16 February 2009

wenn klipper fröhlich klippert und lehrer kopfstände machen

und schon gings letzte woche in der schule in die zweite runde. auch diese war nicht “normal”, da wir ab mittwoch ein spezieller unterricht erteilen mussten, den wir “klippert” benannten.
doch bereits am montag war accion angesagt, als während dem unterricht plötzlich kinder schrien und ich ein blutverschmierter schüler im klassenzimmer vorfand. schnell stellte sich heraus, dass es sich “nur” um nasenbluten handelte, der anblick war jedoch alles andere als schön.
nach diesem tag ging es zum glück ein bisschen ruhiger zu und her. klippert war angesagt.


exkurs für klippert-interessierte:
klippert, ein mann, setzte sich eines tages hin und schrieb e
in buch mit dem titel "methoden-training". in diesem buch erklärt er verschiedene methoden, die angewendet werden können, damit sich das lernen erleichtert.
die schüler, in unserem fall, lernten also, wie man lernt. tönt jetzt vielleicht bescheuert, ist es aber nicht. gute ideen werden übermittelt, so wird den kindern mit durchgeführten experimenten zum beispiel bewusst, wie sie am besten lernen (visuell oder oral? mit musik, ohne musik?), werden hilfen zum lesen&verstehen vorgestellt (unterstreichen, zusammenfassungen schreiben, “scannen”) und lerntechniken anderer kinder zum analysieren präsentiert.

in drei tagen führten wir dies durch. meiner meinung nach hätte alles gestaffelter durchgeführt werden sollen, da die kinder täglich mit zu vielen informationen zugedeckt wurden. ich bin aber schon zufrieden, wenn bei ihnen die hälfte haften geblieben ist nach diesen tagen. die techniken die vermittelt werden haben's nämlich in sich.


nun, der erste tag verlief ziemlich chaotisch. wussten weder schüler und lehrer so richtig, auf was man sich eingelassen hatte. zu zweit waren wir für meine vierte verantwortlich und schliesslich
kam ich in diesen tagen mehr zum spanisch sprechen als die kinder zum deutsch sprechen. auch kein wunder, die unterlagen waren alle in spanisch verfasst, sodass es wenig sinn machte, die lektionen in deutsch zu vermitteln.
nun ja, meinem spanisch tut's gut! nachdem dann noch eine fremde frau glaubte, ich sei eine tica, wusste ich, dass sich mein spanisch im letzten monat (ja, ich bin schon einen monat hier!!!) drastisch verbessert hatte ;-)

zurück zu klippert: der zweite tag verlief dann schliesslich einiges ruhiger, ja, es wurde sogar mit euphorie gearbeitet!
am dritten und letzten tag flachte die euphorie leider jedoch wieder ab. auch kein wunder, nach dem fünften text lesen, analysieren, unterstreichen, etc. hatten die schüler (und auch wir lehrer!) definitiv genug geklippert und waren froh, endlich wochenende zu haben!

am donnerstagabend war noch ein wichtiger anlass angesagt: das bienvenido, natürlich zu ehren von uns neuen lehrern :-) anwesend waren alle wichtigen personen der schule, bis hin zu botschafts-leuten, denen auch ich die hände schütteln durfte. welch eine ehre!
wir neuen mussten uns erneut vor allen vorstellen (zum fünften, oder war's zum sechsten mal?). nachdem ich meine ansage mit züridüütsch begonnen habe, mit hochdeutsch bekannt gab, wie ich mich auf das jahr freue und schliesslich noch in spanisch allen lehrern dankte, waren alle beeindruckt. ziel erreicht! und die freude war gross, auch dies hinter sich zu haben :-)

auch sonst gab's herrliche momente in dieser woche und am wochenende:

... fand ich doch zum beispiel (nachdem ich die busstation verpasst habe) heraus, dass nur zwei blocks weiter von meinem zu hause mein lieblingsbeck eine filiale führt! um das heraus zu finden, brauchte ich doch geschlagene drei wochen! aber besser später als nie... und ja, ich freu mich auch über die kleinen dinge im leben! :-)
... oder sind doch meine finanzen in costa rica geregelt: ich bin stolze besitzerin eines costaricanischen bank-kontos. leider jedoch immer noch mit der balance 0, aber auch das wird sich zum glück noch ändern :-)

... oder habe ich doch beispielsweise diese woche die erste mango verspeist! kein kommentar dazu, denn diese süsse mit worten zu beschreiben wäre eine vergebene sache! ;-)
... oder wurde ich doch zeugin des unbezahlbaren gesichtsausdruckes meines freundes, als er in
einen echten schweizer käse (gruyere) gebissen hatte. ich habe ja schon immer gesagt, dass die costaricaner von käse keine ahnung haben! er behauptet jetzt das gleiche von den schweizern ;-) tja, so sind die kulturen (und der käse) verschieden...
... oder verfertigten wir doch die schönen sushis, die ihr auf dem bild begutachten könnt. durch angemessenes werkzeug wurden sie schliesslich im zweiten anlauf fast so schön wie in einem restaurant.

wie ihr seht, mir wird's nicht langweilig hier und freue mich über die schönen kleinigkeiten in meinem leben, trotz arbeit! ;-)

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