am sonntagabend kam wie gesagt meine cousine melanie mit ihrer kollegin zu besuch. nachdem sie zwei am montagmorgen bei britt eine kaffee-tour besuchten, spielte ich am nachmittag guide und führte sie in heredia herum. schon witzig eine für mich "normale" welt zu zeigen, die für sie total neu ist und mit ganz anderen augen betrachtet wird.wir hatten eine super zeit, erzählten uns viel (vor allem sie von ihren strapazen, die sie bisher in costa rica hatten. wer mehr wissen möchte: meliundnathi) und verbrachten einen schönen nachmittag.
am dienstag war schon wieder abschied angesagt und sie zogen weiter richtung norden.
mit grösster freude erhielt am dienstag mein freund die freudige nachricht, dass er am mittwoch nicht arbeiten müsse, was bedeutete, dass wir einen tag früher an den strand fahren konnten! und: wir konnten dem grossen stau ausweichen, der sich am donnerstag ansammelte, da jeder tico an den strand wollte (man kann sich das so wie vor dem gotthard vorstellen, wo sich die blechkisten an ostern auch meterweise stauen). trotzdem hatten wir kein glück am mittwochmorgen und mussten die fünf-stündige fahrt stehend über uns ergehen lassen.in santa cruz angekommen, mussten wir den bus wechseln, um nach tamarindo zu gelangen. war das ein abenteuer! ich kam mir wie in einem schüttelbecher vor: stühle zerfielen in ihre einzelteile, kinder beugten sich minutenweise über plastiksäcke und es wurde geschrien, so dass man sich unterhalten konnte (überzeugt euch selber mit dem video).
alles noch doppelt so schlimm, wenn man zu alle dem noch eine volle blase hat :-)
mit einer centimeterdicken staubschicht stiegen wir schliesslich erleichtert aus dem bus. und wo ich hinrannte, sobald wir im hotel angekommen waren, muss ich ja nicht erwähnen. :-)
bis sonntag sonnten wir uns also jeden tag am meer und verbrachten die zeit mit schlafen, lesen, nichts machen, die aussicht geniessen, meer lauschen, essen (ich sogar fisch und camarones!)... die sonne strahlte voller kraft vor sich hin, so dass die hitze zu mittag jeweils fast unerträglich wurde. man musste sich nur hinlegen und schwitzte von alleine, ohne jegliche anstrengung.
jeden abend wurden wir zudem zeugen eines traumhaften sonnenunterganges. direkt ins meer, so wie man's von den schönen bildern in den reisekateloge kennt und erwartet.
donnerstag und freitag (ostern) gelten hier laut regierung als heilige tage,
an denen kein alkohol verkauft werden darf. ich hätte jedoch nicht gedacht, dass dies auch so strikte ausgeführt würde! die bars waren zu und in den läden verschlossen siegel und plastik-blachen den alkohol. all dies führte schliesslich dazu, dass sich jeder tico vor diesen tagen mit alkohol eindeckte, damit sie während diesen tagen auch ja keinen entzug erleiden müssen. und kaum war es mitternacht am freitag, strömten alle in die bars und discos... ob dies wohl die absicht der regierung war?! :-)mir fiel in diesen tagen zudem auf, dass sich die kulturen auch hier am strand deutlich voneinander unterscheiden: der typische tico geht samt ganzer familie an den strand, die männer versammeln sich unter einem baum und tragen kühl-kisten mit sich. sie setzen sich auf die kisten, trinken bier (oder stärkeres) unterhalten sich und schauen sich die frauen am strand an. die ticas ziehen sich in den schatten zurück, schauen den kindern und unterhalten sich dort. von lesen, relaxen, schlafen also keine spur.
auch eder und ich mussten dies feststellen und einen mittelweg finden, damit beide zufrieden waren :-)
der ausflug färbte sich ziemlich grau, als wir eines morgens feststellen mussten, dass eder's badehose gestohlen wurden. wir dachten eigentlich, dass der ort, an dem wir übernachteten sicher war und liessen die badehosen draussen trocknen. tja, war das letzte mal, dass wir vertrauten ;-)
doch leider war dies nicht der gipfel: sonntagmorgen, ein paar stunden bevor wir auf den bus mussten, gingen wir nochmals an den strand. wie immer liessen wir unsere sachen am strand liegen und gingen in's meer. als wir zurückkamen, war eder's tasche weg. die tasche fanden wir wieder, doch das natel, das er dabei hatte, war nicht mehr dort. skrupellos gestohlen!
ich konnte zu allem leid hin mein glück nicht fassen, denn meine tasche lag genau zwei meter daneben mit kamera und allen bildern darin! und diese lag noch genauso da, wie ich sie hingelegt habe.
die letzten stunden versuchten wir dann nicht trübsal zu blasen (was schwierig ist nach einem solchen ereignis) und gingen in ein pool-restaurant, wo wir noch die letzten paar stunden sonne geniessen und zumindest einen teil des sandes von uns waschen konnten.
die fahrt zurück verging ohne jeglichen probleme (bis auf meine erneute, volle blase ;-) und so erreichten wir, von eder's papi an der bushaltestelle abgeholt, meine wohnung um elf. nach einer schönen sand-freien dusche liess ich mich erschöpft und glücklich ins bett fallen. so anstrengend können ferien sein ;-)
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