16 May 2009

wellenritt meiner gefühle

eine achterbahn kann gegen die loupings meiner gefühle der vergangenen woche gleich einpacken. ich bin froh, dass nun eine neue woche beginnen wird. neue woche, neues glück.

montag, noch ein normaler, ja fast schon langweiliger tag, weil
alles gut lief. dienstag fing dann der kampf an: sitzung. von zwei uhr bis sechs uhr (!) sassen wir in der schule. mein hintern und mein kopf konnten schon ab fünf nicht mehr und doch wurde weiter diskutiert und kommentiert. meiner meinung nach hätte man sich die sitzung schenken und die infos schön komprimiert in einer email verschicken können. aber eben, mein effizienz-denken scheint hier weniger anklang zu finden.
so kam ich dann genervt um sieben zu hause an, hatte noch nichts für die schule gemacht und nicht einmal zeit, ins tanzen zu gehen.
getoppt wurde das ganze noch von einem email einer mutter, das mir fast den nuggi herausgehauen hat. voller frust und null-bock-auf-schule ging ich schliesslich ins bett. mittwochs stand ich auf. mit einem null-bock-auf-die-schule. aber, ich ging zur schule. ich fühlte mich den ganzen tag so, als ob ich die inkompetenteste lehrerin auf erden sei. immerhin hatte ich eine super zeit mit den kleinen.
am freitag dann die lösung und erleichterung aller probleme: ich traf mich mit der mutter und wir hatten ein super gespräch.
einmal mehr musste ich während dem gespräch feststellen, dass meine pädagogischen ziele hier leider nicht erwünscht sind: eigenständigkeit der kinder ist eines davon. ich gebe den kindern so früh wie möglich so viel verantwortung
wie möglich ab. sie müssen an die hausaufgaben denken, sie müssen aufpassen, wenn ich ihnen die themen für das examen ansage. hier wollen jedoch die eltern informiert werden. sie wollen ihre kinder kontrollieren können.
die schule hier dient zudem als reine wissens-vermittlerin. meine aufgabe ist, ein thema nach dem anderen den kindern vor zu setzen und durch zu ackern. geübt wird zu hause. können die eltern kein deutsch, wird ein nachhilfelehrer einberufen. übungen werden selber von den eltern erstellt, die sie sogar untereinander austauschen.
dinge, von denen ich jetzt erfuhr und ich mich nicht wundern muss, warum die eltern besorgt waren, ich hatte zu wenig stofffutter vermittelt und zu lange mit üben "verplämpert"! so muss ich wohl wie
der umstruckturieren, was mir total gegen den strich geht, weil es einleuchtend ist, dass es kindern so ablöschen wird zu lernen (was ich ja in der vierten merke). aber na gut, ich schwimme mit dem strom, damit auch alles gut kommt und ich keine null-bock-auf-die-schule emotionen mehr haben muss.

am wochenende war leider keine ruhe vor der schule: la fiesta acuatica war angesagt. ein fest mit wasserspielen für jung und alt, die im pool der humboldt durchgeführt wurden. zum glück hatte ich meine badehosen zu hause "vergessen", so musste ich nicht den kopf hin halten, sondern andere lehrer-kollegen ;-)
es gab verschiedenes essen aus aller welt, selbst deutsche würste :-) trotz der guten stimmung blieb ich mit eder nicht allzulange dort, irgendwie ist's mir auf festen mit eltern und "meinen" kindern usw. nicht so wohl. dazu kam der fakt, dass sich der himmel schon dunkelblau färbte und so kamen wir dann schliesslich auch ein bisschen nass zu hause an.
dort ging's mit schule weiter, vorbereiten und noten machen. nächste woche haben wir einen eltern-marathon, wo die eltern von vier bis acht uhr zu uns kommen, um über die noten der kinder zu erfahren. und das muss schliesslich vorbereitet werden.

trotzdem nahm ich mir zeit, am samstagabend ins kino zu gehen und am sonntag auszuschlafen. aber dann, tja, gings gleich weiter... ach, freu ich mich, wenn die nächste woche vorüber ist ;-)

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