angefangen hat ja alles ganz harmlos und friedlich: am montagmorgen wurde in den letzten zwei stunden karneval gefeiert. zur feier des tages gab's sogar berliner für jeden schüler! die undankbarkeit wurde jedoch schnell wahr genommen, sammelten sich doch unzählige angebissene berliner um zwölf im papierkorb und einen haufen unangetastene "gonfi-bomben" im lehrerzimmer.
der positive effekt: ich werde für die restliche zeit dieses jahres, vielleicht sogar meines lebens, bestimmt keinen einzigen berliner mehr antasten :-)
die wendung kam dann bereits am montagabend: elternabend war angesagt. ich wurde vorhergehend leider sehr unzureichend informiert und wusste nicht wirklich, was auf mich zukommen und von mir erwartet wird. schliesslich wurde ich nur so von fragen bombadiert, dass ein schweizer emmentaler-käse mit seinen mickrigen löchern gegenüber meinen gleich hätte einpacken können.
und das waren fragen, mit denen ich echt nicht rechnete. hätte mir wohl vorher überlegen sollen, wie genau die kinder in ihren heften zu korrigieren haben, ob nun mit bleistift oder doch wohl mit füller. oder wie sie nun das "r" zu schreiben haben. fragen, die ich mir ja schon überlegt habe, aber dass die eltern so was interessiert?! naja.
ich kam mir nachher auf alle fälle so richtig sch... vor und hätte nichts gegen einen flug in die schweiz zurück gehabt. oder einen jobwechsel. vielleicht bin ich doch nicht richtig im lehrerberuf?!
naja, mittlerweile sehe ich's wieder ein bisschen relaxter und hab den ganzen anlass in eine kiste gepackt und gaaanz hinten in eine ecke meines hirnes gestellt.
am dienstag konnte ich mich schliesslich wieder selber überzeugen, dass ich eben doch vor eine klasse gehöre. der tag mit den kindern verlief super und machte sogar spass. lernen kann spass machen, ja! :-)
leider dauerte dieses gefühl nicht lange, denn der rest der woche musste ich selber in die schule, in eine weiterbildung. tönt jetzt vielleicht als "ganz locker", da man selber ja nicht's vorbereiten muss und nur konsumieren kann. doch, ich hätte das unterrichten vorgezogen! erstens einmal musste ich ja die klassen für die lehrer vorbereiten, die mich für die fehlende stunden ersetzten. und zweitens dauerte die weiterbildung von morgens um halb acht bis abends um sechs...
das positive war immerhin, dass ich was dazu lernte, unter anderem auch ein referat hörte, das über "die eltern der kinder in einer privatschule im ausland" vorwarnte. nach dem referat bedankte ich mich herzlich, super infos. einfach ein BISSCHEN zu spät ;-)
vor dem wochenende musste ich dann schliesslich noch feststellen, dass ich mir das vorbereiten für die stunden hätte ersparen können. die aushilfen (fast jede stunde wurde von einem anderen lehrer übernommen) konnten oftmals nur spanisch sprechen. da waren all die schön vorbereiteten deutsch-blätter für die katze. das gute dabei ist, dass ich nun nächste woche all das schön vorbereitete material verwenden kann. :-)
wenn ich eins lerne hier, dann ist dies das positive denken, sowie das "nicht so ernst nehmen" und ein bisschen nach hinten lehnen. und genau das habe ich an diesem wochenende auch vor und auch verdient. und humboldt schieb ich nun erstmals weg, hab davon genug gehabt diese woche! :-)
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