15 August 2008

un hogar nuevo


umzug

gringa-freiheit! meine verlorenen nerven können sich endlich wieder in ruhe regenerieren.

mein neues zu hause, ein kleines appartment noch näher am zentrum als die vorherige bleibe, macht mich richtig glücklich. es besteht aus zwei zimmern, wobei eines nun mir gehört. dieses ist, wie auf dem bild zu sehen, sehr spärlich eingerichtet mit nur einer matratze und einem regal. genügt mir jedoch für noch die letzten fünf wochen :-)
zudem befindet sich in der wohnung ein wohnzimmer, waschecke und küche. meine neuen mitbewohner sind unkomplizierte leute, also ein grosser unterschied zur vorhergehenden unterkunft. :-) dazu kommt der fakt, dass ich von nun an praktisch nur noch spanisch sprechen werde, bzw. muss, weil der freund meiner kollegin nämlich ein einheimischer ist. ein playstation-süchtiger einheimischer, zum ärgernis der freundin... männer! eine faszination, die ich niemals nachvollziehen werden kann :-)


anders als vorhin fühle ich mich hier auch sehr sicher, denn vis-à-vis befindet sich direkt das hauptzentrum der polizei von heredia. ein grosser unterschied zum alkoholladen, der sich noch vor einer woche vis-à-vis der residenz befand und regelmässig für gäste sorgte, denen ich im dunkeln nur ungern begegnete...
doch wie immer gibt es auch nachteile bei einem ortswechsel, welche jedoch den vorteilen weitaus unterliegen. einer besteht darin, dass das interne
t nur nach lust und laune funktioniert (obwohl, beklagen möchte ich mich nicht, schliesslich benütze ich dieses als “pirot”. harrharr ;-)). weitere, dass kein telefon, sowie keine waschmaschine vorhanden ist. wobei letzteres kein viel grösseres übel ist, denn vorher hatten wir zwar eine waschmaschine, doch nur zu betrachten, weil sie nicht mehr funktionierte.

schule
das ende naht. nur noch zwei wochen bleiben mir mit den kindern übrig. täglich werde ich gefragt, ob ich denn wirklich gehen muss... mir zerreist letzten endes wohl doch noch mein herz. mal schauen, wieviele kinder ich schliesslich in meinem gepäck mitnehmen werde... :-)

doch auch die lehrerin möchte mich nicht gehen lassen. kein wunder, bei 27 kindern ist wohl jeder froh, unterstützung bei der arbeit zu erhalten.

obwohl ich noch nicht an das ende meines aufenthaltes denken möchte, werde ich trotzdem täglich daran erinnert, was mir ein kurzer stich im herzen hinterlässt. es wird nicht einfach sein, diesen ort zu verlassen (entschuldigung, wenn ihr dies jetzt schon zum x-ten mal lesen müsst, aber so ist es nun mal :-( )...
um so mehr werde ich nun die zeit, die mir noch bleibt geniessen. ich werde euch auf dem laufenden halten...

07 August 2008

una era nueva

so ist es. mein aufenthalt (leider ist nicht mehr viel davon übrig) wird sich ab kommendem wochenende zünftig ändern. ich ergreife nämlich die flucht (hätte ich schon viel früher machen sollen!) und ziehe aus dem haus, in dem ich die letzten monate verbracht habe.
endlich!!! denn es hätte nicht mehr lange gedauert und ich wäre der einen gringa an der gurgel gehangen.
so zog ich nun die notbremse und werde zu einer kollegin (gringa... ABER eine von der raren sorte, mit der ich sehr gut auskomme :-) ) und ihrem freund (tico und zu meinem erfreuen tanzlehrer ;-) ) einziehen. nebst einem schöneren ort und einer zentraleren lage, werde ich obendrein noch nette mitbewohner haben. perfekt also!
jetzt fehlt nur noch, dass es auch wochenende wird. ihr könnt euch nämlich nicht vorstellen, wie satt ich die leute hier habe...

zu meiner vorfreude hin, hat sich heute noch in der schule eine aufregende sache ereignet: eine lehrerin musste notfallmässig (schlaganfall ihrer mutter) das schulhaus verlassen. ihre klasse blieb also unbeaufsichtigt. die schüler nach hause zu schicken kam erst gar nicht in frage, die kleinen dürfen die schule nämlich ohne elterliche begleitung erst gar nicht verlassen.
so kam es dazu, dass ich "meine" klasse übernehmen durfte und alejandra (die lehrerin "meiner" klasse) die andere übernahm.
wow, das war ein spass! für die kinder mal eine echte abwechslung und neue erfahrung, dass man auch ohne geschimpfe der lehrerin etwas lernen kann... und für mich wieder einmal eine bestätigung, dass ich den richtigen job erlernt habe... :-)

so warte ich jetzt nur noch ab, bis ich am samstag meine sieben sachen (viel mehr sind es nicht:-) ) packen und ans andere ort einziehen kann.

03 August 2008

2 de agosto, la romería

da ich schon den schweizerischen nationaltag nur mental mitfeiern konnte (zusammen mit meinen eltern in einer feinen italienischen pizzaria :-)), wollte ich mir nicht auch noch ein wichtiger tag im leben der costaricaner entgehen lassen. la romería (pilgerfahrt) konnte ich schliesslich physisch an diesem samstag miterleben.

la romería wird jährlich am 2. august durchgeführt, in der die halbe bevöl
kerung von costa rica auf den beinen ist und sich in richtung basílica de nuestra señora de los ángeles in cartago bewegt. diese basílica hortet die sogenannte "la negrita" (schwarze madonna), die auslöser dieser pilgerung ist.


einschub für geschichts-interessierte, um die pilgerfahrt zu verstehen:
wir schreiben das jahr 1635. juana pereira heisst der junge, der sich in den wald begibt, um holz zu suchen. auf seiner suche entdeckt er auf einem stein eine "muñeca", eine puppe. diese gefällt ihm so sehr, dass er sie mit nach hause nimmt und in eine vitrine schliesst.
nächster tag, gleiches prozedere. zu seinem erstaunen entdeckt er wieder die gleiche puppe auf dem gleichen stein. verdutzt nimmt er diese mit und muss feststellen, dass die vitrine, trotz sc
hloss, leer dasteht. so schliesst er die puppe nochmals ein.
dritter tag, gleicher vorfall. verunsichert wendet sich juana an einen priester und erzählt ihm sein erlebnis. zusammen schliessen sie die puppe ein und warten den kommenden tag ab. am nächsten tag begeben sie sich gemeinsam in den wald und finden wieder dieselbe puppe auf dem stein vor.
schliesslich wird beschlossen, dass sich die puppe demnach an diesem einen platz zu befinden hat. so wurde eine kirche über diesen stein erbaut und darüber wird la negrita, die puppe, seither sicher in der basílica augehoben.


la romería wird nun zu ehren dieser negrita durchgeführt. menschen aus allen regionen in costa rica, die teilweise bis zu mehreren tagen oder sogar wochen zu fuss unterwegs sind, begeben sich genügend früh auf den weg, um am genannten datum in cartago anzukommen. viele leute werden von einem wunsch oder traum angetrieben, den sie durch dieses vorhaben in erfüllung zu gehen erhoffen.

ich machte mich zusammen mit eder, ein tico von hier, auch auf den weg. jedoch mit dem bus ;-)
auf der ganzen busfahrt konnten wir die laufenden menschen beobachten und bewundern.
vor der kirche befanden sich schliessich hunderte, wenn nicht tausende von menschen. kein gedränge, nichts, alles verlief total friedlich und sie begaben sich nacheinander, entweder zu fuss, oder auf den knien kriechend (!), in die kirche, wo sich die la negrita befand.
die vielen menschen, die atemwegpustende kirche (und das heisst etwas, wenn ich das sage!), sowie die kriechenden menschen beeindruckten mich ziemlich.

doch... ein ausflug ohne komplikationen??? neeeee... :
um ein uhr am nachmittag wurde eine prozession abgehalten, nach dieser hatten alle die gleiche idee: ab nach hause. aber natürlich nicht mehr laufend, sondern mit dem bus, so wie wir halt ;-) die reihe für unser bus erstreckte sich beinahe ins unendliche, hunderte von leute warteten in der brütenden hitze!
so beschlossen wir, zu laufen. pilgerfahrt rückwärts also. :-) nach einer viertelstunde hatten wir jedoch genug und gingen, dank viel glück, mit einem taxi weiter richtung einer mall um die zeit totzuschlagen, bis der grosse rummel mit dem bus-engpass und dem verkehrs-chaos vorbei war.
schliesslich, nach fünfstündiger rückfahrt (hinfahrt dauerte rund zwei stunden) kamen wir in heredia an.

29 July 2008

un fin de semana con mis padres

meine staunenden eltern, nasse und grüne regenwälder (wusste nicht, dass "grün" so viele töne haben kann), ein aktiver und steinspuckender vulkan, rauschende wasserfälle, hängebrücken in atemberaubender höhe und wohligwarme thermalbäder - all dies führte dazu, dass ich ein unvergessliches wochenende in la fortuna verbringen konnte.


la fortuna ist ein kleines dörfchen, das momentan wohl doppelt so viele gringos (amerikaner) beherbergt als einheimische. demnach sehr touristisch. sehr, sehr tou
ristisch. fast zu unheimlich stark touristisch. aber für ein wochenende haben wir's ausgehalten. :-)


typisch an diesem dörfchen ist, dass es ein ausgangpunkt für viele aktivitäten in der umgebung ist.
deshalb hatten wir zum beispiel trotz dauerregen am samstag genügend zu tun: unsere erste station hiess puentes colgantes (hängebrücken). eine schaukelige angelegenheit, wo's mir zum teil ein bisschen schwindelig wurde. schliesslich hingen wir bis zu 25 metern in der höhe. in diesen momenten versuchte ich mich stets auf das grün des regenwaldes zu konzentrieren, was mir das schwindlig-sein schnell vergessen liess. und das grün war nicht bloss grün! grün in allen tönen! dann noch die geräusche dazu von tieren, die ich bisher nur in bildern von büchern bestaunen konnte. allem dazu unterstützte der regen die atmosphäre, ein purer und echter regenwald also... :-) herrlich und in worten gar nicht auszudrücken. selbst die fotos können die schönheit nicht reflektieren.


der regen liess leider nicht nach, so beschlossen wir, baldi zu besuchen. eine anlage mit rund 15 thermalbädern. eines wärmer als das andere, teilweise so warm, dass wir nicht hineingehen konnten oder das bad nach fünf minuten mit roten köpfen verlassen mussten. (meist) perfekt zu e
ntspannen. wären da nicht die gringos gewesen............ :-)

sonntag, hurra - kein regen! so beschlossen wir, den volcán arenal mit dem dazugehörigen nationalpark zu besuchen. ein aktiver vulkan, versteht sich! leider nicht bis zur spitze begehbar, was mir jedoch logisch erschien. mir genügte es auch vollkommen, die regelmässig dampfenden und herunterfallenden steine aus einer sicheren distanz zu bestaunen. das grummeln des vulkanes schien mir auch nicht immer geheuer, doch schliesslich sind wir wieder heil vom fusse des vulkanes heruntergekommen.


weiter gings zu einem catarata (wasserfall). einem unter vielen hier in costa rica.
um diesen von unten zu betrachten mussten wir jedoch erstmals 480 stufen nach unten laufen (spüre diese immer noch in meinen waden). danach war die volle wucht dieses wasserfalles zu bewundern, eingebettet in einem regenwald, umgeben von blumen und grün, samt getöse und wasserwolken. wieder einmal mehr nicht in worten zu fassen, deshalb: kommt hier her und erlebt selber ;-)


und so verging ein ereignisreiches wochenende. unglaublich, wie viele eindrücke dass ich gewinnen konnte in diesen nur zwei tagen.
dazu die begeisterung meiner eltern! ich musste sie nicht von costa rica überzeugen, sie schienen wie von selbst von diesem land wie weggeblasen...

23 July 2008

escuela con mucha acción

die ferien sind vorbei und nach nur schon zwei tagen schule, herrschte heute schon ein erstes kleines chaos unter den schülern und lehrern:

wie jeden tag begab ich mich heute mit den kindern in die küche, um zusammen das mittagessen zu verschlingen (wortwörtlich. "genuss" ist dabei ein fremdwort. auch verständlich beim ansehen des essens;-) ). nachdem wir fertig waren und die nächsten schüler eintrafen, verliessen wir die küche wieder und gingen in unser klassenzimmer zurück.
kurz nachher... ein knall! wie ein schuss. zwei sekunden geschah nichts, dann kamen alle schüler aus der küche gerannt, kreischend und so schnell ihre kleinen beine sie tragen konnten. wir sahen dabei zu, mit offenen mündern, bis meine lehrerin aus vollem leibe "a fuera!" schrie. mit diesen worten kam bewegung in die sache und alle schüler samt lehrer rannen um ihr leben aus der schule.

was ist geschehen?????
ein dkt (dampfkochtopf) ist explodiert! das heisst, der deckel hat sich mit solchem druck von der pfanne gelöst, dass dieser knall entstanden ist und sich alle so erschrocken haben. ich mich auch ;-) niemand wurde verletzt, auch das essen lag noch schön brav im topf drin ;-)

das nenn ich aktion! und so was kann man wirklich nur hier in einer schule erleben!
dios, yo amo este país! ;-)

18 July 2008

vacaciones con mucha acción

endlich konnte ich wieder den sand unter den füssen spüren, das meer riechen, die wärmende sonne auf meiner haut geniessen, den rauschenden wellen zuhören, das blaue wasser bewundern ...

sámara heisst das paradies diesmal. ein kleines dörfchen im westen costa ricas. besuchenswert, sag ich euch.

doch! ihr kennt mich ja, ohne action lief auch in diesen ferien überhaupt nichts ;-)

montagmorgen, abfahrt: genügend früh ging ich aus dem haus, denn ich wusste nicht genau, wo sich die bushaltestelle in san jose befand. zudem kenne ich mich gut genug und weiss, dass ich ein talent im nicht-finden bin.
so war es schliesslich auch: nachdem ich eine stunde in san jose herumgeirrt bin, mir nicht einmal die einheimischen helfen konnten und die station nicht kannten, obw
ohl sie sich nur 100 meter von ihr befanden, bin ich endlich, und ein wenig verzweifelt, angekommen. leider war ich nicht die einzige, die ferien in samara geplant hatte. doch schliesslich bin ich eine halbe stunde nachdem ich angekommen bin, im bus gesessen und liess die sechsstündige fahrt über mich ergehen.
petrus musste an diesem tag besonders traurig und sogar ein bisschen wütend gewesen sein, denn ununterbrochen hat er geweint und seinen ärger mit blitz und donner zum ausdruck gebracht. möchte nicht wissen, was ihm über die leber gekrochen ist...

nun gut, petrus hatte sich ausgeweint, was für mich zwei tage dauer-sonne bedeutete. blauer himmel, brütende hitze, badewanne-warmes meer... herrlich.

mittwochs war es dann endlich so weit, surfen war angesagt! sámara ist für surf-anfänger ein paradies, da die wellen nicht allzu hoch sind.
eine stunde samt instruktion und ich stand bereits auf dem brett! hätte ich nicht erwartet (siehe bild als beweis)!

der darauffolgende tag jedoch erinnerte mich wieder daran, dass "nadja und sport" doch keine gute kombination sein kann: beim schlitteln hol ich mir ein blaues auge ein, beim inlineskaten ein geschwollenes und aufgeschürftes kinn... und beim surfen? eine naht am kinn. keine ahnung, wie's genau geschehen ist, ich kann mich nur noch an ein brett erinnern, das mir mit ziemlicher wucht ins gesicht geflogen kam und danach war der himmel voller toller sterne. in allen farben, richtig schöööön!
glücklicherweise waren zwei kolleginnen von mir dabei, die mich aus dem wasser fischten und mir gut zuredeten, damit ich nicht ganz unter den tisch fiel.
nach einem besuch beim doktor war ich schliesslich wieder zusammengeflickt (siehe bild).
das positive: ich musste kein souvenir mehr kaufen, hab jetzt ein permanentes ;-)

das imposante dabei ist, dass sich nach diesem unfall der himmel in tiefes grau verwandelte, der regen prasselte nur so herunter. wie ein zeichen, dass sich meine ferien nun zu einem ende neigten. so war es für mich überhaupt nicht schwer, dem schönen samara tschüss zu sagen und meine reise am freitagmorgen anzugehen.

gesurft bin ich trotz allem bestimmt nicht zum letzten mal. auch wenn es mit ritterausrüstung sein muss, damit mir nichts mehr zustossen kann! :-)

12 July 2008

mi cabeza está fumando

vergangene woche wurde in der spanisch-schule gebüffelt, bis mein kopf geraucht hat. jeden tag fiel ich informationsüberflutet und müde ins bett. selbst in meinen träumen verfolgte mich die spanische grammatik... es hat sich jedoch gelohnt!

das erstaunliche ist, dass sich in den vergangenen zweieinhalb monaten mein spanisch-niveau um ganze vier levels verbessert hat. ich bin also nicht mehr "principiante", sondern "intermedio". und, haltet euch fest, im nächsten level bin ich "avanzado"... wooow ;-)

ich bin zumindest von unserer menschlichen fähigkeit (bzw. meiner fähigkeit :-)) eine sprache zu erlernen, sehr beeindruckt.
vor nur vier monaten bin ich in dieses land gekommen und verstand nicht mehr als das wort "costa rica". lief ich den strassen entlang, wurden meine ohren mit unbekannten lauten konfrontiert, die irgendwie keinen sinn ergaben. nun, ein paar wochen später, kann ich gar nicht mehr anders als verstehen. klar verstehe ich noch lange nicht jedes einzelne wort, doch so viel, dass ich mich in diskusionen beteilligen und mit den worten, die ich nun kenne, ausdrücken kann.
auch wenn es teilweise lange dauert einen satz zu formen... und auch wenn es bestimmt albern aussehen muss, wenn ich mit den händen in der luft herumfuchtle, weil ich ein wort erklären muss... :-)

die schule ist nun jedoch vorbei und wie bekannt, kommt das vergnügen nach der arbeit! deshalb fahre ich am montag für ein paar tage an den strand, um eine kollegin zu besuchen, die dort als surflehrerin arbeitet. strand, sonne, meer, sand, hitze... na?! habe ich erreicht, was ich wollte? hab euch auch lieb :-)