorgeschlagen, eine schlafrunde durchzuführen. zumal von 22 kindern sieben abwesend waren, die's irgendwie vom strand oder von wo auch immer, nicht rechtzeitig zurück geschafft haben.

der halbschlaf verfolgte mich die ganze woche, sodass sich diese glücklicherweise, gefüllt mit zahnarztbesuch, sitzungen bis in den abend hinein und schwimmtraining schnell zur vergangenheit mutierte. der regen als konstantes hintergrundgeräusch dazu, das man von mal zu mal weniger zur kenntnis nimmt. soweit, dass sich mein gemüt anpasste und ich mir wieder einmal mehr mein leben schwer machte und mich fragte, wohin ich eigentlich zusteuere. fragen über fragen belagerten mein hirn und die antworten schwirren irgendwo herum, ungeordnet und chaotisch, sodass ich bisher noch keinen sinn erlesen konnte.

am samstagabend half mir deshalb eine autotherapie mit nicole, meiner mitbewohnerin und zwei weiteren lehrerkolleginnen. wir tranken rum, hörten musik und malten unsere seelen mit farben auf papier. zwar konnte ich keine antworten zu meinen tausenden fragen in meinen bildern finden, doch wurde ich ruhiger mit dem wissen, dass mein weg, auch wenn ich nicht weiss wohin, bestimmt von schöner natur umhüllt sein wird, die ich vorerst einmal einfach nur geniesse, ohne mir das hirn zu zerbrechen, wo ich landen werde.

16 October 2010

im schlund des bullen

diese ferien wurden echt verdient!
doch bevor wir in den genuss von paraisischen i
nseln kamen, wurde noch eine woche in der schule vollgas gegeben.

nebst fünf ex
amen, die ich schreiben und schliesslich auswerten musste, fand gleichzeitig der bekannte eltern-abend-marathon statt. dieses mal von drei bis um sieben uhr abends, mit der absicht, dass wir danach allesamt an einem konzert, organisiert von der schule, teilnehmen konnten. denkste! nach vier stunden gerede in spanisch, deutsch und schweizerdeutsch, wusste ich wieder einmal mehr nicht, wo mir der kopf stand und da verzichte ich auf das ach so schöne konzert und ging lieber nach hause pennen.
scheinbar sind die eltern auch immer zufriedener mit mir: obwohl wieder 24 eltern antrabten, konnte ich die so schnell "abfertigen", dass mir am schluss eine geschlagene stunde ruhe gewährleistet wurde. wenn das so weiter geht, dann wirds an den nächsten elternabenden noch richtig langweilig vom nichts-tun und warten...
am freitag verliess ich schliesslich die schule fluchtartig, mit einem grossen grinsen im gesicht und dem wissen, die kinder nun eine woche nicht sehen zu müssen und bald auf dem paradies ähnelden inseln in panama zu sein. so schnell war ich noch nie zu hause. :-)


elmer und ich verschwendeten keine zeit und gingen gleich samstagmorgens mit dem bus richtung bocas del toro, eine inselgruppe in panama. wie schon im letzen jahr, um unser vergangenes, gemeinsames jahr zu feiern. fern von lärm, autos und sonstigem stadtleben verbrachten wir fünf wunderschöne, sonnige und zum verschmelzen heisse tage. das meer türksiblau, der himmel wolkenlos, die sonne voller kraft scheinend, das wasser badewanne-warm und der sand fast schneeweiss. zu all diesen paradies ähnelnden elementen, konnten wir zudem aus nächster nähe die delfine beim tauchen und springen beobachten, seesternen beim nichts-tun zusehen und die seelenverlassenen strände geniessen.
am donnerstag ging es dann schweren herzens wieder ins zentrum costa ricas, das momentan ziemlich von wolken getrübt und belagert wird. aber eigentlich ideal, um die nötige vorbereitung für die schule ohne drang nach draussen zu gehen, hinter uns zu bringen. auf gehts also zur letzten runde!

06 October 2010

internet zurück - blogeintrag da

eine woche voller action gehört schon wieder zur vergangenheit.
an den ersten zwei tagen der woche hatte ich echt mühe, morgens aufzustehen. nicht etwa wegen dem wetter, das momentan dem schweize
risch nebligen herbsttagewetter gleicht. der vergangene lauf war die ursache meines krampfhaften aufstehens am morgen. wortwörtlich krampfhaft, denn ich konnte kaum gehen und fühlte mich einige jahre älter mit schmerzen von meinem kopf bis zu den füssen. selbst das lachen kostete mich schmerzen, da meine bauchmuskeln schmerzten! was man (bzw. frau) für den ehrgeiz nicht alles macht...

am mittwoch dann der grosse kochtag. da wir am freitag das deutsche essen hatten (ja, auch ich musste mitmachen), stand ich einige stunden in der küche und bearbeitete einen ganzen kürbis. ich spreche jedoch nicht von einem kürbis mit dem durchmesser weniger zentimeter, sondern von einem kürbis mit gut einem halben meter durchmesser. raus kamen dabei einige liter suppe, die wir dann am freitag verspeisten, wo die ticos noch weitere von uns präparierten deutsche gaumenschmäuser kosten konnten. ich habe auf jeden fall erstmals die nase voll mit kürbis!

am freitagabend schmiss ich die erste einweihungsparty für familie und freunde von elmer. es war echt gemütlich und alle waren hin und weg, als sie das haus sahen. ich wurde ein bisschen nostalgisch in dieser situation. auch ich würde gerne alles meinen freunden und familie zeigen... ihr seid also herzlich eingeladen, müsst mir nur bescheid sagen, wann ihr kommen wollt ;-)

am samstag war dann eine party in heredia angesagt. es pisste wie blöd und ich musste mit dem bus nach heredia fahren. während dem warten im bushäuschen bildete sich plötzlich ein fluss vor meinen füssen, kurze holzstämme und müllsäcke schwammen kurz danach an mir vorbei. da war ich echt froh, als der bus auch kam, trat einen schritt auf die strasse zu und hob meinen arm, um dem busfahrer zu signalisieren, dass ich in den bus will. er kommt mit zielmicher geschwindigkeit auf mich zu und als ich merkte, dass er nicht anhalten wird, wars schon zu spät um noch nach hinten zu rennen. wie im film wurde ich also von oben bis unten mit dem wasser aus dem neuen flüsschen angespritzt! und ich war echt angepisst! wortwörtlich! wär danach nicht gleich nochmals ein bus gekommen, der dann so lieb war und angehalten hat, wäre ich wieder zurückgekehrt, hätte mich ins bett gekuschelt und wäre am abend nicht mehr raus gegangen. aber eben, ich hab's nach heredia geschafft und konnte mich im haus von elmer aufwärmen und trocknen. danach ging's an die party und ich muss sagen, das ganze prozedere hat sich schlussendlich gelohnt - wir verbrachten einen gemütlichen abend.

und jetzt steht die letzte woche vor den ferien bevor! unglaublich, aber wahr. es geht, wie schon letztes jahr, auf die bocas del toro in panama. ich hoffe echt, dass wir mit dem wetter glück haben werden und uns von der sonne verbrutzeln lassen können. nun aber erstmals diese woche hinter uns bringen, mit fünf examen, dreistündiger sitzung und vierstündigem elternabend... auf geht's!

26 September 2010

integrierte betten in der schule

in zukunft stelle ich echt ein bett in mein klassenzimmer: drei von fünf nachmittage in der vergangenen woche waren belegt mit schule: sitzungen, weiterbildungen, elterngespräche, substitutionen und sonst dinge, die ihnen noch so einfielen, die uns gut tun könnten. ich kratzte meine energie anfangs woche mühsam vom boden und sammelte alles, was ich finden konnte. mitte woche kam der ganze karren dann zum glück ins rollen und es ging besser voran, sodass die woche selber wieder einmal mehr nur so an uns vorbei flog.

doch nicht einmal am freitag wurde uns das wochenende gegönnt, da wir am freitagaben am oktoberfest antraben und arbeiten mussten. doch schliesslich wurde aus dem verdruss auch genuss und machte mit ein paar bier intus sogar spass. nach dem fest ging's gleich weiter zu uns nach hause, wo bis in die morgenstunden weiter gebechert und gefeiert wurde. demnach sah auch der ganze samstag aus: kater auskurieren und das bett hüten.

am abend kam elmer und ich dann doch noch in die gänge und es ging auf nach heredia, da wir am sonntagmorgen wieder einmal mehr ein rennen liefen, welches dort begonnen hat. das, was ich im letzten lauf aufwärts gerannt bin, durfte ich heute in die andere richtung bergab rennen. was für ein genuss! das ziel erreichte ich einige minuten schneller als beim letzten mal und konnte zufrieden feststellen, dass mein physischer zustand wieder auf meinem höchstand wie vor vier jahren liegt :-)

nicht nur ich, sondern alles läuft momentan. besonders gas gibt das wetter. es läuft und läuft nämlich das wasser vom himmel runter. täglich schiffts, teilweise sogar schon am morgen, inklusiv grauer himmel mit verborgener sonne. kälte kommt dazu, was jedoch eine relativ warme kälte ist im vergleich zu der schweizerischen... noch einen monat müssen wir durchhalten, dann wirds besser und der sommer kommt. bis dahin heissts: sonnenschirm auf mann!

19 September 2010

mit ausnahmen bespritzter alltag

begonnen hat es schon am montagmorgen, als ich erst um neun in die schule musste, da ich die stunden mit einer kollegin tauschte. gerade gut, um den neuen arbeitsweg auszumessen und zu wissen, wie lange es dauert, um in die schule zu kommen. vollbepackt mit kisten und sonstigen recycling-dingen, dauerte es fast eine viertel stunde. eigentlich nicht viel. aber summiert auf die woche... da wirds dann schon täglich ne halbe stunde, also zweieinhalbstunden mehr laufen! das ist doch schon mal was, training umsonst!

am dienstag war dann dank nationaltag nur vier stunden schule anstatt di
e üblichen sechs. in den restlichen wurde typisches costaricanisches essen, von den müttern und vätern präpariert, verkauft. war eine schöne stimmung und so konnte man wieder einmal sehen, was eigentlich so richtig typisch ist: von gallo pinto (reis mit bohnen), tamales (in bananenblätter gewickelte maismasse mit fleisch), chicharrones (frittiertes schweinefleisch), bis zu den süssen nachspeisen von cajetas (kondensierte milch) nach den traumhaft saftigen früchten (die momentan leider ein bisschen spärlich vorhanden sind)...
nach dem essen ging's gleich mit spörteln weiter. und zwar hat eine lehrerkollegin eine zumba-instruktorin für uns lehrern organisiert. zumba ist eine art aerobic, das mit tanzbewegungen gewürzt wird. kein wunder also, dass ich voll enthusiastisch mitmachte! am nächsten tag bereute ich jedoch schon meine anstrengung, da ich muskeln spürte, von denen ich keine ahnung hatte, dass sie existierten.

am 15. september hatten wir dann frei, da die ticos an diesem tag ihre freiheit feiern. wir feierten gleich mit. erstmals schliefen wir reichlich länger, gingen den umzug schauen (und liessen uns wieder einmal von der sonne röten), hauten jocotes (früchte, die man glaube ich nur hier kennt (siehe bild)) von den bäumen und wuschen elmers fahrrad, das ich dann nach hause mitnehmen durfte. was für ein luxus! meine täglich viertelstunde weg wurde schlagartig auf einen drittel davon reduziert. das einzig negative dabei ist die regenzeit... kaum kam ich dann am donnerstag nach dem schwimmen um vier uhr aus der schule, schiffte es natürlich nur so darauf los. doch mir war's so ziemlich egal, war ja sowieso noch halb nass vom schwimmen ;-)

am freitag dann das typisch costaricanische mittagessen, wo uns die tico-kollegen bekochten. auch dieses jahr konnte ich wieder neue, mir unbekannte gerichte kosten.
danach dann das ersehnte wochenende, wo elmer und ich auch gleich ins auto stiegen und richtung pazifik fuhren. gross hoffnung, dass wir auf schönes wetter stossen, hatten wir jedoch nicht.
dank neuer autobahn waren wir auch schon bereits um fünf uhr rund drei kilometer vor dem ziel. doch dann, wie solls auch anders sein, schlug das schicksal zu: die einzige strasse, die nach tarcoles führt, wo sich unsere unterkunft befand, war von einem auto versperrt. leute sammelten sich an, wir wussten nicht was los war, bis wir ausstiegen und uns gesagt wurde, dass soeben ein betrunkener mann überfahren wurde und tot da lag. das ganze prozedere, mit verkehrtspolizei, richter, abfuhr etc. dauerte rund drei stunden. die leute vom dorf sammelten sich alle an, ein spektakuläres ereignis, das sich niemand entgehen wollte. totmüde kamen wir dann schliesslich doch noch in unserer unterkunft an.

ab dann jedoch erhielten wir unser wohl verdientes wochenende, mit viel sonnenschein, hitze, nichts tun und ruhe. es war echt herrlich, wieder das rauschen des meeres in den ohren und das türkisblaue meer vor den augen zu haben. tat das gut!

12 September 2010

wenn die haare zu berge stehen

die zeit vergeht, der regen prasselt täglich vom himmel runter und der alltag dümpelt so vor sich hin. da vorletzte woche echt nichts spezielles passiert ist, habe ich mich entschlossen, den blog-report einmal ausfallen zu lassen. diese entscheidung bereute ich schnell, denn am montag in der nacht beschloss irgendjemand, meinem leben doch ein bisschen pfiff beizumischen. die mischung wurde perfekt, sodass ich schliesslich in den nachfolgenden nächten kein auge mehr zu tat:

es ist zehn uhr, wie immer gehe ich um diese zeit ins bett. dreh mich einmal auf die seite und schlafe wie ein kleines engelchen. bis mich irgend ein geräusch weckt. ich drehe mich nichts-ahnend auf die rechte seite und sehe irgendwas, etwa dreissig zentimeter von meinem gesicht entfernt. der erste gedanke: seit wann versucht unsere katze, bei mir durchs fenster ins zimmer hinein zu kommen? schon bereite ich einen zusammenschiss vor, bis ich bemerke, dass dies keine katze sein kann. katzen haben keine fünf finger und sind nicht so dünn. nein, es ist ein arm mit einer hand!
soblald ich dies bemerkte, drehten bei mir fast die sicherungen durch: ich begann zu schreien, auf spanisch, deutsch und sonstige sprachen, die mir in diesem moment einfielen, riss den vorhang zurück (was eher eine dumme idee war, so im nachhinein betrachtet) und sah dem dieb direkt ins gesicht. da schrie ich noch lauter und da wurde es ihm wohl unwohl, zog seine hand samt meinem handy zurück und suchte das weite. und ich blieb wie versteinert im zimmer stehen und wusste nicht, wo mir der kopf stand.

ab diesem moment begann dann erst der horror: das langsame bewusstwerden des klaus, der möglichkeit, dass jederzeit wieder jemand kommen könnte und sogar in der lage wäre, mir ein messer an die kehle zu setzen. ich konnte meine augen keine fünf minuten schliessen, ohne das gefühl zu haben, hinter dem vorhang eine gestalt zu sehen oder ein geräusch zu hören, das nicht sein sollte. so verbrachte ich die, zum glück letzten!, nächte in dem zu hause.

unser umzug ins neue haus kam mir also mehr als gelegen! am freitag half mir dann elmer, meine mittlerweile mehr als sieben sachen zu packen und ins neue haus zu fugen. und nun, zwei tage später, ist mein zimmer schon eingerichtet, mit gelbem vorhang vor dem kleiderschrank und bunter bettdecke. so richtig zum wohl fühlen. jetzt fehlt nur noch meine mitbewohnerin, die den strand dem umzug bevorzugte.
trotz nachteilen, wie der längere weg morgens in der früh, merke ich schon jetzt, dass dies der richtige entscheid war. wir sind mit diesem haus noch einen luxusschritt höher getreten. ein grosser garten, dem urwald gleichend, mit einer geräumigen terrasse, die uns erlaubt, selbst bei intensiven regenströmen draussen die frische luft zu geniessen. zwei grosse zimmer mit sicht auf die stadtlichter in der nacht, die während dem tag mit sonnenstrahlen durchflutet werden. ein gästezimmer, das wir in ein tv-raum umwandeln, ein empfangssaal, küche mit erker... einfach hammer... nicht zu vergessen, dass das haus aus zwei etagen besteht. die zimmer also im zweiten stock, sodass mir so einfach kein idiot mehr den arm ins zimmer strecken und plündern kann...

29 August 2010

nach dem schiffen kommts pissen

so schnell wie die regentropfen vom himmel niederrasseln, so schnell ging diese vergangene woche vorbei. der beinahe dauer-regen wäscht also nicht nur den abfall die strassen runter, sondern nimmt auch gleich die zeit mit. mir passt`s! zumindest, dass die zeit vergeht, der regen müsst nicht sein...
muss auch dazu sagen, dass es
momentan einfach spass macht. nebst der schule, in der die schüler so spuren, wie ich gerne möchte, läufts super. das schwimmtraining und das rennen, steuert schliesslich auch dazu bei, dass die zeit noch schneller vergeht. auch wenn wir während dem schwimmen nicht nur von unten, sondern auch von oben benässt werden, machts einfach spass, im lauwarmen wasser (meist wärmer als draussen) die x längen abzuschwimmen. zudem motivierts mich noch mehr, da ich einen enormen fortschritt feststellen kann. vor einem monat wusste ich nicht einmal, wie man krault, bin nach einer länge fast ersoffen und nun schwimme ich, als ob ich im wasser geboren wäre. :-)

am dienstag baute ich mit elmer noch eine kleine insel im schul-sumpf und gingen ins kino, "plan b" schauen. wir verliessen den kinosaal jedoch ziemlich enttäuscht, nachdem unsere erwartungen nach betrachtung des trailers doch so hoch waren. tja, wieder einmal eine falsche filmwahl und nicht weiter zu empfehlen.

am wochenende konnten wir leider wieder nicht weg fahren, da ein kollege seine abschiedsparty feierte. so wurde wieder einmal mehr ein um's haus herum-wochenende verbracht. doch beklagen möchte ich mich nicht, im gegenteil, es war sehr unterhaltend: freitagabend trafen wir freunde von uns, gingen was essen und danach in eine bar, in der pure achzigermusik mit videoclip lief, was mich schwer an die 80er-parties in der schweiz erinnerte...
am samstagabend war dann die party unseres kollegen, im haus, das bald unser sein wird ;-) ja genau, in weniger als drei wochen werden wir wieder umziehen, in ein noch grösseres haus mit einem noch grösseren garten. nicole und ich können's fast nicht erwarten, bald das traumhaus schlechthin zu "besitzen". schon jetzt schmieden wir pläne, wer in welches zimmer ziehen wird und was wir mit dem vielen freien raum anstellen werden. selbst ne bar werden wir haben! ;-)
sonntagmorgen war diesesmal ein lauf von elmer angesagt, organisiert von seinem früher besuchten gymnasium. wobei sein ziel war, nicht so krankhaft wie ich ans körperliche limit zu gehen, sondern gemütlich mit seinen alten kumpanen zu joggen. danach ging's gleich weiter ins calipro, eine badi, in der wir schon oftmals waren. die mutter von elmer hatte nämlich geburtstag und wünschte sich einen tag gemeinsam mit ihrer familie. wir hatten glück, die sonne schien stolz am himmel, sodass wir grillen, die sonne geniessen und natürlich das wasser für's schwimmen ausnutzen konnten.

und nun, auch wenn wir nicht aus heredia raus kamen, bin ich total relaxt und bereit, die neue woche in den angriff zu nehmen.

22 August 2010

nach dem regen kommt's schiffen...

diese vergangene woche schiffte es fast ununterbrochen vom himmel herunter. mein gemüt hatte es zusätzlich durch das eher schwache immunsystem und der fast ununterbrochenen niesserei eher schwer, fröhlich zu bleiben. so schwamm die woche an mir vorbei und ich bekam nicht so richtig mit, was eigentlich um mich passierte. am freitag bin ich dann irgendwie wieder erwacht und musste feststellen, dass die woche schon wieder vorbei war. gerade rechtzeitig für das wochenende also.

da stand am sonntag mein erster lauf in costa rica auf dem plan. zudem der bisher längste mit 10.5 kilometer. hätte ich gewusst, wie die rute sein wird, hätte ich mir jedoch bestimmt zweimal überlegt, ob ich teilnehmen sollte: die ersten drei kilometer einfach mal bergauf. danach ging's einigermassen geradeaus, doch sobald ich mich freute, endlich gas geben zu können, war schon der nächste berg vor mir. einst überwunden, ging's dann aber wirklich schön geradeaus weiter, was auch nötig war, sonst hätt ich wohl aufgegeben ;-)
im ziel traf ich dann noch auf zwei weitere lehrerkollegen und natürlich, wie soll's auch anders sein, auf schüler unserer schule. ein ding, das man in costa rica echt nicht vermeiden kann. egal wo man hingeht, man wird erkannt...

und nun hoffe ich echt auf eine schiff-ärmere woche, mit mehr sonne und fröhlichem gemüt!

15 August 2010

nass von oben bis unten

auch wenn die ganze woche eine eher dunkelgraue wolke über unseren köpfen hauste, wurde mein gemüt nicht gedämpft. freudige nachrichten und ereignisse halfen mir dabei, meine laune auf einem hoch zu halten, so dass ich morgens jeweils schon fast aus dem bett sprang, vor lauter freude, in die schule gehen zu dürfen.
naja... so extrem war's natürlich nicht, aber irgendwie war ich einfach motiviert in dieser woche, was auch dazu half, die zeit schnell vorbeisausen zu lassen.

am dienstag war mein grosser tag: das erste schwimmtraining. schon am morgen war ich nervös und hatte ein bisschen bammel. je weiter es gegen ein uhr ging, desto unruhiger wurde ich. selbst die kinder merkten es und wollten wissen, was mit mir los sei...

doch dann, um halb eins, also genau eine halbe stunde vor trainingsbeginn, mischte sich petrus ein, der sich trotzig dazu entschlossen hat, meine nerven noch mehr herauszufordern. er liess es schiffen. das wäre ja noch ok gewesen, denn nass wird man ja im schwimmbad sowieso. doch dem natürlich nicht genug, zu dem schiff kamen noch fröhlich leuchtende blitze dazu, die den himmel erhellten. so wurde das training natürlich abgesagt.
glücklicherweise gab's am abend nochmals ein training, wo ich dann auch hin ging! jaa, ich hab's also wirklich geschafft, hab gegen petrus und meine nerven gewonnen. auch wenn ich fast wieder unter ging während dem schwimmen, es tat echt gut, sodass ich am donnerstag gleich nochmals ging und auch weiterhin gehen werde. auch wenn mich die schüler dabei mit grossen augen anglotzen und nach jeder länge schwimmen das gefühl haben, mich grüssen zu müssen ;-)

ansonsten war die woche ruhig, schon fast langweilig normal. es sieht ganz danach aus, dass schüler sowie ich wieder ganz im alltagstrott drin sind. doch ein alltagstrott, der mir spass macht.

am wochenende war es wieder ruhig. elmers schwester feierte am samstag in einem häuschen in den bergen geburtstag. aber auch an diesem tag meinte es petrus nicht gut mit uns, es schiffte schon um ein uhr und wollte nicht mehr stoppen. trotzdem, wir liessen uns nicht vom feiern abhalten, auch wenn eher frierend und durchnässt.

08 August 2010

voller kraft voraus

die erste woche schule gehört zur vergangenheit!
die gewappneten schutzschilder waren nicht nötig, es herrschte eine friedliche stimmung ohne jegliche aufbrummung von zusatz- und mehrarbeit. man könnte fast denken, dass dies ein gut durchdachtes, strategisc
hes vorgehen sei: man lässt die beute zappeln und friedlich grasen bevor man angreift... naja, ich möchte meine positive einstellung mal nicht über den haufen werfen und hoffe, dass dieses semester im verhältnis zum vorhergehenden wirklich ruhiger ablaufen wird.

die kinder schämten sich wohl ihrer freude, dass sie endlich wieder in die schule gehen dürfen, auf alle fälle spürte ich keine euphorie, als ich am ersten tag ins klassenzimmer trat. ich muss jedoch auch zugestehen, dass auch ich nicht wirklich überfroh war, endlich wieder um sechs aufstehen und kinder mit wissen vollstopfen zu dürfen.
ich fragte mich am dienstagmorgen sogar, ob ich denn wirklich lehrerin bin, oder ob die vorhergehenden jahren bestandteil eines langen traumes waren. aber schon nach fünf minuten unterricht musste ich feststellen, dass ich wirklich lehrerin bin und den kindern auch was beibringen kann! noch mehr freute ich mich, als sich meine schüler doch tatsächlich noch an die materie von vor den ferien erinnern konnten! das erfüllte mich echt mit st
olz.

ausserdem bin ich stolz auf mich, da ich meine vorsätze für das kommende semester bereits in der ersten woche umsetzen konnte: schwimm- und lauftraining stand und steht auf dem wöchentlichen programm. noch angeschlagen von vergangener woche, der romería, gab ich mir bis freitag eine schonzeit. dann ging's los mit rennen und einen tag darauf schwimmen in der schule.
elmer war gleich mein privater trainer, echt praktisch! nach der 20. schwimmbad-länge fand ich's dann jedoch nicht mehr so toll. hatte das gefühl bald unterzugehen. doch irgendwie konnte ich mich noch zu weiteren vier längen durchringen. aber dann war's genug. und ihr könnte euch ja vorstellen, wie mir am tag darauf die arme schmerzten ;-)

nach einer durchzechten nacht am samstag schafften es elmer und ich am sonntagmorgen trotzdem, uns um zehn aus dem kuscheligwarmen bett zu schälen, um endlich, endlich im stadium von heredia ein fussballspiel anschauen zu gehen. heredia ist berühmt zu verlieren und jeder fan weiss, auf was für eine leidenstour er sich begiebt, wenn er für dieses team fiebert.
schon nach wenigen minuten stand zwei zu null für die auswertige mannschaft und die heredianer gaben die hoffnung schon auf. doch wie durch ein wunder (oder durch meine präsenz?!) gewann heredia das spiel drei zu zwei.
war das ne stimmung, jeder fieberte mit und liess den wöchentlichen stress und frust durch ihre sorgfältig gewählte wortwahl während dem spiel freien lauf. so lernte ich heute schliesslich so richtig auf spanisch zu fluchen. auch schlägereien blieben nicht aus, sodass die polizisten von einer ecke des stadiums in die andere rennen mussten.
unglaublich, so unterschiedlich die menschen in den verschiedenen orten der welt sind, wenn es um sport geht verhalten sich schlussendlich alle genau gleich...

02 August 2010

unerbitterlicher aufprall

jeder kennt das gefühl: man steuert auf das ende von wunderschönen ferien zu und kann einfach die verfluchte bremse nicht finden, um die fahrtgeschwindigkeit wenigstens ein bisschen vermindern zu können. so schaut man ohnmächtig zu, wie man gegen die harte mauer der realität fährt und eher unsanft aufprallt.
so ergeht's mir momentan. glücklicherweise haben die tic
os dank der romería heute montag einen freien tag, sodass uns noch einen ferientag geschenkt wurde. trotzdem, morgen kommt der aufprall, morgen geht's wieder weiter mit dem "richtigen leben".

trotz diesem wissen genoss ich noch die letzten paar tage ferienzeit. zwei davon widmete ich der schule, auch schweren herzens und mit inneren schweinehund-bekämpfungen. die restlichen gehörten mir und der musse ganz alleine. die tage verbrachte ich mit elmer entweder lesend, schlafend, sogar schwimmend (ja, ich kann jetzt endlich kraulen!!!) und einfach faul füsse baumelnd.

am samstag rafften wir jedoch unsere kräfte nochmals zusammen. und wie! schon vor langer zeit haben wir uns vorgenommen, gemeinsam die romería zu laufen und rennen. für die ticos ist dies ein religiöser akt, so wie eine art pilgerfahrt nach cartago, der alten hauptstadt costa ricas (wer sich mehr dafür interessiert, kann sich in meinem blog august im jahre 2008 schlauer machen).
dieses mal waren wir jedoch nicht wie ich vor zwei jahren mit dem bus, sondern eben zu fuss unterwegs. die erste hälfte legten wir rennend hinter uns, von san josé aus bis tres rios, rund 12 kilometer. wir namens gemütlich und so kamen wir nach gut einer stunde und ein paar minuten in der mitte der ganzen strecke an. dem jedoch nicht genug! weiter wurden die noch fehlenden 10 kilometer gelaufen, jedoch in einem praktisch-renn-tempo.
meine geschätzte zeit lag bei drei stunden, schlussendlich kamen wir bei 3 stunden und 4 minuten in cartago an. elmer schätzte auf gut vier stunden, evtl. sogar fünf. hätte er vielleicht auch gebraucht, wenn ich ihn nicht über eine stunde wie ein kleines kind hinter mir hergeschleppt und gut zugeredet hätte ;-) wir kamen beide an unser körperliches limit, nicht zu vergessen, dass wir ja überhaupt nicht trainiert haben dafür. danach waren wir einfach nur kaputt und konnten keinen schritt mehr gehen. die folgen davon spürten wir noch lange danach, unser stolz besiegte jedoch das verfluchen unseres selbst und so geniesse ich sogar fast den muskelkater.

aber eben. der traum ist aus, die realität ist da. aber ich seh's positiv: zehn wochen und dann haben wir wieder ferien ;-)

27 July 2010

flucht vor dem regen

vor einer woche noch die golden gate bridge von san francisco im blickfeld, nun den fallenden regen als dauerhörspiel in meinen ohren und in der vergangenen woche den sonnenschein an einem strand costa ricas wärmend im gesicht. beklagen kann ich mich echt nicht.

nach ankunft aus den staaten gönnte ich mir zwei tage zu hause, bevor wieder meine koffer gepackt wurden und ich mich mit elmer richtung karibik aufmachte. das ziel war cahuita, den bereits schon zum zweiten mal besuchten strand in diesem jahr, der jedoch die fünfstündige immer wieder wett macht.

wir hatten glück und die sonne strahlte uns trotz regenzeit mit ausnahme eines tages pausenlos ins gesicht. dabei wurde meinem eher käsigen anblick wieder zu einem gewohnten und wohlig goldig braun verholfen.

die tage verbrachten wir mit viel schlafen und nichts tun. so wie ferien eben sein müssen.
doch leider war nicht alles glimpflich verlaufen, denn bereits in der ersten nacht st
ellte ich einen rekord punkto moskitostiche auf. dreissig stiche alleine am linken arm. die stiche an den beinen zählte ich erst gar nicht mehr, doch denke ich dass ich im gesamten in die nähe von hundert komme. noch merkwürdiger als ich elmer ansah, der keinen einzigen stich abbekommen hat.
doch dem nicht genug. in der letzten nacht attaktierten mich noch weitere fiecher, sodass ich geekelt von mir selbst froh war, dass wir am montag wieder ins eher kalte und regnerische, aber dafür moskitofreie pavas zurückfuhren.

als souvenir nahm ich wieder einmal mehr einen virus mit mir mit. wäre ja langweilig ohne, oder?! dieses mal reagierte ich jedoch schnell und rannte gleich zur apotheke. jetzt darf ich irgendwelches zeug schlucken und hoffen, dass ich die kommenden restlichen ferientage nicht im bett verbringen muss.

und nein, lehrer haben nicht nur ferien hier drüben ;-) nach wie vor kann ich mich zwar noch glücklich schätzen, da ich mich nicht früh aus den federn boxieren muss, doch mit vorbereiten darf ich bereits jetzt, trotz ferien, schon beginnen. in einer woche sind wir dann schon wieder am bügeln. aber wie gesagt, beklagen kann ich mich nicht und ich werde trotz vorbereiten die restlichen ferientage noch in vollen zügen geniessen.

21 July 2010

en el país de los gringos

zwei meiner vier ferienwochen rasten bereits an mir vorbei, hinterblieben ist eine zeit voller impressionen und erfreulichem wiedersehen mit mir lieben menschen.

am montag war es soweit, mein flug nach dem fernen san francisco stand an. trotz mehreren minuten verspätungen auf beiden flügen, kam ich ziemlich pünktlich im flughafen an und wurde von chrigi und leni empfangen. noch ein bisschen überfordert von der grösse und der hektik, nahmen sie mich gleich unter die fittiche und haben die auto-übergabe und das nach hause fahren zu leni in die hände genommen. so konnte ich mit offenem munde auf den meterbreiten und von autos überfüllten strassen die vorbeirasenden gebäude beobachten. ziemlich gerädert (zumindest ich) kamen wir schliesslich in der gemütlichen wohnung von leni an und gönnten uns einen schweizerisch kulinarischen gaumenausflug mit feinem schweizerkäse und knusprigen brot. so begastwirted wie chrigi und ich wurden, fühlten wir uns gleich wie zu hause und machten's uns bequem.

am dienstag ging die reise gleich zu dritt los, denn leni hat sich ferien genommen und kam mit uns auf entdeckungskur. die erste destination hiess napa valley, ein ort voller weinreben und weinereien. nach einer tour in einer weinerei wurden wir experten von sterling-weinen.
danach fuhren wir gleich weiter nach sacramento, der hauptstadt von californien. leider haben wir nicht wirklich den stadtplan studiert und so den schönsten teil dieser stadt verpasst. aber traurig waren wir keineswegs, waren wir doch müde von der langen auto-fahrt und wollten sowieso nur noch schlafen.

mittwoch verbrachten wir praktisch den ganzen ta
g im auto. ellenlange strassen, links und rechts nichts ausser natur und menschenleere. irgendwann tauchte der eindrückliche lake tahoe auf, dem wir vom norden in den süden folgten, wo unser hotel war. auf dem weg machten wir an diversen aussichtspunkten halt und sogen die verschiedensten ausblicke in uns auf. das knipsen vom fotoaperaten war natürlich fast schon obligatorisch und ich war echt froh, als wir im süden ankamen und endlich unsere beine wieder richtig benutzen konnten.

das auto wurde am donnerstag vernachlässigt, denn wir blieben in lake tahoe und benutzten statt dessen unsere eigenen füsse. wir kamen sogar ins schwitzen bei einer kleinen wanderung an einen fast verlassenen see im berge.

da wir einen tag fast pause hatten vom auto-fahren, wurde dies am freitag wieder aufgeholt. das ziel war lee vining, ein ort in der nähe vom yosemite nationalpark. doch vor dem ziel machten wir einen abstecher nach bodie, einer geisterstadt aus dem 19. jahrhundert. die stadt wurde kurz nach dem zweiten weltkrieg aufgrund ausgeschöpften goldminen verlassen, wobei alles so hinterlassen wurde, dass man ein ziemlich genaues bild bekommen konnte, wie diese menschen gelebt haben mussten. es war echt eindrücklich.
später ging es weiter nach lee vining mit dem mono lake. das spezielle dieses sees ist, dass er keinen ausfluss hat, sprich viel wasser rein kommt, aber nicht mehr raus gehen kann. demzufolge ist der salz-gehalt viel höher als bei irgendwelchen sonstigen seen, wodurch faszinierende salzfiguren entstanden sind. auch wenn total auf der schnurre von der langen fahrt, konnte uns chrigi überzeugen, auch dies noch anschauen zu gehen. und es hat sich gelohnt.

am samstag war der yosemite nationalpark auf unserem plan. ich war voller erwartungen, die auch übertroffen wurden, zumindest was die natur anbelangt. doch der schock über der personenauflauf an diesem ort war erschütternd. fast in kolonne mussten wir die dinge anschauen gehen, ich kam mir wie in einem zoo vor, nur dass man anstatt tiere die natur anschauen konnte.
aber wie gesagt, die natur war echt schön: gebirge, wasserfälle, unglaubliche naturspektakel, alles versuchte ich in mich hineinzusaugen und aufzunehmen, wobei ich fast überfordert war. diese grösse, weite und schönheit hat mich fast umgehauen.
dem nicht genug, danach stand uns wieder eine vierstündige fahrt nach modesta bevor, die wir mit einem abstecher in ein gemütliches 60-er jahre restaurant auflockern konnten. nach einer nachtwanderung zu einem starbucks und einem pool-rauskick der hotelbesitzer sanken wir erschöpft ins bett und in unsere träume.

sonntag dann die rückkehr nach dem zu hause von leni mit s
topp bei target und wal-mart. natürlich wurde viel eingekauft, schliesslich mussten chrigi und ich unser gepäck stopfen! ;-)
das ganze wurde am abend mit dem chipotle-restaurant-besuch schön abgerundet, wo wir unseren burrito selber herstellen konnten. echt cool diese amis ;-)

montag musste leni wieder arbeiten gehen, doch wir zwangen ihn dazu, sich früh aus dem bett zu schäle
n, damit er dann auch am abend wieder für uns zeit hatte. das schien zu klappen! gleich machten wir uns alle zusammen zu google auf und kamen in den genuss des googles-morgenbuffet. denen geht's echt gut und ich kann nicht verstehen, wie leni sich dies jeweils mit schlafen entgehen lassen kann ;-)
weiter ging's mit chrigi in eine outlet-mall schoppen. was denn sonst, wenn zwei frauen in den staaten kleider einkaufen gehen wollen? ;-) ganze fünf stunden klapperten wir einen laden
nach dem anderen ab, bis wir's nicht mehr sehen konnten und zu bangen anfingen, ob denn alles in unseren koffer passen würde...
am ab
end trafen wir uns dann noch mit meinem grossen bruder und gingen zusammen essen.

dienstag nahmen sich chrigi und ich wieder zeit für die natur. dieses mal gingen wir richtung norden in die muir woods, wo riesengrosse bäume wachsen. doch davor fuhren wir über die bekannte golden gate, ohne jeglichen nebel!
im wald gingen wir auf eine kleine wanderung und hatten überhaupt keine ahnung, wo wir überhaupt durch liefen. doch irgendwie brachten wir's wieder hin und kamen zurück. es war toll, fast keine menschen waren zu sehen, wir waren fast alleine und wurden von der natur umgeben.

nach natur und schoppen brauchten wir einen tag der entspannung. so schliefen wir aus (auch wenn mit schlechtem gewissen, denn leni machte sich früh zur arbeit) und gingen in die badi, in der nähe von päde. es war echt schön, einfach zu hängen, zu lesen, karten zu schreiben, zu schwimmen und sich von der sonne bräunen (bzw. röten) zu lassen...
am abend gingen wir wieder mit den jungs bei google essen. auch hier wieder, überwältigend, was die zur auswahl haben!

am donnerstag nahm sich leni wieder frei und kam mit uns chicas in die stadt san francisco. muss ja sein, wenn man schon mal dort ist! ;-) china towon, pier 39, cable-car, union square, market street, alles wurde von uns abgeklappert. auch wenn schon vor wenigen jahren dort gewesen, habe ich es wieder einmal mehr genossen, in so einer grossen und modernen stadt zu sein.

freitag wurde wieder einmal die zeit unserem auto gewidmet und wir gingen richtung süden nach monterey. schlussendlich verbrachten wir mehr als drei stunden im auto und waren ganze zwei stunden im fischerdörfen monterey. aber es hat sich gelohnt. hätte nicht gedacht, dass in den staaten noch so ein kleines dörfchen existieren konnte. natürlich war alles verkomersalisiert mit läden für die touris, starbucks, etc... trotzdem, es hatte ein dörfchen-flair und war echt gemütlich, nur leider ein bisschen kalt.
am abend wurden wir noch von päde und christine zu einem barbeque eingeladen, wo wir natürlich wieder viel zu viel food einkauften ;-)

samstag und sonntag war dann entspannen, ausplämperln, packen (ja, es passte alles in unsere koffer!) und verabschieden angesagt.
schon jetzt vermisse ich den täglichen starbucks, die gastfreundlichkeit lenis (dem man nicht genug danken kann!), die gespräche über die alte zeit und der schönen schweiz, das zusammensein, das mundart-reden, ... danke für diese unvergesslichen ferien!

04 July 2010

aufgeladene batterien

wir haben's geschafft! ferien! entspannung! nichts-tun! schlaf!

wie angenommen, flog die woche wie ein pfeil an uns vorbei. so richtig gearbeitet wurde nicht mehr, jedoch viel aufgeräumt, gebastelt und über die bevorstehenden ferien gesprochen. und jetzt, jetzt sind sie endlich da!
am wochenende ging ich gleich mit elmer richtung norden in die thermalbäder. wir erholten uns so gut, dass unsere batterien schon fast voll sind. könnten also morgen wieder in die schule gehen ;-)

nein danke. ich mache mich jedoch schon auf das nächste abenteuer auf in die staaten amerikas. morgen werde ich meinen lieben bruder besuchen, meine liebe freundin treffen und einen lieben kollegen sehen. ich freu mich und melde mich auch gleich bei euch ab! bis bald!

27 June 2010

ausplempern

echt schon wieder um?! diese woche ging noch schneller als gewohnt, kein wunder, denn wir hatten nur vier offizielle tage schule. naja, so richtig schule haben wir sowieso nicht mehr. weder kinder noch wir lehrer haben energie irgendwas zu machen.
wie letzte woche, nur noch extremer, waren die gedanken der schüler (und lehrer) bei der wm oder bereits in den ferien. manchen konnte ich sogar schon am donnerstag schöne ferien wünschen, da sie eine woche früher weg fliegen. sollen wir nicht gleich alle die letzte woche suspendieren und in die ferien gehen?! wäre mir auf alle fälle lieber, als nur noch mit der hälfte der kinder unterricht zu haben, die nur so halb motiviert in den stühlen hängen.

viel ist nicht passiert in dieser woche. ich habe es zwei mal geschafft, mich morgens um halb sechs aus dem bett zu schälen, um rennen zu gehen. ich weiss, aber ich habe wirklich noch alle tassen im schrank! :-) es ist nur ein risiko zu dieser zeit, dies auf den nachmittag zu schieben, da man dabei mit fast 90 prozent sicherheit nass wird. und zudem ist es morgens um halb sechs nicht so, wie wir es um morgen um halb sechs in der schweiz (meist) gewohnt sind: dunkel und kalt. hier ist's hell und schon ziemlich warm, bis fast heiss, wenn dann die sonne stolz am horizont ihre wärme verbreitet... zudem ist es echt genial, da man für den ganzen tag energie hat. nur wird man ziemlich früh wieder müde und muss früh ins bett gehen oder, man macht es so wie meine mitbewohnerin und ich und schläft auf der couch beim lesen ein ;-)

am freitag war dann unterricht für mich angesagt. wir möchten ein projekt (schon wieder!) durchführen in den fünften klassen in mathematik und hatten deshalb eine weiterbildung. war echt interessant und ich freue mich, dies im zweiten semester umzusetzen. auch wenn das ganze wie immer mehrarbeit bedeutet.
gleich im anschluss kamen die berühmten notenkonferenzen am nachmittag, in denen die kindern, die auf der genügend-ungenügend-grenze herumtänzeln, erwähnt und "durchgenommen" werden. da ich das "glück" habe, gleich kinder aus sieben verschiedenen klassen zu haben, musste ich fast den ganzen nachmittag dafür hergeben. aber das macht man ja gern, vor allem beim gedanken, dass man in nur einer woche schon zu den glücklichsten menschen der welt gehören wird!

den freitagabend haben elmer und ich mal ungewohnt nach gringo-art verbracht: wir haben beim chinesen chopsuey gekauft, uns auf die couch geworfen, den fernseher angestellt und einfach mal nen abend geglotzt. echt entspannend.
am samstag war wieder feria, danach fussball-gucken angesagt und uns schliesslich freuen, dass die big boys-amis rausgeworfen wurden. nicole hatte dann die geniale idee, in der schule im schwimmbad schwimmen zu gehen. ich war anfangs zu faul, doch irgendwie haben wir's dann doch hingekriegt und waren für ne halbe stunde im wasser schwimmen. das tat echt gut und ich habe mir geschworen, in den ferien crowlen zu lernen, damit ich dann nach den ferien mehr oder weniger ohne scham im schwimmclub mitmachen kann ;-) mal schauen, ob ich das hinkriege.
am abend gingen wir auf die good-bye-party unseres deutschen kollegen, der ein halbes jahr vor vertragsende schon nach hause gehen "darf". früh gingen wir nach hause, da wir am nächsten morgen deutschland gegen England schauen wollten (kommt bei uns um acht uhr morgens wegen der zeitverschiebung). doch wie gesagt, wir wollten, verpennten jedoch das spiel. so schauten wir dann argentinien-mexiko. muss schliesslich einen neuen favoriten finden, nachdem wir so schön rausgefault sind ;-)

total entspannt und ruhig wird nun der schlussspurt in den angriff genommen. kaum zu glauben, aber wir sind echt so weit. noch eine woche. dann ist schluss. dann haben wir die hälfte des jahres schon wieder hinter uns. und ich kann dann schon bald, bald mein geliebtes brüederli in die arme nehmen, mit chrigi schnädere und mit lehni über die überheblichkeit der amis diskutieren ;-) ich freu mich.

20 June 2010

der gipfel

die highlights kamen auch in dieser vergangenen woche nicht zu kurz. trotz vieler arbeit, weil das ende des semesters naht, lockerten viele verschiedene momente die woche auf.
das ganze gipfelte am mittwoch mit dem spiel schweiz gegen spanien. morgens schritt ich, auch wenn mit wenig zuversicht, mit dem schweizer-trickot in das lehrerzimmer. von fast allen wurde ich lieb belächelt und mir wurde weis gemacht, dass wir eh keine chance hätten. auch die kinder nahmen mit hoch und sagten, wie aussichtslos doch die situation für die schweiz sei. ich nahm alles schweigend hin und hoffte innerlich, dass es nicht so sein wird.
in der dritten und vierten stunde war dann schliesslich das spiel und ich war in dieser zeit mit meinen schülern draussen am auto waschen. es gab ein tor und jeder applaudierte und jubelte, denn es wurde verkündet, dass es von spanien sei (wie soll's auch sonst sein?!). erst später mussten sie merken, dass es zu gunsten der schweizer geschossen wurde! so jubelte nur noch eine person, nämlich ich ;-) ich war so was von nervös, bis schliesslich der endpfiff kam und mich der wächter beglückwünschte. einfach genial, noch nie war ich so stolz auf die schweiz, wie in diesem moment! einer nach dem andern kam, beglückwünschte mich und ich musste jedesmal wieder betonen, dass ich nicht viel zum sieg beigetragen hab. lehrer sowie schülern blieben die blöden sprüche schliesslich im halse stecken, niemand wagte sich mehr, sich über die schweiz lustig zu machen. gut so! jetzt muss es nur morgen auch noch so klappen um zu beweisen, dass es kein zufall war!

und eben, am mittwoch wurden die autos der lehrer geputzt. leider waren nur sieben lehrer bereit, ihr auto von uns putzen zu lassen. trotzem, es machte echt spass, den kindern, mir, selbst den wächtern, die uns halfen und zuschauten. am schluss waren zwar die schüler nässer als gewünscht, aber die autos waren schön sauber und unsere klassenkasse wieder ein bisschen aufgestockt. nun haben wir endlich wieder geld, um mehr fische zu kaufen...

an diesem tag ging es dann gleich weiter mit meiner euphorie: gleich nach der schule ging's nämlich zu meinem zahnarzt in heredia, der mir verkündete, dass die spange schon sehr bald raus kommen würde. das motivierte mich sogar noch mehr und ich sprudelte nur so vor energie, die ich gleich für donnerstag und freitag einsetzen konnte... langsam aber sicher ist nämlich bei ziemlich allen die puste raus. lehrer, kinder, alle sind mit den gedanken schon in den ferien und wenn nicht dort, dann in den spielen der wm. zum glück nur noch zwei wochen ;-)

am freitag abend ging ich seit langem wieder einmal mit elmer ins kino. "sex in the city 2". ein film zum schauen, lachen und wieder vergessen. als wir nach hause kamen und schlafen wollten, liessen uns unsere nachbarn jedoch nicht in ruhe. bis morgens um vier uhr haben sie in einer lautstärke ihre fete durchgezogen, egal ob wir schlafen wollten oder nicht. so hatten wir also das recht, erst um elf aufzustehen und gemütlich an die feria zu gehen. danach wurde nämlich eher ungemütlich für die schule gearbeitet. doch wenigstens habe ich jetzt alle noten im system und kann ruhig schlafen in den kommenden tagen.
am sonntag war papi-tag. so ging ich mit elmer's familie wieder "hoch in die berge". auch wenn kalt und eher düster, verbrachten wir einen gemütlichen tag mit grillieren, reden, laufen und essen.

so, und jetzt noch zwei wochen und ferien. den schlussspurt kann ich langsam aber sicher vorbereiten!