13 March 2011

flucht aus dem alltag

ne woche mehr, nen haken mehr und die hälfte der schulzeit bis zu den ferien vorbei. tönt gut, ist gut und soll auch so gut bleiben. meinem unterbewusstsein scheint jedoch die zeit nicht genug schnell vorbei zu gehen: nächtlich träume ich von der schweiz und von meinen eltern, die hier in costa rica sind. dabei gehts noch eineinhalb monate, bis dies realität werden wird. aber das was zählt ist, dass es vorwärts geht.
wie auch diese woche. unspektakulär bis auf den montag, als wir in der schule den karneval feierten. schreiende und tanzende kinder, die teilweise fast unerkennlich in irgendwelchen kostümen herumrannten, laute musik, spiele und die traditionellen berliner, die vor dem verzehr von den kindern mit den worten "was, so klein?! ist das alles?!" trächtig kritisiert wurden. anstatt ein simples "danke" zu formulieren, kamen solch undankbare worte aus ihren mündern. wo bleibt da die erziehung?
nach den zwei stunden tumult dann wieder die normale schule, mein schweizerclub, den ich doch ach so liebe. dieses mal genoss ich es jedoch wirklich, ich brachte den drei kleinen das häkeln bei. noch nie haben sie davon gehört und da es für uns schweizer nun mal üblich ist, den begriff, sowie die tätigkeit zu kennen, hab ich mir gedacht, ihnen dies beizubringen. es kam echt gut an! zwei stunden waren die ununterbrochen am häkeln und haben ein armband nach dem anderen produziert. vielleicht mutiert dieser club doch noch zu stunden, auf die ich mich freue?!


dann endlich, endlich, was ich täglich ersehne: das wochenende! ab an den strand! unsere destination hiess jaco - zugegeben, ich war sehr skeptisch über diese wahl. hört man hier doch eher negatives, sowie nuttenstrand oder ähnliches. fakt ist, dass sich dort sehr viele einheimische leute herumtreiben am wochenende, da es der nächste strand ist. dies macht sich auch bemerklich, die stadt wurde dem tourismus sehr angepasst, so reihen sich nebst burgerking, quisnos jeglich sonst erdenkliche fastfoodketten an.
ich wurde jedoch positiv überrascht, die atmosphäre war alles andere als nuttig. den abend verbrachten wir gemütlich in einer bar, bis uns der regen vertrieb und wir in unser "zu hause" schlenderten. die nächte verbrachten wir bei einem freund von elmer, bei dem nebst dem kostenlosen zimmer auch das schwimmbad umsonst inklusive war. ein glück haben wir :-)
am samstag verbrachten wir den tag in esterillo, ein strand unweit von jaco. wir machten es uns unter palmen gemütlich und konnten den ganzen tag die bisher nur im zoo gesehenen papageien beobachten, die über unseren köpfen die früchte eines baumes verzehrten. ein unglaubliches spektakel.
und nebst dem beobachten natürlich das übliche: lesen, sich sonnen, baden und sich entspannen.
am sonntag vor der rückreise besuchten wir noch für ein paar stunden den strand in jaco selbst. ich würde nicht behaupten, dass es der schönste strand costa ricas sei, aber ich war doch erstaunt, wie sauber er war.

so geht nun ein viel zu kurzes wochenende zu ende. doch es gibt nichts zu beklagen. erholt und glücklich gehts morgen weiter. und um das geht's schliessich: vorwärts, den ferien entgegen!

06 March 2011

unfassbares kopfschütteln

verrückt, diese welt hier drüben. ob dies an der welt hier drüben liegt, oder an der welt ganz allgemein? vielleicht liegt's schlussendlich doch nur an mir selbst, die die verrückten ereignisse anzieht, oder gar einfach selbst der verrücktheit verfallen ist. egal, ich bin sowieso der meinung, dass wir alle einen kleinen knacks haben, was auch gut so ist.

unter der woche selbst und während der schule verlief noch alles wie bisher. der stress begann jeweils nach schulschluss. montag rannte ich zum arzt, um mich endlich mal von oben bis unter untersuchen zu lassen. das blut wurde genommen und der untersuch auf mittwoch verschoben, da wir auf die ergebnisse warten mussten. am dienstag ein weiterer termin beim zahnarzt, wobei ich mir die schönen zähne auf dem nachhauseweg fast wieder ausbiss. die autos stauten sich, der bus bewegte sich im schneckentempo. das erste kopfschütteln mit dem nicht verstehen, wie die ticos diese blechbücksenschlangen tagtäglich aushalten können.
mittwoch, wieder den arzt, der mir mit freuden verkündete, dass ich kerngesund sei. meine ich-bin-so-schlapp-einstellung hat also keinen körperlichen ursprung. muss also nun schauen, dass ich in meinem hirn wieder ins reine komme...

am donnerstag konnten wir dann schon das wochenende einklingen lassen, denn der tag darauf war der ach so schöne lehrerausflug angesagt. klingt nach vergnügen, nicht wahr? für alle war dieser tag jedoch ein muss und auch ich persönlich hätte den tag lieber im bett verbracht. nur schon bis das programm zu stande kam wurden einige haare und nerven ausgerissen. schlussendlich wurde von der mehrheit entschieden, wir gingen nach carara, einem nationalpark, tiere anschauen und danach an den strand in punta leona.
klingt nach vergnügen, nicht wahr?
doch der ausflug wurde zum stress pur: rein in den bus um morgens um sieben. raus aus dem bus und ab in den nationalpark, um eine stunde herumzulaufen und zu merken, dass sich die tiere, vor der mittagshitze schützend, im innersten vom wald im schatten der bäume verkrochen hatten. doch konnte ich zu meiner freude endlich die sicht eines kleinen, giftigen frosches ergattern!
gleich, ohne mir eine pinkelpause zu gönnen weiter in den bus richtung stran
d, in ein hotel um mittag zu essen. unser bus war der letzte und als wir ankamen haben die einen bereits einen teller voll leckereien verspeist. so war die zeit knapp, essen rein und weiter in den bus an den strand. raus mit uns, an den strand und zwei stunden später, nach hause! welch ein vergnügen, nicht wahr?
das ziel des ausfluges: die stärkung unseres kollegiums. von wegen! wie gewohnt waren die leute wie immer mit ihren gleichen leuten unterwegst, von gegenseitigem kennenlernen und stärkung des teamgeistes keine spur. das tollste ist ja, dass uns die kosten des ach so tollen ausfluges vom lohn abgezogen wird... am abend war mir vom vielen kopfschütteln schlecht.

samstag, eine weitere heirat von freunden. braut, bräutigam, kirche, alles war perfekt durchgeplant, von blumen, über das wunderschöne kleid bis hin zu der gravatte des mannes. doch der haken kommt noch: der pfarrer. ein 92 jähriger mann, der schon die geschwister vom bräutigam verheiratete und nun, auf drängen der mutter, wieder am altar stand. peinlicher hätte die zeremonie nicht werden können: bestimmt zehn mal musste der pfarrer nach dem namen der braut fragen. der faden verlor er alle zehn minuten und er wusste nicht mehr, in welchem von seinen drei büchern er nun vorlesen musste. der kuss der frisch vermählten wurde vergessen und der chor konnte seine eingeplanten lieder nicht vorsingen, da der pfarrer die texte der lieder vorlas und sie so vorwegnahm. die leute in der kirche tauschten blicke aus, die eine mischung von amüsierung, mitleid und dem nicht-fassen-können bestand. ich hatte mit dem brautpaar mitleid und bewunderte, dass dieses nicht aufstand und das cabaret verliess.
am abend dann ein fest zu ehren des brautpaares, an dem sie selbst jedoch nicht teilnahmen. sonntag dann ein weiteres fest, mit anwesenheit des frisch vermählten paares, jedoch mit abwesenheit von mir. ich konnte nicht mehr, mein kopf lief gefahr, zu explodieren.

27 February 2011

im gleichschritt voran

und da waren's nur noch sieben wochen... es geht voran! auch wenn in kleinen und eher müsamen schritten, stetig geht's weiter, mit starrem blick nach vorn zur sonne gerichtet, die mich fröhlich und erwärmend anstrahlt.
die woche ging schnell vorbei. montag war ich ganze elf stunden durchgehend an der schule, von der einen klasse zur anderen rennend und dann von einer sitzung zur anderen. glücklicherweise war der rest der woche eher ruhig.

das wochenende wurde dann die verbrauchte energie wieder mit viel schlaf und dem sonst stressfreien und schulfreien getue
zurückgewonnen. mit kino wurde der freitagabend verbracht, mit fería in heredia den samstagmorgen und dann am abend, wieder einmal mehr, eine serenate von freunden, die nächste woche heiraten weren. dieses mal ein bisschen traditioneller, da wir frauen im hause waren, als die mariachi (die sänger) kamen und uns "aus dem schlaf sangen". ehrlich gesagt hab ich diese feiern jedoch langsam aber sicher gesehen, denn schlussendlich ist es immer das gleiche.
auch sonst fand ich endlich wieder einmal momente, mein spanisch zu pflegen. hab mir vorgenommen, dieses jahr eine weitere prüfung abzulegen. man weiss ja nie, wozu mir ein solcher fötzel einmal dienen wird.

und nun nehme ich eine weitere woche in den angriff. glücklicherweise ein bisschen kürzer, da wir am freitag einen lehrerausflug haben werden. juhui!

20 February 2011

die kleinen freuden machen's aus

und nochmals möchte ich betonen, dass ein bett in der schule echt keine schlechte idee wäre. die vergangene abende unter der woche verbrachte ich schon wieder fast zur hälfte an der schule. von den übrigen abenden hatte ich auch nicht viel, denn die müdigkeit besiegte mich jeweils so schnell, dass ich schon um neun im bett lag. schlafen, aufstehen, arbeiten und wieder schlafen. werden meine bevorstehende jahre etwa nur so aussehen?

glücklicherweise gab es doch noch einige highlights: mittwochabend war der sogenannte humboldtaben
d auf dem programm. das ist jeweils ein abend im monat, an welchem verschiedene kulturelle Veranstaltungen angeboten werden. wir lehrer müssen/dürfen/sollten dabei sein, egal ob es uns interessiert oder nicht. dieses mal wollte ich jedoch gehen, denn das drama die besuch der alten dame von dürrenmatt wurde in spanisch und modernifiziert von ticos inszeniert. obwohl mir nach zwei stunden den po vom sitzen schmerzte, hat sich's gelohnt. das stück war mit viel witz und ironie bereichert, wodurch die tragische aussage selbst jedoch nicht verfälscht übermittelt wurde.

am donnerstag dann gleich nochmals ein abend an humboldt. dieses mal ein willkommensapero zu ehren der neuen lehrer, die sich wieder einmal mehr vor den ganzen leuten und dem vorstand vorstellen mussten.
empfangen wurden wir zur grossen überraschung mit einem martini
und die üblichen happen wurden von einem kleinen buffet abgelöst. suspekte sache das ganze. noch vor ein paar wochen wurde uns gesagt, dass die schule rote zahlen schreibe und jetzt so was... egal, es wurde angestossen und dann war die sache auch schon vorbei. ab nach hause.

am samstag, wieder einmal mehr, war ein te de despedida von freunden, die bald heiraten, angesagt. normalerweise findet dieser nur mit freunden und familie der braut statt. doch dieses brautpaar beschloss, ihn gemeinsam durchzuführen. nebst essen und trinken, wurde auch eine kleine darbietung von zwei männern angeboten, die sangen und ratespiele durchführten. vom letzten anlass noch traumatisiert, weil ich echt ne peinliche nummer bot, weigerte ich mich gleich zu beginn, teilzuehmen. doch die spiele stellten sich als unterhaltend raus, in denen elmer und ich die preise nur so abräumten. es ging darum, so schnell wie möglich den namen eines liedes herauszufinden, das kurz angespielt wurde. als sich die preise nur so vor uns anhäuften, verschenkten wir schliesslich die weiteren, wäre sonst ein bisschen unhöflich gewesen ;-)

den anfang eher spiessig scheinende anlass entpuppte sich also in ein echt netter abend.

ein weiteres highlight, die erste tomate, die ich heute essen konnte! ich geb zu, ich hab ein bisschen geschummelt. nicole, meine mitbewohnerin hatte solches mitleid mit mir, als sie mit mir zusehen musste, wie die ausgesetzten und jungen tomatenstauden von irgendwelchen fiechern verspeist wurden. so schenkte sie mir eine grosse cherry-tomaten-staude, die schon früchte trägt.
auch die übrigen blümchen haben den kampf gegen die grausame costaricanische natur übrigens verloren... tja, einen versuch war's auf alle fälle wert.

und nun stelle ich mit erleichterung fest, dass mein leben doch noch aus anderen komponenten als nur der schule besteht.

13 February 2011

wie sich die zeiten ändern

die schule müsste schon lange nicht mehr über die roten zahlen klagen, wenn sie die etlichen klassenräume endlich als hotelzimmer an uns lehrer vermieten würde. gewinnen würden beide, die schule hätte ein weiteres einkommen und wir lehrer könnten uns den unnötigen nach hause weg ersparen. vergangene woche lohnte es sich teilweise echt fast nicht mehr, für die wenigen stunden schlaf nach hause zu gehen.
doch alles der reihe nach:

montag, ein powertag mit sieben stunden. in den letzten zwei stunden stand mein schweizerclub auf der liste. ich frag mich, wo denn bei den schweizerkindern der patriotismus geblieben ist. niemand ist erschienen...
beklagen möchte ich mich jedoch nicht, mir war's recht, so konnte ich früher nach hause gehen und verfasste sogleich einen brief auf züridüütsch, den ich den kommenden tagen den schülern persönlich überreichte. mal schauen, ob diese werbung klappt und dann wenigstens folgende woche jemand aufkreuzt...

dienstag und mittwoch hätten wir dann echt in der schule übernachten können. nebst morgens um sieben, mussten wir auch abends um sieben antraben. die eltern kamen und wir informierten sie, was das jahr mit sich bringen wird. da ich in diversen gruppen unterrichte, war das für mich ein hin und her rennen, von einem klassenzimmer zum anderen.
zur freuden meiner teilten mir die einen eltern mit, dass es unnötig sei, sie zu informieren, da sie mich ja nun schon lange genug kennen und wüssten, wie der hase läuft. da wurde mir wieder einmal mehr bewusst, wie sich die situation in den vergangenen jahren entwickelt hat: noch vor zwei jahren stand ich fast heulend vor dieser gruppe, die mich mit stupiden fragen bombartierten und nun vertrauen sie mir fast blind.

am donnerstag war dann mein wochentief. morgens kam ich fast nicht aus den federn und hätte mich am liebsten krank schreiben lassen. irgendwie raffte ich mich doch noch auf und schleppte mich zur schule. kinder und ich schliefen in den letzten zwei stunden fast ein. am abend war ich dann konsequent und war schon um acht im bett. man wird alt... und frau auch... doch habe ich eine entschuldigung, ich stand um fünf auf, um die morgendliche ruhe zu geniessen und draussen rennen zu gehen.

freitagabend war demnach auch wenig angesagt, um neun war ich im bett und schlief bis morgens um zehn durch.
das wochenende war dann aktiver mit feria in heredia, wo ich mit freuden feststellen können, dass nun meine lieblingssaison begonnen hat: melonen und mangos, so weit das auge reichte. nur schon beim anschauen läuft einem das wasser im mund zusammen...
am abend dann wieder einmal eine party unter lehrerkollegen, wozu der sonntag dann für's auskurieren und für die mentale vorbereitung für kommende woche ausgenutzt wurde.

06 February 2011

es lebe der sarkasmus

währenddem von uns pünktlichkeit und das strickte einhalten von terminen erwartet wird, nimmt sich die schule jegliche freiheit, dies nicht zu erfüllen: montagmorgen um zehn. die schüler wälzten sich zu hause im bett nochmals um und schliefen weiter, wir lehrer waren pünktlich zur gesamtkonverenz anwesend. zehn nach zehn, immer noch wartend. zehn minuten später dann endlich, das "herzlich willkommen" unseres direktors. die wichtigsten dinge wurden besprochen und wieder einmal mehr wurden wir darauf aufmerksam gemacht, was wir alles zu erledigen haben. viele dinge wurden verkündet, die unmöglich zu erledigen waren, denn, welch ein wunder, die stundenpläne waren noch nicht vorhanden! die ferien scheinen definitiv zu kurz gewesen zu sein... so gingen wir also am montagnachmittag, nach einer weiteren sitzung der primaria, nach hause und wussten nicht einmal genau, welche klassen wir wann und wo am mittwoch unterrichten mussten. und dabei wird von uns verlangt, gut vorbereitet am ersten schultag zu erscheinen. wie soll das denn gehen?

dienstag dann endlich, der stundenplan lag in unserem fach. hätte ihn lieber nicht gesehen, denn ich verlor gleich ein paar nerven. durchlöchert und volle nachmittage. tja, man kann halt nicht immer das gleiche glück haben. dass ich dieses jahr mehr zeit an der schule als zu hause verbringen werde, ist bereits tatsache. wäre ja halb so schlimm, wenn's den anderen gleich ergehen würde, doch meine primarkolleginnen werden sich schon alle um zwölf aus dem staub machen, währenddem ich mich noch mit der sechsten klasse am nachmittag rumschlagen muss. aber, man machts ja gern...

mittwoch dann der grosse tag. da ich dieses jahr keine klassenlehrerin mehr sein werde, war ich schon überglücklich, erst um zehn in der schule sein zu müssen. dummerweise habe ich mich bei der chefin noch erkundet, ob das ok sei, die dann meinte, dass ich zur begrüssung an der schule sein muss. einmal mehr verfluchte ich meine ehrlichkeit und stand um halb acht bis acht dumm auf dem pausenplatz und hörte mir die ach so wichtigen worte der direktion an. dann hatte ich drei stunden frei, die ich keine sekunde an der schule verbrachte, sondern nach hause ging und während dem joggen meinen anschiss abbaute. beginnt ja schon mal gut.

donnerstag und freitag dann ganz normal schule und zu meiner zufriedenheit konnte ich feststellen, dass doch noch nicht alles vergessen wurde während den ferien. nebst der sechsten klasse, in der ich mathe und deutsch unterrichte, habe ich noch eine vierte und dritte klasse. zudem muss ich einen schweizerclub anbieten, den von der direktion aufgebrummt bekam, da die schweiz angeblich der schule jährlich einen gewissen betrag zuweist. die schweiz möchte jedoch sehen, was mit diesem geld gemacht wird und so muss halt die einzige schweizerin (nebst der chefin) diese freude übernehmen und schauen, was sie damit macht. und ja, ich hab das glück, diese einzige schweizerin zu sein! nun saug dir mal was aus den fingern, nadja (für ideen bin ich offen ;-))!

froh war ich dann, als das wochenende vor der tür stand. viel habe ich geschlafen und wollte an nichts denken. es stimmt mich einfach traurig, wie wir lehrer an dieser schule ausgeliefert sind und mit gebundenen händen und dem gesenkten und stets nickenden kopf
vor der direktion stehen. und ich als ausländerin darf mich ja eigentlich gar nicht beklagen, denn ich kann jederzeit mein köfferli packen und anderswo eine bessere arbeit kriegen.

nun klammere ich mich an das sprichwort "schlimmer kann's nicht werden" und hoffe, dass die kommenden blog-einträge vom sarkasmus und der ironie frei sein werden.

30 January 2011

die liste ohne ende

sind wir doch ehrlich, uns geht es allen gleich: die grossen ferien stehen vor der tür. beduselt von der euphorie, setzt man sich guten mutes hin und macht sich, ob mental oder schriftlich, eine liste mit all den dingen, die man in den ferien erledigen möchte. motiviert und voller tatendrang beginnt man dennoch mit ruhe, schliesslich hat man ja ferien. tage vergehen und man redet sich gut zu und sagt sich, dass man ja noch genügend zeit hätte um produktiv zu sein. so weit, bis man an den letzten ferientage erwacht und feststellen muss, dass die liste noch genauso lang ist wie vor den ferien.

mir erging es jedenfalls so. meine liste war nicht lang und doch habe ich nicht einmal die hälfte geschafft. am montagmorgen erwachte ich und stellte meine vergangene passivität fest. an die arbeit, hiess ab dann mein motto und ich ging gut gelaunt in die stadt farbe einkaufen. mein langweillig blaues badezimmer wollte ich mit ein bisschen froheren farben auffrischen. gerüstet mit pinsel und farbe ging's ans werk, so schwierig kanns ja nicht sein. doch nach dem ersten strich wusste ich, warum maler gelernt sein will. das blau war nach wie vor zu sehen und so strich ich ungeduldig nach wenigen stunden schon das zweite mal übers holz. im nachhinein weiss ich's besser, ich hätte länger warten müssen... frustriert und an der verzweiflung nah, machte ich mich mit pinselreiniger und schleifpapier an die arbeit. die motivation von morgens ist verschwunden und machte der frustration und dem sonnenbrand platz.
am dienstag dann aber doch noch der beweis, dass nicht alles umsonst war: das schön abgeschliffene holz wurde dieses mal nicht bemalt, sondern besprayt. und nun, der frust vom stolz vertrieben, glänzt mein bad in den schönsten farben.

am mittwoch dann das nächste projekt: reparatur des fahrrades. aus vergangener maler-erfahrung hab ich jedoch gelernt und so versuchte ich es erst gar nicht selbst, sondern lieferte das velo einem fachmann ab. stunden später kriegte ich dieses im topzustand wieder zurück und nun kann ich ohne geholper und mit allen 21 gängen glücklich in der gegend herumfahren. zweiter punkt: check!

der donnerstagmorgen wurde mir nicht gegönnt, denn da musste ich in die schule gehen. ein kind blieb letztes jahr in mathematik sitzen und musste deshalb ein examen schreiben, welches ich korrigieren "durfte". um elf war jedoch auch dies abgehakt, das kind kam knapp durch und ich war glücklich, die schule für weitere vier tage nicht sehen zu müssen.

nach diesen drei haken in meiner liste musste die musse jedoch wieder her! etliche stunden verbrachte ich im garten an der sonne und tankte energie.
die liste wurde verdrängt...
am sonntagmorgen standen wir auf und fragten uns dann doch, wo denn die ferien hin sind. meine aufgeladenen batterien zeugen jedoch davon, dass wir genügend zeit für die musse hatten und so bin ich, auch wenn nicht überzeugt und voller emotionen, bereit, die schule morgen wieder in den angriff zu nehmen.

und die liste? bald kommen ja wieder ferien...