dem jahre 1821 ist es zu verdanken, dass costa rica jährlich ihre unabhängigkeit, den dìa de la independencia, so ausgiebig feiern kann. schon die ganze woche durch wurden im parque central konzerte gegeben, stände aufgestellt und typisches essen serviert.
unglaublich auch, wie gnädig petrus war: die ganze woche hindurch war morgens strahlend blauer himmel mit viel hitze. geregnet hat es selten, teils gar nicht. einfach herrlich und wie für diese feier bestellt. dementsprechend war auch die stimmung in ganz heredia.
ich wollte natürlich nichts davon missen und habe mich erkundet, wann was statt findet. was schwieriger war als ich gedacht habe! denn ein programm existierte nicht. vom “hören sagen” wusste ich schliesslich ungefähr wann was stattfinden wird.
nachdem wir am samstagabend nochmals in den ausgang gingen und ausgiebig getanzt wurde, bis mir der schweiss auf der stirn stand, gings am sonntag etwas ruhiger zu und her.
am nachmittag gings in den parque central. dort sollte, laut leute, um drei uhr die antorcha, die fackel mit dem feuer der unabhängigkeit, eintreffen. traditionell wird eine fackel in guatamala angezündet und bis nach cartago getragen, sprich leute rennen (wie an der olympiade) eine strecke und geben das feuer weiter.
auch in heredia ist das feuer eingetroffen, jedoch eine stunde später als gedacht.
an diesem tag hatte petrus leider eine weniger gute laune, als die antorcha eintraf fing es nämlich kräftig an zu regnen. und die fackel erlosch. :-) tja, natürlich wurde sie wieder angezündet (mit “feuer” aus heredia)...
nach diesem spektakel ging ich für das letzte, wirklich letzte mal in die schule. nebst diversen aktivitäten wurde viel gesungen und gegessen. gleichzeitig wurde die desfile de los faroles eingeleutet. auch dies eine tradition, ähnlich wie in der schweiz am ersten august. kinder halten laternen in ihren händen und laufen in der stadt umher. mit dem unterschied, dass hier die laternen meist selber gebastelt werden und diverse formen aufweisen, wie häuser, autos, burgen, etc. die stimmung, der regen verliess uns zum glück, war atemberaubend. als dann noch die hymne von costa rica gesungen wurde, lief es mir kalt den rücken herunter.
um neun uhr sollte dann noch ein juego de polvo, ein feuerwerk, stattfinden. damit ich bestimmt nicht zu spät war, traf ich mich mit eder um halb neun im park. als ich jedoch um 8 uhr 15 von draussen knälle hörte, liess ich alles stehen und liegen und rannte in den park. die letzten fünf minuten kriegte ich noch wenigstens was von den farbigen lichtern mit. eben, so läufts hier halt... :-)
am montag, ein freier tag für jedermann, wurde früh aufgestanden, denn eine parade der schulen hereidas war angesagt! und was für eine! in brütender hitze, über sechs stunden lang! und wir schauten zu, alles stehend, weil kein platz war um uns zu setzen. nachdem ich jedoch nach gut vier stunden anfing sterne vor meinen augen zu sehen, entschieden wir, dass es wohl besser sei, wenn wir mal was essen und trinken würden ;-)
aber ich sage
euch, ich bewunderte die kinder, die an dieser parade mitliefen. der schweiss lief ihnen nur so von der stirn und es war offensichtlich zu sehen, dass ihnen der schuh an allen stellen am fusse drückt (auch kein wunder mit diesen schuhen, siehe bild)...
der schönste moment für mich war, als mich meine schüler erblickten. die konzentration war nicht mehr dort, wo sie sein sollten und sie riefen laut meinen namen. war herzzerreissend, denn in diesem augenblick wurde mir bewusst, dass ich sie nicht mehr sehen werde...
tja, so ging auch dieses verlängerte wochenende zu ende. oder besser gesagt ging mein pura vida (bis auf weiteres) zu ende. nach vielen tränen und einer gut 17 stündigen reise bin ich wieder zu hause.
hallo zusammen ;-)
sprachschule, primarschule und tanzlektionen gehören nun auch zur vergangenheit.
die woche verging wie erwartet in einem tempo, das mir kaum erlaubte zu atmen. noch weniger realisierte ich, dass mein abflug immer näher kommt. jetzt, wo ich wieder zeit habe zu denken, sickert dies langsam in mein hirn hinein. gefällt mir gar nicht :-) nachdem ich noch einen kollegen aus der schweiz angefragt habe, was er denkt, sei ein grund, in die schweiz zurück zu kommen, antwortet dieser doch promt mit "das wetter"... ist das alles???
aber nun wird auf die vergangenen tage zurück geblättert.
eine woche war schule intensiv angesagt. dieses mal ohne dass mein kopf zu rauchen hatte. welch ein glück, alles ging ein bisschen langsamer voran als letzte woche. und nun bin ich mit der ganzen spanischen grammatik ausgestattet. :-D
am dienstag nachmittag war día de los niños. ein tag, an dem die kinder zwar zur schule gehen mussten, jedoch keine schule hatten. ich nutzte diese gelegenheit gleich aus, um "meine kinder" nochmals zu sehen.
statt schule wurde also gegessen, gespielt und die verkleidungen, die sie sich zur feier des tages anzogen, bewundert.
die freude, als mich die kinder sahen war unbeschreiblich. kreischend kamen sie auf mich los gerannt und umarmten mich.
der schwerste abschied dieser woche fiel mir von den tanzlektionen. ein halbes jahr wöchentlich vier stunden tanzstunden mit salsa, merengue, cumbia, bolero, bachata... das wird mir fehlen und eine grosse lücke hinterlassen.
glücklicherweise steht mir noch ein wochenende bevor, an dem wir die nächte zum tanzen ausnützen werden.
allgemein steht ein vollgepacktet wochenende bevor. am montag, dem 15. september feiern die ticos hier nämlich ihren día de la independencia. schon während der ganzen woche wurden verschiedenste aktivitäten in heredia durchgeführt, wie konzerte oder umzüge (siehe bild). auch werden stände laufend aufgestellt, um diesen grossen tag zu feiern. und eben, deshalb wird am wochenende viel los sein.
das einzige, das schief gehen könnte, ist das wetter.
petrus scheint jedoch in letzter zeit eine super laune zu haben: am morgen herrscht purer sonnenschein und während stunden herrscht eine hitze, wie schon lange nicht mehr. am nachmittag regnet es meistens für eine stunde oder gar nicht. wenn es aber regnet, dann leerts aus kübeln! und wie! herrlich! :-) nach einer stunde ist jedoch das spektakel vorbei und die sonne schein wieder am himmel, als ob nichts gewesen wäre. so gefällts mir ;-)
die tage fliegen nur so an mir vorbei. kaum stehe ich auf, bin ich schon wieder am schlafen. kaum beginne ich am montag in der schule, ist es schon freitag und das wochenende steht vor der tür. und dieses vergangene wochenende, auch kein wunder, schoss wie eine rakete an mir vorbei :-)
doch nun alles der reihe nach:
wie erwähnt war die vergangene woche sprachschule in intercultura angesagt. anfangs rauchte mir wieder der kopf und das gehirn drohte zu explodieren. dies hatte jedoch auch seine gründe! mit meinem sprachenniveau existierte nämlich keine klasse, so musste ich ein niveau höher eingsteigen, was doppelte arbeit bedeutete: einerseits das nachholen der theorie, die ich verpasst habe und gleichzeitig kam neues dazu. doch, ich habe viel gelernt und es hat sich gelohnt! jetzt bleibt mir noch ein niveau für diese woche und dann kenne ich, laut lehrerin, die ganze spanische grammatik :-) aber eben, zwischen kennen und benutzen, theorie und praxis herrscht noch eine grosse kluft ;-)
die woche verging demnach rasant und eher unspektakulär mit büffeln, hausaufgaben erledigen und natürlich tanzen (was nicht fehlen darf) vorbei.
das wochenende kam schnell und wurde also auch verdient!
eigentlich wollte ich vor meiner heimkehr nicht mehr an den strand costa ricas, da ich überzeugt war, dass dies der abschied noch mehr erschweren würde. aber ich wurde überredet (viel schlimmer kann's ja nicht werden) und ging mit eder ab an den strand.
tambor war unser ziel, eine stadt am strand am süden von puntarenas. um fünf uhr morgens ging's los, mit der absicht, dass wir dann um zehn uhr im hotel ankommen würden. doch dieses mal hatten wir das glück nicht auf unserer seite: um 8:10 kam unser bus in puntarenas an, doch um 8:00 uhr fuhr die fähre bereits ohne uns ab. was mich erstaunte, denn normalerweise wird in costa rica die pünktlichkeit nicht gerade sehr gross geschrieben... dazu kam der fakt, dass nur zwei fähren diese strecke fahren. so mussten wir also ärgerliche drei stunden warten, bis die nächste los fuhr... tja, mala suerte.
um ein uhr kamen wir dann doch noch im hotel an. dort verbrachten wir zwei herrliche tage, mit viel sonne, wärme, meer, strand, wolkenlosem himmel,... wieder einmal mehr ein paradies auf erden.
leider hat jedoch alles ein ende. schweren herzens mussten wir am sonntag vom träumen abschied nehmen und in die realität zurückkehren. und ich nahm gleichzeitig abschied vom strand costa ricas... despedida numéro 2...
jetzt bleibt mir noch eine woche und dann ist schluss mit allem. zumindest mit dem leben hier in costa rica. zumindest bis auf weiteres... nunca lo sabes, vamos a ver que pasará... :-)
und schon wieder gehört eines der letzten wochenenden der vergangenheit an. die tage hier bestehen definitiv aus weniger als 24 stunden...
an diesem wochenende stand die kultur costa ricas voll im zentrum. angefangen am samstagmorgen mit einem gang an die feria. in den letzten wochenenden habe ich diese regelmässig versäumt, es war also wieder einmal an der zeit, die vitaminbombenansammlung zu besuchen. dieses mal ging ich mit meiner mitbewohnerin lily und eder dort hin. echt praktisch, einen einheimischen dabei zu haben, der einem (fast) alles erklären kann. so habe ich jetzt auch von den noch so merkwürdigsten und exotisten früchten und gemüsen den namen gehört. das behalten muss noch geübt werden, die wörter sind nicht immer einfach (pejibaye, merk dir das mal)...
danach ging's weiter zu eder's eltern, die uns zeigten, wie man olla de carne auf costa ricanische art kocht. wörtlich übersetzt nennt sich das gericht "pfanne des fleisches". ihr könnt euch ja meine begeisterung vorstellen... ;-)
zur grossen überraschung war ich jedoch wirklich begeistert! denn zu meiner freude bestand das gericht zur hälfte aus gemüse! :-) meine augen fingen demnach auch zu leuchten an, als ich all das gemüse zu sehen bekam, das wir zu rüsten hatten.
nach gut zwei stunden (!) kochzeit und allerhand amüsanten geschichten von den eltern, wurde das gericht verzehrt. und für mich eben: olla de carne sin carne ;-)
sonntag, ein neuer gang nach barva (wie letzte woche), dieses mal jedoch an die sogenannte fiesta del patrono san bartolomé. ein fest mit bizarrer tradition (siehe bild): maskierte und verkleidete leute laufen mit blasen von viehern (!) herum. die blasen sind mit wasser gefüllt und an einer schnur befestigt. mit diesen dingern wird auf die zuschauer am fest eingehauen. kinder, sowie erwachsene, hatten ihr gaudi dabei. die getroffenen wohl eher weniger, die nach hause ihre kleider waschen gehen mussten ;-)
glücklicherweise hatten sie mitleid, oder was auch immer mit uns und wir wurden nicht zum ziel dieser doch eher "grusigen" handhabung von tierinnereien...
soviel zum wochenende.
jetzt steht mir eine woche spanisch-schule bevor. auch wenn das wieder intensives pauken, viel hausaufgaben und täglich frühes aufstehen bedeutet, freue ich mich, das spanisch auf fordermann zu bringen...