den wecker hätte ich am sonntagabend erst gar nicht zu stellen brauchen. auch ohne wusste mein unterbewusstsein (mein bewusstsein leider auch, doch das hat ja im schlaf wenig zu sagen), dass wieder schule angesagt ist und man früh aufzustehen hat. den blick auf den wecker um 5:30 uhr hätte mir jedoch gereicht (um 5:35 geht er ab). auf den von 3:30, 4:05, 4:47 und 5:13 hätte ich verzichten können.
wie immer wurde ich von meiner kollegin mitgenommen und bequem zur schule gefahren. geändert hat sich nichts und es kam mir vor, als ob wir zwischen der letzten und der ersten fahrt gar keine ferien gehabt hätten.
veränderung konnten wir jedoch feststellen, als wir in die schule kamen: ein neues lehrerzimmer! ziemlicher luxus und totales gegenteil vom bisherigen lehrerzimmer: das neue ist auf dem zweiten stock, gross, geräumig, hell und man hat sogar die möglichkeit, auf dem balkon frische luft zu schnappen und über das ganze schulareal zu schauen. auch hätte ich nicht gedacht, dass sich das ganze so extrem auf das ambiente im lehrerzimmer auswirken wird. alle scheinen ruhiger zu sein. auch ich, ich fühl mich viel relaxter und nicht mehr so gestresst wie vorher.
vielleicht liegt das aber auch daran, dass wir erst gerade ferien hatten ;-)
den kindern ging es so wie uns lehrern: sie waren müde und hätten gerne noch einige tage länger ferien gehabt. trotzdem traf ich motivierte schüler an, was sich auch gleich auf mich übertrug und ich somit einen super start hatte.
mit neuen methoden versuche ich jetzt auch, ein bisschen mehr ordnung in die klassen, besonders in der zweiten, zu bringen, was schon jetzt früchte zu tragen scheint.
ich wende jedoch nicht nur in der schule neue methoden an, sondern auch in meinem leben, um ein bisschen mehr ordung hinein zu bringen ;-) nach den nächsten zehn wochen möchte ich nämlich nicht wieder zurücksehen und merken müssen, dass ich eigentlich nichts anderes als nur für die schule gearbeitet habe.
so habe ich mich entschlossen, wöchentlich an einem abend einen tanzkurs zu besuchen, der von einem guten freund geleitet wird.
nach den vergangenen ersten zwei tanzstunden war ich jedoch ziemlich erschrocken. meine kondition scheint dahingeschwunden zu sein, es brauchte nicht viel und ich war bereits aus dem atem. nichts als höchste zeit also, etwas dagegen zu unternehmen!
seit dienstag hat sich mein lebensstandard zudem mit hilfe eines schlichten geschenkes um ein vielfaches gesteigert. mit einem simplen milchschäumer (von der chefin persönlich erhalten! sie hätte diesen sonst in einer ecke verstauben lassen) ist es mir nun möglich, meinen schon seit drei monate ersehnten traum zu erfüllen: einen cappuccino, hausgemacht und mit viel schaum.
herrlich sag ich euch! nachdem ich dann auch noch schokoladenpulver mit streuer anschaffte, habe ich nun starbucks persönlich bei mir zu hause ;-)
leider verschlechterte sich mein gesundheitszustand während der woche zusehends. zwar hatte sich der husten schon fast verabschiedet, der mich nun seit fast einer woche treu begleitete, doch leider verabschiedete sich meine stimme gleich mit ihm. so, dass ich am donnerstag und freitag nur noch sehr leise sprechen konnte. der einzige vorteil an der ganzen sache war, dass der unterricht schön leise war, weil die kinder viel rücksicht genommen haben :-)
am freitag nach der schule traf ich mich wieder mit sonja, die schweizerin, die ich vor ein paar wochen an der feria kennengelernt habe. wir gingen miteinander mittagessen und verbrachten einen gemütlichen nachmittag.
wieder einmal mehr klinkte ich mich somit in dieser woche mit meinen gedanken aus der schule und konnte was für mich machen. weiter so, nadja! :-)
am samstag, wie immer in der früh, war la feria angesagt. mein herz erfreut sich nun jedesmal mehr: die mango-saison hat uns nämlich erreicht. drei kilo dieser supersüssen früchte für gerade mal zwei franken (wenn man daran denkt, dass man bei euch in der migros für den doppelten preis gerade mal eine kriegt, die dann nicht einmal reif ist... :-p
am abend gingen wir dann bingo spielen (ja, es geht mir immer noch gut und bin nicht krank ;-) ). der anlass war von der schule von eder's mutter organisiert, mit der absicht, geld zu sammeln. meine aufgabe bestand darin, den kindern die backen anzumalen. schwieriger als ich gedacht habe, besonders wenn man mit so unruhiger "unterlage" zu zeichnen hat ;-)
gewonnen haben wir leider nichts. wäre schön gewesen, denn ein neuer mikrowelle oder waschmaschine hätte schliesslich nicht geschadet ;-) die preise wurden übrigens gesponsert, sonst hätten sie sichtlich schulden anstatt geld gesammelt...
am sonntag stand nebst ausschlafen wieder tanzkurs für eder's eltern auf dem tagesplan. und ich staunte nicht schlecht, es wurde intensiv geübt und die figuren sassen fest, sodass sie zur belohnung gleich neue lernen durften.
übrigens habe ich seit ein paar tagen einen neuen mitbewohner, er heisst geki. ein supersüsser gecko. nicht grösser als drei zentimeter und einfach nur schnüsig. ich habe immer meine freude, ihn zu sehen. jedoch denke ich nicht, dass dies auf gegenseitigkeit beruht: sobald ich in seine nähe komme, rast er immer sauschnell unter's bett oder sucht sonst irgendwo schutz.
trotzdem liess er sich kurz von mir ablichten, damit ihr ihn sehen könnt ;-)
so ging also wieder eine weitere erstaundlich ruhige woche inklusive friedliches wochenende vorbei. auch wenn es mir gesundheitlich noch nicht ganz 100 prozentig gut geht, irgendwie habe ich in mir drin ruhe gefunden und bin viel relaxter als noch vor den ferien. hoffe mal, dass sich dies auch so bleibt!
wenn die kommenden zehn wochen schule auch so schnell vorbei gehen wie die vergangene zweite ferienwoche, dann habe ich ja bald wieder ferien!
schlussendlich ist es immer das gleiche: die zeit rennt einem davon, sobald man sie krampfhaft zu stoppen versucht. muss man hingegen auf etwas warten und wünscht sich, die zeit gehe schneller vorbei, scheint sie trotzig stehenzubleiben.
dabei habe ich extra darauf acht gegeben, dass ich nicht zu viel mache, damit die zeit auch ja nicht zu schnell vorbei geht. hat leider nichts genutzt. diese rannte davon und kümmerte sich nicht darum, dass ich es gerne anders gehabt hätte.
die tage verbrachte ich gemütlich lesend an der sonne (harry potter kann auch auf spanisch zaubern!), schlafend im bett und endlich konnte ich wieder kollegen treffen, die ich in den vergangenen wochen vernachlässigt habe.
mitte woche begann ich dann langsam das schulzeug hervorzunehmen, mit der absicht, vorzubereiten. es fiel mir jedoch schwer und die lust blieb meilenweit entfernt. so musste ich mich halt dazu zwingen, was zu machen. schlussendlich gelang es mir jeweils am morgen zu arbeiten und am nachmittag doch noch zu entspannen.
am mittwoch war wieder einmal tanzen in castros angesagt. das tut einfach gut! tanzen ist und bleibt ein balsam für meine seele womit mir gelungen ist, nachdem tamarindo schon einige vorarbeit geleistet hatte, meine batterien wieder ganz aufzuladen.
am wochenende kam dann mit dem besuch der lokalen disco von heredia gleich nochmals eine ladung energie. dem jedoch nicht genug, auch am sonntag wurde das tanzbein geschwungen. und zwar gab's für eder's eltern von eder und mir einen tanzkurs. in drei wochen hat eder's mutter nämlich geburtstag und da werden wir alle tanzen gehen. nun muss bis dahin geübt werden, deshalb werden wir ihnen wöchentlich neue schritte beibringen. eine lustige sache, sag ich euch! als dank wurden wir dann zum mittagessen eingeladen und verbrachten eine gemütliche zeit.
nun sitze ich vor einem stapel voller lehrbücher und sollte nochmals ein bisschen "dahinter gehen" und vorbereiten. aber irgendwie widerstrebt's mir :-) meine motivation: in zehn wochen ist wieder auszeit ;-) wünscht mir glück...
und leider schon eine woche davon vorbei :-) doch dank privatschule ist mir eine weitere woche relaxen gegönnt und beklagen möchte ich mich schliesslich auch nicht - hatte ich doch eine woche voll sonnenschein, hitze und nichts-tun.
am sonntagabend kam wie gesagt meine cousine melanie mit ihrer kollegin zu besuch. nachdem sie zwei am montagmorgen bei britt eine kaffee-tour besuchten, spielte ich am nachmittag guide und führte sie in heredia herum. schon witzig eine für mich "normale" welt zu zeigen, die für sie total neu ist und mit ganz anderen augen betrachtet wird.
wir hatten eine super zeit, erzählten uns viel (vor allem sie von ihren strapazen, die sie bisher in costa rica hatten. wer mehr wissen möchte: meliundnathi) und verbrachten einen schönen nachmittag.
am dienstag war schon wieder abschied angesagt und sie zogen weiter richtung norden.
mit grösster freude erhielt am dienstag mein freund die freudige nachricht, dass er am mittwoch nicht arbeiten müsse, was bedeutete, dass wir einen tag früher an den strand fahren konnten! und: wir konnten dem grossen stau ausweichen, der sich am donnerstag ansammelte, da jeder tico an den strand wollte (man kann sich das so wie vor dem gotthard vorstellen, wo sich die blechkisten an ostern auch meterweise stauen). trotzdem hatten wir kein glück am mittwochmorgen und mussten die fünf-stündige fahrt stehend über uns ergehen lassen.
in santa cruz angekommen, mussten wir den bus wechseln, um nach tamarindo zu gelangen. war das ein abenteuer! ich kam mir wie in einem schüttelbecher vor: stühle zerfielen in ihre einzelteile, kinder beugten sich minutenweise über plastiksäcke und es wurde geschrien, so dass man sich unterhalten konnte (überzeugt euch selber mit dem video).
alles noch doppelt so schlimm, wenn man zu alle dem noch eine volle blase hat :-)mit einer centimeterdicken staubschicht stiegen wir schliesslich erleichtert aus dem bus. und wo ich hinrannte, sobald wir im hotel angekommen waren, muss ich ja nicht erwähnen. :-)
bis sonntag sonnten wir uns also jeden tag am meer und verbrachten die zeit mit schlafen, lesen, nichts machen, die aussicht geniessen, meer lauschen, essen (ich sogar fisch und camarones!)... die sonne strahlte voller kraft vor sich hin, so dass die hitze zu mittag jeweils fast unerträglich wurde. man musste sich nur hinlegen und schwitzte von alleine, ohne jegliche anstrengung.
jeden abend wurden wir zudem zeugen eines traumhaften sonnenunterganges. direkt ins meer, so wie man's von den schönen bildern in den reisekateloge kennt und erwartet.donnerstag und freitag (ostern) gelten hier laut regierung als heilige tage,
an denen kein alkohol verkauft werden darf. ich hätte jedoch nicht gedacht, dass dies auch so strikte ausgeführt würde! die bars waren zu und in den läden verschlossen siegel und plastik-blachen den alkohol. all dies führte schliesslich dazu, dass sich jeder tico vor diesen tagen mit alkohol eindeckte, damit sie während diesen tagen auch ja keinen entzug erleiden müssen. und kaum war es mitternacht am freitag, strömten alle in die bars und discos... ob dies wohl die absicht der regierung war?! :-)
mir fiel in diesen tagen zudem auf, dass sich die kulturen auch hier am strand deutlich voneinander unterscheiden: der typische tico geht samt ganzer familie an den strand, die männer versammeln sich unter einem baum und tragen kühl-kisten mit sich. sie setzen sich auf die kisten, trinken bier (oder stärkeres) unterhalten sich und schauen sich die frauen am strand an. die ticas ziehen sich in den schatten zurück, schauen den kindern und unterhalten sich dort. von lesen, relaxen, schlafen also keine spur.
auch eder und ich mussten dies feststellen und einen mittelweg finden, damit beide zufrieden waren :-)
der ausflug färbte sich ziemlich grau, als wir eines morgens feststellen mussten, dass eder's badehose gestohlen wurden. wir dachten eigentlich, dass der ort, an dem wir übernachteten sicher war und liessen die badehosen draussen trocknen. tja, war das letzte mal, dass wir vertrauten ;-)
doch leider war dies nicht der gipfel: sonntagmorgen, ein paar stunden bevor wir auf den bus mussten, gingen wir nochmals an den strand. wie immer liessen wir unsere sachen am strand liegen und gingen in's meer. als wir zurückkamen, war eder's tasche weg. die tasche fanden wir wieder, doch das natel, das er dabei hatte, war nicht mehr dort. skrupellos gestohlen!
ich konnte zu allem leid hin mein glück nicht fassen, denn meine tasche lag genau zwei meter daneben mit kamera und allen bildern darin! und diese lag noch genauso da, wie ich sie hingelegt habe.
die letzten stunden versuchten wir dann nicht trübsal zu blasen (was schwierig ist nach einem solchen ereignis) und gingen in ein pool-restaurant, wo wir noch die letzten paar stunden sonne geniessen und zumindest einen teil des sandes von uns waschen konnten.
die fahrt zurück verging ohne jeglichen probleme (bis auf meine erneute, volle blase ;-) und so erreichten wir, von eder's papi an der bushaltestelle abgeholt, meine wohnung um elf. nach einer schönen sand-freien dusche liess ich mich erschöpft und glücklich ins bett fallen. so anstrengend können ferien sein ;-)
y listo! fertig! meine geduld ist aufgebraucht, mein wille ist ziemlich auf null unten, motivation ebenfalls... perfekt um dies alles jetzt in den ferien aufzutanken ;-)
die woche verlief wieder gut und ohne weiteren abnormalitäten.
die kinder waren doppelt motiviert, nicht nur freuten sie sich auf die kommenden ferien, sondern waren immer noch von der noche de lectura hin und weg. bei der evaluation dieses wochenendes kam heraus, dass ihnen die pizza, nachtwanderung und die talentshow am meisten gefielen. vom lesen keine spur, ein kind hat sogar gesagt, es habe ihm nicht gefallen, dass sie lesen mussten ;-) die nacht hat den namen meiner meinung nach auch nicht verdient, eigentlich müsste man sie umbenennen in eine "noche de diversión". nicht gefallen hat ihnen, dass sie schlafen mussten. und was sie verbessern würden, wäre, dass sie bis am sonntag bleiben dürften, also zwei mal übernachten könnten. meine meinung zu dieser idee könnt ihr euch ja selber ausdenken ;-)
ich finde, dass wir die nacht gut gemeistert haben, wenn man daran denkt, was alles hätte passieren können... da sind wir mit einem gebrochenem arm eines kindes (fiel die treppe runter) und diversen heul- und eingeschnappt-sein-attacken gut weg gekommen.
am dienstag hatte ich ein wörtliches highlight am morgen in der dusche. schon immer wunderte ich mich über den rauch, der von den kabeln des duschkopfes empor stieg mit dem strengen duft, der ihn dazu begleitete...
für alle nicht costaricaner:
die dusche in costa rica funktioniert wie folgt: der duschkopf ist mit elektrizität verbunden. sobald das wasser durch geht, wird dieses genau in diesem moment erhitzt, bevor es schliesslich aus dem duschkopf strömt.
eder hat mir auch schon öfters gesagt, ich sei ja verrückt, so heiss zu duschen. ich dachte mir, solange die dusche das mitmacht, ist's ja gut. naja, am dienstag hat sie's dann nicht mehr mitmachen wollen. und es funkte und knallte und voila, kabel durch, heiss-wasser passé ;-) ich zum glück ganz und nur ein bisschen schockiert. dafür knallwach ;-)
mittwochabend war wieder fussball angesagt! costa rica gegen el salvador. hätte nie gedacht, dass ich mal zu einer fussball-kuckerin mutiere. aber hier macht es einfach spass, in einer bar zu sitzen mit lauter ticos rundherum, die ihren emotionen freien lauf lassen und drauf los schreien und herum fluchen, wenn etwas nicht so geschehen ist, wie es sollte.
dieses mal gab's, mit unter kleinen, einen lauten aufschrei, für das eine goal, das zu gunsten costa ricas erzielt wurde. man hätte meinen können, costa rica hätte die wm gewonnen! ;-)
donnerstag war dann der letzte schultag. die stunden machten richtig spass, wir spielten fussball mit mathe-aufgaben. die kinder haben noch nie so intensiv mathe geübt wie in dieser stunde und hatten sogar spass dabei. das muss ich öfters machen! ;-)
nach der schule konnte ich jedoch nicht "ferien" schreien, musste ich noch für die schule was amtliches erledigen. die brauchen nämlich meine fingerabdrücke, damit sie mir ein arbeitsvisum ausstellen können (ja, ich habe immer noch keines, arbeite aber schon seit zwei monaten hier ;-)).
das ganze war eine schmerzlose sache. nach diversen fragen und informationsentnahme wurden meine finger in tinte gedrückt und zur verewigung auf ein papier gedrückt. nach gut einer stunde war alles vorbei, was ich glück nenne, denn es gab schon andere, die einiges länger an diesem ort mit warten in der schlange verbröötelten. schliesslich wurde ich wieder vom privaten (!) taxifahrer nach hause chauffiert (von der schule organisiert) und konnte endlich sagen: "beine hoch, meine liebe, du hast ferien!"
humboldt hat den freitag zum día de los maestros deklariert, was dazu führte, dass wir lehrer keine schule hatten und wir uns allesamt im zu hause unserer prorektorin trafen um einen tag fern von der schule zu verbringen. das zu hause von ihr ist riesig, mit pool, viel grünfläche, einem grossen haus, grillplatz, etc. das ganze liegt nicht weit entfernt von atenas, wo ich ja bereits vor zwei wochen war.
der tag war richtig gemütlich und es war ungewohnt, alle lehrer so relaxt zu sehen ;-)
das wochenende verlief so, wie's in den ferien verlaufen muss: nichts machen, sonne tanken und das leben geniessen. am samstag wurde eder und ich bei freunden zu pizza eingeladen und am sonntag waren wir den ganzen tag in der badi, hörten den pfeiffenden vögeln und der ruhe zu.
am sonntagmorgen war noch domingo de ramas angesagt, wo die leute mit palmblätter herumliefen, um die semana santa "einzuleuten". hier wird nämlich nicht wie bei uns nur die ostern gefeiert, sondern die ganze woche vor den ostern als heilig deklariert (alkohol darf zum beispiel in dieser woche nicht verkauft werden), gebetet und gefeiert.
dann, am abend, kam meine cousine mit kollegin an. echt strub, meine cousine in einem anderen land zu sehen! :-) jetzt werden sie zwei übernachtungen bei mir bleiben und "meine" stadt kennenlernen, bis sie weiter ziehen.
ich brauch echt ferien.
die woche begann zwar friedlich, mit einem pädagogischen tag. die kinder hatten frei, wir lehrer durften zur schule gehen. das schöne dabei: erst um acht uhr beginn, da war mal wieder "ausschlafen" angesagt ;-)
der stress begann dann erst am dienstag: kaum in der schule am morgen, hatte ich von sieben bis halb acht aufsicht. danach kamen drei lektionen schule. die grosse pause um zehn uhr war mir auch nicht gegönnt, da ich eine sitzung hatte. das ging so weit, dass ich keine zeit hatte, um meine tägliche scheibe ananas zu essen! weiter gings mit drei lektionen schule. und kaum aus um 12 uhr, hatten die eltern meiner kinder eine sitzung, der ich auch noch beiwohnte bis um eins. das war ein marathon!!! hat jedoch gut getan, die eltern noch anders als so wie am elternabend zu erleben! bin nun viel positiver eingestellt.
der richtige stress kam dann jedoch erst am donnerstagmorgen, als wir, diesesmal pünktlich, mit dem auto los fuhren. nicht weit kamen wir und wir blieben stehen. stehend in einer kolonne. stehend ohne zu wissen, wieso, warum, wie lange noch, etc. und immer noch standen wir. bis einige autos vor uns die idee hatten, ihr auto zu kehren, so dass wir nachfragen konnten, was auch los sei. tja, diesesmal gab's auf der brücke einen unfall. auf der brücke! die einzige brücke mit der wir nach pavas kommen!!! was nun???
glücklicherweise gibt's noch eine autobahn, die jedoch am anderen ende von heredia ist. so kehrten auch wir das auto, gingen wieder nach heredia (am liebsten wäre ich ausgestiegen und schlafen gegangen) richtung autobahn. natürlich auch im lauftempo, weil jeder andere auch diese glorreiche idee hatte. aber, mit hilfe von ein paar eher "unfreundlichen", jedoch verzweifelten überholmanövern, kamen wir an! diesesmal sogar um 7:20 uhr! konnten also gemächlich in die schule laufen, ich konnte meine banane mit genuss verdrücken und den unterricht locker beginnen. :-) ach, ich liebe den stress!!!
am freitag hätte ich um zwölf uhr der schule schliesslich gerne tschüss gesagt, aber dieses mal ging dies nicht. meine kinder, die parallelklasse und ich hatten die noche de lectura (was mir teilweise wie eine noche de locura vorkam...). eine lesenacht also, die dem wort gerecht wurde und wir deshalb in der schule übernachteten. um halb sieben kamen die kinder samt gepäck und ich kam mir vor, als ob wir für eine woche in die ferien fahren würden! als ich dann noch sah, was wir alles zu essen dabei hatten, dachte ich mir, wir gingen für einen monat verreisen! war jedoch nicht meine schuld! kann ja auch nichts dafür, wenn jede mutter denkt, dass ein bisschen mehr nicht schadet und das doppelte einkauft... :-)
aber auch für dieses problem gab es eine lösung: das übrig gebliebene übergaben wir am schluss nämlich den bauarbeitern und wächtern der schule. die hatten eine riesige freude daran und konnten bestimmt mehr als ein festmahl verspeisen!
die nacht war teilweise ziemlich chaotisch (49 schüler, nur zwei lehrer), es hat jedoch spass gemacht und gab viele momente, die einfach total friedlich und harmonisch waren. es war auch super, die klasse anders als im klassenzimmer kennen zu lernen und ich merkte, wie sie mir mehr und mehr ans herzchen wachsen. ich bin auch stolz, wie sie auf mich hören und konnte feststellen, dass meine klasse einiges geordneter war als die andere ;-) auch war bei mir um mitternacht ruhe und schliefen die kinder, womit ich ein paar stunden schlaf bekam. morgens um sechs war jedoch mit der ruhe schluss und es ging weiter. um acht kamen dann die eltern und ich war froh, ihnen und der schule für einen tag tschüss sagen zu können :-)
der samstag erlebte ich ein bisschen benebelt von dem wenigen schlafen. nichts desto trotz ging ich tapfer an die feria, gönnte mir jedoch samt gemüse und früchte die taxifahrt nach hause ;-)
am abend war fussball angesagt: mexiko gegen costa rica. ich ging zu eder's schwester, wo sich die halbe familie versammelte um diesen grossen anlass mitzuerleben. hier sind fussballspiele wirklich ein grosses ding. während einem spiel kann man hin, wo man will, man hört aus jedem haus und jeder beiz nichts anderes als die stimme des kommentators im fernseher (würde walter scheible diesem jedoch vorziehen ;-)). leider gab's am schluss nicht viel zu feiern, 2:0 für mexiko...
am sonntag konnte ich ein bisschen schlaf nach holen und wieder wurde für die schule vorbereitet. mein herz erfreut sich jedoch: in vier tagen ist schluss und ferien!!!
wieder eine woche vorbei. echt unfassbar, wie schnell die zeit hier vergeht.
aber mit examen korrigieren und unterricht vorbereiten ist dies auch kein wunder. und nichts als nötig! noch zwei wochen muss ich durchhalten bis ferien sind und ich meine leeren batterien wieder aufladen kann.
ich frage mich die ganze zeit, warum das leben hier drüben so viel mehr energie braucht, als in der schweiz. schlussendlich sind es wohl viele verschiedene faktoren, die zusammen kommen (neue schule, ungewohntes umfeld, ungewohnte erwartungen anderer, ...) und die ich im moment nichts als annehmen und akzeptieren muss. ein prozess, der wohl noch eine weile braucht.
die woche verlief wieder positiv, ohne unangenehmen zwischenfällen also. examen wurden geschrieben, bis die köpfe vor anstrengung rot anliefen und examen wurden korrigiert, bis mein kopf rot anlief und ich nun kein weiteres examen mehr sehen möchte. :-)
der anfang der woche versprach jedoch alles andere als eine ruhige woche: meine kollegin, die mich täglich mit ihrem auto mitnimmt, verspätete sich um zehn minuten. da fragt man sich: zehn minuten, was solls?! hier bedeuten jedoch zehn minuten unter umständen, dass man eine stunde später als sonst ankommt, weil man genau in der rush-hour landet. wir landeten dort. inklusive zwei unfällen, die den verkehrsfluss total behinderten. um 7:28 kamen wir schliesslich in der schule an, um 7:30 begann die schule... das nenn ich stress! den ganzen tag rannte ich dann schliesslich von einem ort zum anderen und erledigte noch alles, was ich am morgen nicht machen konnte... so was möchte ich niemals wieder erleben!
der rest der woche verlief dann ruhig.
am dienstag nach der schule besuchte ich noch meine "alte schule" vom letzten jahr. war das eine riesen freude! die kinder haben sich so sehr gefreut, dass ich innerhalb von zehn minuten zig briefe mit "ich hab dich lieb"-erklärungen darauf in meinen händen hielt und von ihren umarmungen fast umfiel. unglaublich auch, an was sie sich noch alles erinnern konnten! dinge, die ich schon lange vergessen habe, wollten sie wissen, ob ich mich noch daran erinnern könne.
die schüler haben sich ziemlich verändert. die einen schossen in die höhe (drittklässler und der eine ist schon fast grösser als ich! ich weiss, ich weiss, das ist ja auch keine kunst bei meiner grösse ;-)) und die anderen schossen sichtlich in die breite. aber alles immer noch schnüggels, die ich bestimmt nicht zum letzten mal besucht habe!
am wochenende konnte ich wieder richtig entspannen. am samstagabend gab's bei mir für zwei freunde eine "how-to-make-sushi"-lektion. sie waren von der technik tief beeindruckt. und noch mehr, als sie diese selber ausprobierten und merkten, dass auch sie schöne sushi zubereiten können! :-)
bei meinem wöchentlichen besuch an der "feria" in heredia konnte ich diesen samstagmorgen meinen augen nicht trauen: vor mir stand eine frau mit einem migros-sack!!! die orange schrift konnte man, trotz bunten früchten überall, nicht übersehen! ich konnte es natürlich nicht lassen und musste sie ansprechen. mit einem spanisch-akzent-bereicherten spanisch antwortete sie mir, sie sei von der schweiz und habe diesen mitgenommen. und dann gings natürlich auf schweizerdeutsch weiter. das tat gut! nach telefonnummer-austausch verabschiedeten wir uns und ich war mir eigentlich schon sicher, nichts mehr von ihr zu hören. doch kaum eine stunde später, klingelte das telefon und ich wurde auf ein sonntagsausflug mit ihr eingeladen. das nenn ich spontaneität! :-)
wir gingen nach atenas, ein kleines dörfchen, etwa 45 minuten von heredia entfernt. alles ein bisschen ruhiger, grüner und noch wärmer als in heredia. sonja, eben die schweizerin, kennt dort einen deutschen, der erst gerade vor kurzer zeit ein restaurant eröffnete. ich konnte wieder einmal seit langem in ein knuspriges brot beissen und sonja sass glücklich vor einem cervelat-salat, von dem sie schon lange träumte.
nach einigen stunden geschwätz (sie ist bereits pensioniert und hat einiges erlebt!) ging's wieder zurück, schliesslich musste ich noch für die schule vorbereiten.
aber das tat gut, dieses wochenende samt ausflug! energie sollte jetzt wieder genügend vorhanden sein für die kommende vorletzte (!) woche...
ich kann es immer noch nicht fassen und bin ganz baff, aber die vergangene woche verlief einwandfrei positiv!
die stunden mit den kindern machten richtig spass, man merkt, dass sie sich langsam an mich und ich mich an sie gewöhnt habe und wir wissen, was geht und was nicht. da braucht es manchmal nur blicke und es wird verstanden, was gemeint ist. so kann man arbeiten!
naja... sofern man nicht von übermenschlichen kräften gestört wird (nein, keine ufos):
am donnerstag, ein gewöhnlicher tag wie jeder andere, unterrichtete ich um elf uhr im klassenzimmer der "kleinen", mathematik. gerade wollte ich eine schülerin zahlen auf dem hunderterfeld (ja, jetzt dürfen sie schon bis hundert zählen!) abfragen, als plötzlich ihr pult rüttelte. ich dachte "ach, diese kinder! wollen wieder einmal die aufmerksamkeit wecken und rütteln am pult" (natürlich in mundart). hab also extra nicht aufgeschaut. 15 sekunden später sagt ein junge "sie, ein erdbeben!" (natürlich in spanisch). "übertriebene sache!" hab ich gedacht, ging aber raus, wollte die kinder ja wieder beruhigen. und da sehe ich, dass die halbe schule schon draussen stand. hoppla! wirklich ein erdbeben! so versuchte ich die angsterfüllte kinder-meute zu beruhigen und sie dazu zu bringen, nicht gleich die vordersten über den haufen zu rennen. aber sie verhielten sich erstaundlich ruhig (ich glaube, ich war nervöser, war schliesslich mein erstes :-)). so versammelten wir uns draussen, warteten einige minuten und gingen wieder ins zimmer hinein.
so fühlt sich also ein erdbeben an! wow!
dem aber nicht genug! am nachmittag zu hause angekommen (ja, ich weiss, lehrer haben's schön, die haben am nachmittag frei) sass ich vor dem compi und arbeitete für die schule (jaaaa, die nachmittage sind nämlich dafür da, den nächsten tag vorzubereiten!). wieder bebte für kurze zeit der tisch. ich blieb sitzen und die frage "was nun?" schoss durch meinen kopf. hab mich an meinen papi erinnert, der mir sagte, ich soll unter einen türrahmen stehen. das machte ich also. doch der spuk war schon vorbei, sobald ich im türrahmen stand. wieder eine eher kleinere sache also. wobei ich nachher nachlas, auf der richterskala erreichte dieses eine glatte sechs! aber da das zentrum gut 300 kilometer weit weg lag, fühlten wir hier nicht viel davon.
mir reichte es auf alle fälle für's erste einmal :-)
der rest der woche verlief dann noch ruhig. sehr ruhig sogar, denn momentan haben wir examen-zeit. nicht so wie in der schweiz, wo die kinder immer wieder irgendwelche tests haben, haben hier die kinder nämlich nur alle sechs wochen ein examen. meine vierte hatte in deutsch den test und ich bin mit dem resultat sehr zufrieden. sie hatten also doch was gelernt bei mir! :-)
das wochenende verbrachte ich schliesslich mit korrigieren und vorbereiten, wie soll's auch anders sein.
am samstagabend gab's wieder einmal sushi... diese dinger machen einfach süchtig! :-) dieses mal jedoch liessen wir sie uns machen und gingen ins restaurant. wir sassen direkt am schauplatz und konnten zusehen, wie profis diese kunstwerke verfertigen. so konnten wir uns ein paar tricks abkucken, damit unsere nächsten sushi noch schöner werden ;-)
am sonntag war schlafen angesagt. ihr könnt gar nicht glauben, wie sehr ich mich auf die ferien freue (noch drei wochen ;-))! ich werde die hälfte davon verschlafen!