ferien! höchste zeit!
für lehrer und kinder (und mich) war die zeit definitiv reif genug, um die schule für zwei wochen unterbrechen zu lassen.
in den letzten tagen war unkonzentration, lern-müdigkeit, demotivation und gereiztheit an der tagesordnung. kein wunder! stellt euch vor, in costa rica haben die kinder zwei mal im jahr ferien! einmal im juli für ganze zwei wochen und schliesslich an weihnachten zwei weitere wochen.
glücklicherweise sind die costaricaner so religiös, was ihnen während dem jahr weitere freie tage bescheehrt. wüsste nicht, wie das sonst auszuhalten wäre... (ich weiss, ich weiss. alle "normal-arbeitende-nicht-lehrer" schütteln jetzt vermutlich den kopf und sagen: "ach, die verwöhnten lehrer"... ;-) )
damit sich die kinder nicht mit einem schul-ablöscher in die ferien begeben mussten, wurden in den letzten tagen verschiedene aktivitäten durchgeführt. nebst einer missionar-aktion (warum glaubt jeder, er glaubt besser? kann mir das mal jemand erklären?), stand bingo und fiesta de las vacaciones auf dem stundenplan.
bingo ist also nicht nur für ältere leute, auch den kindern kann dieses spiel eine heidenfreude (welche mit kreischen ausgedrückt wurde) bereiten. halb taub verliess ich jedoch an diesem tag die schule... der vorteil den ich daraus ziehen konnte: ich kenne jetzt die zahlen von eins bis 80 im schlaf.
an der "fiesta de las vacaciones" wurde viiiiel gegessen (und das nicht wirklich gesund. siehe bild). unglaublich, was die kinder an nahrung alles in sich aufnehmen können! wäre nahrung wissen, dann bestünde unsere schule aus lauter kleinen genies!
speziell an diesem tag war auch der fakt, dass sie anziehen konnten, was sie wollten. keine uniformen! ein highlight, was in der schweiz nichts als zur normalität zählt.
und ich? ich gehe in den ferien zur schule! in der ersten woche kehre ich in die spanisch-schule zurück.
sprechen kann ich noch nicht fliessend, dennoch kann ich mit den worten, die ich kenne, so ziemlich alles sagen, was ich will. und wenn nicht, nehme ich zur not meine hände und füsse dazu.
nun möchte ich auch noch die grammatik richtig lernen. denn ob das auch richtig ist, was jeweils von meinen stimmbändern produziert wird, ist nicht sicher... fakt ist, dass mich die menschen hier meist verstehen und meine fragen geduldig beantworten, begleitend dazu kommt meist ein freundliches lächeln.
in der zweiten woche werde ich auf costa rica-erkundungs-tour gehen. die westküste ist das ziel (weniger regen, juhee!), wo genau ich landen werde, weiss ich noch nicht.
wir werdens sehen, oder so wie wir hier zu sagen pflegen "vamos a ver"!
meine befürchtung bezüglich kulturschock wurde am wochenende zur realität.
der anfänglich harmlose schock verwandelte sich während dem wochenende schliesslich zu einer nicht so ganz harmlosen abneigung gegenüber dem "land der unbegrenzten möglichkeiten".
aus rücksicht vieler kollegen und kolleginnen (und familienangehörige), von denen ich weiss, dass sie sich momentan mit begeisterung in der usa aufenthalten oder sich auf einen zukünftigen aufenthalt freuen, werde ich mich vor dem erzählen hüten... :-)
das wochenende hat schliesslich zur folge, dass ich costa rica noch mehr schätze. trotz früher dunkelheit und regen ;-)
entonces, voy a disfrutar los meses que me quedan aquí!
kaum zu glauben - die hälfte meines aufenthaltes ist bereits verstrichen. oder, um alles ein bisschen optimistischer erklingen zu lassen: juhee, ich habe noch eine ganze hälfte vor mir! :-)
ich muss mich selber ein bisschen aufbauen, denn die tage fliegen hier nur so dahin und ich sehe mich schon jetzt, wie ich schweren herzens dieses land in schon nur drei monaten verlassen muss.
aber eben, genug schwarzmalerei!
lieber erzähle ich von den kleinen episoden, welche meine letzte woche versüsst haben.
die sonne lebt: in den letzten tagen meinte es petrus gut mit uns - die sonne scheint nun mehrere stunden am tag. es gibt sie also noch! als beweis dient das nebenstehende bild. nicht, dass ihr nach all meinen blog-einträgen denkt, dass wir nur regen haben... :-)
die tauben ("palomas") sind hier übrigens eine echte last. nirgends ist man sicher vor ihnen, sie stecken in jeder ecke und gackern (und kackern) vergnügt vor sich hin. selbst in unserem klassenzimmer sind sie anzutreffen!
da fällt mir ein: schon einmal eine taube beobachtet, wenn sie läuft? ein echtes vergnügen bei genauem hinsehen! zum krummlachen! ;-)
die spinne springt: kaum habe ich mich von der cucaracha-atacke erholt, kam der nächste schock: wie jeden abend freute ich mich auf mein kuscheliges bett, doch eine dicke, grosse spinne an meiner zimmerwand verunmöglichte mir dieses vergnügen für ein paar minuten.
naja, theoretisch hätte ich natürlich schlafen gehen können doch jeder vernünftige mensch hätte bei diesem anblick und dem anwesenheits-wissen der spinne in der nacht kein einziges auge zugetan. ich übertreibe nicht! aber (inklusive beine natürlich) war diese spinne etwa der grösse meiner handfläche. und dann nicht dünn! sondern dick, so, wie in einem grässlichen horrorfilm. oder so ähnlich...
naja, nach dem bekannten schock habe ich mich fassen können und schmiss sie worwörtlich aus dem haus.
möchte nicht wissen, wo sie jetzt steckt. wünsche euch aber eine ruhige und gute nacht ;-)
die nadja ruft aus (in spanisch!): eine grosse herausforderung sag ich euch! besonders wenn die kinder vor deinen augen spinnen und nicht das tun, was sie sollten und dir die worte in spanisch einfach nicht einfallen, um sie zurechtzuweisen... bisher war dies immer so und ich musste mich im stillen ärgern.
neuerdings, was mich selber in erstaunen versetzt hat, kommen mir die worte jedoch aus dem mund! und zwar in spanisch! kaum zu glauben, aber ich konnte die kinder echt "zusammenscheissen", auf alle fälle war die ganze klasse am schluss ruhig und hat mir zugehört.
und ich musste mich echt zusammenreissen, um nicht loszulachen! ach, ich hätte mich gerne selber aufgenommen um euch diese szene vorzuzeigen. musste sich echt ulkig angehört und angesehen haben. nachher hat mich nämlich noch ein kind gefragt, warum ich so rot sei in meinem gesicht ;-)
ich bin auf alle fälle stolz, denn dem kind, dem der zusammenschiss galt, verging das lachen... ziel also erreicht ;-)
die lehrerin mutiert: bisher war mir ja bekannt, dass eine lehrerin nicht nur dafür da ist, um die kinder auf die grosse, weite welt vorzubereiten. nebst seelsorgerin, krankenschwester, streit-schlichterin und erzieherin fungieren wir auch als polizistin oder mutter-ersatz (sorry für die ausschliesslich weibliche ausführung der berufe, doch die mehrheit gewinnt nun mal...). neu für mich ist jedoch der beruf "zahnärztin":
denn heute hat sich doch glatt eine schülerin vor die lehrerin gestellt und den mund geöffnet. die lehrerin hantierte für gut 10 sekunden im mund herum und hält letzten endes etwas weisses in den händen. und ich?! ich stand mit offenem mund für 10 sekunden da, während meine augen auf die doppelte grösse wuchsen. ich konnte dies nicht fassen, sie hat tatsächlich einen zahn gezogen!
voller stolz hat mir danach die lehrerin noch von all den kindern erzählt, welchen sie bereits einen, oder mehrere zähne gezogen hat...
ticos erstaunen mich tagtäglich von neuem mit ihren gewohnheiten...
doch genau dies fasziniert mich hier so enorm. es sind kleine dinge, kleine gewohnheiten der einheimischen, welche mich immer wieder in erstaunen und verblüffen versetzen. bereichert mit der exotischen sprache, dem warmen klima (trotz regen!) und den warmen und offenen menschen, ergibt sich eine welt, in der ich noch einiges länger bleiben könnte..........
da ich mich jedoch schon für drei monate hier in costa rica befinde, muss ich nun das land für 72 stunden verlassen, damit ich ein neues visum beantragen kann. meine reise führt mich nach los angeles, usa. nicht nur ein anderes land - auch eine andere welt. mal schauen, wie gross der kultur-schock sein wird... :-)
ich halte euch auf dem laufenden. bis dahin: que tengan una semana magnífica!
vielleicht habt ihr euch schon gefragt, wie denn die schule so ist im fernen costa rica.
eines steht fest, es ist anders als in der schweiz: organisation, pünktlichkeit und pflichten stehen hier nicht so sehr im vordergrund. wichtiger ist hier, den kindern eine abwechslung zu ihrem sonst doch eher harten leben zu bieten.
das äussert sich darin, dass wir mindestens an einem tag in der woche ein spezielles programm haben. so wie der “día del agrigultura”, wo viel getanzt und gegessen wurde, oder so wie der “día de desafío”, an dem die schüler spielen konnten. gelegenheiten, wo sich die kinder amüsieren und austoben können, was sie sonst zu hause selten tun. ausser fernsehen und playstation spielen steht meist nichts auf dem freizeit-plan, da ihre eltern, wenn noch zusammen, am arbeiten sind und sie alleine zu hause sind. und nach draussen spielen gehen geht schlecht, denn es regnet hier ziemlich oft ;-)
zur schule: stundenpläne existieren hier zwar, doch hält sich niemand so recht daran. die lektionen dauern eineinhalb stunden am stück, wobei jedoch das fach in den lektionen nach lust und laune gewechselt wird.
pausen gibt es demnach am morgen drei, etwa je 10 minuten lang. während der zweiten lektion ist zudem essen im “comidor” angesagt. dort erhalten die schüler meist reis und bohnen und zu guter letzt eine gesunde frucht (vorbildlich und feeeein :-) ). es gibt kinder, die auf dieses "morgenessen" angewiesen sind, da sie sonst zu hause nichts bekommen.
die fächer bestehen aus mathematik, spanisch, englisch und mensch und umwelt (realien). sport, musik und computer (!) ebenfalls, welche von fachlehrkräften unterrichtet werden. dabei ist frontalunterricht angesagt, alles andere ist mit diesen lehrmitteln nicht möglich. die kinder kennen jedoch auch nichts anderes. selber zu denken ist doch eh zu anstrengend, oder?! deshalb warten sie lieber, bis die lehrerin die antworten liefert. und sie liefert diese auch immer.
die lehrerin hält anfangs der stunde also einen monolog, eine etwa 15 minütige einführung und anschliessend lässt sie die kinder abschreiben, was sie während dem erklären an die tafel geschrieben hat. sind die einen fertig, ist zeichnen angesagt. sowieso besteht die hälfte der stunde aus zeichnen und ausmalen. dass dies die kinder mitmachen erstaunt mich immer wieder...
und ich "stehe ihr bei", helfe beim korrigieren, schreibe an die tafel, erkläre das erklärte nochmals (in gebrochenem spanisch, aber so langsam, dass sie's dann schnallen ;-) ) und achte besonders auf einen jungen, dessen schwachpunkt die konzentration ist, dass er schön am platz sitzen bleibt (tönt einfach, aber glaubt mir, ist es nicht!).
der unterrichts-stil, wie er hier gepflegt wird, geht mir gegen den strich. "freiheit" scheint hier ein fremdwort zu sein und wenn ein kind eine sache nicht verstanden hat, dann liegt es an der mangelnden konzentration des kindes und nicht etwa an der nicht ganz verständlichen erklärungen der lehrerin.
doch so wird es hier nun einmal gehandhabt und ich schwatze nicht drein. mein wirken liegt im kleinen. ich versuche, den schwachen kindern zu helfen, die vielleicht ohne meine hilfe auf der strecke bleiben würden... hier liegt meine motivation, die ich in den zwei monaten die ich nun schon hier bin, aufrecht erhalten und intensivieren konnte.
und sonst? regen macht schön, nicht wahr?! ach, ihr werdet mich als eine pure schönheit wieder zu hause erwarten können ;-)
doch eben, regen ist zum glück nicht das ganze leben hier. meine arbeit in der schule erfüllt mein herz mit genügend sonnenschein, sodass ich auch noch im regen davon zehren kann (ach, wie poetisch :-) )...
regen-attacke: der plan für das vergangene wochenende war schön ausgeschmiedet, wir waren alle bereit, endlich wieder einmal den strand zu sehen. tja, der liebe petrus hat uns jedoch einen strich durch die rechnung gemacht: ganze zwei tage hat es geregnet (und das natürlich am wochenende, unter der woche wär's ja langweilig). wenn ihr jetzt denkt: regen? na und? was ist denn daran so schlimm? dann erkläre ich euch jetzt mal, was hier "regnen" bedeuetet: bindfäden! puuuure bindfäden und sonst nichts! zentimeterhohe wasseransammlungen, sodass man nicht mehr über die strassen gehen kann! neu entstehende flüsse! wären fische darin, hätte ich vor meinem haus mein nachtessen fangen können...
hätte ich das gewusst, hätte ich meine gummistiefel von zu hause mitgenommen... und meine regenhosen. denn es ist unmöglich in diesem regen vorwärts zu kommen, ohne dabei nass zu werden.dem nicht genug: ich habe dazu noch meinen schirm im taxi liegen lassen... aber! jetzt habe ich einen neuen: gelb mit winnie the pooh. der macht den regen ein bisschen erträglicher ;-)
heredia blieb zum glück verschont, doch dort wo wir hin wollten ("samara") gab es mächtige überschwemmungen. deshalb war unsere entscheidung zu bleiben, wirklich nur das beste. und der strand muss nun halt warten. was er ja auch bestimmt wird...
cucaracha-attacke: als ob es nicht schon genügt, dass diese hässlichen cucarachas (lat: blatta orientalis, der schöne name trügt!) überall in den Strassen herumkriechen, jetzt müssen sie mich auch noch attackieren!
stellt euch vor: ich, gemütlich auf dem sofa liegend und nichts ahnend, geniesse die unterhaltung im fernsehen, als doch plötzlich eine cucaracha aus dem nichts auf meinen arm springt. wow! im nachhinein unglaublich, wie schnell mein hirn reagierte und das, obwohl es so viele dinge auf einmal zu entscheiden hatte: erstmals das fokusieren "was ist das?", dann die erkenntnis "cucaracha!", dann die innerliche reaktion "iiiiik! das isch nöd guet!" und die physische reaktion mit dem schrei und dem wegjagen. und das innert wenigen sekunden! ein hoch auf das hirn! ;-)
bakterien-attacke: wie schon im letzten blog-eintrag erwähnt, haben wir noch kleinere, und ekligere dinger, die sich momentan in der residenz befinden. diese dinger treiben uns dazu, dass wir herumsäuchen, krank sind und husten, bis wir keine luft mehr haben. auch kein wunder, bei diesem feuchten und warmen wetter fühlen sich die kleinen bakterien richtig wohl. und das ist ja der fall hier, denn, habe ich schon erwähnt?, es regnet hier ziemlich oft :-)
nebst all den attacken geht's mir prächtig!
das unterrichten in der schule macht immer mehr spass, kein wunder, denn nun kann ich auch mehr als nur "sí" und "no" sagen, wenn mich die kinder etwas fragen. und sie sind sooo schnüger! (siehe bild)
das spanisch geht also vorwärts. besonders nach einem wochenende wie diesem, wo ich mit ticos (so werden die einheimischen hier genannt) in den ausgang ging. da kam ich nicht drumrum, spanisch zu sprechen, was mir geglückt ist. mit bier gehts auch viel einfacher, die zunge löst sich, was für das ausprechen von spanisch wichtig ist ;-)
trotzdem, es gibt momente, wo ich die schweiz wirklich vermisse. besonders, wenn es draussen bindfäden regnet wünschte ich mich in die schweiz, wo es jetzt ja, so wie ich hörte, sommer ist.
und bitte: wenn ihr das nächste mal ein stück brot, mit feeeiner kruste esst: denkt an mich... tortillas können die costaricaner wirklich machen, aber brot, das kriegen sie einfach nicht so gut hin... ;-)
und hey, ratet mal.... es regnet!!! ;-)
schon wieder sind zwei wochen vorbei. die zeit rennt mir einfach zu schnell davon. und das, obwohl sich eigentlich ein alltag eingependelt hat. dieser besteht momentan aus wahlen, regen und virus. diese abwechslung genügt wohl schon, damit keine langeweile entsteht...
wahlen: in der schule (habe ich eigentlich schon erwähnt, dass die schule um sieben uhr morgens (!) beginnt?) sind zur zeit die wahlen. wer gewinnt, wird der präsident der schule. vier parteien, die momentan um ihre anhänger kämpfen und dies auf eine art und weise, wie es die grossen tun! mit t-shirts, stickers, candies und slogans versuchen sie die gunst der mitschüler zu gewinnen. zeitens scheint mir, mitten in amerika in den wahlen zu stecken... nur die candies zeigen mir dann wieder, dass wir es mit kindern zu tun haben, die dafür alles tun... :-)
regen: bereits um ein uhr, zum glück noch nicht täglich, fällt der regen vom himmel herunter. unglaublich, wie viel wasser dieser enthält! im regen zu laufen ist dann unmöglich, selbst mit schirm. die nässe ist unausweichlich, von oben bis unten. :-)
der kommentar der ticos: "das ist ja noch nichts, warte bis im juli und august!"
virus: der nachteil einer wg ist, dass wenn jemand krank ist, es dann ganz schnell geht und alle anderen auch krank sind. naja, so ähnlich verläufts bei uns momentan. meine kollegin ist am wochenende am strand gewesen und hat dort wohl was falsches gegessen. die konsequenz ist, dass sie nun ein virus in sich trägt, den sie schon bloss mit ihren fingern weiter verbreiten kann. damit wir geschützt sind, dürfen wir nun medikamente schlucken. in der hoffnung, dass diese mehr helfen als schaden, denn was wir genau nehmen, weiss niemand so genau... soviel zu meiner naivität ;-)
noch zwei tage und dann haben wir bereits wieder wochenende. da ich am montag nicht arbeiten muss, werde ich an den strand fahren. wohin genau weiss ich nicht, irgendwo, wo die wahrscheinlichkeit auf regen auf dem minimum liegt ;-)
auch in costa rica scheint sich eine tägliche routine eingependelt zu haben. "action" steht dennoch täglich auf dem plan, denn gegen diese schüler und diese schule hat die langeweile keine chance:
heute zum beispiel war ein spezieller anlass, weil die schule (und jetzt, haltet euch fest!) computer erhalten hat!!! das highlight dieses jahres!
es wurde musik gespielt, getanzt und gesungen (siehe bild links). alle waren in bester laune, kein wunder, ist ja fast wie schulfrei...
kaum zu glauben, was bei uns so selbstverständlich ist, ist hier nichts anderes als ein luxus. selbst das kopieren von blättern zum beispiel, ist hier eine komplizierte sache. in der schweiz kopierte ich täglich blätter, ohne gross zu überlegen. hier ist das eine fast vierstündige prozedur: die lehrer müssen dem "copy-guy" das blatt geben, von welchem sie gerne die kopien für die klasse haben. dieser "copy-guy" ist von beruf "copy-guy" und hat einen fulltime-job! täglich geht er zu allen schulen in heredia, bekommt die blätter von den lehrern und geht diese kopieren. man muss sich als lehrer also mehr als zwei mal überlegen, ob es die kopien wirklich wert sind...
auch sonst unterscheidet sich die schule in vielen dingen: dass die lehrerin die kinder anschreit ist normal (ich wäre schon längst heiser). aber, es hilft. der respekt, fast die ehrfurcht der kinder gegenüber den lehrpersonen ist unerschütterlich und beeindruckt mich immer wieder.
die aufgabe der schülern besteht hauptsächlich in warten und malen. jedoch nur für die schlauen schüler. die nicht so schlauen (oder faulen schülern) brauchen jeweils etwas länger für alles.
meine aufgabe besteht darin, die schwachen schüler zum arbeiten zu motivieren und ihnen zu kleinen erfolgserlebnissen zu verhelfen. glaubt mir, es kostet jeweils viele nerven, bis das erreicht ist, denn die arbeitslust dieser kinder ist sehr gering. lieber stören sie ihren nachbarn, oder malen, bis ich ihnen die stifte aus den händen nehme. aber selber denken, das wollen sie als letztes... :-)
aber die nerven sind es mir wert. der glanz in den augen, wenn der schüler etwas selber herausgefunden hat, möchte ich nicht missen :-) ich geniesse also die zeit mit den kindern. dass dabei noch mein spanisch besser wird, ist fast ein luxus...