26 April 2011

blauer als blau

vor gut eineinhalb jahren fuhren elmer und ich in den norden zu dem bekannten río celeste, das übersetzt "himmelblauer fluss" bedeutet. von blau war damals jedoch nichts zu sehen, der fluss war mehr eine braune brühe und das wasser war nicht nur im fluss, sondern kam auch in strömen vom himmel runter. wir hatten damals echt pech. doch nun hatten wir die gelegenheit, zeugen eines naturwunders zu werden.

meine eltern, elmer und ich machten uns auf den weg in den norden. durch besichtigung von diversen sehenswürdigkeiten auf der strecke, ziemlich schittrigen strassen und mehrmaligem verfahren, kamen wir ziemlich gerädert nach sechs stun
den fahrt an und brauchten erst einmal schlaf. am tag darauf ging es ausgeruht auf die wandertour zum fluss. ich konnte meinen augen echt nicht trauen, als ich das himmelblaue wasser vor mir fliessen sah. dieses spektakel ist unglaublich und glaubt man nur, wenn man's vor seinen augen hat.
niemand weiss genau, warum es dort zu diesem naturwunder kommt. es gibt jedoch diverse theorien. darunter die eine, dass genau an diesem ort eine chemische reaktion stattfindet, verursacht durch das zusammenstossen von zwei flüssen (wobei der eine ein gut dreissig grad heisser vulkanfluss ist) und anderen mineralien, die vom boden ausgestossen werden. eine andere theorie besagt, dass das ganze nur eine optische täuschung durch irgendwelches einwirken von
vorhandenen materialien sei. eine nicht wissenschaftliche theorie erklärt sich das ganze schlicht und einfach damit, dass gott zur bemalung des himmels zu viel blaue farbe übrig hatte und somit den pinsel genau in diesen fluss tunkte. und deshalb ist dieser bis heute blau :-)
der fluss alleine ist jedoch nicht alles, was man an diesem ort besichtigen kann. auch heisse quellen sind vorzufinden, in denen wir uns stundenlang hätten aufhalten können. die kombination mit dem kalten wasser des flusses war eine richtige therapie. nach dieser entspannung liefen wir zu guter letzt noch zum vorhandenen wasserfall, wo das herunterströmende wasser ebenfalls in einem himmelblauen wasserbecken endet.
egal wie dieses blau zu stande kommt. es ist echt eindrücklich und die sechs stunden fahrt nach oben lohnen sich auf alle fälle dafür.

21 April 2011

mit sack und pack

wir sind mitten in den ferien. und auch wenn ich täglich von der schulglocke erwache, konnte ich diese institution mit erfolg aus meinen gedanken verdrängen.
lange ist es zwar noch nicht her, doch scheint die letzte schulwoche schon wochen hinter uns zu liegen. da sich der montag vor den ferien noch zum wochenende gesellte, schienen die letzten stunden in der woche in minuten zu zerrinnen. gut so, denn meine ungeduld und das warten auf mein wiedersehen mit den eltern kratzten langsam aber sicher an meinen nerven. so war ich echt froh, als wir am freitag den ersehnten mittag erreichten und wussten, dass uns der osterhase endlich in die ferien entlässt. doch die ersten zwei tage spürte ich ehrlich gesagt nix von den ferien, denn die stunden für nach den ferien mussten vorbereitet werden. so verbracht ich mehrere stunden hinter büchern und computer. zum glück wurde dies auch mit erfolg erledigt, sodass ich mich nun mit gutem gewissen nach hinten lehnen und die ferien maximal geniessen kann.

am mittwoch gleich die ersten wahren ferienstunden. obwohl, der morgen verlief mehr im stress und im chaos als in erwarteter ruhe: elmers familie plante einen mehrtägigen auslug in die berge heredias. seine eltern mieteten eine kleine hütte in der höhe, um der hitze zu entkommen. jeder und alles wurde eingepackt, von den fünf hunden bis hin zu ihrem kanarienvogel. ich beobachtete das ganze spektakel und half mit, wo ich nur konnte. trotz allem dauerte es mehrere stunden, bis dann wirklich alles und alle eingepackt waren. einer über den anderen gestapelt konnten wir endlich in die höhe fahren.
doch meinen nerven war auch dann noch keine ruhe gegönnt. während dem abendessen bemerkte ich plötzlich, dass irgendetwas neben mir krabbelte. als ich den blick auf den boden warf, stellte ich fest, dass dieses etwas ein skorpion war. da liess ich schnell nen schrei ab, so dass mich alle mit einem blick "wo hat die denn die schraube locker?" anschauten bevor sie dann meiner blickrichtung folgten und auch im nullkommanichts auf den füssen standen. elmer reagierte schnell und
zerquetschte es mit seinen schuhen. die nacht auf dem boden verbrachte ich dann mit gewissem misstrauen... und als ich endlich mein gewissen beruhigen konnte und eindöste, schreite sich bereits der erste hahn heiser. tja, so viel zur nacht. glücklicherweise konnte ich dann tagsüber den verpassten schlaf nachholen.

und nun geht es noch genau 24 stunden, bis mir die american airlines meine eltern nach costa rica liefert. nach fünfzehn (!) monaten nicht-sehens freue ich mich wie ein kind, wie ihr kind halt ;-)

11 April 2011

endspurt

die letzte komplette woche vor ferien: check! das ziel ist in sicht, die endstrecke kürzer denn je und die vorfreude nicht zu bremsen.
wied
er ist nichts spezielles hervorzuheben, die tage vergingen ohne irgendwelchen grossen ereignissen. die kinder sind müde, wollen und können nicht mehr, auch die nerven von uns lehrern hangen an einem eher schwachen faden und laufen gefahr, zu reissen. um dies zu verhindern wende ich diverse strategien an, damit ich nicht auf die palme steige, sobald wieder einmal eine eher dumme frage der kinder kommt. so schlägt man sich also von tag zu tag durch (nicht wörtlich nehmen! ;-)) und freut sich mit jeder stunde, näher am wochenende zu sein.
das wochenende war dann jedoch ein spezielles wochenende, denn der montag war inklusive. sprich drei tage ohne nichts. das war auch mein plan: nichts machen. doch aus der passivität wurde höchste aktivität. am samstag ging ich endlich stoff kaufen und begann, unsere lounge zu hause noch
gemütlicher zu gestalten. das ergebnis lässt sich auf alle fälle sehen!
der sonntag wurde ausgenutzt, um unser garten wieder einmal auf vordermann zu bringen. auch hier ist das ergebnis zufriedenstellend, nur unser körperlicher zuständ lässt zu wünschen übrig: die hände und füsse zerstochen und von muskeln geplagt, von denen ich nicht wusste, dass sie exisierten.
dann wurde der montag mit ausschlafen verbracht und mit allem sonst nicht erledigtem. und nun nehmen wir die vier letzten tage (!) in angriff.

03 April 2011

anstrengen verboten

eine von muskelkater gekenntzeichnete woche gesellte sich einmal mehr in affentempo der vergangenheit zu. viel zu erzählen gibt es nicht, die schüler dümpeln vor sich hin und auch wir lehrer schleppen uns täglich zur schule und zählen die stunden, um wieder den nach hause weg antreten zu können.
highlight dieser woche: eine nähmaschine. meine mitbewohnerin hat mir als ein bisschen verspätetes geburtstagsgeschenk tatsächlich eine nähmaschine geschenkt. hammer, jetzt kann ich meiner kreativität freien lauf lassen. mal schauen, was sich mit diesem ding zaubern lässt. leider hatte ich bisher keine zeit, um die maschine zu testen.

da elmer die ganze woche inklusive dem wochenende an einem sportereignis in el salvador verbrachte, nahmen mich gleich die mädels von der schule unter die fittiche und so gings am freitag gleich nach der schule richtung westen den wellen entgegen. entspannung und nichtstun war unser strickte plan, den wir in playa esterillos este in den angriff nahmen. der plan wurde auch sehr strickte durchgehalten, so haben wir echt nichts anderes gemacht als geschlafen, gelesen und abends gemütlich rum getrunken. die einzige ausnahme war der sonntagmorgen, wo ich in der früh beschloss, mir die beine zu vertreten und am strand entlang joggte. keine menschenseele war zu sehen, nur ich, das meer, die sonne und die wärme. später gesellten sich dann noch die blasen meinen füssen dazu, was weniger erwünscht war.
doch so entspannend war ein wochenende schon lange nicht mehr: von freitagnachmittag bis am sonntagnachmittag nützten wir die sonnenstrahlen aus. bis auch dieser traum zu ende ging und wir wieder zurück zur zivilisation gehen mussten. doch dieses mal nicht mit der gleichen frustration wie bisher: noch neun tage bis zu den ferien :-)

27 March 2011

erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

welch durcheinander, diese woche! nicht aufgrund der schule, welch ein wunder, sondern rein privat: das grosse ereignis am sonntag, der marathon, nahte täglich und mit jeder stunde. eigentlich war ja mein originaler plan, den 8km-lauf alleine zu rennen. doch nachdem ich zu langsam war und die einschreibung vertrödelt habe, entschloss ich mich dazu, den marathon mit zwei weiteren personen zu rennen. als ich meine arbeitskollegin und den bruder von elmer fragte, ob sie mitrennen wollten, sagten beide mit begeisterung zu. ich war glücklich, wusste, dass ich rennen konnte und auch ein tolles team zusammen hatte.
doch gleich zwei stunden später die erste enttäuschung: meine lehrerkollegin wurde schon im team von ihrem mann, ohne es zu wissen, eingeschrieben. tja, so sprang nun eine mir unbekannte kollegin meiner kollegin für sie ein. na gut, immerhin war mir der bruder von elmer ja bekannt... doch vergangener sonntag dann die zweite flaute: nach einem motorunfall brach sich dieser die hand. also musste wieder eine vertretung her! glücklicherweise wurde ich schnell fündig und unser team war dann bereit, den grossen tag angehen zu lassen.

die nervosität besuchte mich schon früh morgens, obwohl ich erst um zwei uhr losrennen konnte. doch unser team hat sich eine stunde vorher getroffen, damit wir überhaupt wussten, wen wir am ziel suchen mussten, die für uns weiter rannte.
um zwei gings dann los. doch das chaos hätte nicht grösser sein können: erstmals wurden alle stafetten-marathon-läufer und halbmarathon-läufer aufgerufen. dann plötzlich durften nur die stafetten-läufer los laufen. und dann doch wieder anders. am schluss wusste gar niemand mehr, wann wer antreten musste. irgendwie war ich dann auf alle fälle auf der strecke, die ich die ersten fünf minuten laufend verbrachte, da's nicht vorwärts ging.
die strecke war anstrengend, einige hügel, die mir das ganze erschwerten. doch schliesslich kam ich nach gut einer stunde fünfzehn wieder im ziel an. doch nichts mit nach hause gehen und sich duschen! warten war angesagt, bis die letzte von uns dreien ankam. so standen wir halb verfroren (naja, costaricanische verhältnisse von "kalt") und warteten, bis wir alle zu dritt den marathon im nationalstadion zu ende bringen konnte. es war ein echt athemberaubender moment, als wir dort die letzte runde liefen!

und jetzt hoffe ich nur, dass ich mich morgen nicht krank schreiben muss, da ich keinen meter mehr gehen kann ;-)

20 March 2011

unspektakuläres affentempo

die woche verging schnell und eintöniger denn je: schlafen, aufstehen, zur schule gehen, examen schreiben lassen, nach hause radeln, examen korrigieren und erneut schlafen. dies fasst so ziemlich das ganze geschehen letzter woche zusammen.
selbst das wochenende war eher eine enttäuschung, zumindest der freitag: elmer wurde von einem hotel angerufen und mit freuden wurde ihm verkündet, dass er soeben zwei nächte und drei tage umsonst im hotel gewonnen hätte. wir wussten, dass daran was faul sein musste, doch wollten wir auf nummer sicher gehen und uns erkunden. so gingen wir am freitagabend vorbei und bestätigten einmal mehr die regel, dass es im leben nichts umsonst gibt: eine kommission ist zu bezahlen und zu allem hin ist nur eine nacht inbegriffen, ohne irgendwelchen sonstigen plus. zusätzlich wollte uns der nette herr überreden, ihrem club beizutreten. ich hörte dem blablabla zu und amüsierte mich innerlich über die vergebens investierte zeit dieses mannes. so zogen wir uns mit einem netten "nein, danke" zurück und schwörten uns, in zukunft solchen offerten keine aufmerksamkeit mehr zu schenken.
den film, den wir uns anschauen wollten, verpassten wir schliesslich durch diese aktion und als wir in die videothek einen film ausleihen wollten, hatte diese geschlossen. tja, so viel von unserem ersten wochenendtag.
am samstag hatten wir dann mehr glück.
den sonntag verbrachten wir zusammen mit der familie elmers in einer badi. und jetzt, selbst wie eine wurst stinkend und gebraten, sitze ich vor dem computer und frag mich, wo denn die zeit hin ging. aber eben, beklagen möchte ich mich nicht. noch vier wochen zu den ferien. noch fünf wochen und meine eltern sind hier. es geht voran.

13 March 2011

flucht aus dem alltag

ne woche mehr, nen haken mehr und die hälfte der schulzeit bis zu den ferien vorbei. tönt gut, ist gut und soll auch so gut bleiben. meinem unterbewusstsein scheint jedoch die zeit nicht genug schnell vorbei zu gehen: nächtlich träume ich von der schweiz und von meinen eltern, die hier in costa rica sind. dabei gehts noch eineinhalb monate, bis dies realität werden wird. aber das was zählt ist, dass es vorwärts geht.
wie auch diese woche. unspektakulär bis auf den montag, als wir in der schule den karneval feierten. schreiende und tanzende kinder, die teilweise fast unerkennlich in irgendwelchen kostümen herumrannten, laute musik, spiele und die traditionellen berliner, die vor dem verzehr von den kindern mit den worten "was, so klein?! ist das alles?!" trächtig kritisiert wurden. anstatt ein simples "danke" zu formulieren, kamen solch undankbare worte aus ihren mündern. wo bleibt da die erziehung?
nach den zwei stunden tumult dann wieder die normale schule, mein schweizerclub, den ich doch ach so liebe. dieses mal genoss ich es jedoch wirklich, ich brachte den drei kleinen das häkeln bei. noch nie haben sie davon gehört und da es für uns schweizer nun mal üblich ist, den begriff, sowie die tätigkeit zu kennen, hab ich mir gedacht, ihnen dies beizubringen. es kam echt gut an! zwei stunden waren die ununterbrochen am häkeln und haben ein armband nach dem anderen produziert. vielleicht mutiert dieser club doch noch zu stunden, auf die ich mich freue?!


dann endlich, endlich, was ich täglich ersehne: das wochenende! ab an den strand! unsere destination hiess jaco - zugegeben, ich war sehr skeptisch über diese wahl. hört man hier doch eher negatives, sowie nuttenstrand oder ähnliches. fakt ist, dass sich dort sehr viele einheimische leute herumtreiben am wochenende, da es der nächste strand ist. dies macht sich auch bemerklich, die stadt wurde dem tourismus sehr angepasst, so reihen sich nebst burgerking, quisnos jeglich sonst erdenkliche fastfoodketten an.
ich wurde jedoch positiv überrascht, die atmosphäre war alles andere als nuttig. den abend verbrachten wir gemütlich in einer bar, bis uns der regen vertrieb und wir in unser "zu hause" schlenderten. die nächte verbrachten wir bei einem freund von elmer, bei dem nebst dem kostenlosen zimmer auch das schwimmbad umsonst inklusive war. ein glück haben wir :-)
am samstag verbrachten wir den tag in esterillo, ein strand unweit von jaco. wir machten es uns unter palmen gemütlich und konnten den ganzen tag die bisher nur im zoo gesehenen papageien beobachten, die über unseren köpfen die früchte eines baumes verzehrten. ein unglaubliches spektakel.
und nebst dem beobachten natürlich das übliche: lesen, sich sonnen, baden und sich entspannen.
am sonntag vor der rückreise besuchten wir noch für ein paar stunden den strand in jaco selbst. ich würde nicht behaupten, dass es der schönste strand costa ricas sei, aber ich war doch erstaunt, wie sauber er war.

so geht nun ein viel zu kurzes wochenende zu ende. doch es gibt nichts zu beklagen. erholt und glücklich gehts morgen weiter. und um das geht's schliessich: vorwärts, den ferien entgegen!