23 January 2011

wenn der alkohol aus der quelle entspringt

dass ferien auch stress bedeuten kann, konnte ich die vergangene woche an eigenem leibe erleben.

montag und dienstag, das haus und die katze hütend in san josé, verliefen ruhig und ich verbrachte die meiste zeit mit lesen und mich bräunen im garten.
schliesslich erwartete ich den mittwoch ungeduldig, da wir uns nach elmers arbeit endlich auf den weg richtung strand, nach santa teresa machten. unser freund dan, der uns vor
kurzem noch im kalten new york unterkunft zur verfügung stellte, erwartete uns samt freundin an diesem ort in guanacaste. den donnerstag und freitag verbrachten wir dann zusammen in der sonne. wieder einmal mehr kam ich in den genuss der ruhe und wärme. das meer rauschte vor sich hin, die sonne prasselte mit voller kraft auf mich herunter und wärmte meine haut und seele.

das wochenende war dann jedoch alles andere als die ruhe selbst. am samstagmorgen begann der stress: um sieben mussten wir uns wieder auf den nach hause weg machen, da wir am nachmittag an einer heirat von freunden in san josé sein mussten. wir fuhren pünktlich ab und konnten unser glück nicht fassen, als wir um elf nur noch wenige kilometer von zu hause entfernt waren. doch wie es murphy wieder einmal mehr wollte, lief natürlich nicht alles nach plan, wie es hätte sein sollen. mitten auf dem weg liess ich ein auge auf die temperaturnadel im auto werfen (aus vergangener erfahrung, als wir mit überhitztem motor abgeschleppt werden mussten, habe ich doch was gelernt). wieder befand sich diese auf abnormaler höhe. dieses mal warteten wir jedoch nicht lange und stoppten so bald wir konnten am rande der strasse. glücklicherweise war das nötige wasser im motor vorhanden, so dass wir nur einige minuten warten mussten, damit sich das auto abkühlen konnte. mit halber stunde verspätung kamen wir um halb zwei in meinem zu hause an. dann ging's schlegelawegge: duschen, kleider bügeln, sich hübsch machen, etwas essen, um nicht beim ersten wein unter dem tisch zu liegen und weiter ging's ab in die kirche, wo wir fünf minuten vor der braut ankamen. es war also geschafft!
und so erlebte ich meine erste heirat hier in costa rica. ich war echt gespannt, welche traditionen die ticos pflegen. der erste und ja eigentlich wichtigste teil, war die zeremonie in der kirche. ich war von der unpersönlichkeit dieser eher trockenen und emotionslosen zeremonie ziemlich erstaunt. vielleicht lag dieser eindruck auch an dem fakt, dass ich den pfarrer praktisch nicht verstehen konnte. doch später stellte sich heraus, dass dies nicht an meinen unzureichenden sprachkenntnissen lag, sondern am pfarrer selbst, der von den ticos nicht einmal verstanden wurde :-)
nach der kirche dann die hochzeitsfeier. für uns jungen anwesenden ehrlich gesagt der viel spannendere teil. die kurze zusammenfassung dieser feier: ununterbrochen fliessender likor. unglaublich die menge an alkohol, die an diesem abend konsumiert wurde. kurz nach ankunft im festsaal, wurde uns wein und ein kleiner apperetiv angeboten. darauf folgte champaner, schliesslich musste auf das neue paar angestossen werden. danach folg
te das abendessen, drei gänge, begleitet von rum, whisky, tequila oder was das herz auch immer begehrte. die gute laune verbreitete sich unter den leuten, bis die stimmung schliesslich beim eintreffen einer cimarrona das maximum erreichte. mit masken und karnevalmusik erhitzten sie den tanzsaal und jedermann befand sich auf den beinen. als dann noch eine minibar mitten im tanzsaal aufgestellt wurde, wo auschliesslich tequila-shots ausgeschenkt wurden, schien die situation zu eskalieren. manche wussten am schluss nicht mehr, ob sie nun neun oder zehn shots im blut hatten, das einzige was sie wussten war, dass sie sich nicht mehr so gut fühlten und alles doppelt sehen konnten. andere verfluchten sich und sahen den kommenden kater schon vor sich. zum glück konnte ich durch meinen abnormal grossen konsum an wasser diesen trotz einem glas wein und champaner, rum und einigen tequila-shots verhindern.

am samstag nach der feier wurde uns das auschlafen jedoch nicht gegönnt: am morgen ging's gleich in die badi, wo wir den geburtstag von elmers papa mit grillieren feierten. so verbrachten wir vermehrt einen tag an der sonne, konnten den vergangenen stress vergessen und uns auf's schlafen konzentrieren.

16 January 2011

die schwindende zeit

sinnlos presse ich meine hände zusammen, in der hoffnung, dass mir die zeit nicht so schnell durch die finger rinnt. bekannt ist dieses phänomen, dem wir immer wieder ausgeliefert sind und trotz jeglicher massnahme ohnmächtig zusehen müssen, wie die tage in den ferien in windeseile an uns vorbei sausen.

von wärme umhüllt verbrachte ich so ziemlich jeden tag an der sonne und liess mich im garten bräunen. die vergangene eiskalte woche in new york gleicht einem schleier, skeptisch, ob diese überhaupt existierte oder nur ein hirngespinst von mir ist.
schnell konnte ich mich jedoch wieder an die hitze adaptieren, die hosen wurden kürzer, die pullover machten ärmellosen t-shirts den platz frei und die wärmende mütze wurde durch eine sonnenbrille ersetzt. von der atmosphäre motiviert, organsierte meine mitbewohnerin und ich gleich ein bbq in unserem zu hause, schürten trächtig das feuer und zelebrierten den fakt, dass wir wieder hier sind.

da ein freund elmers bald heiraten wird, verbrachten wir das wochenende getrennt an den junggesellenparties. ich mit den weibern, elmer mit den männern. das ziel war jedoch das gleiche: bechern, bis die braut, bzw. bräutigam, unter dem tisch liegt - bis um elf hat's die braut durchgehalten. der bräutigam jedoch musste um neun von seinem bruder nach hause getragen werden. wir feierten jedoch trotz deren ausenz weiter.
am samstag dann die traditionelle serenata. der bräutigam stellt sich samt einem gitaristen als musikalisch unterstützung vor das haus der braut und gibt seiner stimme klang. so lange, bis die braut erwacht, das fenster öffnet und ihn mit offenen armen in empfang nimmt.
was so romantisch klingt, wurde bei diesem brautpaar ein bisschen modernisiert. aus welchen gründen auch immer sang nicht der bräutigam, sondern ein bezahltes trio, das die braut besang. und wir, die freunde und familie des brautpaares, wurden für dieses spektakel eingeladen. nebst gesang gab's grilliertes und so konnte ich eine echt romantische tradition erleben und bedauerte, dass dies nicht auch in europa praktiziert wird :-)

die woche in sich war also entspannend. bis auf den montag und dienstag, wo sich unsere katze manchita nicht blicken liess. die schlimmsten gedanken gingen durch unsere köpfe und ich rechnete während dem rennen draussen stets damit, ein von blut getränktes fell am strassenrand entdecken zu müssen. merkwürdigerweise war das futter am dienstagmorgen verschwunden, sodass wir erleichtert feststellen konnten, dass sie noch lebte. am dienstag in der nacht kam sie dann zerstreut, jedoch quietschvergnügt und gesund zurück, so, als ob nichts passiert wäre. und wir konnten wieder eine ohne alpträume unterbrochene nacht verbringen.

und nun bleiben uns noch mikrige zwei wochen. beklagen werde ich mich nicht, schliesslich geht's nun definitiv an den strand!

07 January 2011

eingeschneit und eingefroren

verschneite strassen, farbig blinkende lichter an überdimensional grossen bäumen, mit eiszapfen geschmückte dächer, bis in den himmel reichende gebäude, dick eingepackte und gestresste menschen und im hintergrund stets leise klingende weihnachtslieder, die an die vergangene besinnliche zeit erinnern: new york. eine stechende kälte, die einem hände und füsse einfrieren lassen, doch diese gerät in vergessenheit, währenddem man in dieser millionenstadt herumläuft und aus dem staunen nicht mehr heraus kommt. eine stadt mit tausend verschiedenen facetten, die einer kiste voller überraschungen gleicht, in der man immer wieder neues entdecken kann.

am 28. dezember ging elmers und meine reise in den norden los. während elmer und ich am morgen noch bei gut 25 grad unseren kaffee getrunken haben, so standen wir einige stunden später im flughafen in new york und wurden mit der unerbitterlichen kälte konfrontiert.
wir hatten glück, einige stunden zuvor war der flughafen wegen schneestürmen und schneefall geschlossen. mehr oder weniger pünktlich kamen wir an meinem geburtstag an, den ich schon dank meinem freund im flugzeug feiern konnte.
um fünf uhr befanden wir uns im
hause unseres freundes in queens und fielen gleich, von temperatur-, sowie kulturschock gerädert, ins bett. doch nur drei stunden später standen wir schon wieder relativ fit auf den füssen (dank an die rem-phasen!), wir wollten schliesslich meinen geburi in vollen zügen ausnützen. so ging's richtung manhatten, wo wir einfach nur in der stadt herum liefen und staunten: rockerfeller center mit dem inmensen baum voller kleiner lichter, time square, überladen mit plakaten und werbungen, central park vom schnee überdeckt und grand central station, die im kontrast zu den modernen wolkenkratzer mitten in der stadt steht. abgerundet wurde das ganze mit einem kaffee in meinem geliebten starbucks und das nachtessen in chipotle. wer schon dort war weiss, wovon ich spreche :-)

die tage vergingen wie im flug, wir versuchten, das maximum heraus zu holen und waren bis zu 12 stunden auf der strasse unterwegs. von chinatown, little italy, brookyn bridge, ground zero, freiheitsstatue, wallstreet bis in den norden mit unionsquare, 5th avenue, broadway und central park haben wir so ziemlich alles gesehen, was wir uns vorgenommen haben. wir liefen, bis unsere füsse nicht mehr konnten und schoppten, bis wir die tüten nicht mehr halten konnten. jeden tag rasselten tausend impressionen auf uns herunter und immer wieder konnten wir neue dinge entdecken. ich bin begeistert vom leben dort und auch wenn wir konstant von einer kälte umhüllt waren, so konnte ich diese durch den vorhandenen schnee und sehenswürdigkeiten vergessen.

unser plan für den silvester war eigentlich das erleben der menschenmenge am time square. doch nachdem uns fast jede person davon abgeraten hat, beschlossen wir, an eine kleine party mitten in manhatten zu gehen. so wurde im kleinen rahmen und mit italienischem essen das neue jahr eingeläutet.

und nun bin ich wieder in costa rica. wieder in der wärme bei 27 grad celsius, das was wir noch vor einem tag in new york in fahrenheit hatten. nächstes ziel ist der strand costa ricas, wo wir uns nach der erlebten kälte aufwärmen werden.

26 December 2010

bis im nächsten jahr, lieber grinch!

die ferien wurden vergangene woche so ausgenutzt, wie ferien ausgenutzt werden sollten: schlafen, viel, viel schlafen, lesen, aufräumen, sich's gut gehen lassen und feiern. zum feiern gab es diverse anlässe, wie der offizielle beginn der ferien, den geburi von elmer und gleich darauf die alljährlichen weihnachten.

elmers geburtstag feierten wir bei uns zu hause mit kollegen und familie. letzte woche schon schufteten wir für diesen tag, damit der garten auch in voller pracht glänzen konnte. zudem wurden die seit jahren montierten lichterketten eingeschalten, sodass man sogar ein kleiner hauch von weihnachten fühlen konnte. wieder nutzten wir aus, dass unser nachbar nicht zu hause war und schürten ein lagerfeuer, brieten unsere würste und liessen uns wärmen. später dann der unschlagbare geburtstagskuchen, begleitet von spanischen und deutschen gesang.

am 24. dann die grosse weihnachtsfeier bei den eltern von elmer. das typische weihnachtsessen hier unten besteht aus einem intakten bein eines schweines, im ofen gebraten, kartoffelstock und salat. mir wurde eine extrawurst zubereitet, anstatt ein bein vom schwein erhielt ich ne brust von einem huhn (wie makaber das doch klingt).
der (künstliche) christbaum funkelte während dem essen mit unzähligen fa
rbigen lämpchen vor sich hin und im hintergrund war leise salsa in der weihnachtsausgabe zu hören. zwei unvezichtbare komponenten, denn ohne die hätte ich kaum gemerkt, dass wir weihnachten haben.
hier in costa rica ist die tradition, dass neben oder unter jedem christbaum ein sogenanntes "portal" steht. die grösse davon variiert, doch obligatorisch sind joseph und maria mit krippe. um punkt zwölf uhr
wird dann jesus in die leere krippe rein gelegt und an seine geburt gedacht.
doch dieses denken an jesus war bei uns eher kurz, durch die distraktion der schönen päckchen unter dem baum wurde die aufmerksamkeit schnell von dem wirklichen sinn der weihnachten weggeleitet und man widmete sich den geschenken zu. wie auch in meiner familie wurde erstmals diskutiert, wer denn nun die geschenke verteilen musste. war dies geklärt, konnte die auspack-schlacht beginnen. zu meiner grossen überraschung und freude ging ich nicht leer aus und konnte mit auspacken :-)

an weihnachten selber, also am 25. dezember, lief hier nichts besonderes. es ist eher ein tag, an dem sich jeder von den strapazen des kampfessens des vorherigen tages im hause er
holt. andere gehen weiter feiern und weichen dem kater aus, indem sie den alkohol lückenlos fliessen lassen und so den rausch-status beibehalten.
elmer und ich gingen ins kino, eine tradition, die elmer seit jahren aufrecht erhält. nachdem wir jedoch gulliver's travels gesehen haben, hinterfragten wir uns ein bisschen ob es das nächste mal nicht besser wär, die tradition zu brechen als ein eher sinnloser film anschauen zu gehen...


so gingen die diesjährigen weihnachten auch schon wieder vorbei. die lichterketten werden nun desmontiert, die kerzen entfernt und der alltag kehrt wieder ein. mein kleiner grinch hat nun wieder ein jahr ruhe ;-)

und nun geht's ans packen! in zwei tagen werden wir richtung norden fliegen. silvester in new york, ein traum wird wahr! euch allen einen guten rutsch und bis bald im 2011!

19 December 2010

freiheit pur

frei von schülern, schule, arbeiten und das wichtigste, frei von stress.
bis mitte woche war zwar all dies noch angesagt, bis auf die schüler, denn wir lehrer hatten eine weiterbildung. gleichzeitig mussten drei meiner schüler nachprüfungen in mathematik schreiben, wobei eine durchfiel. die eltern rannte
n mir fast die türe ein und beschuldigten mich, dass ich nichts zu den schlechten leistungen ihres kindes gesagt hätte. ich hörte nur stumm zu, wusste, dass die eltern frustriert waren und deshalb irgendein sündenbock suchten. mein gewissen war jedoch rein, da ich wusste, dass ich oftmals mit ihnen gesprochen und sie vorgewarnt habe. aber da waren sie bis jetzt blind und taub und wollten bis zum letzten moment nicht einsehen, dass ihr kind nicht in die humboldt gehört. tja, so werden's nach den ferien nur noch 21 kinder in der klasse sein.

am mittwoch um halb zwölf dann endlich das lang ersehnte verabschieden von den kollegen, endlich, endlich sind ferien! ausschlafen, nichts tun und sich wieder einmal den sachen widmen, die man nun fast ein jahr vernachlässigt hat, dies steht jetzt auf meiner to-do-liste.
der erste ferientag wurde auch gleich ausgenützt und erstmals bis um halb zwei geschlafen. es war eindrücklich, so als ob mein körper nun auch realisiert hätte, dass die schule vorüber war, denn meistens erwachte ich für ein paar sekunden und konnte danach gleich wieder die augen schliessen und im tiefschlaf zwei stunden weiter schlafen. und eben so bis in den nachmittag hinein, als ich aufstehen musste, denn der zahnarztbesuch war wieder einmal angesagt. doch dies ging ruckzuck, denn der zahni ist zufrieden mit meinen zähnen, die sich nun nicht mehr bewegen und schön die stellung halten.

am freitag dann ein bisschen ein trauriger tag, da nicole, meine mitbewohnerin, nach deutschland verreiste für die ferien. mich stimmte dies ein bisschen nostalgisch, da ich merke, dass auch ich gerne für ein paar tage in die schweiz reisen würde um familie und freunde zu sehen... muss wohl noch ein bisschen warten.
am abend nützte elmer und ich gleich aus, dass unser nachbar auch auf reisen ist: im garten scheuerten wir ein riesiges feuer und verbrannten endlich unsere lang angesammelten, vertrockneten palmblätter. an den nächsten zwei tagen ging es mit der gartenarbeit gleich weiter und es wurde geschuftet, bis unsere hände voller blasen und krätze waren. das ergebnis lässt sich sehen! und wieder einmal wurde bestätigt: gartenarbeit ist sport! ;-)

12 December 2010

ein dicker, fetter schlussstrich

das wunder ist vollbracht, es ist geschafft und es wird wieder gelacht.
glauben kann ich's noch nicht, dass ich nun für fast zwei monaten die kinder nicht mehr sehen muss. ich bin ehrlich, ich hab echt kein bock mehr auf die probleme d
er kinder und noch weniger auf die eltern, die sowieso alles besser zu wissen glauben.
d
ie abschliessende, vergangene woche war mehr ein ausklingen lassen, als irgendetwas anderes. zumindest für die kinder. wir lehrer mussten nochmals vollgas geben, so vertrieb ich mir meine "freizeit" täglich in der schule bis um vier uhr, examen schreibend und weiterbildung absitzend. am donnerstag haben wir jedoch das gröbste überstanden und gingen mit den kindern auf einen kleinen ausflug in den bergen heredias, wo wir traditionelles brot backen und sehen konnten, wie die ticos vor rund hundert jahren lebten. interessant war's, aber da die kinder echt müde waren vom lernen, hatten diese auch keine lust mehr zuzuhören. so wurde es ziemlich anstrengend für uns lehrer, doch auch die leute vom museum waren mit unseren 60 kindern überfordert. das schlimmste passierte gleich, als wir ankamen: da die kinder backen durften, mussten sie die hände waschen gehen. es gab nur eine toilette. währenddem sich die mädchen brav in eine reihe stellten, hatten die jungs die glorreiche idee, sich alle miteinander und zeitgleich in die toilette zu stopfen. nach ein paar sekunden kamen alle kreischend raus, gefolgt von einer wasserflut am boden. jetzt haben die's doch tatsächlich geschafft, das abwasserrohr beim lavabo zu entzweien. da wurde eine frau moor aber wütend, stellte sich vor alle kinder hin und sagte, dass wir bei der nächsten dummheit gleich in den bus steigen und zurückkehren werden. ab dann hat's einigermassen geklappt... :-) trotzdem musste ich mich x-mal aufregen und hinterfragte wieder einmal mehr die erziehung dieser kinder: es wurde gegessen, getrunken, dann gespielt. und die sauerei? die blieb natürlich auf den tischen, zu hause haben sie ja schliesslich die angestellte, die ihnen hinterherputzt. aber so nicht bei uns! doch wenn man den einen sagt, sie sollen helfen, war die antwort wie immer: "das war nicht ich!"

am freitag dann der letzte tag mit den schülern, an welchem wir die zeugnisse abgaben, die besten durchschnitte gringo-mässig verkündeten und aufräumten. ich war echt froh, den schülern um halb zwölf tschüss sagen zu können, die genauso erleichtert wie ich aus dem klassenzimmer strömten.
das wochenende wurde dann gleich so ausgenützt, wie ein erstes fast-ferienwochenende sein muss: essen gehen, reichlich
schlafen, lesen (das buch habe ich bestimmt zwei monate nicht mehr aufgemacht seit dem letzten mal), die sonne geniessen und nichts-tun.
am samstagabend gingen wir doch noch auf de strassen, das festival de la luz wurde in der stadtmitte von san josé durchgeführt. eine wie im disney land durchgeführte parade in der nacht, wo wagen mit lichtern beleuchtet an den menschenmassen vorbeihottern. gepfeffert wird das ganze mit marschmusik und cheerleaders, die auf den beton-strassen ihre waghalsigen sprünge preis gaben.

und nun auf in die letzte runde! drei tage weiterbildung absitzen und fertig!!!

05 December 2010

nervlicher engpass

und wieder fühle ich mich wie eine ausgepresste zitrone, an der sonne liegend und wartend, bis auch noch der kleinste wasseranteil von der hitze aufgesogen wird. ich bin nervlich total labil und brauche nicht viel, um bei der kleinsten kleinstigkeit die geduld zu verlieren oder eben auch die nerven. aber ich bin nicht die einzige. allen geht es so, funktionieren wie eine maschine, automatisch, ohne nachzudenken, denn sonst wäre man schon längst weggerannt. es wird nach wie vor viel von uns erwartet, in die letzten tage reingedrückt und uns noch mehr aufgaben aufgebrummt. man denkt, es sei das ende des jahres, also ausleihern lassen und nichts grosses mehr vorbereiten. doch da ich zum beispiel drei schüler habe, die nachsitzen müssen, muss ich noch in den nächsten drei tage schnell vier examen aus den fingern saugen. in der woche sassen wir einen nachmittag nach dem anderen in der schule, konvente und sonstige weihnachtsanlässe abhockend. nächste woche sieht's nicht anders aus.
am freitag war dann mein absolutes tief und ich dachte echt noch, einen nervenzusammenbruch zu haben. um vier war ich zu hause und wollte nichts mehr von der schule wissen. mit meiner mitbewohnerin richteten wir uns wieder gemütlich in der garage ein und malten, bis unsere nerven wieder zueinander fanden. genauso gings weiter am samstag, frühmorgens an die fería und danach widmeten wir uns endlich, endlich unserem garten. es wurde gejättet, ausgerissen und neu eingepflanzt. nun hoffen wir auf schöne blümchen in ein paar wochen...

am samstagabend war noch die abschiedsfeier unseres kollegen, der uns ende des jahres verlassen wird. bis in die frühe wurde gefeiert, weshalb dann der sonntag mit schlafen und auskurieren ausgefüllt war. für die schule wurde praktisch nichts gemacht. diese insel war einfach nötig, sonst würde ich wohl noch durchdrehen. und nun, ab in die letzte woche!