08 February 2009

nach dem kalten wasser folgt der unerbitterliche sog

die erste hürde ist überwunden - die erste woche wurde vollbracht.
"aller anfang ist schwer", sprichwörter sind nicht umsonst, auch in meinem fall ganz zutreffend.

montag: orientation für die lehrpersonen. die kinder konnten noch einen weiteren tag ferien geniessen, währenddem ich mich um halb sechs aus den federn schälte, um halb sieben bereits vor der schule stand und erfahren musste, dass die sitzungen erst um zehn uhr anfangen. toller anfang! :-)
aber das ganze war halb so wild, nach wenigen minuten kamen bereits kollegen herein und die vorstellung konnte beginnen. wieder einmal hatte ich keine ahnung, mit wem ich nun wie sprechen sollte. doch schnell wurde mir klar, dass das spanisch im lehrerzimmer regiert.

die sitzungen finden meist zweisprachig, also auf spanisch und deutsch statt. wenn also eine "normale" sitzung in der schweiz eine stunde dauert, so dauert dies hier zwei stunden. oder vielleicht auch mehr, denn durch mangelnde konzentration der lehrpersonen (!) musste immer wieder eine pause eingelegt werden, damit sich alle wieder beruhigen konnten und fortgefahren werden konnte.
zustände, die ich mir nicht gewohnt bin, aber sagen muss, dass dadurch alles ein bisschen "humaner" und "relaxter" wird. zum nachteil halt eben, dass wir schlussendlich noch um vier in der schule waren, anstatt, so wie geplant, um drei uhr schluss hatten.

dienstag: dieses mal zur richtigen zeit, am richtigen ort. um halb acht begann die erste sitzung, die kinder konnten wieder friedlich zu hause weiter schlafen. nach der ersten sitzung folgte einer der anderen. da ich drei klassen habe (eine zweite, dritte und vierte) musste ich auch an drei sitzungen teilnehmen und immer dasselbe durchkauen: examen-termine finden, projekt-thema austüffteln und wichtige ereignisse planen. die erste sitzung dauerte eine geschlagene stunde. in der letzten konnten wir das ganze auf eine viertelstunde herunterbrechen. das nenn ich effizienz!
und trotzdem wurde der humor nicht vergessen, wurde viel gelacht und ich hatte die gelegenheit, x-mal rot anzulaufen, da mir etliche komplimente über meine spanisch-kenntnisse gemacht wurden. viele konnten nicht glauben, dass ich noch vor einem jahr kein wort spanisch sprechen konnte. als ich dann jedoch erwähnte, dass mein freund ein einheimischer sei... da wurde gelacht und gesagt "ah, la lengua del amor" und alles schien klar zu sein ;-)

als ich an diesem tag noch erfahren durfte, dass eine weitere lehrerkollegin auch in heredia wohnt und in ihrem auto noch freie plätze vorhanden sind, konnte ich mein glück gar nicht fassen. das bedeutet am morgen keinen stress mit dem bus!

mittwoch: 6:20 abfahrt, 6:35 an der schule. wow (mit bus mindestens 40 minuten)!
dieses mal mussten sich auch die kinder aus den betten schälen. die schule hat nun definitiv begonnen...

die erste stunde wurde in der turnhalle abgehalten, begrüssung des direktors sowie des deutschen botschaftlers persönlich war angesagt. die hymnen wurden gesungen, deutsche sowie costaricanische. tja, ich stand da und realisierte, dass ich weder noch mitsingen konnte. noch peinlicher wurde es dann noch, als ich auf die bühne musste, um mich vorzustellen. ohne vorahnung habe ich (vor 700 schüler!) irgendwas ins mikrophon gesagt und hatte schon eine sekunde nach der begrüssung vergessen, was ich eigentlich gesagt habe.

dann gings los, mit "meiner" klasse (im klassenzimmer und nicht im garten! sie haben's also geschafft!).
ich bin klassenlehrerin einer vierten klasse. 24 schüler, die meisten sprechen als muttersprache spanisch. und das merkt man! ich war ziemlich geschockt, dachte ich doch, dass ihre deutsch-fähigkeiten höher liegen... als ein knabe dann noch vor der klasse einem mädchen "er" gesagt hatte und die ganze klasse zu lachen anfing, war mir jedoch auch gleich klar, warum dass sie sich auch so schämen, zu sprechen! wow, da wurde ich wütend und habe den kindern gleich eine rede gehalten! nach dieser waren sie schön ruhig und ich glaube, dass das auslachen zur vergangenheit gehört und hoffe, dass dies dem "ich versuchs mal auch wenns nicht richtig ist" platz macht.

die letzten zwei stunden (ich gebe stets sechs lektionen schule von halb acht bis zwölf) unterrichtete ich in der zweiten klasse. da können sich die kinder aus der 4. eine scheibe abschneiden! obwohl viel jünger, sind diese viel weiter mit dem deutsch. und das wichtigste: sie reden einfach und schämen sich nicht. so wie's halt sein sollte.
dafür haben sie sonstige probleme, wo sie sich bei der 4. was abschneiden könnten: disziplin ;-) aber auch das kriegen wir noch hin.

im ganzen ein super start. so beschloss ich am donnerstag wieder zu gehen :-)

donnerstag: das aufstehen fiel mir leicht, wusste ich doch, dass ich nur vier lektionen schule habe, da die zweite klasse ein spezial-programm hatte.
meine freude wurde jedoch in tausend stücke zerschlagen, als ich erfahren musste, dass ich einer anderen 4. klasse unterricht erteilen muss, da die lehrerin krank war ("was soll ich denn mit dieser klasse machen?" - "ja, mach doch einfach irgendetwas!"). toll! dazu noch, dass ich die zweite klasse trotzdem zum spezial-anlass begleiten musste und dabei sein sollte. toll! so wurde aus dem "ruhigen morgen" ein herum-gehetze. flexibilität! das lerne ich hier! und wie!

neu hatte ich auch noch die 3. klasse in deutsch-muttersprache mit kindern, die deutsche eltern haben. einer davon kommt sogar aus bern, hat also schweizer-eltern ;-) das schöne ist, dass nur acht kinder in dieser klasse sind und jeder lehrer weiss, was unterricht mit nur so wenigen kindern heisst... ich freue mich jetzt schon total auf diese stunden!

freitag: angefangen mit "meiner" vierten, in deutsch-fremdsprache. eine total friedliche stimmung und mein grosses erstaunen, als sie alleine und still arbeiten mussten. die waren wirklich still. ich meine, wirklich, wirklich still! da können sich die kinder aus der schweiz eine scheibe abschneiden!

das pure gegenteil dann dafür in der zweiten klasse. auch kein wunder, meine erwartungen waren ein bisschen zu hoch in der mathe, was die unruhe herauf beschwor und sich nicht mehr verdrängen liess. naja, auch das kriegen wir noch hin :-)

quintessenz: nächste woche werde ich also wieder hin gehen :-) obwohl ich mich
nach dieser woche fühle, als ob ich bereits einen monat schule gegeben hätte und es einige dinge gibt, die ich von der schweiz her vermisse, fühle ich mich der aufgabe gewachsen und freue mich auf die kommenden wochen.

31 January 2009

mi última semana de libertad y pereza

es geht definitiv zu schnell voran. obwohl ich mich jeden tag um halb acht aus den federn schäle (und das trotz ferien!) dunkelts jeweils schnell wieder ein und die zeit zum schlafen steht vor der tür.
auch kein wunder, brauch ich zum bespiel "nur schnell" eine neue milch, vergeht schon wieder fast eine stunde. hinlaufen, aussuchen, leute treffen und reden und zurücklaufen. und schon ist's eine stunde später.
aber ich möchte mich ja nicht beklagen, ich geniesse jeden moment :-)

vergangenes wochenende gingen wir, das heisst ein paar kollegen und ich, nach palmares an "las fiestas de palmares". das fest findet einmal pro jahr in dieser stadt statt und dauert fast zwei wochen. gut zu vergleichen mit dem "zürifäscht", wo sich leute aus allen regionen treffen. es sind ebenfalls bahnen für die kinder (und junggebliebene erwachsene ;-) vorhanden, essstände für allemann, eine arena mit echten stier-mann-konfrontationen (die auch blutig ausgehen können, jedoch meist nur für den menschen) und sogenannte "toldos": grosse, extra für den anlass aufgestellte gebäude wo man tanzt, trinkt und sich nicht bewegen kann, weil's zu viele leute hat.

am sonntag wurde dann schliesslich ausgespannt und wir erholten uns von den "strapazen" des festens. unterstützt von einem typischen costa rica-essen, das von mannshand angefertigt wurde. das ganze nannte sich "picadillo de chayotes" (für diejenigen, die "chayote" nicht kennen, siehe bild rechts) und wieder konnte sich mein herz erfreuen, war der ganze topf doch voll mit gemüse gepackt :-)

so startete eine neue woche, in der wieder geschlafen, gegessen und getanzt wurde. am dienstag jedoch die ausnahme: ich ging nach pavas, wo sich mein zukünftiger arbeitsort befindet. ich werde ab nächster woche im colegio humboldt unterrichten, das nebenbei zur elite der schulen in costa rica zählt ;-) und ja, ich bin stolz bald dort lehrerin zu sein!
mir wurde eine beige lehrmittel in die hände gedrückt, das schulhaus gezeigt und grob angekündigt, wie die nächste woche aussehen wird...wow, das kalte wasser war vielleicht ein schock! aber mittlerweile erwärmte sich dieses auf lauwarm. mal schauen wie das kommt. auf alle fälle investierte ich die folgenden tage mit vorbereiten.

am ulkigsten war bereits während dieser kurzen besuchszeit die sprachenvielfalt, die ich an der schule in zukunft erleben werde: mit der prorektorin spreche ich mundart, mit dem direktor und den meisten lehrern hochdeutsch, mit den kindern ebenfalls deutsch und mit den eltern und manchen lehrern spanisch. englisch wird schliesslich auch noch dazu kommen.
so ergibt sich immer wieder die situation, dass man vor einer person steht und keinen blassen schimmer hat, in welcher sprache dass man zu kommunizieren hat, damit man sich versteht. :-)

mein schulzimmer konnten wir leider nicht anschauen gehen, da dies in umbauung steht. fertig zu sein hat es jedoch am mittwoch, laut arbeiter sei dies durchaus auch realistisch... laut laien-auge absolute illusion, ich glaube zumindest noch nicht daran ;-) im garten zu unterrichten wird aber sicher auch spass machen ;-)

trotz kalten füssen, nervosität und ein bisschen schiss-vor-dem-neuen, freue ich mich auf die kinder, die schule, den alltag und die neue herausforderung.

doch bevor nun am montag mein alltags-leben beginnen wird, konnte ich noch ein gemütliches wochenende mit sushi und kino verbringen und bin nun (mehr oder weniger) bereit, morgen um 5:30(!) aufzustehen, damit ich auch pünktlich in der schule ankommen werde...

20 January 2009

una era nueva ha empezado

endlich! fast zwei wochen hat's gedauert - aber jetzt ist es so weit: ein zu hause wurde gefunden und internet ist vorhanden. jetzt kann mein leben hier in costa rica und mein blog von neuem beginnen ;-)


die zeit fliegt hier wirklich schneller als irgendwo sonst! ob dies wohl am schönen wetter liegt? sonne, fast wolkenloser himmel, brütende hitze... der erste sonnenbrand habe ich auch bereits hinter mir ;-)

viel ist passiert in den vergangenen zwei wochen, deshalb alles der reihe nach.

reise: alles verlief glimpflich. selbst amerika liess mich ohne weiteres ein- und wieder ausreisen. vielleicht lag dies daran, dass ich den stempel-gebende-beamte lieb anlächelte und mit ihm meine erste spanisch-konversation dieses jahres führte?! dies resultierte dazu, dass aus der üblichen zwei minuten-stempel-aktion eine fünfminutige-fröhliche-unterhaltung wurde.
fast am ziel angelangt, "durfte" ich jedoch in costa rica noch meinen rucksack auspacken. das urteil hiess: früchte im rucksack!(?) nach fünfminutiger suche stellten wir fest, dass die jonglier-bälle den mandarinen sehr ähnlich sehen können...
und so erreichte ich, nach 30 stunden schlaflosigkeit, die wohnung meiner kollegin und fiel wie ein stein in mein bett.

erster tag: mit reichlich viel schlaf, einer lachenden sonne am himmel und t-shirt-kurze-hose-wetter, stand ich er
staundlich früh und gerne auf. ich ging auf erkundungs-tour und besuchte alle orte, die mir im letzten jahr so ans herz gewachsen sind. und wie war die überraschung vieler, als sie mich wieder sahen. herrlich! selbst der gemüsehändler erkannte mich wieder und war überrascht, dass schon wieder vier monate vergangen sind, seit wir uns das letzte mal gesehen haben.
ich fühlte mich wieder wie zu hause.

erste woche: die erste woche bestand dann schliesslich in schlafen, tanzen und wohnungen besichtigen, tanzen und wieder schlafen.
die wohnungssuche habe ich mir jedoch einfacher vorgestellt. wusste ich nicht, dass unmöbliert hier wirklich unmöbliert bedeutet! weder kochherd, noch sonst was ist dabei inkl
usive. was mit dabei ist, ist ein waschbecken mitten in einem raum, der wohl die küche darstellen sollte. boden, wände, decke und wenn's gut kommt, ist auch ein fenster pro raum vorhanden. wow, mir standen die haare zu berge, als ich diese "löcher" sah. und das für ein jahr?! nein danke!
abhilfe kam dann jedoch schnell, als ich erfuhr, dass es auch möblierte wohnungen auf dem markt gibt.
und das bedeutet dann wirklich möbliert: bett, tisch, stühle, sofa, küchutensilien, selbst fernseher, wenn man glück hat dvd-player... und ich, ich hatte glück ;-) und bin nun stolze besitzerin einer wohnung mit zwei schlafzimmern, einem bad, einem waschraum (mit waschmaschine!), einer geräumigen küche und esszimmer samt sofa. und viiielem licht!!! fühl mich schon nach nur wenigen tagen wie zu hause!
die wohnung befindet sic
h zudem in einer schönen und familiären umgebung. gleich unter mir hat es eine "taqueria" (mexican-food wird wohl standard werden, wenn ich keine lust habe etwas zu kochen ;-)), die von einer familie bewirtet wird. diese sind auch gleich die inhaber der wohnung, die ich miete. zudem hat es noch vier andere wohnungen und das ganze ausgerichtet auf einen kleinen hof. momentan arbeiten sie dort fleissig, geplant ist noch eine plattform auf dem dach, auf dem wir dann sitzen können, damit wir den sonnenuntergang geniessen oder uns sonnen können... mit diesen aussichten kann ich auch über den momentanen bau-lärm hinweg sehen :-)

wochenende: la feria, mein früchte-gemüse-paradies! was soll denn sonst an einem samstag-morgen angesagt sein? ;-) leider wurde ich ein bisschen enttäuscht: früchte-hochsaison scheint erst zu kommen. bis ich meine erste mango verzehren kann, muss ich mich wohl noch ein wenig gedulden... doch dafür warte ich schliesslich gerne ;-)
am nachmittag gings zu "cafe britt". ein touristenort mit kaffeeplantagen, wo die geschichte und die herstellung des kaffees erklärt wird. wir nahmen jedoch an keiner tour teil, sondern gingen unabhängig davon einfach mal schauen, wie's so ist. war imposant, habe ich doch noch niemals zuvor einen echten kaffee-strauch mit reifen früchten gesehen.
am abend gings dann an eine geburi-party, sonntag war kino angesagt und sushi essen. so war das weekend auch schon wieder vorbei...

zweite woche: mein neues zu hause wurde gefunden und bezogen. auch diese woche ging mit tanzen, einrichten, kollegen treffen schnell vorbei und schon wieder steht ein wochenende voller erlebenissen vor der tür.

mein leben hier in costa rica hat also wieder begonnen. ich bin gespannt, was passieren wird, wie die schule, das unterrichten und das arbeitsleben allgemein aussieht.
ihr werdet hier auf alle fälle auf dem laufenden gehalten!

09 October 2008

la pura vida de nadja va a continuar

neues layout - neues abenteuer

kaum in meiner heimat angekommen, habe ich mich bereits entschlossen, wieder nach costa rica zurück zu kehren. für ein jahr werde ich an einer deutschen schule in der nähe der hauptstadt san josé unterrichten. das "pura vida" und der blog geht also bald weiter. ich werde euch auf dem laufenden halten...

17 September 2008

día de la independencia y despedida numéro 3

dem jahre 1821 ist es zu verdanken, dass costa rica jährlich ihre unabhängigkeit, den dìa de la independencia, so ausgiebig feiern kann. schon die ganze woche durch wurden im parque central konzerte gegeben, stände aufgestellt und typisches essen serviert.
unglaublich auch, wie gnädig petrus war: die ganze woche hindurch war morgens strahlend blauer himmel mit viel hitze. geregnet hat es selten, teils gar nicht. einfach herrlich und wie für diese feier bestellt. dementsprechend war auch die stimmung in ganz heredia.


ich wollte natürlich nichts davon missen und habe mich erkundet, wann was statt findet. was schwieriger war als ich gedacht habe! denn ein programm existierte nicht. vom “hören sagen”
wusste ich schliesslich ungefähr wann was stattfinden wird.

nachdem wir am samstagabend nochmals in den ausgang gingen und ausgiebig getanzt wurde, bis mir der schweiss auf der stirn stand, gings am sonntag etwas ruhiger zu und her.
am nachmittag gings in den parque central. dort sollte, laut leute, um drei uhr die antorcha, die fackel mit dem feuer der unabhängigkeit, eintreffen. traditionell wird eine fackel in guatamala angezündet und bis nach cartago getragen, sprich leute rennen (wie an der olympiade) eine strecke und geben das feuer weiter.
auch in heredia ist das feuer eingetroffen, jedoch eine stunde später als gedacht.

an diesem tag hatte petrus leider eine weniger gute laune, als die antorcha eintraf fing es nämlich kräftig an zu regnen. und die fackel erlosch. :-) tja, natürlich wurde sie wieder angezündet (mit “feuer” aus heredia)...

nach diesem spektakel ging ich für das letzte, wirklich letzte mal in die schule. nebst diversen aktivitäten wurde viel gesungen und gegessen. gleichzeitig wurde die desfile de los faroles eingeleutet. auch dies eine tradition, ähnlich wie in der schweiz am ersten august. kinder halten laternen in ihren händen und laufen in der stadt umher. mit dem unterschied, dass hier die laternen meist selber gebastelt werden und diverse formen aufweisen, wie häuser, autos, burgen, etc. die stimmung, der regen verliess uns zum glück, war atemberaubend. als dann noch die hymne von costa rica gesungen wurde, lief es mir kalt den rücken herunter.
um neun uhr sollte dann noch ein juego de polvo, ein feuerwerk, stattfinden. damit ich bestimmt nicht zu spät war, traf ich mich mit eder um halb neun im park. als ich jedoch um 8 uhr 15 von draussen knälle hörte, liess ich alles stehen und liegen und rannte in den park. die letzten fünf minuten kriegte ich noch wenigstens was von den farbigen lichtern mit. eben, so läufts hier halt... :-)


am montag, ein freier tag für jedermann, wurde früh aufgestanden, denn eine parade der schulen hereidas war angesagt! und was für eine! in brütender hitze, über sechs stunden lang! und wir schauten zu, alles stehend, weil kein platz war um uns zu setzen. nachdem ich jedoch nach gut vier stunden anfing sterne vor meinen augen zu sehen, entschieden wir, dass es wohl besser sei, wenn wir mal was essen und trinken würden ;-)
aber ich sage
euch, ich bewunderte die kinder, die an dieser parade mitliefen. der schweiss lief ihnen nur so von der stirn und es war offensichtlich zu sehen, dass ihnen der schuh an allen stellen am fusse drückt (auch kein wunder mit diesen schuhen, siehe bild)...
der schönste moment für mich war, als mich meine schüler erblickten. die konzentration war nicht mehr dort, wo sie sein sollten und sie riefen laut meinen namen. war herzzerreissend, denn in diesem augenblick wurde mir bewusst, dass ich sie nicht mehr sehen werde...

tja, so ging auch dieses verlängerte wochenende zu ende. oder besser gesagt ging mein pura vida (bis auf weiteres) zu ende. nach vielen tränen und einer gut 17 stündigen reise bin ich wieder zu hause.
hallo zusammen ;-)

12 September 2008

despedida numéro 3

sprachschule, primarschule und tanzlektionen gehören nun auch zur vergangenheit.

die woche verging wie erwartet in einem tempo, das mir kaum erlaubte zu atmen. noch weniger realisierte ich, dass mein abflug immer näher kommt. jetzt, wo ich wieder zeit habe zu denken, sickert dies langsam in mein hirn hinein. gefällt mir gar nicht :-) nachdem ich noch einen kollegen aus der schweiz angefragt habe, was er denkt, sei ein grund, in die schweiz zurück zu kommen, antwortet dieser doch promt mit "das wetter"... ist das alles???

aber nun wird auf die vergangenen tage zurück geblättert.
eine woche war schule intensiv angesagt. dieses ma
l ohne dass mein kopf zu rauchen hatte. welch ein glück, alles ging ein bisschen langsamer voran als letzte woche. und nun bin ich mit der ganzen spanischen grammatik ausgestattet. :-D

am dienstag nachmittag war día de los niños. ein tag, an dem die kinder zwar zur schule gehen mussten, jedoch keine schule hatten. ich nutzte diese gelegenheit gleich aus, um "meine kinder" nochmals zu sehen.
statt schule wurde also gegessen, gespielt und die verkleidungen, die sie sich zur feier des tages anzogen, bewundert.
die freude, als mich die kinder sahen war unbeschreiblich. kreischend kamen sie auf mich los gerannt und umarmten mich.


der schwerste abschied dieser woche fiel
mir von den tanzlektionen. ein halbes jahr wöchentlich vier stunden tanzstunden mit salsa, merengue, cumbia, bolero, bachata... das wird mir fehlen und eine grosse lücke hinterlassen.
glücklicherweise steht mir noch ein wochenende bevor, an dem wir die nächte zum tanzen ausnützen werden.


allgemein steht ein vollgepacktet wochenende bevor. am montag, dem 15. september feiern die ticos hier nämlich ihren día de la independencia. schon während der ganzen woche wurden verschiedenste aktivitäten in heredia durchgeführt, wie konzerte oder umzüge (siehe bild). auch werden stände laufend aufgestellt, um diesen grossen tag zu feiern. und eben, deshalb wird am wochenende viel los sein.
das einzige, das schief gehen könnte, ist das wetter.
petrus scheint jedoch in letzter zeit eine super laune zu haben: am morgen herrscht purer sonnenschein und während stunden herrscht eine hitze, wie schon lange nicht mehr. am nachmittag regnet es meistens für eine stunde oder gar nicht. wenn es aber regnet, dann leerts aus kübeln! und wie! herrlich! :-) nach einer stunde ist jedoch das spektakel vorbei und die sonne schein wieder am himmel, als ob nichts gewesen wäre. so gefällts mir ;-)


08 September 2008

despedida numéro 2

die tage fliegen nur so an mir vorbei. kaum stehe ich auf, bin ich schon wieder am schlafen. kaum beginne ich am montag in der schule, ist es schon freitag und das wochenende steht vor der tür. und dieses vergangene wochenende, auch kein wunder, schoss wie eine rakete an mir vorbei :-)
doch nun alles der reihe nach:

wie erwähnt war die vergangene woche sprachschule in intercultura angesagt. anfangs rauchte mir wieder der kopf und das gehirn drohte zu explodieren. dies hatte jedoch auch seine gründe! mit meinem sprachenniveau existierte nämlich keine klasse, so musste ich ein niveau höher eingsteigen, was doppelte arbeit bedeutete: einerseits das nachholen der theorie, die ich verpasst habe und gleichzeitig kam neues dazu. doch, ich habe viel gelernt und es hat sich gelohnt! jetzt bleibt mir noch ein niveau für diese woche und dann kenne ich, laut lehrerin, die ganze spanische grammatik :-) aber eben, zwischen kennen und benutzen, theorie und praxis herrscht noch eine grosse kluft ;-)
die woche verging demnach rasant und eher unspektakulär mit büffeln, hausaufgaben erledigen und natürlich tanzen (was nicht fehlen darf) vorbei.


das wochenende kam schnell und wurde also auch verdient!
eigentlich wollte ich vor meiner heimkehr nicht mehr an den strand costa ricas, da ich überzeugt war, dass dies der abschied noch mehr erschweren würde. aber ich wurde überredet (viel schlimmer kann's ja nicht werden) und ging mit eder ab an den strand.
tambor war unser ziel, eine stadt am strand am süden von puntarenas.
um fünf uhr morgens ging's los, mit der absicht, dass wir dann um zehn uhr im hotel ankommen würden. doch dieses mal hatten wir das glück nicht auf unserer seite: um 8:10 kam unser bus in puntarenas an, doch um 8:00 uhr fuhr die fähre bereits ohne uns ab. was mich erstaunte, denn normalerweise wird in costa rica die pünktlichkeit nicht gerade sehr gross geschrieben... dazu kam der fakt, dass nur zwei fähren diese strecke fahren. so mussten wir also ärgerliche drei stunden warten, bis die nächste los fuhr... tja, mala suerte.
um ein uhr kamen wir dann doch noch im hotel an. dort verbrachten wir zwei herrliche tage, mit viel sonne, wärme, meer, strand, wolkenlosem himmel,... wieder einmal mehr ein paradies auf erden.

leider hat jedoch alles ein ende. schweren herzens mussten wir am sonntag vom träumen abschied nehmen und in die realität zurückkehren. und ich nahm gleichzeitig abschied vom strand costa ricas... despedida numéro 2...


jetzt bleibt mir noch eine woche und dann ist schluss mit allem. zumindest mit dem leben hier in costa rica. zumindest bis auf weiteres... nunca lo sabes, vamos a ver que pasará... :-)