27 November 2011

was ein brief alles auslösen kann...

schulisch gesehen war die woche eher ernüchternd: meine sechste klasse musste in mathe, wie in allen anderen fächern auch, die schlussprüfung schreiben. schon vor wochen hatte ich mich mit meinen kollegen getroffen und das examen zusammengestellt.
während dem lösen am montagmorgen stellten wir bereits fest, dass wir die schüler überforderten, da manch
e von ihnen auch nach 80 minuten immer noch nicht fertig waren. beim korrigieren dann das definitive zeichen, dass meine schüler überrumpelt wurden: mehr als die hälfte hatte eine ungenügende note. durch aufmotzen der prüfung konnte ich diese nummer von roten noten wenigstens auf fünf minimieren. was das ernüchternde dabei ist, ist der fakt, dass meine parallellehrer ein weitaus besseres resultat erreicht haben. da begann schliesslich mein komplex und der gedanke, dass ich versagt habe breitete sich immer mehr in meinem kopf aus. auch wenn mich meine lieben kollegen versucht haben, aufzupäppeln, weiss ich immer noch nicht so recht, was ich denken soll: habe ich die schüler schlecht vorbereitet oder ist es einfach eine schwache klasse?

egal, das wochenende konnte mir dann wenigstens über diesen komplex hinweghelfen.
dies aufgrund einer hochzeit, auf der ich eingeladen wurde.
doch da gehört eine vorgeschichte dazu:
da ich beschlossen habe, im februar nach mexiko zu gehen, bevor ich definitiv in die schweiz zurückkehre, kam meine oma auf eine super idee. ihr cousin, ernesto, wohnt in mexiko, deshalb liess sie mir die adresse zukommen, damit ich mit ihm in kontak treten konnte. ohne email-adresse musste ich auf das "altmodische" kommunikationsmittel, den brief, zurückgreifen und schrieb meinem grossonkel, oder wie man das auch immer nennen möchte. mit dem gedanken, "mal schauen, was passiert" schickte ich ihn ohne grössere hoffnungen ab. zwei wochen später war eine mail in meinem kasten: eine gewisse adriana, costaricanerin, hat mich angeschrieben, dass sie von meinem brief erfahren hätte. es kam raus, dass adriana die nichte von omas cousin war. und wie's der zufall so wollte, heiratete sie an diesem wochenende und hat mich, weil ich ja schliesslich zur familie gehöre, spontan zu ihrer hochzeit eingeladen, zu der, wie's der zufall nochmals wollte, auch der cousin ernesto aus mexiko kam, um dabei zu sein.

das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen! so ging ich am samstag zur zeremonie in der kirche und kam mir vorerst ziemlich dämlich vor, weil ich ja niemand kannte... auch nach der kirchlichen trauung stand ich irgendwie hilflos zwischen all den leuten. plötzlich kam jedoch eine frau auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich "die vom brief" sei. nach meiner zustimmung nahm sie mich gleich unter ihre fittiche, schob mich fast in den bus und nahm mich mit an die feier, die an einem anderen ort stattfand. auf der fahrt kriegte ich schliesslich mit, dass diese frau eine tochter von ernestos bruder ist (könnt ihr noch folgen? für mich war es schon ziemlich schwierig, es zu verstehen...). am fest lernte ich etliche cousinen, tanten, onkeln, weiss ich welchen grades, kennen. schliesslich verbrachte ich den ganzen abend mit ernesto junior (siehe bild), der sohn von brunilde, der überraschenderweise perfekt deutsch sprach. er versuchte mir dann während der ganzen zeit zu erklären, wer jetzt wer ist. es kamen so viele leute auf mich zu und wurden mir präsentiert, dass ich am ende nicht mehr wusste, wo mir der kopf steht. in den nächsten tagen muss ich mich mal hinsetzen und einen familienbaum aufzeichnen... :-)

verblüfft hat mich dann der moment, als jemand von mir wissen wollte, ob ich denn barbara aus der schweiz kenne, auch eine verwandte von meiner oma. ich habe noch nie was von dieser frau gehört (zumindest kann ich mich nicht an sie erinnern) und fühlte mich ein bisschen bekloppt. wie kann es sein, dass mexikaner verwandte der schweiz kennen, die eigentlich so nah von mir wohnten und ich keinen blassen schimmer von deren existenz habe?

bisher habe ich immer gedacht, dass unsere familie eher klein ist. keine verwandten im ausland, wie langweilig. gestern wurde ich eines anderen belehrt! es ist echt ein schönes gefühl zu wissen, dass ich auch auf dieser seite der erdkugel verwandte habe! breitwillig boten mir etliche ihr zu hause an und wollen mir ihr mexiko zeigen, sodass ich nun total motiviert bin und mich wie ein kleines kind auf den kommenden februar freue!

20 November 2011

heftige winde und lautlose stille

was für eine woche!
währenddem die erste hälfte ruhig und gewohnt verlief, so hatte es der zweite teil um so mehr in sich. am donnerstag war für mich nach den ersten zwei lektionen schluss, da ich um halb elf an mein mündliches spanischexamen antraben musste. auf dem weg verfluchte ich mich selbst und fragte mich, warum ich mir diesen stress überhaupt antue... zwanzig minuten
vor dem gespräch durfte ich zwischen zwei texten über "klimawandel" und "jugend in der politik" auswählen. da mir beide themen ziemlich gegen den strich gingen, entschied ich mich für die politik. was ich jedoch sekunden nach der entscheidung gleich bereute, denn was hab ich schon mit politik am hut?! schlussendlich stellte es sich um eine gute entscheidung heraus und die 20 minuten prüfungszeit verliefen schnell. rückblickend war es auch mehr ein lockeres gespräch mit der expertin, in dem wir sogar diverse male über gewissen kommentare lachen konnten.

der weitaus weniger lockere teil kam dann am freitag, die schriftliche prüfung. nach 90 minuten ununterbrochenem lesen und fragen beantworten, rauchte mir bereits den kopf und die konzentration schien nur noch bruchweise vorhanden zu sein. ohne pause ging es dann jedoch schleggelawegge weiter mit 50 minuten audio, wo wir zuhören und wieder fragen zu den konversationen beantworten mussten. während dieser zeit hatte ich phasen, in denen meine gedanken wegflogen und ich mich selbst wachrütteln musste...
nach diesem hören wurde uns dann wenigstens eine kleine pause vergönnt, bis es mit schreiben weiter ging. 80 minuten hatten wir zur verfügung, um zwei texte über ein gewisses thema zu verfassen. auch hier - der kopf kurz vor der explosion und die hand mit krämpfen geplagt - war die zeit knapp und liess uns keine sekunde, um nur einmal über ein wort nachzudenken oder eines anzuzweifeln.

nun wird unsere geduld auf die probe gestellt, denn wir müssen ganze 10 wochen warten, bis wir das resultat erhalten. im nachhinein bin ich froh, dass ich die persönliche herausforderung angenommen und das examen absolviert habe.

nach dieser mentalen anstrengung beschlossen nicole, anna und ich, uns eine kleine auszeit zu gönnen, sodass wir am samstagmorgen unser wärli packten und einen tagesausflug zum strand, nach herradura unternahmen. schlafen und uns sonnen war unsere aktivität dieses tages, bis die wolken aufzogen und uns am nachmittag der regen wegscheuchte.
doch zu hause ging es gleichermassen weiter mit viel schlafen, der sonne geniessen und die schule ignorieren.

13 November 2011

schritt für schritt

die schule war diese woche so unspektakulär, sodass ich gleich zum weitaus spannenderen wochenende springe:
11 personen und ich haben uns entschieden, die strecke von san josé
nach puntarenas zu fuss zu gehen. nicht, dass ihr denkt, dass dies unser hirngespinst war, denn das ganze war offiziell ein wettlauf, an dem über 200 teams mitmachten. wir bildeten das "humoldt club" team, zusammengewürfelt von lehrern, eltern und wärtern der schule. rund zwei wochen vor dem stattfinden, trafen wir uns und organisierten alles: von kleinbus, über motorrad bis hin zur verpflegung. schliesslich war diese herausforderung kein katzensprung - die gesamthaft 112 kilometern wollten wir in weniger als 11 stunden hinter uns bringen.

am freitag, nach meinen letzten (!) spanisch nachhilfestunden, legte ich mich gleich ins bett, um wenigstens ein paar stunden schlafen zu können, bevor es los ging. doch vor lauter emotionen konnte ich natürlich kein auge zu tun, sodass ich um zehn uhr in der nacht, ohne schlaf, mit den teammitglieder auf dem humboldt-parkplatz auf den bus wartete.
um halb elf ging es los, richtung start, mitten in san josé. um zwölf folgte dann der startschuss und das laufen begann. wieder versuchte ich vergebens, wenigstens ein paar minuten schlaf zu finden. vor aufregung und adrenalin brachte ich es nicht weiter als vor mich hin zu dösen.
die stimmung war super im bus, wir feuerten uns an und motivierten uns, bis unsere kehlen nichts mehr von sich gaben.
um halb fünf uhr morgens, war ich schon fast an der reihe und stieg auf das motorrad, das mich zu meinem startpunkt brachte. rund eine halbe stunde später kam auch schon elmer, der mir die staffette übergab. und dann ging es los. besser hätte es nicht sein können: das sonnenlicht wurde von schritt zu schritt intensiver, die sicht auf das meer liess ich nie aus meinem blickfeld und der fakt, dass alles bergab ging, brachte mich zur bestleistung. abwärts hatte ich einen 4-er schnitt auf den kilometer, was ich noch nie hin brachte. hinter mir immer die zwei radfahrer, die uns auf dem ganzen weg begleiteten. auf dem letzten kilometer musste ich jedoch auf die zähne beissen: pure steigung, was mich ziemlich ans limit brachte. doch auch diese brachte ich erfolgreich, auch wenn ein bisschen langsamer, hinter mich und konnte den schlussspurt ansetzen, um die staffette einer kollegin weiter zu geben.

die aufregung war vorbei, doch das adrenalin hielt mich weiterhin wach... zum schlafen war auch gar keine zeit. um neun mussten wir nämlich alle aus dem bus steigen, da die letzten 800 meter mit der kompletten mannschaft gerannt werden mussten.
von wegen 800 meter! schlussendlich, unter der brennenden und stechenden sonne, liefen wir weitere 2.5 kilometer, bis wir endlich, nach 9 stunden und 20 minuten, im ziel ankamen.
was für ein stolz! umarmungen, glückwünsche und erleichterung, alles zur gleichen zeit.

nach einem kräftenden frühstück wurde schon der nach hause weg angenommen, dieses mal jedoch im bus und nicht mehr auf unseren erschöpften füssen. und endlich, endlich, konnte ich den nötigen schlaf nachholen. zu hause angekommen ging es dann auch gleich so weiter: schlafen, essen und bis sonntagmorgen durchpennen.

heut morgen dann das rausschälen aus dem bett. ich kam echt fast nicht raus. nicht etwa, weil ich noch müde war, sondern aufgrund meines muskelkaters. noch nie fühlte ich jeden einzelnen muskel so intensiv wie jetzt. selbst beim lachen tun mir die muskeln weh! für dieses einmaliges erlebnis hat es sich jedoch gelohnt!

06 November 2011

paradoxien

währenddem wir in den läden mit weihnachtsliedern berieselt werden, brutzelt draussen in voller stärke die sonne und lässt sich von keiner wolke vertreiben. paradoxerweise scheint es sommer zu werden. ich werd mich wohl nie daran gewöhnen, dass an weihnachten die schokolade schmelzt und man für das backen der kekse den ofen nicht benötigt, da diese arbeit gleich die sonne übernimmt. wir verabschieden uns also von unserer käse-gleichenden haut und heissen die schöne bräune willkommen. zudem werden die dicken pullover durch die bikinis ersetzt, denn nun ist der sommer angesagt!

bis wir jedoch dieses wetter in vollen zügen geniessen können, müssen noch weitere sechs wochen geackert werden. vergehen diese jedoch so schnell wie letzte woche, hab ich keine bedenken. ein grund dieser geschwindigkeit verdankte ich dem fakt, dass ich den letzten dienstag bis auf zwei lektionen frei hatte. da meine parallellehrerin mit meinen kindern einen ausflug machte, konnte ich mich die ersten vier lektionen mehrmals im bett umdrehen. entspannt war ich dabei jedoch ehrlich gesagt nicht, denn immer wieder hatte ich das gefühl, dass bald das telefon klingeln wird, da ich eine vertretungsstunde halten sollte. doch das telefon blieb glücklicherweise stumm.

bis auf dieses highlight verlief die woche, sowie das wochenende sehr ruhig und entspannt. nebst dem geniessen der sonne, arbeitete ich im garten, bis die hände mit blasen überhäuft waren. es hat sich jedoch gelohnt, manchita, unsere katze, müssen wir jetzt zumindest nicht mehr zwischen den langen grashalmen suchen gehen. :-)

30 October 2011

alltagstrott

langsam aber sicher geht's dem ende zu. auch wenn noch ganze sieben wochen übrig bleiben, bis der ersehnte und definitive feierabend vor der tür steht, wird schon von weihnachtsanlässen gesprochen, die bald stattfinden werden. den sechstklässlern kann ich in fünf wochen schon tschüss sagen, da diese ihre abschlussexamen früher schreiben werden und aufgrund dessen auch früher ferien haben. so beschäftigte ich mich vergangene woche mit der zusammenstellung von übungsmaterial, die dann (hoffentlich) auch von den schülern gelöst werden. wenn nicht, so ist es nicht mehr mein problem, die möglichkeit zum üben hab ich ihnen dann wenigstens offeriert.

auch dieses mal war uns am samstag das gemütliche wochenende mit dem langen schlafen nicht vergönnt, da nicoles und meine drittklässler die erstkommunion feierten. schon vor wochen wurde wir mit einer netten karte zu diesem anlass eingeladen, was wir natürlich nicht verpassen durften. schlussendlich, nebst dem frühen aufstehen natürlich, war es auch ein schönes erlebnis: die mädchen in ihrem schönen weissen kleidchen und dazu die eleganten jungs in ihren anzügen. das ganze glich einer hochzeit in miniaturform.
nach der messe in der kirche ging es für einen umtrunk in die schule, wo uns unsere kleinen mit kitschigen krimskrams zum andenken ihres grossen tages eindeckten. nach etlichen fotos und nettem lächeln verdrückten wir uns wieder und holten unseren verdienten schlaf und ruhe nach.

23 October 2011

wie die grossen

wieder das gleiche alltägliche spiel: plätschern am morgen, tröpfeln am mittag und schiff am abend. erst am donnerstagmorgen wurde die existenz der sonne bestätigt, auch wenn nur für ein paar minuten.

doch was soll's, von dem schönen wetter hätten wir diese woche sowieso nicht besonders viel profitieren können, da wir mehr als die hälfte davon in der schule absitzen mussten. am dienstag wurden in den notenkonferenzen die problematischen kindern durchgekaut und analysiert, welche eltern für den elternnachmittag tags darauf eingeladen werden mussten. um halb sechs waren alle meine gruppen durch. mittwochs dann der bekannte vier stündige eltern-marathon, an dem wie gewohnt alle zehn minuten andere eltern kamen und wissen wollten, wie's um ihr kind steht. nicht wie in anderen jahren, ging ich ziemlich entspannt an die ganze sache ran, vielleicht aus dem grund, dass ich weiss, bald weg zu sein? problematische gespräche gab es glücklicherweise keine, insgesamt kamen auch eher wenige eltern. kein wunder bei diesem wetter, da wär auch ich lieber zu hause im bett geblieben...

trotz muskelkater ging mein trainingsplan nach dem halbmarathon hart weiter, da am samstag schon wieder ein rennen stattfand. dieses wurde von der schule humboldt organisiert, sodass man ja fast mitmachen musste. mein kopf war auch durchaus dazu bereit, doch meine beine wollten noch nicht so recht. trotz allem erreicht ich das ziel wieder einmal schneller als gewollt und kam, meiner nummer 4 gerecht werdend, auch als 4. frau im ziel an.
doch nicht nur gross, sondern auch klein lief so schnell sie konnten. das weitaust süsseste spektakel war das rennen der vier bis sechs jährigen: einige kleine staunten beim laufen über die menge der leute, die ihnen beifall schenkte, vergassen dabei das rennen ganz und blieben verwundert stehen. andere weinten und verfluchten ihre eltern, die sie zum mitmachen gezwungen haben. und zur dritten kategorie gehörten die kinder, die wie ein pfeil vom einen ende zum anderen rannten, weil es ihnen papi zu hause so beigebracht hatte.:-)

und nun wird der sonntag wieder einmal zum nichts machen ausgenützt, was meinem körper bestimmt gleich recht kommt.

17 October 2011

wenn sich das schwitzen auszahlt

sechs uhr morgens, der wecker klingelt, die pflicht ruft und der regen plätschert. zwölf uhr, unterricht in der schule mit konstanter begeitung des herunterfallenden wassers. neun uhr abends, die augen fallen automatisch zu, der tatendrang ist gestillt und, wie soll es auch anders sein, die tropfen fallen ununterborchen vom himmel nieder.
und das
soll costa rica sein? am ersten tagen hatte ich das gefühl, dass es sich nur um ein traum handle und ich mich nicht mehr in costa rica, sondern in der schweiz während den trübsten herbsttagen befinde. doch die anhaltende situation liess mir keine wahl und ich musste mich mit der trüben realität auseinander setzen.

die weitaus nässeste erfahrung sammelte ich am mittwoch, als ich im schiff in die spanisch-stunde fuhr. da diese von vier bis sechs dauerte, wollte ich nicht riskieren, mit einem bus irgendwo im stau stecken zu bleiben und zwei stunden später zu hause zu sein. so entschied ich mich für das nass-werden, meines erachtens das kleinere übel. beim hinweg, mit tüten beschützte schuhe und zwei regenschütze, wurde ich natürlich nass. der erste regenschutz liess schon nach fünf minuten das wasser durch, sodass mir der zweite regenschutz nicht zu viel trockenheit, aber doch immerhin zu noch weniger nässe verhalf. während den zwei stunden konnte ich mich dann wenigstens ein bisschen aufwärmen und trocknen. doch die heimfahrt machte all dies zunichte und so kam ich bis auf die unterhosen nass zu hause an. ich schwörte mir, so bald wie möglich eine richtige regenausrüstung zuzulegen. und bis dahin werd ich wohl mit dem bikini vorliebe nehmen.

trotz trüber stimmung, die sich mit der zeit von aussen in mein inneres kroch, ging die woche schnell vorbei. die meiste zeit wurde diese in einer dicken decke und mit klammen fingern verbracht, die verzweifelt nach der suche der wärme die teetasse umklammerten.

am sonntag dann der grosse tag, auf den ich über ein halbes jahr vier mal wöchentlich geschwitzt habe: mein erster halbmarathon. um 6:30 war der startschuss. ich fühlte mich unvorbereiteter und zwischen all den selbstsicheren läufern unerfahrener denn je. doch liess ich mich nicht einschüchtern und lief stets meinen rhythmus.
elmer verfolgte mich treu mit dem auto, spornte mich an und liess mir powerade zukommen, was bitter nötig war. als ich dann noch eine lehrerkollegin entdeckte, die mich mit einer schweizer kuhglocke animierte, konnte ich vor lachen fast nicht mehr weiterlaufen. alle kilometer hörte ich erneut die motivierenden zurufe, konnte elmers schweizer-tshirt in der menge vernehmen und hörte die unüberhörbare glocke. so vergingen die 21 kilometer schneller, als ich dachte!
die strecke war bis kilometer elf ziemlich happig, vor allem die letzten zwei davon, die einfach pure steigung waren. danach, als preis für die anstrengung, ging es die restlichen zehn kilometer bergab.
im ziel der erste blick auf die uhr: 1 stunde 45 minuten und 33 sekunden. mein ziel vor einem halben jahr bestand darin, eine zeit unter zwei stunden zu laufen. ich glaube, dies wurde erreicht und mein morgendliches aufstehen und schwitzen zahlten sich aus ;-)

und nun lagere ich die füsse hoch, geniesse den muskelkater, sowie den uns dank kolumbus vergönnte freie montag und freue mich weiter über das stolze gefühl, 21 kilometer am stück gelaufen zu sein.