27 September 2009

stille wasser sind tief

ich kann es immer noch nicht fassen. die vergangene woche verlief so was von harmonisch, fast unheimlich... die schüler, selbst die zweitklässler, waren zum knuddeln und arbeiteten super mit und in meiner sprechstunde kamen nicht einmal eltern, was sonst eigentlich immer der fall war.
frag mich gerade, ob dies wohl die ruhe vor dem sturm ist... nächste woche wird sich's am elternabend rausstellen, was sich noch alles in der tiefe des wassers befindet. entweder rennen sie mir die türe ein, oder sonst werde ich in ruhe gelassen. momentan möchte ich jedoch nicht an diesen erfreulichen anlass denken und geniesse noch die letzen stunden wochenende.

nebst der schule wurde ich auch auf trab gehalten. am mittwochabend, um auch mal unter der woche dem alltagstrott zu entgehen, ging ich noch ganz spontan ins kino und nahm mir während dem film "la cruda verdad" ein paar notizen. :-) das aufstehen am darauffolgenden tag fiel mir ein bisschen schwerer als sonst, doch es hat sich schliesslich gelohnt.

am freitag dann der tag, auf den alle (zumindest die deutschen) so lange gewartet haben. das oktoberfest fand statt, von der schule organisiert. bis auf den namen hatte dieses jedoch fast nichts mit den originalen oktoberfesten in deutschland gemeinsam: latino-musik statt schaukel-musik, costaricanisches bier statt deutsches, plastikbecher statt mass. dafür gab's weisswürste und brezel, die beim verzehr die deutschen mit einem stück heimatgefühl beglückten.
das lokal war pampenvoll mit schülern, lehrern, eltern und humboldt-unabhängige menschen. der ort selber war riesengross, ein ganzes parkaus-abteil in einem einkaufszentrum in der nähe, wo ich wohne. ich war echt überrascht und habe nicht so eine menschenmasse erwartet. es wurde getrunken, getanzt, gegessen und für einen moment das lehrer-schüler-eltern-verhältnis auf die seite geschoben.
eine stunde hatte ich noch schicht und durfte/musste bier ausschenken. nicht viel später, um punkt zwölf, wurde die musik jedoch brutal abgestellt und das licht angemacht. sekunden später waren die leute schon am aufräumen. schade, aber das scheint hier normal zu sein. als wir dann noch nicht nach hause gehen wollten, gingen wir in heredia noch etwas trinken (zur abwechslung mal ein bier). doch auch dort: um punkt zwei uhr morgens wurden um uns herum die stühle auf die tische gestellt und irgendwann, so um zehn nach wurden wir freundlich-auffordernd darauf aufmerksam gemacht, dass wir jetzt doch gehen sollten. so ging ein lustiger abend ziemlich aprupt zu ende...

am samstag musste ich die konsequenzen von dem fest tragen und verbrachte den tag mit kopfweh und fluchen. wieder einmal mehr nahm ich mir vor, die finger vom bier zu lassen...
am abend wurde ich an ein geburtstagsfest eingeladen und blieb meinem vorsatz sogar treu! es war richtig gemütlich und ich genoss es, mich wieder einmal nur spanisch berieseln zu lassen.
der sonntag verbrachte ich dann mit obligationen: schule, wäsche und putzen, aber konnte doch noch ein paar sonnenstrahlen in der geliebten hängematte geniessen, bevor die wolken die sonne gnadenlos verdeckten.
und jetzt bin ich lista para la última semana antes de las vacaciones! auch wenn voll mit schule, ich seh darüber hinweg und träume jetzt schon vom sand, den ich bald wieder unter den füssen spüren werde...

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