25 October 2009

wenn enttäuschung und freude hand in hand gehen

noch nie waren enttäuschung und freude so nah beieinander, wie bei mir in dieser vergangenen woche.
in gesprächen mit meinen liebsten in der schweiz konnte ich die enttäuschung raus hören. und verstehen. kaum teilte ich jedoch mein längerbleiben hier in costa rica mit, wurden freudesprünge und umarmungen ausgeteilt. und ich stand dazwischen. konnte mich weder so richtig freuen, noch so richtig trauern. eine schwierige situation, die mir nicht erlaubte, klar zu denken.
doch schlussendlich muss ich in mich selbst hinein schauen und dort befindet sich eine ruhe mit dem klaren zeichen, dass diese entscheidung die richtige war. ich freue mich total auf da
s nächste jahr und geniesse jetzt jeden einzelnen tag mit kindern, kollegen und schule mit so viel energie, wie schon lange nicht mehr.

die stunden in der woche rasen nur so an mir vorbei, was wohl daran liegt, weil es mir einfach momentan so was von spass macht. ich habe durch meine motivation wohl die kinder angesteckt, die mich mit ihrer motivation nun noch mehr motivieren. und so stapeln wir uns in die höhe ;-)
selbst der gesamtkonfent am donnerstag konnte meinen höhenflug nicht stoppen. wir waren sogar in rekordschnelle fertig, nach nur zwei stunden war das ganze grauen schon vorüber.

dann am freitag nach der schule wurden schnell nägel mit köpfen gemacht, die sachen gepackt und es ging mit elena, elmer und stefan richtig río celeste in den norden costa ricas.

es goss während der ganzen fahrt wie aus kübeln. wir verloren jedoch nicht die hoffnung und siehe da, je näher wir dem zielort kamen, desto schöner wurde es. zumindest hörte der regen auf, der himmel blieb jedoch grau in grau. dafür gab es auf der letzten steigung hoch zur cabina reichlich probleme. trotz 4x4 hatten wir mühe den hügel zu meistern und sahen uns schon rückwärts in den fluss kullern. doch es wurde geschafft und so kamen wir am freitag in der nacht um elf uhr schön müde und geschafft an.
am nächsten morgen gingen wir guten mutes mit einem guide in den nationalpark, den río celeste betrachten. im hinterkopf hatte ich die schönen bilder, vom wirklich himmelblauen wasser im fluss (bild links, soll-stand). doch eben, petrus meinte es nicht gut und kaum waren wir eine vierte stunde unterwegs, begann wieder der regen. und hörte nicht auf. wir waren bis auf die unterhosen pflotschnass, doch stapften wir tapfer weiter. enttäuschend war dann jedoch, als wir den fluss sahen, der anstatt das schöne himmelblau eine eher tümpel-braune farbe hatte (bild rechts, ist-stand)... die heisse quelle konnte dies jedoch wieder wett machen, wo wir uns ein bisschen aufwärmen, bzw. fast verbrennen konnten. weiter gings in die nassen kleider und schuhe und unter strömenden regen richtung cabinas zurück.
am sonntag dann das gleiche, so dass wir schon um elf uhr morgens den weg richtung san josé auf uns na
hmen. alles lief gut, bis plötzlich bemerkt wurde, dass der tank schon fast leer war... und der nächste ort mit tankstelle reichlich weit entfernt... wacker lief das auto jedoch weiter, bis es gut zehn kilometer vor erlösung ganz streikte. mit autostopp musste elmer und ich dann in die stadt fahren, benzin kaufen gehen und wieder per anhalter zurück, wo die zwei anderen wache standen. trotz diesem vorfall kamen wir pünktlich um fünf uhr in san josé an, um das auto unversehrt zurückgeben zu können.

ein wochenende, in dem wir also mehr wasser als sonst irgendwas zu sehen und spüren bekamen. doch konnte ich manches daraus lernen. in zukunft werde ich bestimmt öfters ein auge auf die tankanzeige werfen und meinen regenmantel mitnehmen, auch wenn mir die sonne am himmel entgegen lacht. man weiss nämlich nie...

18 October 2009

seilziehen mit meinem herzen

eine kurze woche geht wieder zu neige. ich bewegte mich in diesen tagen wie in einem traum und war, glaube ich, nie ganz bei der sache.

montags hatten wir dank columbus frei. día de la cultura war angesagt, angeblich hatte vor einigen jahren genau an diesem datum columbus amerika entdeckt. das wurde gefeiert mit nicht-arbeiten. sonst war aber nichts los und ich verbrachte den tag unspektakulär mit putzen und vorbereiten für die spezielle woche. dienstag gings dann wieder los und wie gesagt, war speziell, dass während vier tage vier leute aus mexiko in unserer schule herum liefen, uns im unterricht besuchten und die ganze schule unter die lupen nahmen.
mir war das so ziemlich egal, führte unterricht wie eh und je durch und hatte zusätzlich noch das glück, dass sie mich nicht sehen wollten :-)

meine beneblung hing jedoch nicht mit diesen leuten zusammen. sondern aufgrund dem fakt, dass ich die letzte gelegenheit hatte, um mich noch umzuentscheiden, um doch noch länger in costa rica zu bleiben. die frage "ein jahr länger costa rica oder die schweiz?" spukte mir pausenlos im kopf herum. stündlich wechselten meine gefühle, je nachdem mit wem ich redete, schwankte meine tendenz. die ganze zeit kam ich mir vor, als ob mein herz zwischen zwei seilen gespannt wäre, an welchen costa rica sowie die schweiz zieht. schlussendlich war mir klar, dass ich die entscheidung alleine nehmen und auf mich und niemanden sonst hören muss. nun ist die entscheidung gefallen, ich werde trotz all meinen negativen erfahrungen, meinen flüchen und schwuren, kein weiteres jahr mehr zu machen, nochmals ein jahr hier bleiben (wie logisch).
ich weiss, dass ich viele menschen mit dieser entscheidung enttäusche. doch ich habe mir alles gründlich überlegt. eine liste gemacht. mit allen mir lieben menschen gesprochen und rat geholt. bedingungen gestellt (und erhalten). zurückerinnert und "was ist wenn..."-situationen ausgedacht.
auch jetzt bin ich nicht sicher, ob ich mich richtig entschieden habe. doch im moment ist es für mich "das richtige" und ich bin optimistisch, freue mich sogar, weil ich weiss, dass sich nochmals vieles zum noch besseren wenden wird nächstes jahr: ich werde mit meiner kollegin eine wg gründen, in einem haus, das sich fünf minuten von der schule entfernt befindet. ich werde meine klasse beibehalten können und zwei neue klassen übernehmen, in denen ich den bisher erarbeiteten stoff wieder verwenden kann. ich werde einen park in der nähe haben und dort joggen gehen können. ich werde am morgen länger schlafen können. ich werde auf dem nach hause weg wegen dem verkehr keine nerven mehr verlieren. ich werde einen garten haben. ich werde mich spontan mit meinen kollegen treffen können. ich werde auch an einen gemüse- und früchtemarkt gehen können (wichtig! :-)). ich werde eine eigene hängematte kaufen und lernen, mehr zu hängen und zu geniessen.
ich habe viel vor. meine energie und ideen sprudeln nur so aus mir heraus. und doch... ich weiss, dass ich am boden bleiben muss, denn es wird bestimmt nicht alles nur toll und einfacher werden. aber ich bin gewappnet, meine haut ist schliesslich dicker.

11 October 2009

und wie recht hat janosch!

freitag um mitternacht ging die reise richtung panama endlich los. 18 stunden fahrt stand uns (elena, stefan und mir) bevor. alles lief super, bis auf den fakt, dass wir uns wie sardinen im tiefkühler vorkamen und bis wir morgens um halb sechs an der grenze zu panama standen. erst um sechs wurde das büro geöffnet. doch dank systemfehler (wieder einmal mehr ein hoch auf die technik) durften wir uns ganze fünf stunden die beine in den bauch stehen und warten, bis wir den stempel im pass hatten.
wenigstens gings dann ohne komplikationen weiter bis nach panama city, wo wir abends um sechs ankamen. voll gerädert von der reise feierten wir trotzdem mit weiteren zwei lehrerkollegen den fakt, dass wir endlich ferien haben.


wenn man in panama ist, steht der kanal miraflores auf der pflicht-liste. so gingen wir auch am samstag den kanal betrachten. schlussendlich unterschied sich dieser nicht wirklich von einem kanal am rhein. die schiffe waren zwar ein bisschen grösser, was auch beeindruckend war. grosse emotionen blieben jedoch aus, doch konnten wir einen haken hinter unsere to-see-liste machen.
da leider mit den schiffen auch der regen kam, flüchteten wir später in ein einkaufszentrum und shoppten ein bisschen. aber auch hier ein wenig enttäuschend, schliesslich unterschied sich eine mall in panama zu einer in costa rica kaum.

montag verbrachten wir dann morgens in der altstadt von panama. mich beeindruckten die gegensätze der stadt sehr: einerseits ruinen, teilweise nur fasaden von häusern und unweit davon ein schönes, renoviertes und gepflegtes haus. als wir dann noch in den modernen stadtteil panamas gingen, fühlte ich mich wieder wie in einer anderen welt. wie in einem klein-new-york. die hochhäuser würden in new york zwar nicht einmal die hälfte der höhe der gebäude von dort erreichen, doch nur schon mit dieser höhe fühlte ich mich ziemlich klein. abschluss unserer entdeckungs tour war der fischmarkt, wo wir ein herrliches ceviche verspeisten. ich werde hier echt noch zu einem fisch-fan.


am montagabend um acht ging dann schon unser bus richtung bocas del toro los. schon morgens um sechs befanden wir uns dann bei sonnenaufgang auf einem boot, das uns zur insel bastimento mitnahm. nach ein paar stunden schlaf-nachholen begaben wir uns mit grossen erwartungen auf den weg zu dem playa wizard. nach halbstündiger wanderung durch sumpf und moor standen wir schliesslich vor einem strand, den uns alles andere als überzeugte: abfall lag herum und das wasser hatte alle anderen farben, nur nicht das türkis, das wir von den postkarten her kannten und erwarteten. ziemlich enttäuscht machten wir uns eine stunde später schon wieder auf den rückweg und wären eigentlich am liebsten wieder nach costa rica zurückgekehrt.
am nachmittag trafen wir noch elmer, ein lehrerkollege von uns, mit dem wir dann am abend die hauptstadt unsicher machten.

am mittwochmorgen entschieden wir uns auf die hauptinsel, insel colon selber übernachten zu gehen. wie sich später herausstellte, war diese entscheidung auch die richtige. auch wenn keine strände direkt bei diesem dörfchen zu finden waren, war doch ein bisschen mehr leben vorhanden.
nach langem feilschen und verhandeln, konnten wir dann n
och am gleichen tag mit einem boot den atemberaubenden strand playa estrella besuchen, wo wir schliesslich das türkis farbene wasser endlich antreffen konnten.

leider hatten wir tags darauf kein glück, es regnete den ganzen tag. doch uns kam das gerade recht, da eine nacht zuvor ziemlich gefeiert wurde. so wurde ein gemütlicher kater-auskur-tag daraus, den wir mit lesen, spielen und reden verbrachten.

am freitag meinte es petrus wieder gut mit uns und wir konnten unsere vorgesehene tour durchführen. erster halt war für eine delfinbesichtigung. das gefühl ist unbeschreibbar, das ich hatte, als ich den ersten delfin in purer freiheit zu sehen bekam. es war unglaublich.
nachher gings weiter an den playa zapatilla. auch hier war der strand zu finden, den man sich im paradies vorstellt.


am samstag nahmen dann die traum-ferien ein ende. frühmorgens um acht gings richtung costa rica los. dieses mal mit viel weniger komplikationen, selbt der grenzübergang verlief wie butter. neun stunden später standen wir bereits in heredia. mit flipflops im regen... wie ein schlag ins gesicht wurde uns bewusst, dass nun der alltag wieder eingekehrt ist.

nun gehts mit viel energie in die endrunde. und ob ihr's mir glaubt oder nicht, ich freue mich auf die kinder in der nächsten woche! :-)

02 October 2009

wenn früchte wachsen und die haut dicker wird

eine intensive woche geht zu ende. ich bin total ferien-reif (was ich momentan ja sein darf), aber auch total glücklich!
es schaut danach aus, dass mein kleiner baum früchte zu tragen scheint.
nicht zusammenschisse, nein, sondern lobe wurden mir erteilt. eltern, die mir sagten, wie schade es sei, dass ich schon gehe. und plötzlich fühlte ich das selber auch... nicht umsonst sagen meine kollegen die ganze zeit, dass ich länger bleiben soll als nur ein jahr, denn das erste sei schliesslich das härteste.

die woche begann mit sitzungen bis in den abend hinein, zog sich weiter mit examen-korrigierende-"freie"-nachmittage, bis hin zum elternabend am mittwoch von vier bis acht uhr abends. es kamen viele eltern, doch konnte ich diese meistens sehr schnell "abfertigen".
zur grossen überraschung musste ich feststellen, dass meine haut einige millimeter dicker zu sein scheint als noch vor einem halben jahr. ich fühlte mich viel sicherer als beim letzten mal, nahm kein blatt vor den mund und sagte geradeaus, was die einzelnen kindern tun, oder eben nicht. schliesslich ist es nicht mein fehler, sondern der fehler des kindes (und der eltern), wenn sich dieses in meinem unterricht nicht benimmt! mit dieser einstellung fällt einem alles einfacher und die eltern sind plötzlich ruhig und haben keine argumente mehr zum kontern...

am donnerstag und freitag genoss ich die letzten stunden mit den kindern. um zwölf konnte ich es irgendwie nicht so richtig glauben, dass wir nun ferien haben. doch mit nach hinten lehnen und geniessen hatten die ersten stunden meiner ferien überhaupt nichts zu tun. wortwörtlich rannte ich dem busticket hinterher, im grössten schiff natürlich, damit ich auch diese nacht um elf mit meinen kollegen richtung panama fahren kann. ziel ist panama city (eine 18 stündige fahrt!) für zwei tage und dann gehts weiter zu bocas del toro, eine inselgruppe an der grenze zu costa rica, wo wir vier tage verbringen mit nichts-tun. scheinbar soll dieser ort den malediven gleichen... :-D

ich melde mich ab, trete in die fussstapfen von janosch und gehe auf die entdeckung des schönen panamas. bis bald!

27 September 2009

stille wasser sind tief

ich kann es immer noch nicht fassen. die vergangene woche verlief so was von harmonisch, fast unheimlich... die schüler, selbst die zweitklässler, waren zum knuddeln und arbeiteten super mit und in meiner sprechstunde kamen nicht einmal eltern, was sonst eigentlich immer der fall war.
frag mich gerade, ob dies wohl die ruhe vor dem sturm ist... nächste woche wird sich's am elternabend rausstellen, was sich noch alles in der tiefe des wassers befindet. entweder rennen sie mir die türe ein, oder sonst werde ich in ruhe gelassen. momentan möchte ich jedoch nicht an diesen erfreulichen anlass denken und geniesse noch die letzen stunden wochenende.

nebst der schule wurde ich auch auf trab gehalten. am mittwochabend, um auch mal unter der woche dem alltagstrott zu entgehen, ging ich noch ganz spontan ins kino und nahm mir während dem film "la cruda verdad" ein paar notizen. :-) das aufstehen am darauffolgenden tag fiel mir ein bisschen schwerer als sonst, doch es hat sich schliesslich gelohnt.

am freitag dann der tag, auf den alle (zumindest die deutschen) so lange gewartet haben. das oktoberfest fand statt, von der schule organisiert. bis auf den namen hatte dieses jedoch fast nichts mit den originalen oktoberfesten in deutschland gemeinsam: latino-musik statt schaukel-musik, costaricanisches bier statt deutsches, plastikbecher statt mass. dafür gab's weisswürste und brezel, die beim verzehr die deutschen mit einem stück heimatgefühl beglückten.
das lokal war pampenvoll mit schülern, lehrern, eltern und humboldt-unabhängige menschen. der ort selber war riesengross, ein ganzes parkaus-abteil in einem einkaufszentrum in der nähe, wo ich wohne. ich war echt überrascht und habe nicht so eine menschenmasse erwartet. es wurde getrunken, getanzt, gegessen und für einen moment das lehrer-schüler-eltern-verhältnis auf die seite geschoben.
eine stunde hatte ich noch schicht und durfte/musste bier ausschenken. nicht viel später, um punkt zwölf, wurde die musik jedoch brutal abgestellt und das licht angemacht. sekunden später waren die leute schon am aufräumen. schade, aber das scheint hier normal zu sein. als wir dann noch nicht nach hause gehen wollten, gingen wir in heredia noch etwas trinken (zur abwechslung mal ein bier). doch auch dort: um punkt zwei uhr morgens wurden um uns herum die stühle auf die tische gestellt und irgendwann, so um zehn nach wurden wir freundlich-auffordernd darauf aufmerksam gemacht, dass wir jetzt doch gehen sollten. so ging ein lustiger abend ziemlich aprupt zu ende...

am samstag musste ich die konsequenzen von dem fest tragen und verbrachte den tag mit kopfweh und fluchen. wieder einmal mehr nahm ich mir vor, die finger vom bier zu lassen...
am abend wurde ich an ein geburtstagsfest eingeladen und blieb meinem vorsatz sogar treu! es war richtig gemütlich und ich genoss es, mich wieder einmal nur spanisch berieseln zu lassen.
der sonntag verbrachte ich dann mit obligationen: schule, wäsche und putzen, aber konnte doch noch ein paar sonnenstrahlen in der geliebten hängematte geniessen, bevor die wolken die sonne gnadenlos verdeckten.
und jetzt bin ich lista para la última semana antes de las vacaciones! auch wenn voll mit schule, ich seh darüber hinweg und träume jetzt schon vom sand, den ich bald wieder unter den füssen spüren werde...

20 September 2009

wenn europäer den ticos das tanzen beibringen

kaum hat die schule diese woche (am mittwoch erst) begonnen, konnte ich den kindern auch schon wieder ein schönes wochenende wünschen. die minuten in den lektionen rannten nur so an uns vorbei, selbst die kinder mussten am ende der stunde jeweils sagen: "was? schon vorbei?".
eltern und kinder waren ungewöhnlich ruhig, richtig unspektakulär also. bis auf die zweitklässler. es fehlte echt nicht viel und ich hätte der nasa angerufen um zu fragen, ob sie noch ne rakete haben um die kinder mit auf den mond zu nehmen. ganz speziell gewisse kinder in dieser klasse, wo ich machen kann, was ich will und sie einfach nicht spuren wollen. das braucht echt viel energie... die ich jedoch zum glück bei den viertklässer wieder gewinnen konnte.

das wochenende war gefüllt mit vorbereiten und noten machen. denn in einer woche steht uns der schöne elternabend bevor, wo wir von vier bis acht uhr abends die eltern im zehn-minuten-takt in empfang nehmen dürfen/müssen/sollten, um über die leistung ihrer kinder zu informieren. freu mich jetzt schon. der letzte solche abend liegt mir ja immer noch schön in erinnerung...

glücklicherweise stand nicht nur die schule im mittelpunkt. am samstagabend ging ich mit dem sportlehrer der schule und seinen geschwistern und kollegen tanzen. endlich wieder einmal! fast vier stunden am stück bewegten wir uns auf der tanzfläche und liessen kein lied aus.
als cumbia erklang (costaricanischer swing), wollte elmer (eben der lehrer) sich von der tanzfläche drücken mit der ausrede, dass er es nicht könne. so habe ich ihm schliesslich den grundschritt beigebracht. europäerin bringt einem tico den einheimischen, costaricanischen tanz bei... irgendwas stimmt da doch nicht :-)
meine muskeln bestätigten mir dann am sonntag, dass ich wieder öfters tanzen gehen sollte... jeder einzelne scheint zu schmerzen. doch beklagen möchte ich mich überhaupt nicht! wieder einmal mehr muss ich feststellen, wie viel energie ich durch's tanzen aufnehmen kann.
nun sprudle ich vor energie und freue mich, die letzten zwei wochen vor den ferien in den angriff zu nehmen!

15 September 2009

man nehme eine prise kultur und eine handvoll strand...

schüttle kräftig, geniesse es und staune über die gewonnene energie...

die vergangene schulwoche stand unter dem namen semana civica. eine woche lang wurde der heutige dienstag, der 15. september, eingeläutet, an dem die costaricaner ihr nationaltag feiern. in der schule wurden jeden tag diverse spezialanlässe zu ehren dieses tages durchgeführt. es wurde zum beispiel ein theater vorgespielt oder typische lieder vorgesungen, um uns ausländern die costaricanische kultur zu demonstrieren.
am donnerstag in den letzten zwei stunden brachten dann die tico kinder den deutschen die costaricanischen köstlich
keiten ein bisschen näher. der schulhof war voll mit schülern, eltern und essen, das von jedermann mit mehr oder weniger begeisterung vertilgt wurde. freitags kamen dann wir lehrer an die reihe. wir wurden von unseren ticos-kollegen kulinarisch verwöhnt und durften nachmittags statt schule geben, verdauen.

die woche verging so schnell, dass ich es kaum fassen konnte, dass schon wieder freitag war. doch von der müdigkeit her hatte ich das gefühl, zwei wochen dauer-schule hinter mir zu haben. all diese stundenausfälle und spezialanlässe brauchen jeweils mehr energie als herkömmlicher unterricht.
um uns von dieser woche erholen zu können, kriegten wir ja zum glück, durch den nationaltag bedingt, ein langes wochenende.

so machten wir (klaus, nicole und ich) uns samstagmorgen auf den weg richtung karibik. da zur zeit regenzeit herrscht, ist diese seite von costarica, was das wetter bedingt, besser gestellt. ich wollte eigentlich nach manzanillo gehen, alleine. doch während der fahrt wurde ich von den anderen zwei überredet, mit ihnen zelten zu gehen und zwar in cahuita (bisschen nördlicher als manzanillo). doch als wir in cahuita ankamen überzeugte uns der strand nicht wirklich. als wir dann noch lesen mussten, dass das campieren dort wo wir wollten (mitten im nationalpark) verboten war, entschlossen wir uns gleich nach punta uva zu fahren. die entscheidung war die richtige, wie sich nach diesen tagen herausstellte.
bisher war ich von der karibik-küste überhaupt nicht überzeugt. letztes jahr besuchte ich puerto viejo und war von den kiffenden raggie-anhängern eher enttäuscht, was der vorhandene strand auch nicht wieder wett machen konnte. doch nach diesen drei tagen muss ich sagen, habe ich einen neuen lieblings-ort gefunden: türkisblaues und badewanne-warmes wasser mit sicht auf den boden, kilometerlanger weisser strand, einsame orte ohne irgendwelche menschen und mit palmen und viel grün bekleidete buchten...

die tage verbrachten wir mit uns "baumeln" lassen, sprich wir machten nichts und genossen es in vollen zügen, nichts zu machen. und trotzdem wurden sachen gemacht! so ging ich jeden morgen (musste nur aufstehen, zwanzig schritte gehen und konnte im meer baden) am strand spazieren oder joggen, ging ins meer schwimmen, habe mich gesonnt, dem meer zugehört und die sonne absorbiert, bis meine batterien wieder voll aufgeladen waren.

nichts gibt es jedoch gratis und so bezahlte ich meinen aufenthalt mit mindestens fünzig moskitostichen. mindestens die hälfte davon befindet sich auf meinen füssen, verteilt auf den drei kleinsten zehen... diese moskitos wissen, wo sie hinstechen müssen um so ziemlich den wahn aus den menschen zu treiben!
gratis gab es dafür für mich wieder einmal ein souvenir. nicole und ich sassen am strand und versuchten ihre gitarre zu stimmen. wir schraubten und schraubten, so dass sich der ton verstellte, bis wir einen lauten knall hörten. mir tat komischerweise fast im gleichen augenblick mein bein satanisch weh. wir brauchten lange, bis wir kapierten, was passiert ist: die saite ist aus der halterung rausgespickt, schön auf mein bein zu. wir konnten nicht mehr vor lachen und nun kann ich mich immer an die schöne zeit erinnern, wenn ich das kunstwerk an meinem bein betrachte.

leider verging die zeit viel zu schnell. kein wunder, mir gelang es einmal mehr, meine gedanken vollkommen von der schule zu lösen und wieder in vollen zügen zu geniessen, dass ich hier in costa rica bin.
wer hat schon das glück, nach nur fünf stunden fahrt das zelt aufspannen, den sternenhimmel betrachten, mit wellengeräusch schlafen und den sand unter sich spüren zu können?!
naja... ich bestimmt in drei wochen nochmals. dann ist eine woche ferien angesagt (habens die lehrer nicht schön?!)... aber jetzt erstmals wieder schule geben... :-)