16 June 2008

la mitad de mi estancia

kaum zu glauben - die hälfte meines aufenthaltes ist bereits verstrichen. oder, um alles ein bisschen optimistischer erklingen zu lassen: juhee, ich habe noch eine ganze hälfte vor mir! :-)
ich muss mich selber ein bisschen aufbauen, denn die tage fliegen hier nur so dahin und ich sehe mich schon jetzt, wie ich schweren herzens dieses land in schon nur drei monaten verlassen muss.
aber eben, genug schwarzmalerei!
lieber erzähle ich von den kleinen episoden, welche meine letzte woche versüsst haben.

die sonne lebt: in den letzten tagen meinte es petrus gut mit uns - die sonne scheint nun mehrere stunden am tag. es gibt sie also noch! als beweis dient das nebenstehende bild. nicht, dass ihr nach all meinen blog-einträgen denkt, dass wir nur regen haben... :-)
die tauben ("palomas") sind hier übrigens eine echte last. nirgends ist man sicher vor ihnen, sie stecken in jeder ecke und gackern (und kackern) vergnügt vor sich hin.
selbst in unserem klassenzimmer sind sie anzutreffen!

da fällt mir ein: schon einmal eine taube beobachtet, wenn sie läuft? ein echtes vergnügen bei genauem hinsehen! zum krummlachen! ;-)

die spinne springt: kaum habe ich mich von der cucaracha-atacke erholt, kam der nächste schock: wie jeden abend freute ich mich auf mein kuscheliges bett, doch eine dicke, grosse spinne an meiner zimmerwand verunmöglichte mir dieses vergnügen für ein paar minuten.
naja, theoretisch hätte ich natürlich schlafen gehen können doch jeder vernünftige mensch hätte bei diesem anblick und dem anwesenheits-wissen der spinne in der nacht kein einziges auge zugetan. ich übertreibe nicht! aber (inklusive beine natürlich) war diese spinne etwa der grösse meiner handfläche. und dann nicht dünn! sondern dick, so, wie in einem grässlichen horrorfilm. oder so ähnlich...
naja, nach dem bekannten schock habe ich mich fassen können und schmiss sie worwörtlich aus dem haus.
möchte nicht wissen, wo sie jetzt steckt. wünsche euch aber eine ruhige und gute nacht ;-)

die nadja ruft aus (in spanisch!): eine grosse herausforderung sag ich euch! besonders wenn die kinder vor deinen augen spinnen und nicht das tun, was sie sollten und dir die worte in spanisch einfach nicht einfallen, um sie zurechtzuweisen... bisher war dies immer so und ich musste mich im stillen ärgern.
neuerdings, was mich selber in erstaunen versetzt hat, kommen mir die worte jedoch aus dem mund! und zwar in spanisch! kaum zu glauben, aber ich konnte die kinder echt "zusammenscheissen", auf alle fälle war die ganze klasse am schluss ruhig und hat mir zugehört.
und ich musste mich echt zusammenreissen, um nicht loszulachen! ach, ich hätte mich gerne selber aufgenommen um euch diese szene vorzuzeigen. musste sich echt ulkig angehört und angesehen haben. nachher hat mich nämlich noch ein kind gefragt, warum ich so rot sei in meinem gesicht ;-)

ich bin auf alle fälle stolz, denn dem kind, dem der zusammenschiss galt, verging das lachen... ziel also erreicht ;-)

die lehrerin mutiert: bisher war mir ja bekannt, dass eine lehrerin nicht nur dafür da ist, um die kinder auf die grosse, weite welt vorzubereiten. nebst seelsorgerin, krankenschwester, streit-schlichterin und erzieherin fungieren wir auch als polizistin oder mutter-ersatz (sorry für die ausschliesslich weibliche ausführung der berufe, doch die mehrheit gewinnt nun mal...). neu für mich ist jedoch der beruf "zahnärztin":
denn heute hat sich doch glatt eine schülerin vor die lehrerin gestellt und den mund geöffnet. die lehrerin hantierte für gut 10 sekunden im mund herum und hält letzten endes etwas weisses in den händen. und ich?! ich stand mit offenem mund für 10 sekunden da, während meine augen auf die doppelte grösse wuchsen. ich konnte dies nicht fassen, sie hat tatsächlich einen zahn gezogen!
voller stolz hat mir danach die lehrerin noch von all den kindern erzählt, welchen sie bereits einen, oder mehrere zähne gezogen hat...

ticos erstaunen mich tagtäglich von neuem mit ihren gewohnheiten...

doch genau dies fasziniert mich hier so enorm. es sind kleine dinge, kleine gewohnheiten der einheimischen, welche mich immer wieder in erstaunen und verblüffen versetzen. bereichert mit der exotischen sprache, dem warmen klima (trotz regen!) und den warmen und offenen menschen, ergibt sich eine welt, in der ich noch einiges länger bleiben könnte..........

da ich mich jedoch schon für drei monate hier in costa rica befinde, muss ich nun das land für 72 stunden verlassen, damit ich ein neues visum beantragen kann. meine reise führt mich nach los angeles, usa. nicht nur ein anderes land - auch eine andere welt. mal schauen, wie gross der kultur-schock sein wird... :-)
ich halte euch auf dem laufenden. bis dahin: que tengan una semana magnífica!

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