echt, ich hatte diese woche diverse krisen. fragt mich nicht, die wievielten, aber ich bin bestimmt schon über zwanzig. wobei ich mit mindestens der hälfte davon das vergnügen in dieser woche hatte.
am dienstag nervten die zweitklässler so sehr, dass ich sie am liebsten auf den mond geschossen hätte. doch nichts übertraf den donnerstag, der die spitze dieser woche krönte: vier elterngespräche. davon zwei in meiner offiziellen sprechstunde, eines, wo ich die kinder alleine arbeiten lassen musste und das vierte direkt nach der schule. ich hatte schliesslich das gefühl, dass meine klassen ein einziger problemhaufen ist. von unkontrollierbaren (selbst die eltern sind überfordert), über unterschrift-fälschende bis hin zu deprimierte kinder könnt ihr alles vorfinden. wobei ich mir vorkomme, als ob ich mitten dieses riesigen tornados voller probleme stehen würde. kann mich weder nach vorne, noch nach hinten bewegen und wenn ich's riskiere, werde ich von allem mitgerissen und eingesogen.
der gipfel kam dann noch zu hause, als ich wieder einmal ein liebes mail einer aufmerksamen mutter erhielt, in dem mir gesagt wurde, dass ich die kinder überfordere. dieselbe mutter war vor einem halben jahr bei mir und hat mir gesagt, dass ich die kinder unterfordere... was soll das eigentlich?
aber wie gesagt, donnerstag war der gipfel, freitag war der strum bereits nur noch ein gut spürbarer wind und heute sonntag sag ich mir: ihr könnt mich alle mal.
am wochenende war einiges los. freitag nach der schule traf ich mich mit meiner schweizer-bekanntschaft und wir verbrachten einen gemütlichen nachmittag. am samstag war ich bei der familie eines schülers von mir zum bbq eingeladen. eine merkwürdige situation für mich, sowie für den schüler. glücklicherweise waren noch weitere leute dabei und so wurde auch gleich aus dem mittagessen das abendessen. das ganze fand in santa ana statt, ein grüner, ruhiger ort südlich von san josé. wieder einmal mehr wurde ich neidisch, als ich den garten mit pool sah, die vögel zwitschern hörte und das gebrumme der autos nicht hören konnte.
sonntagmorgen erwachte ich mit difusem kopf: ich hatte einen traum, in dem ich wieder in der schweiz erwachte. ich sah alle, von grosseltern, eltern bis freunde. doch irgendwann fand ich heraus, dass etwas nicht stimmen konnte. ich konnte mich nicht an den flug erinnern. ich schloss (im traum) wieder meine augen und es wurde mir gesagt, ich solle doch die augen öffnen und mich selbst überzeugen, wieder in der schweiz zu sein. es klappte, ich öffnete die augen und wieder war ich im zimmer in wermatswil. doch wieder konnte ich mich nicht an den flug erinnern. so wachte ich schliesslich in der realen welt auf und musste feststellen, dass ich noch immer in costa rica bin.
fast hätte mich mein unterbewusstsein überlistet... doch dieses, sowie das überich und ich müssen noch vier monate warten, um diesen traum leben und nicht mehr träumen zu müssen. war auch schon länger ;-)
erstmals geniesse ich jedoch noch die zeit hier. momentan haben wir den schlimmsten regenmonat, mit dem kleinen detail, dass der regen bis jetzt fast völlig ausgeblieben ist. für die natur sicher nicht gut, ich beklage mich jedoch nicht, liege in der hängematte und sehe mich von dem blauen himmel satt.
nächstes wochenende ist zudem ein langes wochenende, da die costaricaner am dienstag ihren nationaltag feiern. das bedeutet für mich: ab an den strand! ;-) wie ihr seht, ich kitzle das positive aus meiner situation heraus und esse die rosinen ohne wenn und aber.
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