die jungs haben uns verlassen, doch dies gab chrigi und mir keinen grund, den kopf in den sand zu stecken. unser abenteuer ging jetzt einfach zu zweit weiter.
sonntag, 12.juli
gut drei stunden nachdem die jungs weg waren, bewiesen wir auch gleich, dass wir uns auch ohne männer durchschlagen können.
mit der absicht, um 9 uhr den bus nach playa brasilito in san josé zu erwischen, machten wir uns genügend früh auf die socken. nach einem weniger erfreulichen "morgenspaziergang" durchs coca-cola viertel in der hauptstadt schwor ich mir wieder einmal mehr, lieber das taxi einmal zu viel als zu wenig zu benützen. wir begegneten vielen gestalten, die uns in der nacht bestimmt einen noch grösseren schrecken eingejagt hätten.
trotzdem, heil kamen wir um 7:55 bei der station an. wie sich herausstellte genau 5 minuten vor abfahrt, der bus fuhr nämlich schon um acht... des glücks nicht genug, bekamen wir dazu auch noch die "logenplätze" hinter dem chauffeur.
das glück verliess uns jedoch 10 minuten nach abfahrt mit einem leisen "bumm". ein keilriemen riss. so musste angehalten und repariert werden. die entstandene verspätung wurde vom chauffeur durch sein rassiger fahrstil (und dies trotz präsenz eines polizisten im bus!) souverän wieder wett gemacht.nach 6 stunden fahrt kamen wir ziemlich gerädert an, bezogen das hotel und brauchten erstmals erholung vom sitzen.
später bekundeten wir brasilito. ein kleiner unscheinbarer ort im norden von costa rica, direkt am strand.
wir gingen in ein restaurant am strand, genossen einen fruchtdrink, das rauschen des meeres und die ungewohnte ruhe. später folgte ein nachtessen (wenn mir jetzt dann flossen wachsen, weiss ich auch warum) mit direktem blick auf den sonnenuntergang... wie haben wir das nur verdient?!
montag, 13. juli
zweimal mussten wir am morgen auf die uhr schauen, damit wir es glaubten: halb elf! dass wir müde waren wussten wir ja, aber so müde um gleich 13 stunden zu schlafen?!
egal, schliesslich hatten wir ja ferien. gleich machten wir uns auf den weg an den nahe liegenden strand playa conchal, der den namen mit dem fakt verdient, dass der sand aus lauter zerkleinerten muscheln besteht. nach rund 10 minuten laufen befanden wir uns in einer scheinbar anderen welt: weisser strand, muscheln und türkisfarbenes meer. als kontrast dazu den playa basilito mit schwarzem, verdreckten strand und grünem "tümpel" als meer.
so verbrachten wir den ganzen tag bei angenehmer brise, sonnenschein und badewannewarmen wasser. lesend, träumend, schwimmend, schreibend und nichts-tuend.
müde vom nichts-tun schlurften wir ins hotel zurück, gingen in ein heimeliges restaurant schrimps (ja, ich und schrimps!) essen, liessen den abend mit einem leckeren eis ausklingen und uns mit dem meeresrauschen in den schlaf wiegen.
dienstag, 14. juli
tagwach war dieses mal ein bisschen früher, um neun. gleich ging's, nach obligatorischer ananas-einkauf und organisation unseres rückreiseticket, wieder an den playa conchal. der wind blies ziemlich stark, was ein wolkenloser himmel zur folge hatte. der schweiss floss uns selbst beim relaxen runter und der hecht ins lauwarme wasser musste alle halbe stunde repetiert werden. resultierend aus diesem tag: eine ungewohnte bräune, als ob wir schon eine woche am strand gewesen wären.
am abend gingen wir direkt am meer in ein chices restaurant fisch essen (was denn sonst?) und konnten währenddessen wieder den sonnenuntergang beobachten und bestaunen. sand unter den füssen, das rauschen des meeres in den ohren, die sonne im gesicht, den meeresbewohner im gaumen und die kühle brise am körper... mehr muss ich wohl nicht dazu sagen. schade nur, dass dies nicht ewig dauern konnte...
mittwoch, 15. juli
schweren herzens verabschiedeten wir, uns dieses mal definitiv, vom meer. warten war angesagt. würde "warten" als sport gelten, hätten wir's an diesem tag echt übertrieben.
um zwei sollte schliesslich der bus kommen. sollte... aber wir sind ja in costa rica, dann soll noch viel und tut nicht so wie's sollte. um viertel nach zwei kam er dann schliesslich, jedoch in die verkehrte richtung. so musste dieser zuerst weiter nach playa flamingo fahren und dann, mit 3/4 stunde verspätung konnten wir die rückreise antreten.
das konstante französisch-gerede hinter uns und meine volle blase (ich lern's wohl nie :-)) liess mich währed der fahrt kein auge zu tun, was zur folge hatte, zeugin von halsbrecherischen überholmanövern des buses zu werden. da war leni's aktion von letzter woche direkt harmlos! :-)
um neun erreichten wir wieder mein appartment und, wieder einmal mehr müde, fielen wir gleich ins bett.
donnerstag, 16. juli
was machen zwei frauen in einer stadt mit vielen verführerischen läden?! genau. so schoppten wir fast den ganzen tag, chrigi animierte mich richtig, das geld auszugeben, anstatt drauf sitzen zu bleiben. chrigi tut mir gut. nicht nur wenn's um's geld ausgeben geht :-) eigentlich hätte ich sie anbinden sollen, damit sie nicht hätte gehen können...
den donnerstag hatten wir uns zum glück noch den ganzen tag und den genossen wir auch zu zweit. am abend ging's ins lieblingsrestaurant von ihr, dem italiener. obwohl mir dieses lokal langsam aber sicher aus dem hals hängt :-)
in der nacht fühlte ich mich "sleepless in heredia", die gedanken an morgen und an die vergangenen tage liessen mich kein auge zu tun. nach ablenkung am pc (blogschreiben beruhigt), schaffte ich es dann doch noch, ein paar stunden zu schlafen.
freitag, 17. juli
logisch, kam dieser tag, doch trotzdem möchte man dies ja nicht wahr haben, solang man's nicht wahr haben muss. aber an diesem tag musste ich es wahr nehmen, was mir überhaupt nicht passte. zum glück musste chrigi schon am mittag abfliegen, so mussten wir den abschied nicht zu lange in die länge ziehen.
auf der bushinreise gab's sogar noch einige situationen zum lachen: fast fiel chrigi den koffer aus dem bus. vor lauter aufregung hielten wir diesen nicht fest und bei einer ruckartigen kurve flog der koffer direkt zur türe, welche ein bisschen nach liess. aber eben, es ging gerade noch glimpflich.
danach verging uns jedoch das lachen. der abschied tat weh und ich möchte diesen nicht nochmals wiederholen (merk dir diese worte, chrigi!).
die rückkehr in mein appartment erlebte ich wie in einem traum, noch nicht realisierend, dass ich nun noch ein weiteres halbes jahr alleine hier sein werde. zwar immer noch am gleichen ort, jedoch mit neuen erinnerungen verbunden, die mich vieles aus einer neuen perspektive sehen lassen.
doch wie ich bin: tief durchatmen, kopf nach unten und losrennen. so wird's am schnellsten gehen :-)
allgemein scheint eine neue ära begonnen zu haben. ich begebe mich nach wie vor in der alt vertrauten umgebung, meine neuen schuhe auf dem neuen weg machen jedoch die differenz. mal schauen, wie ich jetzt vorwärts komme und wohin mich der weg führen wird.
ihr werdet es bestimmt erfahren...
achtung: dieser blog-eintrag ist lang. könnte noch länger sein, glaubt mir. für all diejenigen, die nicht gerne lesen, keine zeit haben oder was auch immer, ein resumee:zu viert (aldo, chrigi, leni und ich) machten wir während einer woche mit auto costa rica unsicher. es wurde viel gelacht, geredet, getratscht, genossen, gefeiert, gegessen, getrunken (fruchtsäfte natürlich, was denn sonst?!), geschlafen, gelaufen, gefahren, geschwommen, gebadet, geplantscht, gefiebert, geföttelt, gesehen, gehört, gebräunt (bzw. gerötet), geschält, ...
ferien, die einmalig waren, meiner meinung nach die besten in meinem seither bescheidenen kurzen leben. schade nur, dass sie nun zu ende sind.
ich wünsche euch viel spass beim lesen, es lohnt sich ;-)
samstag, 4.juli
misserfolg beim start unserer gemeinsamen ferien. aldo und leni verpassen beide ihren anschlussflug, so dass sie mit bis zu 24 stunden verspätung eintrafen. das positive, ich konnte dafür ausschlafen und musste nicht schon um sechs am flughafen sein.
mit leni (er hat gewonnen und kam als erster an) ging ich nach ankunft das auto abholen, wobei er schnell realisierte, weshalb ich mich strikte gegen das autofahren in costa rica wehre. aber ich muss sagen, er hat sich wacker geschlagen und schnell gelernt, ein bisschen rücksichtloser als gewohnt zu fahren, damit mir überhaupt vom fleck kamen...
am nachmittag spielte ich stadtführerin, währenddem wir den neusten klatsch und tratsch austauschten und dabei aufpassen mussten, nicht in ein strassenloch zu fallen.
das nachtessen wurde gleich auf thomas' wunsch hin in einem kleinen, traditionellen restaurant eingenommen. das nenne ich interesse an einer neuen kultur!
in der nacht kam dann schliesslich chrigi dazu. endlich konnte ich sie knuddeln!!! fehlte also nur noch aldo, um das quartett zu vervollständigen.
sonntag, 5. juli
eigentlich hätten wir ja nur drei stunden schlafen können in dieser nacht. doch der wecker meinte es lieb mit uns und liess uns gut eine stunde weiter schlafen. lieb gemeint, doch deshalb hatten wir drei morgens um fünf einen riesen stress. wir kamen jedoch gerade noch rechtzeitig am flughafen an, ohne dass aldo uns hätte unterstellen müssen, dass wir ihn vergessen hätten. so fuhren wir gleich, endlich vollständig, richtung norden los.
diverse male verfuhren wir uns, doch glücks meiner kleinen hemmungsschwelle, leute nach dem weg zu fragen, erreichten wir doch noch das hotel termales del bosque. ein geheimtipp für jedermann, der entspannung sucht und ein idealer ort, die ferien einklingen zu lassen: bäder, auf natürliche weise bis zu 48 grad geheizt, gringofreiheit, natur-geräusche, die ohrenbetäubend waren, pure natur, die man nicht satt sehen konnte und dem null plus ultra: drinks im wasser an einer bar. das nenn ich ferien!
montag, 6. juli
früh am morgen (vor 8 uhr, sogar ohne wecker!) gings schon wieder los. morgenessen war angesagt. durchs reden wurde es jedoch schon wieder spät und so fuhren wir um 10 uhr richtung la fortuna und vulkan arenal los. der weg war dieses mal selbsterklärend, sodass wir (bzw. ich) nicht einmal danach fragen musste. direktes fahren war jedoch nicht möglich, da jede und jeder ihre und seine extrawünsche bezüglich fotosession äusserte und diese durch freundliches anhalten gewährleistet wurden (danke aldo und leni!). kurz vor zwölf konnten wir die herzigen, vorreservierten cabinas beziehen.
da der vulkan, direkt vor unserer hütte(!), bis nach oben frei zu sehen war, riskierten wir es gleich, ihn näher zu bekunden. wie sich später herausstellte, war dies auch die richtige entscheidung: lautes gerummel, steingerolle und sicht bis ganz nach oben liessen uns unser glück kaum fassen.
nach einem gemütlichen nachtessen beim mexikaner wurde noch bis in die morgenstunden gefeiert (natürlich mit fruchtsaft, was denn sonst?!). schliesslich sind ferien dazu da!
dienstag, 7. juli
mit wolken bedeckten und regen getrieften himmel, fiel uns die verabschiedung vom arenal leicht. richtung playa hermosa ging's weiter, eine gut fünfstündige fahrt richtung süden, wacker von den männern bezwungen. die fahrt führte uns durch alle klimazonen: regenwald, trockene gegenden, begleitet von sonne und regen, reisfeldern, bananen-, papaya- und ananasplantagen, noch nie gesehene pflanzen, blumen in allen farben und kilometerlange palmgesäumte strassen. trotz langer fahrt also ein naturspektakel, das uns keine zeit, noch lust zum dösen oder schlafen liess.
in playa hermosa angekommen waren wir von unserer vorreservierten unterkunft nicht wirklich überzeugt. bilder im internet können sehr trügen... so beschlossen wir gleich, unsere reise weiter richtung quepos zu führen, denn selbst der "schöne" strand überzeugte mit seinem schwarzen sand kaum.
angekommen, müde, aber doch glücklich, die richtige entscheidung getroffen zu haben, fielen wir ins bett.
mittwoch, 8. juli
dieser tag bestätigte schliesslich, dass die entscheidung wirklich ein schuss ins schwarze gewesen war. "früh" morgens, um 10 uhr, ging's nach manuel antonio, an den sonnenüberflutenden, heissen und ferienadäquaten strand. leider übetriebens die wellen ein bisschen mit ihrer intensität, sodass gewisse ausflüge ins meer mit einem gegen die strömung schwimmender kampf endete, den mich am nächsten tag die muskeln spüren und schmerzen liess (sollte wohl doch ein bisschen mehr sport treiben)... an diesem tag wurde also auch sport ausgeübt, so dass wir es uns, nach leichtem regen, jedoch immer noch schönwarmen temperaturen, im pool im hostel gemütlich machten.am abend ging die gemütlichkeit beim nachtessen gleich weiter und über in die abendunterhaltung mit ausgehölter wassermelone, angereichert mit erstklassigem rum (fruchtsaft ging uns leider aus :-)). prost!
donnerstag. 9. juli
wie gerufen war der himmel an diesem tag am morgen mit wenigen wolken befleckt, sodass uns petrus wieder einmal mehr signalisierte, dass wir das richtige machen. denn an diesem tag besuchten wir den nationalpark in manuel antonio, wo die bäume sowieso nicht zuliessen, dass man den himmel sieht.
die natur bewies uns, dass grün eben doch nicht gleich grün ist und geheimnisse verbirgt, die sich nur erahnen oder erhören lassen.
nach gut dreistündigem laufen (wobei sich das "laufen" aus staunen, stehen, rückwärtslaufen, lauter "hei lug!" zusammensetzte) konnten wir unsere schweisstriefenden kleider auswinden, jedoch stolz sagen, dass wir zeugen von tukanen, sowie krebsen, eidechsen, spinnen und selbst affen wurden. wobei mir persönlich die affen, zähnezeigend und ungewohnte laute von sich gebend, plötzlich doch nicht mehr so "knuddelig" rüberkamen...
die strände im park genossen wir am nachmittag, bevor wir wieder vor dem regen und der flut flüchten mussten.
freitag, 10. juli
nach morgendlicher shoppingtour ging's wieder ans meer. die wellen schienen sich beruhigt zu haben, so dass sie selbst mich verzauberten und im wasser hielten. sieger war und blieb jedoch aldo, der bestimmt nicht gemerkt hätte, wenn wir ohne was zu sagen uns aus dem staub gemacht hätten.
schliesslich mussten wir uns endgültig vom meer verabschieden und es ging wieder zurück ins hostel. der tag war zu schnell zu ende, sodass sich unsere stimmung mit dem gedanken, dass morgen schon alles wieder zu ende sein sollte, ein bisschen trübte.
samstag, 11. juli
mit fruchtsalat gestärkt, nahmen wir die rückreise in den angriff. schweren herzens...
die trauer dauerte jedoch nicht lange an und wandelte sich schnell in spannung um. dank unserem leni, der immer wieder auf's neue überrascht.
man schliesse die augen und stelle sich vor: leni lenkt. ich sitze vorne rechts im auto, chrigi und aldo hinten. eine überlandstrasse erstreckt sich unter den vier rädern und vier eher lansame autos höttern vor uns hin. die sicht ist gut, was leni nutzt und ans überholen ansetzt, von uns animiert. kaum ist das überholmanöver zufriedenstellend terminiert, stellt sich eine person mitten auf die strasse und zwingt uns somit anzuhalten. die person stellt sich als polizist heraus. die zahl 104km/h strahlt uns auf dem geschwindigkeitsmessgerät entgegen. bei erlaubten 60 km/h... wow...
doch wieder einmal mehr meinte es unser schicksal gut mit uns: da am samstag und sonntag die banken geschlossen haben und leni also vor abflug die strafe (von 50 dollar) nicht hätte bezahlen können, wurde alles "vergessen".
was jetzt vielleicht so einfach und simpel tönt, war in realität ein halbstündiges gespräch, in dem mich meine spanischkenntnisse ans limit und ins schwitzen brachten. doch mit der masche "wir alles touristen und wissen von nichts" fuhren wir genau auf der richtigen schiene. das liebe lächeln von chrigi und mir, die unschuldigen blicke von aldo und leni und der fakt, dass wochenende ist, liess den polizisten schliesslich dazu erweichen, den strafzettel zu "vergessen".
leicht zitternd und das glück nicht fassend kamen wir, ohne weitere zwischenfälle, in heredia an.
das auto konnten wir ohne weitere kratzer (was bein einem kratzer-übersääten auto auch nicht schwierig war) abgeben und den allerletzten abend zu viert in einer pizzeria mit überdimensionalisierten pizzen ausklingen lassen.
auch wenn nicht für viele stunden, legten wir uns in meinen bescheidenen vier wänden schlafen.
sonntag, 12. juli
der kreis schloss sich: um viertelvorfünf ging das licht, wie im militär, unsanft an, begleitet mit den worten: wir haben verschlafen! irgendwie kam uns diese situation zu bekannt vor...
in rekordzeit waren die männer aus dem bett (und das nach nur 3 stunden schlaf!), konnten gleich ins taxi einsteigen und den weg richtung usa antreten. der abschied war also kurz, jedoch von kleinen schmerzensstichen begleitet.
ab diesem moment hiess es für chrigi und mich: selbst ist die frau, bzw. die frauen!
schon wieder eine woche rum...
war ich vor ein paar monaten noch froh, dass die wochen so schnell vergehen, hätte diese erste ferienwoche meiner meinung nach ruhig etwas länger dauern können...
am montag wurde endlich wieder einmal geschoppt. ein geheimtipp einer lehrerkollegin liess mich in einen laden gehen, der von aussen nicht sehr anmächelig aussah. doch darin waren perlen enthalten: alles produkte aus der usa, von gap bis nach lewis. nur im preis unterschieden sie sich wohl ein bisschen, sodass ich zwei paar jeans zum eigentum machen konnte, zu einem preis, mit dem ich in der schweiz nicht einmal ein hosenbein hätte kaufen können.
am dienstag brachte ich es fertig, den waschraum und die halbe wohnung unter wasser zu setzen. dabei wollte ich doch nur meine kleider waschen!
das wasser hatte, nicht wie sonst immer, das waschbecken getroffen, sondern hat sich entschieden, mich zum bodenputzen zu zwingen. ich sass in der küche und dachte noch, dass mir das geräusch abnormal vorkommt. erst ein paar sekunden später fiel der zwanziger runter. aber eben, alles hat sein gutes, der boden ist jetzt schön geputzt und riecht erst noch fein nach waschmittel.
am mittwoch ging ich in die schule. ja, in die schule! ich konnte es selber nicht glauben, selbst die wächter haben mich mit grossen augen angesehen und wollten mich erst nicht rein lassen, da sie sich einig waren, dass ich in die ferien gehöre ;-)
aber erstmals, am morgen, traf ich mich mit einer lehrerkollegin. sie wollte heredia kennenlernen und so kam sie mich besuchen. ich zeigte ihr die stadt ein bisschen und wir schwatzten gemütlich, auch wenn fast nur über die schule, in einem cafe.
gemeinsam gingen wir dann zurück nach pavas, an die schule. grund des besuches war ein treffen mit einer spanischlehrerin, die mein spanisch testete. wie an einem examen liess sie mich reden, schreiben etc. fest steht jetzt, dass ich im august (muss mich also ziemlich in den arsch kneiffen) das dele (ein spanischdiplom) auf der mittleren stufe absolvieren werde.
ich muss offen zugestehen, dass ich stolz bin auf mich. nach einem jahr hier schon so weit, das hätte ich nicht zu träumen gewagt!
donnerstag und freitag vergingen dann schnell mit spanisch studieren, putzen, packen, schlafen, etc.
und nun geht es nicht mehr lange und chrigi, aldo und leni werden vor meiner tür stehen. ich freue mich total. endlich mal wieder schweizerdeutsch, endlich mal wieder frauengespräche (natürlich wenn aldo und leni die ohren zuhalten :-) )... ich kann es nicht erwarten.
jetzt melde ich mich jedoch für die nächsten zwei wochen ab. damit ihr mich aber nicht allzusehr vermisst, hinterlasse ich euch zwei nette links, wo ihr sehen könnt, wo wir nächste woche alles so herumirren werden.
erste station ist in der nähe des vulkanes arenal. wir werden in einem hotel übernachten mit dazugehörigen thermalbädern und werden uns sicher prächtig erholen. dann gehts weiter nach monteverde bis zu playa hermosa, wo wir in einer schön gelegenden unterkunft die täglichen sonnenuntergänge bewundern werden. überzeugt euch selbst: refugio del buda.
hasta luego!
es ist vollbracht. das unmögliche möglich gemacht!
die vergangene woche raste nur. die ersten zwei tage waren noch normal schule. doch so "normal schule" ging irgendwie nicht. ich denke, die kinder, sowie wir lehrer, waren mit unseren gedanken schon woanders, was dazu führte, dass niemand so richtig aufpasste. so wurde halt viel gemalen, filme angeschaut und spiele gespielt.
am mittwoch hatten wir unsere eigene deutscholympiade. die kinder von der vierten bis sechsten klassen spielten in verschiedenen deutsch-disziplinen gegeneinander. ich sass an diesem tag vier stunden in der jurie, sodass mir mein po ganz schön weh tat um zwölf.
und trotz meines versuchens, meine klasse an die spitze zu bringen, haben wir leider nicht gewonnen ;-)
am donnerstag hatten wir mit der ganzen primaria einen echt netten ausflug. wir gingen allesamt in den club español, was einem hotel-resourt gleich kam. man kann es sich als ein fussballfeld-grosses gelände vorstellen, mit swimmingpools (gewärmt!), picknick-plätzen, tennis-plätzen, einem restaurant und jede menge rasen und grün. hätte nicht gedacht, dass so was inmitten einer stadt sein kann!
so verbrachten wir einen schönen
morgen, mit viel sonne und lustigen momenten. selbst für uns lehrern, denn die aufgabe, auf die kinder zu achten, haben netterweise die angestellten dieses ortes für uns übernommen.
statt dessen also gab's mit meinen kindern eine kleine wasserschlacht. sie hatten riesenfreude, mich mit ihrer wasserpistole zu bespritzen. doch ich nahm dann meine arme zu hilfe und spritzte ein bisschen stärker als diese pistole, sodass sie schnell das weite suchten.
ich muss sagen, solche ausflüge tun allen gut: mir, den kindern, dem klassengeist... sollte man öfter's machen ;-)
der freitag hätte meiner meinung nach dann nicht mehr sein müssen. es gab während zwei stunden eine leseaktion, wo die kinder sich bei einer geschichte eintragen konnten, die von uns lehrern dann erzählt wurde. leider war die oranisation nicht die beste, sodass viele kinder nicht wussten, wohin sie gehen mussten. bei mir kam's schliesslich so weit, dass ich in der zweiten stunde gerade mal 6 schüler hatte...
die letzten zwei stunden waren wir noch mit der eigenen klasse zusammen, was jedoch zu lange war. ich nervte mich am schluss nur noch und war froh, als ich ihnen ihr zeugnis in die hände drücken und tschüss sagen konnte.
geschafft... ich glaubs noch nicht. auch wenn schon ein ganzes wochenende ohne schulkram vorbei ging, kann ich mein glück noch nicht fassen.
am wochenende ging ich mit eder am samstag mal wieder nach san josé. doch die stadt ist und bleibt ein ort, den ich bestimmt nicht mehr oft aufsuchen werde.
am samstagabend machten wir endlich wieder einmal sushi. dieses mal gingen uns diese auch nicht mehr so in die hose wie letztes mal. auf den sonntag wurde dann mal wieder richtig viel geschlafen, bis am mittag wurde das bett gehütet! es lässt sich ohne schuldruck einfach besser schlafen ;-)
jetzt freue ich mich unheimlich auf nächste woche. endlich mal viel nichts tun, shoppen gehen, machen was ich will. ich kann's nicht erwarten!
war das schon wieder eine woche?! das geht ja schneller als in meinen träumen. und auch noch harmonischer als in meinen träumen! plötzlich sehen eltern ein, dass man ihr kind bestrafen musste. oder sie unterstützen die idee, dass ihr kind evtl. die klasse repetieren muss. oder sie akzeptieren, dass die noten ihres kindes ungenügend ist, weil es die hausaufgaben praktisch nie macht...
oder schlafe ich vielleicht doch noch?
auf alle fälle gab es diese woche viele highlights und anderes:
wenn politiker wieder einmal eine glorreiche idee haben...
ein schwachpunkt dieses landes ist der verkehr. jeder weiss das. besonders dann, wenn man wieder einmal im bus steckt und für zwei stunden warten muss, weil es am ort x zu einem unfall kam. was machen die ticos hier? sie lassen ihre autos stehen und liegen wo sie sind und weigern sich, diese auch nur einen millimeter zu verschieben. bevor die polizei nichts gesehen hat, ist nichts zu machen. das führt dazu, dass sich die autos stauen und stauen. es können kilometerlange blechschlangen entstehen, diejendige, die in den unfall involviert sind, kümmert dies nichts. hauptsache sie kriegen recht und müssen keinen schaden bezahlen...
also, ein geheimnis ist das verkehrsproblem für niemanden. deshalb hatten sie bis vor kurzem noch ein ziemlich nützliches gesetz, dass pkw-fahrern mit gewissen endungen in der autonummer jeweils an einem tag in der woche verbot, in die hauptstadt zu fahren. klar, viel half dieses gesetz wohl kaum bei einer solch hohen pkw-dichte, die sie hier haben (tendenz, dank den lieben banken und krediten, steigend). doch war es besser als nichts. so wie jetzt. denn so ein gescheiter politiker hat sich entschlossen, dieses gesetz aufzulösen. was zu einem noch grösseren chaos führt und die folge mit sich trägt, dass die rush-hour nun von drei uhr nachmittags bis acht uhr abends dauert... wenn's so weiter geht werden wir in ein paar monaten um fünf uhr morgens los fahren müssen, damit wir noch pünktlich in der schule ankommen!
wenn kinder einem immer wieder auf's neue überraschen...
ich bin ein absoluter stabilo-fan. schlimm war's, als sich vor einer woche mein grüner korrigier-stabilo zu ende neigte. bis ich merkte, dass die kinder in der schule alle mit stabilos ausgestattet sind. da ging ich mal in den kleinen shop, den wir an der schule haben und welch freude! stabilo stifte, in allen farben!!!
meine zweitklässler kamen dahinter (ich kann eine freude schlecht für mich behalten) und standen am mittwoch mit einer hand voll grünen stabilos vor mir. mir kamen fast die tränen ;-)
jetzt bin ich für bestimmt drei jahre ausgestattet!
wenn der regen strömt und der strom streikt:
vor einem jahr kannte petrus keine gnade. es regnete von morgens bis abends, ohne dass wir einen sonnenschein zu sehen bekamen. dieses jahr scheint es in den wolken weniger wasser zu haben, dafür sind diese scharf geladen. knälle und blitze sind am nachmittag nicht selten. auch nicht selten der grund für meine unkontrollierbaren schreie.
seitdem mir ein kollege erzählte, wie sein fernseher explodierte (weil der blitz einschlug), stecke ich auch immer alle geräte schön aus. am freitag steckte sich der strom aber von alleine aus und liess uns für eine stunde im dunkeln. da merkte ich mal wieder, wie sehr man auf die elektrizität angewiesen ist: weder internet, noch sonst irgendwas funktionierte. ich konnte mir nicht einmal einen heissen kaffee machen! dafür konnte ich mich wieder einmal hin setzen und lesen... hat also alles seine positiven seiten...
so ging eine woche schnell zu ende und, wie bekannt, auch das wochenende. am samstag war ich und eder zu einer geburtstagsparty einer gringa eingeladen. selbst gemachte fried chicken waren angesagt. jedoch haben sie sich beim einkaufen ein bisschen vertan und werden nun nächste woche wohl täglich genüsslich den rest verzehren. und ich werde genüsslich auf fried chicken verzichten für die nächsten paar wochen ;-)
kaum zu glauben. noch eine woche. hätte nicht gedacht, es jemals so weit zu schaffen. vamos!
wieder eine woche weiter. die tage rattern an mir vorbei, aufstehen, in die schule gehen, schule geben, nach hause gehen, vorbereiten, korrigieren, schlafen. ein alltagstrott der zwar nicht spannend, aber mir gerade recht kommt, so geht die zeit nämlich vorbei und die ferien werden noch schneller da sein.
die woche verlief sehr ruhig. am freitag konnte ich auf meine zweitklässler schliesslich stolz sein. noch stolzer als letzte woche: 16 von 17 kindern haben's geschafft, ein smiley für die vergangene woche zu erhalten! kaum zu glauben, aber ich glaube, sie haben's kapiert, dass die stunden auch für sie angenehmer sind, wenn sie durch mein ausbleibendes ausrufen keinen ohrenschaden mit nach hause nehmen müssen. in manchen situationen muss ich auch gar nichts mehr sagen, da sie selber merken, dass sie die grenze überschritten haben.
auch in der vierten hatte ich ein totales highlight in einer deutschstunde, wo anfangs alle geschnödet haben, aber am ende der stunde mit arbeiten nicht aufhören wollten.
dies motiviert mich gleich für die letzten zwei wochen, die jetzt noch über die runde gebracht werden müssen. dabei ist die eine davon gar keine wirkliche schule mehr. wir nennen die woche vor den ferien kulturwoche, werden theater, tänze und andere beiträge zu sehen bekommen. zudem machen wir am donnerstag alle zusammen einen kleinen ausflug. so gesehen bleibt mir also noch eine woche wirklich schule ;-)
das wochenende war vollgepackt mit schule. noten müssen gemacht werden, was bei 60 schüler eine langwierige sache ist. zudem bin ich auf ein kleines problem gestossen: erst nach einem halben jahr habe ich herausgefunden, dass die kinder hier mit der note drei immer noch genügend sind. ich dachte, es sei, wie bei uns, eine vier. so kommt es nun schliesslich, dass alle kinder tiefere noten haben werden, als sie glaubten. naja, meine private telefonnummer weiss zum glück niemand, so können sie mich in den ferien auch nicht belästigen ;-)
ach, ferien! ich kann's kaum erwarten, denn drei liebe menschen werden mich besuchen kommen. das gibt zwei wochen abenteuer! und endlich, endlich wieder schwiiizerdüüüütsch reden zu können. wie ich mich freue...
aber eben, jetzt gehen wir erstmals die nächste woche an ;-)
wow, und das war schon wieder eine ganze woche?! kaum zu glauben. die zeit rast und rast, als ob ich in einem zug sitzen und die landschaft mit einem affentempo an mir vorbei ziehen würde, ohne mir eine gelegenheit zum geniessen oder bestaunen zu lassen. aber das ist mir recht so, denn die landschaft sieht momentan ziemlich karg und farblos aus.
kaum hat man mit den einen eltern das kriegsbeil begraben, zücken bereits andere ihre pistole und richten sie auf mich. kinder befolgen meine regeln nicht und werden dann auch noch von den eltern unterstützt. der gipfel von allem, wenn zu allem hin noch meine strafmethoden angefochten werden. kein wunder sind gewisse kinder so wie sie sind, äpfel fallen ja bekanntlich nicht weit vom baum...
ich kann mich jedoch nicht beklagen, wenn es um's erzählen der schulstunden geht, denn sobald ich im schulzimmer stehe und mit den kindern arbeite, weiss ich wieder, warum ich hier bin. doch sobald ich aus den beschützenden vier wänden schreite, beginnt wieder der kampf um mein selbstbewusstsein.
zum glück gab es aber auch super tolle momente diese woche. so zum beispiel der freitag, letzte stunde mit den kleinen: noch vor einer woche haben es nur sieben kinder geschafft, einen smiley zu bekommen ende der woche (das bedeutet, dass sie keine dummheiten gemacht haben). diese woche war ein rekord mit 14 kindern! und das nicht, weil ich weniger bestraft habe, sonder darum, weil ich weniger bestrafen musste. es läuft, es läuft! ;-)
am mittwochabend war ein weiteres fussballspiel angesagt: ticos gegen gringos, costa rica gegen die usa. wieder verfolgte ich dieses spiel zusammen mit eder's eltern und freunden und wir staunten nicht schlecht, als costa rica 3:1 gewonnen hatte. mir gefällt's, ticos schlagen gringos :-)
am freitag war "tschau schule" leider noch nicht angesagt. am samstag fand nämlich das humboldt-festival statt. "das" fest im jahr. demnach auch der grosse aufwand, die vielen leute und stände und vergnügungsangebote für klein und alt.
und eben, auch ich durfte/musste/sollte gehen und darum ging ich auch. nach zwei stunden sagte ich dann aber definitiv "tschüss schule" und verliess das spektakel, stinkend wie ein wandelndes würstchen. ich durfte/musste/sollte nämlich aushelfen, würstchen zu verkaufen und half also auch. echte deutsche würste von echten deutschen lehrern gebraten (deshlab durfte ich nicht beim braten helfen) ;-) ich als würstchen-fanatikerin hatte also eine stunde pure freude und werde mich jetzt in den kommenden tagen nicht mehr duschen, schliesslich soll der duft genossen werden, so lange es geht ;-)
natürlich kam ich zu hause an und rannte als erstes unter die dusche...
am samstag war wieder ein fussballspiel angesagt, diesesmal costa rica gegen trinidad. wieder wurde gewonnen! glück oder können? wenn's so weiter geht, werden die ticos stolze teilnehmer an der wm.
das spiel sahen wir bei freunden, die gleichzeitig eine wohnungseinweihung veranstalteten und verbrachteten einen gemütlichen abend.
nun geht es, was die schule betrifft, richtung zielstrecke. noch möchte ich meinen schlussspurt jedoch nicht beginnen, schliesslich ist es doch noch eine grosse strecke. aber bald, bald renne ich drauf los, was das zeug hält!